War Dominik W. der Streifenpartner von Michele Kiesewetter, welche Rolle spielte Manuel B.?

In Teil 8 meiner Artikelserie über den Heilbronner Polizistenmord fragte ich, mit welchem Streifenpartner Michele Kiesewetter (MK) am Vormittag des 25.04.2007 unterwegs war. Diese Frage ist deshalb wichtig, da es sich bei der Person um einen wichtigen Zeugen handelt, der über das Einsatzziel Auskunft geben könnte und damit über den möglichen Täterkreis. Bis heute ist das Motiv ungeklärt: Warum schossen gegen 14:00 unbekannte Personen auf die Streife Kiesewetter/Arnold? Warum war MK am Vormittag in Heilbronn? Die offizielle Darstellung informiert falsch, dass es sich um einen harmlosen Einsatz handelte, und dass dieser Streifenpartner am Vormittag Martin Arnold gewesen wäre, nicht zu vergessen die Geschichte eines rechtsterroristischen Anschlags durch das Duo Böhnhardt/Mundlos.

Inzwischen analysierte ich die mir vorliegenden Vernehmungsprotokolle der Kollegen der überfallenen Polizisten dahingehend, ob der damalige Freund Kiesewetters, Dominik W., der Streifenpartner am Vormittag gewesen sein könnte. Er dementierte dies jedoch der Sonderkommission. Erstaunlich viele Punkte würden jedoch dafür sprechen, dass er doch mit seiner Freundin auf Streife war. 

Dominik W. – Einsatzpartner Kiesewetters?

Der Böblinger Bereitschaftspolizist Dominik W. war in der gleichen Einheit wie MK, der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE)-523. Wie MK suchte er in der Urlaubswoche der Einheit nach Einsatzmöglichkeiten. Er fragte sogar im Geschäftszimmer der Kaserne nach, ob er am 25.04. noch nach Heilbronn geschickt werden könnte. Dies wäre ihm jedoch verneint worden, da die Gruppe bereits voll gewesen wäre. Am 24.04. war er jedoch laut Einsatzlisten in Stuttgart im Objektschutz eingesetzt gewesen. 

„Frage:
Warst du am 25.04.2007 in Heilbronn?

Antwort:
Nein. Nachdem ich von der Tat erfahren habe mit dem Fahrrad in die Bepo Böblingen gefahren und dort geblieben.“

In der Vergangenheit war er bereits mit MK in Heilbronn unterwegs gewesen, sie bildeten dann immer eine gemeinsame Streife. Am 25.04. kauften gegen 11:30 MK zusammen mit einem Polizisten bei der Bäckerei Kamps ein. Die Verkäuferinnen kannten den Polizisten von früheren Einkäufen her. Damit ist es ausgeschlossen, dass es sich um Martin Arnold handeln könnte – er war am 25.04. zum ersten Mal in Heilbronn.

Dominik W. hatte ab Januar 2007 eine (zweite) Freundin, die Bereitschaftspolizistin Stefanie B. Sie war am 25.04. in Heilbronn eingesetzt gewesen. Laut eines Kollegen verhinderte sie, dass eine Gruppe Polizisten exakt zur Tatzeit zum Tatort fuhr, um „Pause“ zu machen. Wusste Stefanie B., dass dort ein gefährlicher Einsatz lief? Stefanie B. dementierte die Darstellung ihres Kollegen:

„Frage:
Ist dir in Erinnerung, dass Kollege S. ursprünglich auf die Theresienwiese zum Pause machen wollte? Lt. seinen Angaben hättet ihr ihn überstimmt.

Antwort:
Ich wusste nichts davon. Vielleicht hat er mit den anderen beiden geredet.“

Marcello P. – langjähriger Freund 

Marcello P. war ein Bereitschaftspolizist aus Lahr, der am 24.04. in der Böblinger Kaserne übernachtete, im Rahmen einer dort stattfindenden 1-monatigen Fortbildung zum Gruppenführer. Er ist ein langjähriger Freund von Dominik W.

Marcello P. sagt aus, dass er die Nacht vom 24. auf den 25.04 zusammen mit MK in ihrem Bett in der Kaserne verbracht hätte. Laut Aussage seines damaligen WG-Partners, des Bereitschaftspolizisten Peter S., wäre Marcello P. jedoch vom Treffen mit MK zurückkehrt, da sie sich noch mit ihrem Freund treffen wollte.

Will Marcello P. seinen Freund helfen, den vormittäglichen Einsatz mit MK zu vertuschen?

