Politische Lenkung der NSU Ermittlungen auf das Einzeltäter-Dogma Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos

„Umpolung“ –  die NSU Ermittlungen im Polizistenmord von Heilbronn werden seit dem 4. November 2011 in eine bestimmte Richtung gelenkt. Staatsanwalt Meyer-Manoras und LKA-Beamtin Rieger vor dem NSU-Untersuchungsausschuss in Baden-Württemberg.

„Umpolung“ bezeichnet einen Vorgang, bei dem alle Einzelteile eines Systems komplett und einheitlich neu ausgerichtet werden. Eine Erscheinung in der Natur, die aber auch in sozialen Systemen vorkommen kann. Bei den Ermittlungen zum Polizistenmord von Heilbronn fand nach dem 4. November 2011 eine Umpolung statt, die bei Behörden, Politikern, aber auch Medien bis heute anhält. Wie sie funktioniert, zeigte die Vernehmung des Staatsanwaltes Christoph Meyer-Manoras und der Kriminalbeamtin Sabine Rieger vor dem NSU-Ausschuss in Stuttgart am 24. Juli.

Die Ermittler kamen – vor 2011 – zu der Einschätzung, die Tat auf der heilbronner Theresienwiese wurde von vier bis sechs Personen begangen. Mehrere Zeugen hatten drei verschiedene blutverschmierte Männer gesehen. Das LKA sah mehrere Phantombilder als wertvoll an, wollte aber, um die Öffentlichkeit nicht zu verwirren, nur drei zur Fahndung herausgeben. Der Staatsanwalt allerdings untersagte jegliche Veröffentlichung von Phantombildern. Am 4. November 2011 änderte sich dann zudem die Ermittlungsrichtung komplett. Der NSU mit den Mitgliedern Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe wurde bekannt. Seither schreibt die Bundesanwaltschaft (BAW) die Tat, allen begründeten Zweifeln zum Trotz, Böhnhardt und Mundlos und nur ihnen allein zu. Und diesem Dogma folgen nun alle – vom Landesinnenminister bis zum Staatsanwalt von Heilbronn. Dass keines (!) der Phantombilder auch nur annähernd Böhnhardt und Mundlos ähnelt, stellt nicht etwa ihre Anwesenheit in Frage, sondern wird umgekehrt als Beleg genommen, dass die Zeugen nicht die Täter gesehen haben.

heilbronn-phantombilder

Die Heilbronner Phantombilder

Die blutverschmierten Männer sollen also nichts mit der Tat zu tun gehabt haben, sondern alle rein zufällig um dieselbe Zeit in der selben Gegend herumgelaufen sein. So werden Regeln der formalen Logik auf den Kopf gestellt.

Anderes Beispiel: Videoaufzeichnungen aus Geschäften und Tankstellen rund um den Tatort. Sie wurden jahrelang nicht ausgewertet. Wonach hätte man suchen sollen?, fragte der Zeuge Staatsanwalt den Untersuchungsausschuss rhetorisch. Wonach wohl? Zum Beispiel nach Personen, die den Phantombildern ähneln. Erst nach 2011 wurden die Videos ausgewertet. Weil man nun darauf nicht Böhnhardt oder Mundlos sieht, betrachtet der Staatsanwalt das als nachträgliche Rechtfertigung für die Nichtauswertung der Videos. Anstatt, dass sich auch dadurch Zweifel an ihrer Anwesenheit ergäben. Der Staatsanwalt benutzt das Böhnhardt-Mundlos-zwei-Täter-Dogma als Rechtfertigung für die Unterlassung und Verschleppung der Ermittlungen nach 2007, die er mit zu verantworten hat.

