Gefährdete erschossene Polizistin Michele Kiesewetter US-Interessen?

Dieser Artikel analysiert einen Tag (05.04.2007) im Leben der erschossenen Polizistin Michele Kiesewetter. Dadurch kommen Ungereimtheiten zum Vorschein, die bis heute ungeklärt sind. Die Frage ist, ob eine Verbindung zu ihrer Ermordung am 25.04.2007 besteht.

Zuerst wird die Faktenlage anhand der im Internet veröffentlichten Ermittlungsakten dargestellt, siehe Ordner 6 hier, Ordner 1 hier, Ordner 9 hier. Darauf aufbauend hinterfrage ich die Aussagen einzelner Polizeibeamter und stelle die Ungereimtheiten heraus. Dann spekuliere ich über mögliche Hintergründe und Verbindungen. 

1. Am 30.04.2007 sagte die Kiesewetter-Kollegin Romy S. der Sonderkommission (Soko), dass Kiesewetter mit einem „Floh“ von der Bereitschaftspolizei Lahr verkehrt hätte. Er war beim ZAT eingesetzt („ziviler Aufklärungstrupp“) und „von dieser BFE – Fortbildung“. BFE ist die Abkürzung für „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit“. Am 01.05.2007 teilte der sogenannte „Polizeiführer vom Dienst“ der Bereitschaftspolizei in Böblingen, Herr L., der Soko mit, dass „ein Florian S.“ von der Bereitschaftspolizei in Bruchsal „an dem o.g. Lehrgang teilgenommen hat“, damit war die „BFE-Fortbildung“ gemeint: „Dies sei der einzige Kollege dieses Lehrganges mit dem Vornamen „Florian““. Damit war jedoch ein anderer Florian S. gemeint, eben aus Bruchsal, der zufälligerweise den gleichen Vornamen trug. Komischerweise wurden jedoch die Nachnamen vertauscht.

2. Am 02.05.2007 wurde Florian S. befragt. Ihm wurde gesagt, dass seine Nummer im Handyspeicher Kiesewetters steht. Deshalb wäre man auf ihn gekommen. Florian S. schilderte der Soko, dass er Kiesewetter von gemeinsamen Einsätzen her kannte. Er nahm in der Böblinger Kaserne an der zentralen „Fortbildung“ teil, „vor drei vier Wochen“, bei der er als Ausbilder dabei war, eine „BFE Fortbildung“. Kiesewetter besuchte dort mit ihm einen „ZAT-Lehrgang“, der vom 04.04. – 05.04.2007 ging. Am morgen des 05.04. wären sie sich näher gekommen. Um 06:00 früh fing eine Observationsübung an, die bis 10:00 dauerte. Es wurden keine dienstlichen Handys benutzt, sondern mit privaten Handys kommuniziert. Er kannte Marcello P. (Bereitschaftspolizei Lahr), da der zeitgleich mit mir auf dem Gruppenführerlehrgang in Böblingen“ war.

3. Am 02.12.2010 wurde er nochmals befragt. Nun nahm er lediglich beim „ZAT-Lehrgang“ teil, der vom 02.04. – 06.04.2007 ging. Er hatte „keine Lehrgangsunterlagen mehr“. Kiesewetter war eine Teilnehmerin einer Observations- und Zugriffsübung und am 04.04. die „Zielperson“ gewesen. Im Rahmen der Übung wären sie auf „jeden Fall (…) am 04.04.2007 in ihrer Wohnung“ gewesen.  Während der anschließenden Feier in der Kaserne kamen sie sich näher und gingen in ihr Zimmer. „An diesem Abend haben wir uns dann, wie auch schon davor im BFE Keller getroffen.“ Dort war er „bis zum nächsten Morgen, also bis zum 05.04.2010 bei ihr.“

4. Kein einziger der böblinger Bereitschaftspolizisten bestätigt einen „ZAT-Lehrgang“ oder eine Feier vom 04. auf dem 05.04; es gibt auch keine Teilnehmerlisten etc. Stephan R. nahm an der BFE-Fortbildung teil und sagte der Soko, dass ihm der Name Florian S. „nichts sage“. (Ordner 11, S 280).