Interessanterweise betonte Marcello P. außerdem, dass er MK morgens alleine aus der Kaserne hätte fahren sehen!

Martin Arnold – der zweite überfallene Polizist

Martin Arnold erstellte am 02.11.2010 ein Phantombild des Mannes, der ihn überfallen hatte. Einen Monat später wird Marcello P. ein zweites Mal von der Sonderkommission befragt. Im Gegensatz zu seiner 2007-Befragung, die kurz nach dem Überfall erfolgte, erinnerte er sich auf einmal an einen südländisch aussehenden Mann, der MK beobachtet hätte, als die beiden in der Nacht zum 24.04.2007 privat ausgingen. Anschließend wählt er gezielt das Phantombild von Arnold aus! Dieser dubiose Mann könnte in Verbindung zur ihrer Tätigkeit als Zivilpolizistin stehen – MK hätte Scheingeschäfte getätigt, die zu einer „Verhandlung“ gegen Familiensippen geführt hätten.

„Ich habe mich an das Gespräch mit Michele erinnert, wo sie mir von ihrer Angst vor der Verhandlung und der Familiensippe erzählt hat, die im Zusammenhang mit dem Scheingeschäft steht“

Laut offizieller Darstellung hätte es jedoch -keine- Verhandlung gegeben, bei der MK als Zeugin involviert gewesen wäre. Ihre Einsätze als verdeckte Ermittlerin hätten nicht zu Verhandlungen geführt.

„Meines Wissens nach nicht. Ich habe zwischenzeitlich auch mit der zuständigen Stelle des AG Heilbronn telefoniert. Von dort wurde mir mitgeteilt, dass Michele KIESEWETTER in keiner der Verhandlungen, ich meine damit gegen Silvia L. und die Gebrüder G., geladen wurde.“

Nach einem vierstündigen Gespräch mit Staatsanwalt Meyer-Manoras zog Arnold 2011 sein Phantombild zurück. Arnold hatte Angst, dass die Täter etwas gegen ihn unternehmen könnten. Die Staatsanwaltschaft organisierte anschließend ein „Gefälligkeitsgutachten“, dass sich Arnold an nichts erinnern könnte und trug ihm auf, das Gespräch vor seinen Kollegen geheim zu halten. 

Hängt Einsatz mit Manuel B. zusammen?

Laut des Bereitschaftspolizisten Manuel B. wären ab dem 17.04.2007 MK und er ein Liebespaar gewesen. Manuel B. kam von einer Einheit in Bruchsal und hielt sich einen Monat in der Böblinger Kaserne auf, weil der dort eine BFE-Fortbildung hatte.

Die beiden wären während einer Feier am 17.04. in der Kaserne zusammengekommen und hätten dann die Nacht im WG-Zimmer von MK verbracht. Die Zeugin für diese Liebesnacht ist ausgerechnet die Bereitschaftspolizistin und WG-Partnerin Romy S., die mit dubiosen Aussagen bereits aufgefallen ist.

Romy S.  teilte sich in der Kaserne ein 16 Quadratmeter großes Zimmer mit MK und einer weiteren Kollegin. Während MK mit Manuel B. im Bett gewesen wäre, wäre sie im Nachbarbett gelegen. Manuel B. sagte, dass er während der Feier MK getröstet hätte, da sie eine Nachricht über einen Unfalls erhalten hätte. 

An dieser Darstellung muss gezweifelt werden: Dieser Unfall passierte laut Aussage der Kiesewetter-Familie zwei Jahre zuvor! Wie kann es sein, dass Manuel B. darüber falsch informiert war, wenn er doch intensiven Kontakt mit MK hatte?

„Ich meine mich noch daran erinnern zu können, dass sie an einem Abend traurig war und sich mit Kollegen ihrer Einheit unterhalten hat. Es hatte den Anschein, also ob sie Trost suche. Ob es der Abend unseres Abschlussfestes war, weiß ich nicht mehr. Ganz vage kann ich mich noch an einen Unfall erinnern. Ich meine sie hat eine Nachricht über einen Unfall bekommen.“

Die Darstellung von Manuel B. wird weiter geschwächt durch die Aussage des Bereitschaftspolizisten Peter S. Er war ebenfalls auf der Feier am 17.04.2007. Dominik W. hätte ihn dort MK als seine „beste Freundin“ vorgestellt. Er hätte mit MK „typische Partygespräche“ geführt. 

Laut der Bereitschaftspolizisten Elena H. hätten sich erst nach der Ermordung ihrer Freundin „Gerüchte“ über verschiedene Affären herumgesprochen. Sie konnte jedoch nur Dominik H. bestätigen.