Die Ermittler kamen – vor 2011 – zu dem Ergebnis, die Angreifer mussten zwei Rechtshänder gewesen sein. Mundlos habe links des Streifenwagens der Fahrerin Kiesewetter in den Kopf geschossen, Böhnhardt rechts dem Beifahrer Arnold. Doch Böhnhardt war Linkshänder. Damit stimmt die Schussbahn nicht überein. Ein Linkshänder hätte weiter vorne stehen müssen, wäre vom Opfer gesehen worden und in die Schussbahn des anderen Täters geraten. Staatsanwalt Meyer-Manoras räumte vor dem Ausschuss ein, dass er darüber erst seit der Ausstrahlung einer TV-Dokumentation („Kampf um die Wahrheit“, 3sat, 6.7.2015) nachgedacht und ihn das ins Grübeln gebracht habe.

Quelle: youtube

Ziemlich freihändig meinte er dann aber, vielleicht habe ja Böhnhardt links auf Kiesewetter geschossen und Mundlos rechts auf Arnold. Motto: Wenn ein Puzzleteil nicht passt, macht man es eben passend. Von derartigen Mängeln war der Auftritt des Zeugen geprägt.

Hinzu kamen Polemiken, die einem Funktionsträger nicht zustehen. Wie schon vor dem NSU-Bundestagsausschuss qualifizierte er Zeugen, die blutverschmierte Männer sahen, ab. Zum Beispiel die damals 71jährige Frau W., die gegen 14 Uhr am Tattag am südlichen Eingang zur Theresienwiese einen heraneilenden blutverschmierten Mann sah, der in ein wartendes Auto einstieg. Die Zeugin glaubte auch, einige Zeit vorher Schüsse gehört zu haben. Wie schon in Berlin stellte Staatsanwalt Mayer-Manoras auch in Stuttgart den Sachverhalt unvollständig und manipulativ dar. Seine Version geht so: Die Zeugin W. habe von der Stelle, wo sie Schüsse vernommen habe, bis zu der Stelle, wo sie den blutverschmierten Mann gesehen haben will, mit ihrem Auto 40 Sekunden gebraucht. Doch die 400 Meter vom Tatort zu besagter Ampel könne man nicht in 40 Sekunden laufen. Süffisant fügte er den Weltrekord und den Weltrekordhalter über 400 Meter hinzu. Die Aussage der Frau sei deshalb unglaubwürdig. Nicht wenige Medien übernehmen diese Erzählung ungeprüft. Jedoch: An der Darstellung des Staatsanwaltes stimmt so gut wie nichts. Erstens beträgt die Entfernung vom Tatort zu der Ampel nicht 400 Meter, sondern maximal 300 Meter. Zweitens braucht man für die Strecke, die Frau W. im Auto bis zu jener Ampel zurücklegte, nicht 40 Sekunden, sondern mindestens 60 Sekunden. (Die Ampelphase nicht mitgerechnet.) Und drittens hat die Zeugin vielleicht gar keine Schüsse gehört, sondern zerplatzende Luftballons. Zu dieser Überlegung kam jedenfalls die SoKo Parkplatz, die die Tat und die Zeugenaussagen während eines Frühlingsfestes nachstellte. Dabei fiel den Ermittlern im südlichen Bereich des Festplatzes Theresienwiese ein Luftballonstand auf. Das alles wiederum ist Staatsanwalt Meyer-Manoras bestens bekannt. Er hat es zum zweiten Mal einem Ausschuss verschwiegen.

Ein letztes Beispiel für die Haltung des „Ersten Staatsanwaltes“ von Heilbronn sei nicht vorenthalten: Der Ausschussvorsitzende Wolfgang Drexler (SPD) konfrontiert ihn mit der Aussage von Rechtsanwalt Walter Martinek, der Martin A. vertritt, jenen Polizeibeamten, der den Anschlag mit viel Glück schwerverletzt überlebt hat. Der Anwalt, so Drexler, habe gegenüber dem SWR die Ermittlungen kritisiert, das berufliche und private Umfeld des Opfers sei nicht durchleuchtet worden. Antwort Meyer-Manoras:

„Was Nebenkläger vor laufenden Kameras sagen, interessiert mich nicht.“

Die Liste ließe sich fortsetzen. Der Staatsanwalt mag mit seinem Verhalten zwar politisch folgsam sein, für die Ermittlungen aber ist er ein Problem.

