Neue Artikelserie über heilbronner Polizistenüberfall

Basierend auf den Hauptakten der Sonderkommission (Soko) Parkplatz veröffentlichte ich Ende Juni 2017 eine Artikelserie über den heilbronner Polizistenüberfall. Daraus entstand ein Buch.

Wie es zum Buchprojekt kam: 2017 besuchte mich mehrmals Hariolf Reitmaier: Wir könnten gemeinsam bis November einen Buch schreiben, ein Verlag-Vertreter begleitete ihn sogar einmal. Im ersten Moment dachte ich, dass mein Beitrag nur wenig Arbeit sein würde. Ich müsste ja nur die einzelnen Teile meiner Artikelserie zusammenfügen. Weit gefehlt:

Zum einen gab mir Reitmaier Hintergrund-Informationen, zum anderen meldeten sich mit der Zeit Personen, die bei der Recherche mitarbeiteten oder mir Verbesserungsvorschläge gaben. Die Nachforschungen zogen sich hin – erst jetzt im Juni 2021 ist das Buch schließlich fertig geworden. Reitmaier und der Verlag sind allerdings längst vom Buchprojekt ausgestiegen. Ich informierte einen baden-württemberger Landtagsabgeordneten und den Generalbundesanwalt über meine Erkenntnisse, ohne eine Antwort erhalten zu haben.

Von mir angeschriebene Verlagen zeigten bislang ebenfalls kein Interesse, höchstens werden hohe Zuschüsse verlangt. Deshalb entschloss ich mich, Buchauszüge in einer Artikelserie hier in meinem Blog zu veröffentlichen und auch so nach einer Möglichkeit zu suchen, dass es doch noch zu einer Veröffentlichung im Buchform klappt.

Neue Artikelserie über heilbronner Polizistenüberfall http://friedensblick.de/31833/neue-artikelserie-ueber-heilbronner-polizistenueberfall/
Einführung http://friedensblick.de/31840/einfuehrung-der-tiefe-staat-im-mordfall-kiesewetter/
Teil 1 https://friedensblick.de/31849/teil-1-michele-kiesewetter-und-martin-arnold-waren-bei-der-bereitschaftspolizei-boeblingen/
Teil 2 http://friedensblick.de/31864/teil-2-einsaetze-ihrer-beweissicherungs-und-festnahmeeinheit-523-im-tatzeitraum/
Teil 3 http://friedensblick.de/31873/teil-3-die-vorgeschichte-des-polizistenmordes/
Teil 4 http://friedensblick.de/31876/teil-4-der-tatort-theresienwiese-in-heilbronn-umschlagszentrum-des-menschenhandels/
Teil 5 http://friedensblick.de/31884/teil-5-entdeckung-durch-den-radfahrer-peter-s-gegen-1408/
Teil 6 http://friedensblick.de/31889/teil-6-reaktion-der-heilbronner-polizei/
Teil 7 http://friedensblick.de/31899/teil-7-tatrekonstruktion-und-operative-fallanalyse/
Teil 8 http://friedensblick.de/31915/teil-8-welche-einsaetze-fanden-am-tattag-in-heilbronn-und-neckarsulm-statt/
Teil 9 http://friedensblick.de/31923/teil-9-wie-reagierten-die-bereitschaftspolizisten/

Der Hintergrund meiner Untersuchung: Im Jahr 2014 veröffentlichten Unbekannte im Internet die 54 wichtigsten Hauptordner der Sonderkommission (Soko), mit tausenden Polizeidokumenten aus den Jahren 2007 bis 2012. In Ordner 1 befindet sich etwa der zentrale Schlussbericht, den die Soko Anfang 2012 anfertigte und der Staatsanwaltschaft Heilbronn übergab. 80% aller Fußnoten meines Buches basieren auf Polizeidokumenten, weitere 10% auf Aussagen von Polizisten und Staatsanwälten in parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschüssen (UA). Da der wesentliche Teil der Ermittler sauber arbeitete, konnte ich meine Analyse auf deren Arbeit stützen.