5. Ausnahmen sind ausgerechnet Manuel B., der bei der Bereitschaftspolizei Bruchsal eingesetzt war, und ausgerechnet Marcello P. von der Bereitschaftspolizei Lahr. Laut ihnen nahm Florian S. weder bei der „BFE-Fortbildung“ noch bei dem „Gruppenführer-Lehrgang“ teil. Stattdessen besuchte er den „ZAT-Lehrgang“, an dem die beiden jedoch gar nicht selbst teilnahmen: Manuel B. durchlief in der böblinger Kaserne die „BFE-Fortbildung“, vom 19.03.2007 bis 18.04.2007, und sagte: „Den [Florian S.] müsste sie [Kiesewetter] vom ZAT-Lehrgang gekannt haben“. Marcello P. absolvierte den Gruppenführer-Lehrgang, der vom 26.03. bis zum 27.04.2007 lief, und sagte: „Im März /April 2007 war er [Florian S.] bei einem anderen Lehrgang, ZAT-Lehrgang, in Böblingen.“ Marcello P. beobachtete außerdem Florian S. und Kiesewetter während eines Festes in der Böblinger Kaserne: „Er hatte hin und wieder den Arm um sie gelegt.“ Es gibt ansonsten keine Zeugen, die diese Zärtlichkeiten beobachteten, obwohl sie in der Öffentlichkeit stattfanden. Es wird auch ansonsten keine Feier am 04./05.04. erwähnt.

6. Laut der Einsatzlisten der Bereitschaftspolizei Böblingen war Michele Kiesewetter am 03.04. in Heilbronn und am 04.04. von 13:00 – 22:15 beim Objektschutz in Stuttgart eingesetzt gewesen. Dieser Objektschutz fand bei US-Kasernen statt, etwa „Patch Barracks“ oder „Robinson“.

7. Im Gerätespeicher ihres Handy sind ihre Handyaktivitäten verzeichnet. Es gibt eine Zusammenballung von zehn erhaltenen Anrufen am Morgen des 05.04! Es fällt auf, dass gleich zwei dienstliche Handys der Bereitschaftspolizei (Bb 71 und Bb 72) sie mehrfach anriefen. Diese Anrufe fanden zu einer Zeit statt, als die Observationsübung stattgefunden hätte.
Erhaltene Anrufe: „Kreßi“ 02:05. „Bb 71“ 07:11, 07:16, „Bb 72“: 06:42, 06:58, 07:30, 07:52. „Floh“ 05:06 und 08:09. „Dome“ 07:25.
Verpasste Anrufe: „Kreßi“ 02:06. „Bb 72“ 07:08. „Mutsch“ um 17:05.
Gewählte Rufnummern: Keine

Zuspitzung der Ungereimtheiten

Wenn Kiesewetter von 13:00 bis 22:15 im Objektschutz in Stuttgart eingesetzt war, konnte sie nicht gleichzeitig in der Böblinger Kaserne beim „ZAT-Lehrgang“ und am Abend beim dortigen Fest teilgenommen haben. Dann ging sie ab 06:00 Uhr früh, am nächsten Tag, zur einer Observationsübung? 

Für eine Übung oder einen Einsatz sprechen jedoch die sechs Anrufe, von zwei unterschiedlichen dienstlichen Handys, die Kiesewetter ab 07:00 Uhr erhielt und führte. Gegen eine Observationsübung sprechen jedoch die fehlenden Teilnehmerlisten /  Unterlagen, um die sich die Soko vergeblich bemühte. Auf der anderen Seite ist bis heute genauso ungeklärt, um welchen Einsatz es sich gehandelt haben könnte.

Vielleicht fand weder ein Einsatz noch eine Übung statt, es könnte stattdessen nur „Gesprächsbedarf“ gegeben haben. Es stellt sich dann die Frage, was Michele Kiesewetter am 04.04. während des Objektschutzes gesehen hatte. Besteht ein Zusammenhang mit ihrem Einsatz am 03.04. in Heilbronn? Machte sie vielleicht ihren Vorgesetzten eine Meldung, die offensichtlich wie eine Bombe einschlug? Wurde sie deshalb wie im Sturm angerufen?

Warum rief Thomas K. sie am 05.05. um 02:05 an? Er war Gruppenführer bei der böblinger Bereitschaftspolizei. Auch ihr damaliger Freund und BFE-Kollege Dominik W. telefonierte um 07:25 mit ihr. Kurz zuvor war er auch beim gleichen Objektschutz, gemeinsam mit weiteren Polizisten. Warum bestand dringender Gesprächsbedarf?