Seit dem 4.11.2011 ist das gesamte Landeskriminalamt (LKA) von Baden-Württemberg durch die Vorgaben der BAW „umgepolt“. Die Ermittlungen sollten nur noch die Täterschaft von Böhnhardt und Mundlos „nachweisen“ und nicht mehr rückhaltlos und in alle Richtungen erfolgen. Zu welchen Konsequenzen das führte, dokumentierte die Vernehmung der LKA-Beamtin Sabine Rieger auf drastische Weise. Ein Paradebeispiel:

Michèle Kiesewetter verbrachte den Abend vor ihrem Tod mit dem Kollegen Marcello P. (Er wurde am 24. Juli vom Ausschuss in einem Nebenraum gehört.) P. hatte in seiner Vernehmung durch das LKA im Dezember 2010 angegeben, ihm und Kiesewetter sei an jenem Abend in Böblingen ein Mann aufgefallen, der sie auffällig beobachtet habe. Als ihm die Ermittler (u.a. Sabine Rieger) die Phantombilder von Heilbronn vorlegten, deutete er auf das Bild, das nach den Angaben des schwerverletzten Beamten Martin A. gezeichnet worden war. (Im Ermittlungsbericht das 14. Phantombild, offiziell aber Bild Nr. 7)

Sie seien elektrisiert gewesen, so die LKA-Vertreterin gegenüber dem Ausschuss. Doch dann kam der 4.11.2011 mit dem Auffliegen des NSU und der Festlegung auf Böhnhardt und Mundlos als die alleinigen Attentäter von Heilbronn. Am 16. November 2011 wurden P. erneut Lichtbilder vorgelegt, die nach einem Zufallsprinzip ausgewählt wurden – vor allem zusätzlich aber auch ein Bild von Uwe Böhnhardt.

„Wenn er jetzt nicht auf Böhnhardt zeigt, hat seine Aussage keine Bedeutung“, …

… habe sie damals gedacht, so die LKA-Beamtin Rieger vor dem Ausschuss. Tatsächlich zeigte P. nicht auf Böhnhardt, sondern auf eine andere Person. Doch die galt als „verfahrensunbeteiligte Person“, weil sie keine Ähnlichkeit mit Böhnhardt oder Mundlos aufwies. Die Folge: dem Hinweis des Beamten wurde „keine weitere Bedeutung zugemessen“. Die Festlegung auf die „zwei Uwes“ als Täter erwies sich damit als Falle. Eine verordnete Ermittlungsrichtung mit verheerendem kriminalistischem Ergebnis. Als die Kriminalhauptkommissarin von der Abgeordneten Petra Häffner (Grüne) gefragt wird, wieviele Spuren verworfen worden seien, weil sie nicht zu „NSU“ gepasst haben, versteht sie zunächst die Frage gar nicht. Die Umpolung ist perfekt.

Die Ermittlungen waren nach dem 4.11.2011 darauf ausgerichtet, die Täterschaft von Mundlos und Böhnhardt nachzuweisen.

Zitat Innenminister Reinhold Gall, Juli 2013. Auch die grün-rote Landesregierung unterstützt bis heute dieses Dogma. Das nennt man tendenziös – ist aber gescheitert: Denn auch diese Ermittlungen mit Schlagseite konnten …

… keinen eindeutigen Nachweis erbringen, dass Böhnhardt und Mundlos am Tattag in unmittelbarer Tatortnähe Theresienwiese waren“. (Zitat BKA-Ermittlungsbericht, Oktober 2012)

Das wiederum kann bedeuten: Die wahren Täter oder Mittäter laufen noch frei herum. Und die Verantwortung dafür haben die Bundesanwaltschaft, der Landesinnenminister, das LKA und auch der Erste Staatsanwalt von Heilbronn.