In jahrelanger Klein- und Fleißarbeit überpüfte ich die amtliche Darstellung. Ich informiere den Leser über Ungereimtheiten und widerspreche in vielen grundlegenden Punkten den politisch gewünschten Ermittlungsergebnissen der Soko-Leitung. Stattdessen setze ich die Fakten zu einem völlig anderen Szenarium zusammen. Ich erstelle dazu alternative Hypothesen, was wirklich passiert sein könnte, und dokumentiere den Weg, wie ich zu meinen Schlussfolgerungen kam.

Artikel:

Einführung. Der tiefe Staat

Teil 1. Michèle Kiesewetter und Martin Arnold waren bei der Bereitschaftspolizei Böblingen
Teil 2. Einsätze ihrer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit 523 im Tatzeitraum
Teil 3. Die Vorgeschichte des Polizistenmordes
Teil 4. Der Tatort Theresienwiese in Heilbronn – Umschlagszentrum des Menschenhandels
Teil 5. Entdeckung durch den Radfahrer Peter S. gegen 14:08
Teil 6. Reaktion der heilbronner Polizei
Teil 7. Tatrekonstruktion und operative Fallanalyse
Teil 8. Welche Einsätze fanden am Tattag in Heilbronn und Neckarsulm statt?
Teil 9. Wie reagierten die Bereitschaftspolizisten?

Danksagung

Ich bedanke mich bei Hariolf Reitmaier, Kay-Uwe Hegr, Hans-Peter, „Freigeist“, sowie „Riemenkarl“ und dem Blogger „Hintermbusch“ für ihre Nachforschungen, die im Buch einflossen.

Abkürzungen von Begriffen und Namen

Verschiedene Wörter wiederholen sich ständig und werden daher abgekürzt. Damit der Leser nicht immer im Abkürzungsverzeichnis nachblättern muss, schreibe ich die abgekürzten Wörter am Anfang jedes Kapitels einmal voll aus, dahinter steht in Klammern die Abkürzung.

Abgekürzt werden auch die Namen der Opfer, ohne dass sie dadurch in irgendeiner Weise von mir herabgestuft werden sollen. Es werden lediglich die Namen der Personen ausgeschrieben, die in der Doku „Tod einer Polizistin“ mit ihrem Klarnamen auftraten. Ansonsten kürze ich die Namen genauso wie in der Doku ab.

Fehler

Obwohl ich die Sachverhalte mit Gewissenhaftigkeit recherierte und überprüfte, dürften mir trotzdem einzelne Fehler unterlaufen sein. Dies ändert allerdings nichts am grundsätzlichen Wert des Buches.

Das Buch

Titel: Wer erschoss die Polizistin Michèle Kiesewetter?

„Ich persönlich denke, dass es ein Terrorist war oder ein Bekannter. Das war bestimmt kein dummer Mann. Es war jemand, der Hass auf die Frau hatte.“1

Klappentext: Am 25. April 2007 hätten die sogenannten „NSU-Rechtsterroristen“ Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt den heilbronner Polizistenüberfall begangen: Sie schossen zwei jungen Bereitschaftspolizisten in die Köpfe, am hellichten Tag, mitten in Heilbronn, auf dem belebten Festplatz namens Theresienwiese. Danach beraubten sie die Opfer. Niemand sah die beiden Männer, sie hinterließen auch keine DNA-Spuren. Martin Arnold überlebte, dank einer Kopfbewegung traf das Projektil nicht sein Stammhirn, Michele Kiesewetter war sofort tot.

