„Die Anstalt“ informiert über Russlungen-Lüge von BKA-Chef Ziercke!

Großes Kompliment an die Kabarett-Gruppe „die Anstalt“. In ihrer letzten Aufführung informierte sie als erstes Massenmedium überhaupt über die Lüge des ehemaligen BKA-Chefs Jörg Ziercke, die Obduktion hätte in der Lunge des (angeblichen) NSU-Mörders Uwe Mundlos Brandruß festgestellt. Obwohl Bundestagsabgeordnete angelogen wurden, traut sich bisher keiner, den Vorgang zu kritisieren oder öffentlich anzusprechen, siehe Artikel:

Uwe Mundlos entblößt Deutschland als Bananenstaat

Eher schwach war, dass Claus von Wagner den falschen Eindruck vermittelte, dass es an den Ceska-Tatorten Hinweise auf eine rechtsextrem motivierte Tat gegeben hätte. Auch der NSU-Prozess zeigt, dass es keine gab. Genauso hätte eine Verbindung der Kölner Bomben-Anschläge mit den Ceska-Erschießungen nicht auf die Spur von Böhnhardt/Mundlos geführt, weil deren DNA und Fingerabdrücke nicht übereinstimmen mit den Spuren, die an der  Kölner Bombe gefunden wurden; das trifft übrigens auch auf sämtliche anderen „NSU-Tatorte“ zu. Auch die Bauweise und der Sprengstoff stimmt nicht mit denen der Jenaer Bombenattrappen überein.

Ausnahme ist der letzte Ceska-Fall (Halit Yozgat). Genau dort ist die Polizeikommission den Hinweisen auf einen rechtsextremen Täter auch nachgegangen, aber sie wurde von Politik und Geheimdienst ausgebremst. Die Hintergründe sind weiter offen.

Rekonstruktion des NSU-Mordes an Halit Yozgat

Der entscheidende alle Fälle verbindende Punkt, auch den Heilbronner Polizistenüberfall, ist, dass Opfer bedroht wurden, aber eben meist von dunkelhaarigen Südländern, aber niemals von glatzkopfigen Neo-Nazis, siehe:

NSU-Opfer wurden vor Hinrichtung bedroht! 

Weil die Bedrohungen nicht ins Bild passen, werden sie von Politikern und Ermittlern jetzt ignoriert. Ja, es gab Sichtungen von männlichen Radfahrern, an vier von neun Ceska-Tatorten. Aber warum werden sie gleichgesetzt mit Böhnhardt/Mundlos, wenn Zeugen teilweise von dunkelhaarigen Männern sprechen, wenn sie Böhnhardt/Mundlos nicht identifizieren oder sogar ausschließen?

Tatort-Zeugen entlasten eher Mundlos und Böhnhardt

Dass Politiker jetzt die Selbstenttarnung des NSU aufklären wollen, ist gut. Wie kamen die Beweismittel in das Wohnmobil und die Zwickauer Wohnung? Wer erstellte und verteilte den NSU-Bekennerfilm? Tatsächlich fällt der Verdacht sowohl auf das Netzwerk um Beate Zschäpe, wie auch auf sie selbst.

Aber was, wenn die Untersuchungs-Ergebnisse wieder nicht ins Bild passen? Wenn Böhnhardt/Mundlos nicht von anderen Neo-Nazis umgebracht wurden, sondern vielleicht von dunkelhaarigen Südländern? Würden die Ansätze dann wieder ignoriert werden? Es scheint, dass inzwischen eine Selbstimmunisierung gegen Einwände eingetreten ist.

Selbstimmunisierung gegen Einwände auf offizielle NSU-Darstellung 

Diese Vorverurteilung, die Festlegung auf ein Ermittlungsergebnis bemerkte und kritisierte auch die “Vereinigung der verfolgten des Naziregimes“. Die Beweiskraft des NSU-Bekennerfilmes wird “als gegen Null” angesehen, denn …

“Für Geheimdienste ist es keine besonders schwierige Aufgabe, zwei Menschen auszuschalten, ein Haus in die Luft zu sprengen und eine DVD zu platzieren und dann zu “finden“. (friedensblick)

Das riesen Problem ist, dass einfach nicht ergebnisoffen untersucht wird. Thomas Moser beschreibt, dass diese politische Festlegung der Ermittlungsergebnisse auch bei der Polizei vorhanden ist, anhand des Heilbronner Polizistenüberfalls.