Warum aber soll der Staatsanwalt 2007 die Ermittlungen hintertrieben und die Phantombilder unterdrückt haben? Gute Frage. Sie gilt aber auch für die übergeordnetere, warum die Bundesanwaltschaft nicht weitere und andere Täter sucht, als die zwei Uwes. Viele Hinweise legen inzwischen nahe, dass die Phantombilder reale Personen zeigen. Möglicherweise Personen, die besser nicht mit der Tat in Verbindung gebracht werden sollten.

Meyer-Manoras muss das nicht selber gewusst haben, es reicht, dass er möglicherweise bestimmten „Ratschlägen“ von irgendeiner Seite gefolgt ist. Warum soll das abwegig sein?

Dass unter der Regie der SoKo Parkplatz Nummer 1 Aktenmanipulationen vorgenommen wurden, ist jedenfalls belegt. Sie wurden im Untersuchungsausschuss bisher nur angesprochen, sind aber nicht aufgeklärt.

Die Nichtveröffentlichung der Phantombilder war mit dem Generalstaatsanwalt von Stuttgart, Klaus Pflieger, abgesprochen. Vielleicht kam die Anweisung sogar von dort. Jedenfalls sind wir damit endgültig auf der politischen Ebene des Falles angekommen – und ganz nah am Justizminister, der damals Ulrich Goll hieß und der heute für die FDP-Fraktion im Untersuchungsausschuss sitzt. Wie soll er sein eigenes Regierungshandeln untersuchen? Er müsste sich selber als Zeuge befragen.

Eine „Umpolung“ ist das eine. Sie zu als solche zu erkennen, das andere. Wer aber nicht unabhängig ist, sondern selber Teil des Systems, dem wird das nicht gelingen. Und das wiederum ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umpolung.

Thomas Moser
(7.8.2015)

16 Gedanken zu „Politische Lenkung der NSU Ermittlungen auf das Einzeltäter-Dogma Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos“

  1. „So werden Regeln der formalen Logik auf den Kopf gestellt.“
    Die formale Logik kann mit den Aussagen über die blutverschmierten Männer wenig anfangen. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass es höchstwahrscheinlich einen Zusammenhang mit dem Polizistenmord gibt. Es muss sich aber nicht zwingend (bei allen) um die Mörder oder Mordhelfer handeln.
    Die in dem Beitrag geäußerten Zweifel an den Ermittlungen zum Heilbronner Polizistenmord und dem offiziellen Ergebnis „Böhnhardt und Mundlos waren es“ sind natürlich voll berechtigt und hier durch interessante Details gut unterlegt. Dass die ganze Geschichte aus der politischen Ebene heraus massiv gesteuert und die Ermittlungen von dort behindert wurden, ist unübersehbar. Gut, dass Thomas Moser das in diesem Beitrag ganz klar zum Ausdruck bringt, bis hin zu der naheliegenden Vermutung, dass die früheren Handlungen und heutigen Aussagen des Staatsanwalts Meyer-Manoras von dort vorgegeben wurden.
    Mir fehlen in dem Beitrag nur zwei Hinweise:
    1.) Es hat bereits im Juni 2007 eine solche „Umpolung“ der Ermittlungen gegeben: weg von realen Personen und Motiven, hin zu einem zigeuner- und drogenhaften Phantom, das brutal und ohne echtes Motiv die Polizistin Kiesewetter gemordet haben soll. Das war eindeutig ein erster Ausbruchsversuch aus ordentlicher Polizeiarbeit, der ebenfalls von der Politik in BW gedeckt und künstlich am Leben gehalten wurde:
    http://www.stern.de/panorama/stern-crime/phantom-von-heilbronn–innenminister-verschwieg-dubiose-dna-spuren-3534212.html
    2.) Wegen der von Thomas Moser beschriebenen Spurenlage und dieser Vorgeschichte ist es die wahrscheinlichste Variante, dass die Täterschaft eines NSU (was immer der sonst noch gewesen sein soll) zu 100% eine Fortsetzung des Phantoms von Heilbronn mit anderen Mitteln ist, wir der Wahrheit von 2007 bis heute also keinen Millimeter näher gekommen sind, weil die Politik das mit allen Mitteln (einschließlich Mord) verhindert.