Für die Sonderkommission waren die Polizisten Zufallsopfer. Das Polizeirevier rief sie wegen eines harmlosen Einsatzes nach Heilbronn. Als die Polizisten im Streifenwagen saßen und eine Pause machten, wurden sie angegriffen. Der Autor Georg Lehle kommt zu einem anderen Ergebnis: Er untersuchte den Mordfall anhand Polizeidokumenten und rekonstruierte das Geschehen. Für ihn handelte es sich um eine Abrechnung der Mafia. Ermittelten die Polizisten gegen ein schwerkriminelles Netzwerk?

Waren Michele Kiesewetter und Martin Arnold zur falschen Zeit am falschen Ort oder war es ein perfekt geplantes Verbrechen? Das Buch macht deutlich: Die Ermittlungsergebnisse können auf zwei völlig unterschiedliche Weisen interpretiert werden. Welche ist die richtige? Entscheiden Sie selbst.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort und Abkürzungsverzeichnis 3

Einführung) 8

Teil I) Woher kam der Hass auf die Polizisten? 10

1. Michèle Kiesewetter und Martin Arnold waren bei der Bereitschaftspolizei Böblingen 10

2. Einsätze ihrer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit 523 im Tatzeitraum 15

3. Die Vorgeschichte des Polizistenmordes 25

4. Der Tatort Theresienwiese in Heilbronn – Umschlagszentrum des Menschenhandels 31

5. Tiefer Staat 34

Teil II) Amtliche Ermittlungsergebnisse, was am Tattag, 25. April, passierte 37

6. Entdeckung durch den Radfahrer Peter S. gegen 14:08 37

7. Reaktion der heilbronner Polizei 39

8. Tatrekonstruktion und operative Fallanalyse 47

9. Welche Einsätze fanden am Tattag in Heilbronn und Neckarsulm statt? 52

10. Wie reagierten die Bereitschaftspolizisten? 60

Teil III) Alternative Tathypothese 65

11. Anfahrt, Hinrichtung, Tatortmanipulation und Flucht 65

12. Bewegungsprofile der zwei BMW-Streifenwagen 74

13. Welcher Polizist leistete erste Hilfe und leitete Rettungs- und Fahndungmaßnahmen ein? 81

13. Sicherten Ersthelfer die Dienstwaffen der Polizisten? 84

14. Zeigen Phantombilder Zivilpolizisten? 86

16. Hypothesen zum Einsatz am Tattag 92

Teil IV) Vergleich offizieller und alternativer Tatablauf 100

17. Kriminaltechnische Analysen: DNA, Fingerabdrücke, Blutbilder 100

18. Manipulation der Opferhandys 108

Teil V) Wollte die Soko-alt etwas vertuschen? 126

19. Ungenügende Ermittlungen 126

20. Verbreiteten Bereitschaftspolizisten Pausenlegende erst nach dem Polizistenmord? 132

Teil VI) Die Ermittlungen der Soko-neu 137

21. Ermittlungsrichtung neckarsulmer „NSU-Russen“ 137

22. Durfte die Soko-neu den Fall nicht aufklären? 140

23. Baden-württemberger Polizisten ermittelten die Täterschaft des NSU-Trios 144

24. Durchsetzung der Regierungsversion mit Hofberichterstattung und Rufmordkampagnen 150

25. Waren Böhnhardt und Mundlos wirklich die Polizistenmörder? 152

Teil VII) Spurensuche in Thüringen und Sachsen 158

26. Waren Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe Polizei-Informanten? 158

27. War „NSU-Trio“ seit 1998 als Sündenböcke eingeplant? 160

28. Kam die Ceska-Mordwaffe aus Beständen der DDR? 168

29. Täterprofil – das verbindet alle „NSU-Tatorte“ 169

30. Schlüsselzeuge Michael Menzel 172

31. Arbeitete das NSU-Trio mit der Russen-Mafia zusammen? 173

32. BFE 523 mit Verbindungen zu Schatten-Netzwerken und das „NSU-Zeugensterben“ 176

Fazit und Anlagen 182

1Ordner 5, Seite 215, Aussage von Fatima J. am 17.06.09

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