Welche Rolle spielte Florian S. von der Bereitschaftspolizei Bruchsal – war er eventuell auch am 04.04. im Objektschutz dabei gewesen? Seltsam sind seine zwei Anrufe: Warum telefonierte er mit Kiesewetter am 05.05. morgens um 05:06 und 08:09? Woher wusste die Führung der Bereitschaftspolizei, dass er mit Kiesewetter Kontakt hatte? Florian S. war bei den Kollegen Kiesewetters unbekannt, genauso wie sein (angeblicher) „ZAT-Lehrgang“. Teile der Aussagen seiner ersten Vernehmung am 02.05.2007 sind widerlegt. Dazu passt die ausgerechnet von Florian S., Manuel B. und Marcello P. verbreitete Geschichte, dass Kiesewetter eine Beerdigung kurz vor ihrer Ermordung besucht hätte. 

Die Soko machte keinerlei Anstalten bis 2009 die Ungereimtheiten aufzuklären und verließ sich einfach auf die Darstellung von Florian S.! Bis 2011 versuchte die Soko vergeblich, die Teilnehmerliste des (vermeintlichen) ZAT-Lehrgangs zu erhalten. Ende des Jahres 2010 (!) schrieb die Soko einen Aktenvermerk, dass „bis zum heutigen Tage (…) Zweifel“ bestünden, dass „Unterlagen der Soko Parkplatz vollumfänglich vorliegen.“ Die Soko redete daher mit Susanne M. vom baden-württemberger Innenministerium.

„Frau M. führte während der Besprechung ein Telefonat mit Herrn S. (…), dem Aus- und Fortbildungssachbearbeiter der BePo Böblingen. Ihmzufolge könnte es sich bei dem von uns bislang vergeblich gesuchten ZAT-Gruppenführer-Lehrgang um den herkömmlichen Gruppenführerlehrgang vom 26.03.-27.04.2007 handeln.“

Florian S. könnte eine Lügengeschichte der Soko aufgetischt haben, um die wahren Hintergründe der Anrufe am 05.04. zu vertuschen. Diese alternativen Hintergründe müssen jedoch nicht unbedingt etwas mit ihrer Ermordung zu tun haben. Es gibt jedoch Verbindungen zum 25.04.

Bezug zum Heilbronner Polizistenüberfall am 25.04.2007

Es bestehen Anknüpfungspunkte vom 05.04. zum 25.04.:

  • Kiesewetter erhielt an beiden Tagen Anrufe seitens des dienstlichen Handys „Bb 71“.
  • Einer der Beamten, die frühzeitig zum Tatort in der Theresienwiese kamen, war Thomas K.! Er war am Tattag, als Gruppenführer in der Nachbarstadt Neckarsulm eingesetzt gewesen. Er („Kreßi“) rief Kiesewetter am 05.04., mitten in der Nacht, um 02:05 und 02:06, an.
  • Manuel B. und Florian S. kommen beide aus der Bereitschaftspolizei Bruchsaal. Florian S. telefonierte mit Kiesewetter am 05.04. um 05:06 und 08:09; Kiesewetter und Manuel B. schrieben sich am 25.04. mehrere SMS.
  • Manuel B. rief ausgerechnet am 05.04. um 07:56 Matthias S. („Steini“) an, der am 04.04. mit Kiesewetter im Objektschutz eingesetzt war. Steins DNA wurde am Unterziehgürtel Kiesewetters, am 25.04., am Tatort gesichert.
  • An der Bekleidung Kiesewetters wurde die DNA der Kollegen Stefan K. und Rainer B. sichergestellt – beide waren just am 25.04. im Objektschutz in Stuttgart eingesetzt gewesen.

Interpretation

In vorherigen Artikeln zog ich bereits verschiedene Aussagen von Marcello P. und auch Romy S. in Zweifel. Das Motiv, möglicherweise Lügengeschichten zu verbreiten, ist unklar. Jetzt rückt auch Florian S. ins Zwielicht. Aber warum sollten die Beamten Mordermittlungen sabotieren und über die Vorkommnisse lügen? Es könnte auch eine „unschuldige“ Erklärung geben, etwa gemeinsamer Drogenkonsum oder -handel, die Verjährungsfristen sind dafür jedoch längst abgelaufen. Warum klären also die Kollegen bis heute weiterhin nicht auf? Wenn es sich „nur“ um ein Eifersuchtsdrama handelte, warum dann die Ungereimtheiten?