  2. Pensionär Pflieger war ca. 35 Jahre mit der Ermittlung und Strafverfolgung bei rechten und linken Terroristen befasst. [1]
    Benno Ohnesorg (bzw. die Empörung über seinen Tod) hat nach Pfliegers Meinung die RAF begründet. Ein – wie (Eigenaussage) auch Pflieger selbst! – gegen den Vietnamkrieg protestierender Student also. Irgendwann teilten sich die Wege der Protestierer eben, und Pflieger entschied sich wohl dafür, mit Joschka-Bonus den Marsch durch die Institutionen anzutreten, während andere nicht so vernünftig wurden.

    Da braucht man einen wie Peter Urbach, als eingeschleuster „V-Mann“ DER große „RAF“-Anschieber schlechthin, nicht weiter erwähnen. Wie ja auch Unterschlupf-Besorger, Sprengstoff-Lieferant, Zschäpe-Lover und V-Mann Thomas Starke in Sachen NSU heutzutage kaum der Rede wert ist – wir haben doch Katzenkörbchen und Zschäpes Socken mit dem (passenden?) Benzin-Molekülen als Brandstiftungs-Nachweis!

    Immerhin gibt Pflieger sich als Pensionär altersmilde und räumt für die RAF-Zeit Über-REAKtionen des Staates ein, wenn er schon dessen AKtionen nicht thematisieren will.

    Staatliche Täter sind eben per definitionem keine, also sind die Terroristen Allein-Täter. Daher „stinkt“ ihm natürlich, wenn „Polizeibeamte, die jetzt Politiker sind“ (Binninger?) „von sieben oder acht Mittätern ausgehen, weil so viele Menschen mit Blutspuren gesehen“ wurden. Und umso mehr freut ihn, dass die Stuttgarter U-Ausschuss-Mitglieder nach einer Tatortbegehung nicht von weiteren Tätern ausgehen wollen.
    Dabei habe ihn selber anfangs „völlig überrascht“, dass Rechtsterroristen für eine solche Tat verantwortlich seien. Die ominöse Wattestäbchen-Frau konnte ihn dagegen nicht überraschen – zu lange klammerten Ermittler wie er sich an diese geheimnisvolle Bat-women.

    Natürlich hat er beim Oktoberfest-Attentat 1980 als Chefermittler keinen Anlass gesehen, zum toten „Alleintäter“ Köhler noch lange Hintermänner zu suchen. Wo selbst DIE ZEIT [2] meint (2014), „Bis heute steht der Verdacht im Raum, die Gruppe [WSG Hoffmann] sei mit Geld, Waffen und Sprengstoff aus dem Umfeld von Gladio versorgt worden“ , da weist er lapidar darauf hin, dass die Existenz von Gladio halt erst 1990 bekannt wurde und daher „auch niemals in diese Richtung ermittelt“ wurde – was sollte man auch 10 Jahre nach dem Massenmord die Sache noch mal aufrühren (und die NATO-Freunde verärgern)?

    Dabei hätte man zunächst ja nicht die NATO-Zentrale in Brüssel verhören müssen. Es hätte genügt, wenn die mutmaßlich von ihr geförderte Wehrsportgruppe Hoffmann näher beleuchtet worden wäre. Sie war nämlich schon 1980 hochverdächtig – wegen Köhlers Mitgliedschaft. Zwar ist laut ZEIT der Gladio-Bezug der Wehrsportgruppe nicht erwiesen (und wird von Hoffmann bis heute vehement bestritten), aber in den „Akten des Bundesnachrichtendienstes ist jedoch belegt: Hoffmann und seine Wehrsportgruppe hatten vor dem Anschlag Kontakt zu italienischen Rechtsextremisten, die vermutlich für den Anschlag in Bologna verantwortlich waren. In einem Trainingslager im Libanon wurden sie mit Mitgliedern aus Hoffmanns Wehrsportgruppe ausgebildet.“

    Internationalismus wie sonst nur bei Linken oder Mafia – oder eben bei Gladio. BND und Gladio gehören aber zum Bereich der Schlapphüte, wo die „normale“ Justiz seit jeher aus Staatsräson nicht näher hinzuschauen und schon gar nicht darüber zu reden hat. Im Sinne dieses Drei-Affen-Prinzips (nicht sehen, nichts hören, nichts sagen) war Pflieger all die Jahre bestimmt der richtige Mann.

