„Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ kritisiert NSU-Vorverurteilungen

Die Überlebenden-Vereinigung kritisierte bereits am 16.10.12 scharf die mediale Vor-Verurteilung des Trios Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe als terroristische NSU. Es wird hingewiesen, dass noch immer unbekannt ist, wer den NSU-Bekennerfilm überhaupt erstellte sowie nach dem 04.11.11 verschickte. Auch im Rahmen des „Krieges gegen den Terror“ wäre ein dubioser Bekennerfilm aufgetaucht, der unwahrhaftig als „Osama Bin Ladens 911-Geständnis“ propagiert wurde. 

1. Mangelnde „Beweiskraft“ des NSU-Bekennerfilmes

Die Vereinigung zweifelt an, wie die in der Zwickauer Brandruine gefundenen Bekennerfilme den stundenlangen Brand überlebt haben können.

“ (…) damit in den Trümmern des zerstörten, ausgebrannten Hauses unversehrte DVDs mit einem Video „gefunden“ werden können, anhand derer behauptet wird, die Toten hätten sich zu bislang unaufgeklärten Verbrechen bekannt.“(VVN-BdA)

In der Vergangenheit wären immer wieder Videos „gefunden“ worden, die das Denken der Öffentlichkeit entscheidend bestimmt hätten:

„Ende des Jahres 2001 wurde in Afghanistan ein Video „gefunden“ und vom Pentagon in Umlauf gebracht, in dem sich eine mit Osama bin Laden bezeichnete Figur zu den Verbrechen des 11. September bekannt haben soll und das alle Zweifler an der Legitimität des völkerrechtswidrigen Krieges „gegen den Terror“ ruhig stellen sollte.“

Das Magazin „Monitor“ deckte die gezielt falsche Übersetzung von Osama bin Ladens angeblichen „9/11 – Geständnisses“ auf; Klaus Bednarz führte in den Bericht ein:

Monitor 20.12.2001„Und auch der Propaganda-Krieg geht weiter. In der vergangenen Woche präsentierte die amerikanische Regierung in englischer Übersetzung ein Amateurvideo, das Bin Laden im Kreis von Gefolgsleuten zeigt, und das laut Präsident Bush ‚Ein vernichtendes Schuldeingeständnis‘ Bin Ladens sein soll. MONITOR hat sich vom amerikanischen Außenministerium die arabische Textversion des Videobandes besorgt und von unabhängigen und vereidigten arabischen wie deutschen Sprachwissenschaftlern und Orientalisten analysieren lassen. Und siehe da: Die von der US-Regierung der Weltöffentlichkeit präsentierte englische Übersetzung ist nicht nur teilweise manipuliert, sondern enthält sogar Fehler. Ein Bericht von Ekkehard Sieker und Georg Restle.“ (911-archiv)

Die Beweiskraft des NSU-Bekennerfilmes wird weiter „als gegen Null“ angesehen, denn …

„Für Geheimdienste ist es keine besonders schwierige Aufgabe, zwei Menschen auszuschalten, ein Haus in die Luft zu sprengen und eine DVD zu platzieren und dann zu „finden“.“

2. Verteilung des NSU-Bekennerfilmes

Bis heute ist weder geklärt, wer die Filme erstellte noch wer sie an die Medien verschickte und überbrachte. Die Vereinigung weist auf widersprüchliche mediale Darstellungen hin. Teilweise wären die Filme per Post gekommen, dann einfach in den Briefkasten vor Ort geschmissen worden, auch der Zeitpunkt der Berichterstattung machte misstrauisch:

„Eigenartig! Laut Spiegel und Welt sollten die DVDs an die Medien verschickt werden, wurden es aber nicht.

Aber laut Wolf Wetzel, der am 4.7.2012 auch für die junge Welt schrieb, hat Beate Zschäpe die DVDs also an bürgerliche Zeitungen verschickt. Das konnte sie nur bis zum 8. November. Dann war sie in Polizeigewahrsam. Selbst wenn sie mit dem Abschicken bis zum 8. November gewartet haben sollte, müssten die Sendungen am 9. oder 10. November den einen oder anderen Adressaten erreicht haben.

Warum ist das nicht sofort öffentlich geworden? Und warum musste der Spiegel sie erst käuflich erwerben, um darüber am 12. November exklusiv berichten zu können? Und wie konnte eine Organisation, die das Etikett „antifaschistisch“ trägt, mit einem Organ kooperieren, das die großen Verbrechen unserer Zeit propagandistisch begleitet?“

Weitere Informationen: Der NSU-Bekennerfilm

Die 1947 gegründete Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e. V.) wird von den sogenannten „Verfassungsschutz“-Behörden in Bayern und Baden-Württember als „linksextremistisch beeinflusst“ bezeichnet.  Der VVN-BdA würde „gegen den demokratischen Staat und dessen Institutionen“ agitieren und staatlichen Behörden vorwerfen „rechtsextremistische Bestrebungen zu schützen und zu fördern.“  Alle nicht-marxistischen Systeme, damit auch die Demokratie, wären Gegner. (wiki)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.