Gerade die Verbindung zwischen dem Objektschutz an US-Kasernen und der Theresienwiese bietet ein weites Feld der Spekulation: Die Bereitschaftspolizisten dürften die US-Kasernen aufgrund einer terroristischen Bedrohungslage bewacht haben. Auf der Theresienwiese loggte sich am 25.05.2007 ein Handy ein, welches einem Mitglieds der Sauerländer Terrorgruppe gehörte. Es gibt Gerüchte um die Anwesenheit von Mevlüt Kar. Die Fragen sind:

Könnte es sein, dass US-Behörden die Bereitschaftspolizisten von der Kaserne zur Theresienwiese schickten? Waren die Polizisten gar nicht im Objektschutz,  gar nicht an der Kaserne eingesetzt? War Florian S. von der Bereitschaftspolizei Bruchsal bei so einem Einsatz dabei und lernte Kiesewetter kennen? Oder beobachtete Kiesewetter am 04.04. an der US-Kaserne Personen, die ihr zuvor am 03.04. in Heilbronn begegnet sind? Stand ihr Einsatz am 25.04. in Wahrheit damit im Zusammenhang? Wurde deshalb die BFE-523 während einer Urlaubswoche aktiviert?

Die US-Besatzungsrechte sind bis heute in deutschen Gesetzen verankert. Fügen sich die Kollegen Kiesewetters diesem übergeordneten Interesse und erzählen deshalb Lügengeschichten? Darf der Polizistenmord aus „Staatsraison“ nicht aufgeklärt werden? Haben die Polizisten Angst den US-Interessen wieder in die Quere zu kommen?

„Prof. Dr. Foschepoth betont, dass auch nach 1990 Deutschland nicht souverän wurde. Die US-Armee betreibt noch immer mit Besatzungsrecht ihre Militärbasen in Deutschland. Durch geheime diplomatische Noten sicherte das die Regierung Kohl/Genscher der US-Seite zu, die ihm Gegenzug der Wiedervereinigung zustimmte.“ aus „tiefer Staat„.

5 Gedanken zu „Gefährdete erschossene Polizistin Michele Kiesewetter US-Interessen?“

  1. So oder so, man kann es mittlerweile als hinreichend belegt ansehen, dass einige ihrer „Kollegen“ M.K. loshaben wollten und sie deshalb in diese Falle lockten. Ob die Ausführung dann Heilbronner Nazis, die Uwes oder beide zusammen durchführten, ist für mich der einzige offene Punkt.

    Jedenfalls gehört der Fall endlich aufgeklärt und die damals beteiligten Kollegen vor ein ordentliches Gericht.

    Funfact am Rande: Im Media-Markt Heilbronn (ja, der wo die „Russen-Parkplatz-Sichtung“ war) läuft immer bei Geschäftsschluss die Paulchen Panther Musik („Ich komm wieder, keine Frage“). Wie im NSU-Film 😀

  2. Das Thema hatten wir schon mal unter
    http://friedensblick.de/26325/heilbronner-polizistenmord-die-vertuschte-3-maenner-spur/

    Unter
    https://www.stern.de/politik/deutschland/mord-an-mich%C3%A8le-kiesewetter–rekonstruktion-eines-mysterioesen-falls-3252628.html
    berichtete der STERN im April 2017: „Eine Erklärung könnten die Observationen der sogenannten Sauerlandgruppe sein, die im Frühjahr 2007 auf Hochtouren liefen. Mehr als 100 US-Agenten sollen dabei auf deutschem Boden gegen die Islamisten im Einsatz gewesen sein, gesichert von US-Elitesoldaten und geduldet von deutschen Bundesbehörden.“

    Ein Rieseneinsatz unseres großen Bruders – obwohl (oder gerade weil?) die Sauerlandgruppe sein selbst gestrickter Terror-Fake war: Der deutsch-türkische CIA-Mann Mevlüt Kar hatte diese ziemlich unbedarfte Milchzahn-Boygroup gegründet, geleitet und z.B. mit Zündern ausgestattet, wie man schon seit 2009 weiß,
    https://www.stern.de/panorama/stern-crime/sauerland-zelle-mutmasslicher-cia-mann-war–der-chef–3434518.html

    Um in einem seiner Vasallen-Länder 100 Agenten unauffällig zusammenzuziehen, benötigt der Hegemon evtl. etwas staatliche Vorort-Unterstützung, aber eigentlich keine große Cover-Story. Eher wurden daher Agenten und Elitesoldaten bereitgehalten für einen großen, öffentlichkeitswirksamen Schlag / Gegenschlag, für den es einen Aufhänger brauchte – eben die seit 2001 gebetsmühlenhaft bemühte Terrorgefahr. Dieser große Schlag fiel aus und die Sauerlandgruppe endete als lächerlich unbeholfene Kaspergruppe mit transportunfähigen Wasserstoffperoxid-Fässern.