    [1] http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/tuebingen_artikel,-Klaus-Pflieger-raet-zu-einem-kuehlen-Kopf-im-Umgang-mit-Terroristen-_arid,303568.html
    [2] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-01/muenchen-oktoberfest-anschlag-bnd-akten

  3. Lieber bekir,

    ich empfehle Dir die Lektüre der Beiträge des nachfolgenden Blogs:

    http://oktoberfest.arbeitskreis-n.su/

    Dort äußert sich Karl Heinz Hoffmann immer mal wieder persönlich zu verschiedenen Themen und Anschuldigungen.
    Weit wichtiger und aufschlussreicher sind jedoch die bis dato noch nirgendwo publizierten Dokumente, die ein ganz anderes Licht auf so manche hartnäckig formulierte ‚Weisheit‘ werfen.

    Einfach mal unvoreingenommen lesen und darüber nachdenken…

    Lohnt sich sicher!

  4. Hoffmann hat sogar eine eigene Homepage, auf der er schildert, wie man ihm das Oktoberfest-Anschlag anhängen wollte. Dort ist es „der damals unbedeutende Antifa-Aktivist Ulrich Chaussy“, der „seine große Stunde gekommen“ sah. [1]

    In einem Junge-Welt-Interview nimmt er die direkte Kontaktaufnahme von Gladio-Kramer zu Gundolf Köhler (2013 berichtet vom Sohn des verstorbenen Kramer) als Beweis, dass er und seine WSG nicht gebraucht wurden.

    Mehr noch: Zuvor habe Papa Kramer nämlich bei WSG-Chef Hoffmann direkt vorgefühlt, noch ohne NATO-Bezug und Attentatspläne zu verraten. Kramer habe aber laut Sohn einen Rückzieher gemacht, als ihm klar wurde: Hoffmann wolle mit der NATO nichts zu tun haben und würde entrüstet auf Attentatsvorschläge reagieren („Riesenärger machen“). [2]

    Das mag ja alles sein (obwohl die Rolle von Kramer junior unklar ist und viele – selbst Hoffmann – ein großes Fragezeichen setzen).
    Aber wenn Hoffman dann stolz darauf verweist, den Geheimdiensten sei seine „Abneigung gegen jede Spielart demokratischer Ordnungen mindestens schon seit 1974“ bekannt gewesen und er als NATO-Gehilfe daher sowieso untauglich gewesen, muss man sich doch schon sehr wundern.

    Die Aussage enthält gleich drei absurde Behauptungen:
    – NATO/Gladio sei etwas Demokratisches,
    – würde nie mit Anti-Demokraten kooperieren und
    – Hoffmann seinerseits nie mit „Demokraten wie NATO“.

    23 Jahre nach der Enthüllung von Gladios „Strategie der Spannung“ und 2 Jahre nach der NSU-„Entlarvung“, die mehr Enthüllung eines staatlichen Nazi-Förderprogramms ist, scheinen seine Argumentations-Linien im Kalten Krieg stehen geblieben zu sein, als Otto Normalbürger noch an das Gute an der NATO glaubte.

    Hatte denn auch er, der edle Böse, damals (quasi mit mephistototeles’scher Abscheu) an das „Gute an der NATO“ geglaubt? Selbst wenn: Vor Gorbatschows Zeit stand der gemeinsame Feind im Osten, warum sollte die WSG die NATO / Gladio nicht wenigstens als Zweckpartner auf Zeit betrachtet / benutzt haben? Mit Italienern zwecks Training zu Libanesen zu reisen, spricht ja auch nicht gerade für Berührungsängste eines stramm fremdenfeindlichen Nationalen. Auch scheint der Gedanke nicht abwegig, dass Reisepläne, Pässe und Reisekasse von Vertretern eines NATO-Landes geliefert wurde. Bei den mitreisenden Italienern scheint das ja unstrittig so gewesen zu sein.