„Mir ist weder ein Verhältnis zu Marcello P., noch zu dem Kollegen aus Bruchsal bekannt gewesen, welcher später auch in der Bildzeitung zitiert wurde. Ich muss sagen, dass ich bezüglich Marcello Penna sehr überrascht war. Für mich war er als Mann einfach keine Option für Michele. Ich habe nur nach ihrem Tod davon gehört, dass die beiden etwas miteinander gehabt haben sollen. So war es auch mit dem Kollegen aus Bruchsal, dessen Namen ich nicht einmal kenne. Ich habe ihn das erste mal auf dem Weg zur Beerdigung gesehen, er saß bei uns im Auto und hat nichts gesprochen. Ich weiß nur, dass Michele zu Dominik Weigand eine Beziehung hatte. Diese Beziehung hat Michele nicht öffentlich gemacht. Mit den beiden war es so, dass sie sich auch schon lange kannten und auf der einen Seite gute Freunde waren, auf der anderen Seite hatten sie auch ein Beziehungsverhältnis, das immer hin und her ging.“

Einschränkend muss gesagt werden, dass Elena H. im März 2007 die BFE verließ. Der Kontakt zu MK hielt jedoch weiterhin an. Es könnte durchaus sein, dass sie von einer Affäre nichts mitbekommen hatte.

Vermittelte Manuel B. Martin Arnold?

Manuel B. kannte Martin Arnold schon länger, da er mit ihm zusammen die Ausbildung zum Bereitschaftspolizisten machte. 

„Ich fiel durch und da kein Wiederholungskurs in Bruchsal angeboten wurde, kam ich im Herbst 2004 in die 2. BPA nach Göppingen. Dort blieb ich die gesamte Ausbildungszeit bis zum 01.03.07. Wie ich vorher erwähnte, war in meiner Klasse auch der Martin ARNOLD.“

Laut Arnolds Gerichtsaussage hätte ihn MK am Sonntag angerufen, um zu fragen, ob sie zusammen Streife fahren. Am Sonntag waren MK mit Manuel B. zusammen. Arnolds persönliches Umfeld (Geheimdienst, Kasachstan) könnte durchaus gegen den möglichen Täterkreis ermittelt haben, bzw. Bescheid gewusst haben. Die offizielle Version lautet, dass MK den BFE-Neuling Arnold kennenlernen wollte. Deshalb hätte sie ihm, am Montag (!) mehrere SMS geschrieben! Wie bereits mehrfach geschrieben, existieren an der Authentizität der SMS große Zweifel.

Wird mit der Liebesgeschichte zwischen Manuel B. und MK dessen Mitwirken im Heilbronner Einsatz vertuscht? Am Tattag schrieben sich MK und Manuel B. mehrere SMS, die jedoch laut offizieller Darstellung alle belangloser Natur (Liebesgeplänkel) gewesen wären.

Ein Motiv für die Lügengeschichten könnte sein, dass Dominik W. und Manuel B. Angst haben, wie MK auch vom Täterkreis überfallen zu werden. Könnte es sein, dass sie eine Aktion störten, an deren Durchführung (und Vertuschung) das „Staatswohl“ abhängt? Sind am Überfall Informanten beteiligt gewesen?

3 Gedanken zu „War Dominik W. der Streifenpartner von Michele Kiesewetter, welche Rolle spielte Manuel B.?“

  1. Diese NSU Geschichte weist saemtliche Anzeichen einer „False-Flag“ Operation auf. Es gibt bestimmte Gruppen die alles tun, um Deutschland weiter mit dem Nazi-Stigma zu belasten. Das sage ich als Auslaender.
    Friedensblick und Kommentatoren leisten bei der Aufklaerung dieser Farce eine hervorragende (Fleiss)Arbeit
    Noch eine (wilde) Spekulation zu der „heissen“ und anscheinend auch willigen Biene, Kiesewetter. Moeglicherweise hatte sie irgendwann auch Kontakte zu V-Mann Typen, diesem Umfeld. Hat dabei Dinge erfahren die bestimmten Leuten gefaehrlich werden konnten. Und musste desshalb liquidiert werden. Ist ja nicht auszuschliessen.

    1. Ebenfalls nicht auszuschließen ist, dass man seine substanzlosen Mutmaßungen, seinen mangelnden Respekt gegenüber einem Mordopfer und seine feuchten Träume von heißen und willigen Bienen lieber bei sich daheim im Zimmerchen behalten sollte, um sich nicht öffentlich als Vollpfeife zu outen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.