    Das war gewiss nicht die für diese Theatergruppe vorgesehene Haupt-Option. Wäre der „große Schlag“ gekommen, dann hätte die Öffentlichkeit keine verhafteten Möchte-Gern-Terroristen mit ihren lächerlichen Fässern zur Kenntnis bekommen, sondern gruselige tote Terroristen im Stile von Mohammed Atta & Co.

    Zeitlich könnte der „große Schlag“ sehr gut passen zur Finanzkrise von 2007, deren unmittelbares Bevorstehen den Mächtigen (anders als der Öffentlichkeit) bekannt gewesen sein musste (siehe die Umstände der Lehman-Bank-Pleite, mit der gezielt der Korken aus der Überdruck-Flasche gezogen werden sollte). Was aber auch die Mächtigen nicht wissen konnten, war die Reaktion der Bevölkerungen. Würde es Aufstände, Revolutionen, anti-amerikanische Gewalt geben?

    Konkrete Gründe für diese Befürchtung gab es ja:
    Die „Asset based securities“ (ABS), d.h. die zu neuen „Wertpapieren“ gebündelten faulen US-Immokredite an einkommensschwache US-Bürger waren entgegen der Werbung keine risiko-streuenden Misch-Anlagen, sondern Bomben, weil bei einer Wirtschaftsflaute das Ausfallrisiko sich absehbar zeitgleich realisieren würde – bei so gut wie jeder einzelnen reingepackten Hypothek!

    Das was eigentlich jeder Anlageberater hätte wissen müssen, würde hinweggelogen durch die feierlichen Versicherung der fünf Rating-Agenturen, die gehandelten ABS hätten sich allesamt Bestnoten in Sachen Bonität verdient. Die fünf Rating-Agenturen sitzen „zufällig“ alle in den USA, kontrolliert von der dortigen Finanzindustrie und haben es in der westlichen Welt zu einem mächtigen Quasi-Bewertungs-Monopol gebracht.

    Der Staat, der seine Bürger in ein unverständliche Verschuldungs-Orgie gleiten ließ, ist also der gleiche, der diese faulen Schulden in Hochglanzpapier verpackte und der übrigen Welt mit Lügen als Geldanlage andrehte und so sich (bzw. seine Bürger und Banken) von der Schuldenlast betrügerisch befreite. Sonderbarerweise gingen den fünf Ratingagenturen ihr Quasi-Bewertungs-Monopol (zumindest in der US-hörigen westlichen Welt) auch durch die Finanzkrise und den von ihnen eingefädelten Großbetrug nicht verloren.

    Letzteres ist von den vielen Skandalen der Finanzkrise 2007 / 2008 der anstößigste und auch im Nachhinein (wegen der Folgenlosigkeit) der unverständlichste.
    Erst recht konnte 2007 niemand (auch nicht die Mächtigen) erwarten, dass der große Knall ausbleiben und die Sache für die bisherigen Machtstrukturen so glimpflich und gewaltfrei ausgehen würde. Im eigenen Land USA war nach 9/11 durch ein eigenes Ministerium für Homeland Security, Abbau der Bürgerrechte und Bereithaltung von Internierungslagern bereits bestens für den worst case vorgesorgt.
    Beim Vasallen Deutschland, wohin man besonders viele der faulen betrügerischen „Anlage“-Papierchen vertickt hatte, war dagegen die eilige Vorbereitung einer wirksamen Aufstandsbekämpfung angesagt, getarnt als Kampf gegen den Terror in Gesalt der Sauerland-Gruppe.

    Hauptsitz der Finanzkonzerne sowie der deutschen US-Militärstützpunkte ist Frankfurt und der Rhein-Main-Raum, siehe die Karte auf
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4ndische_Milit%C3%A4rbasen_in_Deutschland
    Die Sauerlandgruppe pendelte übrigens zwischen Sauerland und Schwarzwald – quasi zwischen den Rändern dieses Großraums.

    Dass Michelle Kiesewetter im hochoffiziellen US-Auftrag getötet wurde, ist eher unwahrscheinlich, weil diese junge Frau nicht wichtig genug war und und selbst dann wesentlich unspektakulärer (z.B. durch Unfall in der Freizeit) hätte beseitigt werden können.