Politische Lenkung der NSU Ermittlungen auf das Einzeltäter-Dogma Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos

5 Gedanken zu „„Die Anstalt“ informiert über Russlungen-Lüge von BKA-Chef Ziercke!“

  1. Deine Begeisterung über „die Anstalt“ verstehe ich nicht. Die geben nur zu, was sowieso längst bewiesen und bekannt ist, und nur so, dass möglichst viel vom Rest unangetastet bleibt. Diese Rest-Saga wird auch noch mit einem leibhaftigen Hitler aufgemotzt. Die Sendung war primitiv und peinlich, von Leuten gemacht, die niemals zugeben wollen, dass und wie sie systematisch von den Behörden verarscht worden sind. Sie betteln förmlich darum, dass man ihnen die Verarsche nicht wegnimmt, die sie sie so lieb gewonnen haben. Ich halte die Sendung für einen Tiefpunkt, das letzte Aufgebot, den Volkssturm der Gegenaufklärung.

    1. Man muss bei manchen Beiträgen der Anstalt einfach den Ton wegmachen. Aber dein Aufklärungsanspruch greift zu kurz. Sie bringen auch Punkte, die andere so nicht bringen.
      Aufklärung ist immer ein Kompromiss.

      Auch wenn es wenige richtige Dinge sind, die die Anstalt gemäß unseres Anspruchs bringt, sie bringt sie.
      Das ist immer ein Schritt mehr und vor allem ein Schritt größer.Die Reichweite unterscheidet sich deutlich von uns Schreiberlingen.

      Vor allem aber sind diese Wahrheiten dann zitierfähig und können weiter verbreitet werden.
      Aufklärung ohne wirksame Strategie der Verbreitung ist nur Besserwisserei.

      1. Ich bin normalerweise sehr bereit, Abstriche zu machen, wenn die Gesamtmenge an Aufklärung wächst, aber bei der „Anstalt“ hat es nicht gereicht. Sie haben sich zu sehr auf die Bestätigung und Vertiefung des unbewiesenen Restes konzentriert.
        Ganz anders ist das übrigens bei „Die schützende Hand“ von Wolfgang Schorlau. Da stimmt das Produkt aus Wahrheitsgehalt und Reichweite definitiv. Der ist beim Inhalt sehr gut, über den unbewiesenen Rest schweigt er weitgehend und die Reichweite ist Spitze:
        http://www.spiegel.de/kultur/spiegel-bestseller-paperback-a-863148.html
        Allerdings hat das Ganze mit Belletristik wenig zu tun. Es handelt sich fast 1:1 um Ergebnisse des AK NSU, die der Autor um eigene Recherchen ergänzt hat. Die Romanhandlung ist wie ein Feigenblatt um dieses Sachbuch herumgewickelt. Diese dünne Romanhandlung übernimmt aber eine eminent wichtige Funktion: die psychologische Nazi-Barriere überwinden, damit er die Sachaufklärung von ihr ungestört durchziehen kann. Das hat er raffiniert gemacht, muss man ihm einfach lassen. Das Beste, was ich bisher dazu gelesen habe: ein Hammer, der dem Staat gewaltig in die faulen Eier haut.

    2. Sehe ich genauso ! Das Narrativ „Terrorzelle“ wurde doch nicht mal ansatzweise hinterfragt, es wurde nicht ein Wort darauf verschwendet, dass es so etwas wie Beweise für die Täterschaft der Uwes nicht an einem einzigen der Tatorte gibt. Allerdings reicht ein Blick ins Publikum um zu erkennen, an welche Klientel sich diese Botschaft richtet, diese Klientel ist davon überzeugt, aufgrund der richtigen Einstellung den ultimativen Durchblick bei allem zu schieben. Wieviele Hartz IV Empfänger bzw. prekär Beschäftigte befanden sich wohl darunter ?

      MfG

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