    Dass aber etwas aus dem Ruder lief und die Täter irgendeinen brisanten US-Bezug haben, der ihre Verhaftung und öffentliche Befragung zu einem absoluten Tabu machte, liegt auf der Hand. Die dubiose Wattestäbchen-Affäre begann mit Heilbronn (Wikipedia führt die Angelegenheit als „Heilbronner Phantom“), wurde also wohl eigens inszeniert. Staatsanwälte unterdrückten Fahndungsbilder. Und Polizisten, die bekanntlich bei Polizistenmord besonders nachtragend sind, erfahren durch die reihenweise sterbenden Zeugen, dass ihr in diesem Fall besonders illoyaler Arbeitgeber sich unter keinen Umständen zu einer echten Aufklärung bewegen lassen will – und sie selber auch besser die Finger von entsprechenden Bemühungen lassen sollten.

  3. Für mich spricht nichts dafür, dass der Kiesewetter-Mord irgendwas mit US-Interessen oder -Diensten zu tun hat.

    Wieso liegt das für dich konkret „auf der Hand“?

    1. Wenn es eine Beziehungstat unter Polizisten gewesen wäre, dann verstehe ich die Verschwiegenheit, die Lügengeschichten der „Kollegen“ nicht, genausowenig wie die sogenannten „Pannen“ bei den Ermittlungen. Das wird bis heute eisern durchgezogen, obwohl mögliche Vergehen längst verjährt sind.

      Für mich wäre eine Erklärung, dass die Beamten an ihre „Staatsraison“ glauben und auch Angst haben, selbst dran zu sein, wenn sie den Mund aufmachen. Das heißt, dass hinter der (angeblichen) Beziehungstat der tiefe Staat steht. Wenn es eine Beziehungstat gewesen wäre, hätte die Soko den Polizistenmord sofort aufgeklärt. Schau Dir die Ungereimtheiten an, überall wären „Anfasser“ um weiterzukommen. Was auch für „Staatsraison“ spricht, ist das ohrenbetäubende Schweigen der Prozessbeteiligten und Abgeordenten div. „Untersuchungs“ausschüssen zu den „Anfassern“. Es wird als „Verschwörungstheorie“ ignoriert. Mit diesem Begriff wird „Gehirnwäsche“ betrieben, die Leute „vorgeimpft“ für bestimmte Inhalte unempfänglich zu sein.

  4. Daß die offizielle Version hinten und vorne unstimmig ist, dürfte der „Staatsräson“ zuzuschreiben sein, sprich: Die Wahrheit werden wir vernutlich nie erfahren.
    Erlauben Sie aber zwei Anmerkungen:
    a) Das „Besatzungsrecht“ sind bilaterale Bündnisverträge. Deutschland ist souverän und kann diese Veträge jederzeit kündigen (frühere deutsche Regierungen wären froh darum gewesen, es hätte weder WK I noch WK II gegeben!). Dies wäre allerdings dumm, denn wir hatten in der Geschichte noch nie ein so starkes Bündnis wie heute und dessen Auflösung wäre zu unseren Lasten.
    b) Daß der Polizistenmord einen anderen Hintergrund als den offiziell verbreiteten haben muß, liegt auf der Hand.
    Ich habe den 25.4.2007 vor Ort samt folgenden Ungereimtheiten selbst erlebt und stelle zunächst einmal die Frage in den Raum, weshalb es bei dieser Tat einen derart hohen Polizeieinsatz gegeben hat.
    Es gab immer wieder Polistenmorde, doch ist mir keiner bekannt, bei dem in derart schneller Weise ein solcher Aufwand betrieben wurde.
    Das heißt für mich: Es gab bereits eine Aktion (von wem auch immer) vermutlich gegen Terroristen (Verdächtige wurden auch hier schon mehrfach genannt), die gründlich daneben ging. Ob Kiesewetter und Arnold dabei involviert waren oder Zufallsopfer wurden, bleibt ebenso ungeklärt wie die Frage, ob die hohe Fahndungsaktion am demselben Tag auf einen bereits bestehenden Alarmplan erfolgt ist.
    Nicht erst das Aktenschreddern, sondern auch die Spielchen der Politik, mysteriöse Todesfälle, Vertuschung und Geheimnisskrämereien tragen in keiner Weise zum Vertrauen in den doch wohl sehr „tiefen Staat“ (Bilkay Öney) und ihre im Zusammenspiel geübten Repräsentanten in Legislative, Judikative und Exekutive bei.

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