    Vor allem aber: Wer (wie zeitgleich die RAF) gegen NATO und Grundgesetz auftrat, konnte eigentlich nicht erwarten, in der damaligen Anti-Terror-Hysterie als Rechter einen Bonus zu haben und (zumindest bei Morden) von der auf die RAF-Leute angewandten Kollektiv-Haftung verschont zu bleiben.

    Genau dies war aber der Fall und Hoffmann schien im Voraus gewusst zu haben, dass seine WSG als „Vereinigung der Einzeltäter“ (Wolfgang Most 2006) behandelt werden würde. Als sein Hausgenosse und Stellvertreter ihm, dem „Judenfresser“, in der Badewanne den Mord am jüdischen Verleger und WSG-Kritiker Lewin „gestand“, da machte er ihm Vorwürfe, dass er am Tatort Spuren (d.h. eine Brille) hinterlassen habe und verbrannte tags darauf die bei der Tat getragenen Klamotten des Täters. Der Täter floh in den Libanon, wo er im Jahr darauf mit 29 Jahren starb – nicht ohne dass Hoffmann ihm dorthin folgte und ihn noch zum WSG-Stellvertreter beförderte. Ein milde lächelnder Richter ließ ihn stundenlang schwadronieren und ganz anders als demnächst vermutlich bei Zschäpe, sah das Gericht eine Mitschuld nicht als erwiesen an und der Tatbestand terroristische Vereinigung wurde gar nicht erst geprüft. [3]

    Zwar gab es für zweitrangige Straftaten ein paar Jahre Haft, aber nach der Entlassung (mit günstiger Sozialprognose) schwamm Hoffmann regelrecht im Geld, hatte zahlreiche Firmen und ein Schloss. Hier kann man nicht mehr pauschal auf Blindheit der Justiz auf dem rechten Auge verweisen – eher drängt sich der Vergleich mit Verena Becker auf, deren staatliche Protektion vor und nach dem Buback-Mord und bis zum heutigen Tag ja ebenfalls nicht zu übersehen ist.

    [1] http://karl-heinz-hoffmann.com/oktoberfestattentat.html
    [2] http://www.jungewelt.de/2013/04-13/061.php
    [3] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13512120.html

    1. Hier scheint jemand sehr viel Energie darauf zu verwenden, das Münchner Verbrechen doch irgendwie mit Hoffmann in Verbindung bringen zu wollen.

      Als Indizien gelten die widersprüchliche „Weltanschauung“ Hoffmanns und seine finanzielle Situation. Also nichts als heiße Luft.

      Denn einen Nachweis über Ungereimtheiten seiner Vermögensverhältnisse bleibst du schuldig und aus Hoffmanns politischen Äußerungen könnte man willkürlich genauso gut die Ablehnung von Gewalt gegen unbeteiligte Landsleute ableiten.

      Dass Hoffmann als Verdachtsprojektion beabsichtigt gewesen sein könnte, um im Sinne einer „false flag“ von den Verantwortlichen abzulenken, kommt als Möglichkeit bei dir leider nicht vor.

      Das gilt übrigens auch für den Mord an Lewin. Interessant ist immerhin, dass du da eine Verbindung zwischen München und Erlangen siehst.

      Es geht allerdings im Kern nicht darum, ob Hoffmann selbst mglw. geheimdienstliche Kontakte hatte oder nicht, sondern einzig darum, ob es diese Verbindung München und Erlangen tatsächlich gibt und ob Hoffmann für die Verbrechen verantwortlich ist.

      Wenn das nicht zutrifft, dann wäre allerdings zu fragen, wer dann?

      1. Hoffmanns Stellvertreter wurde natürlich nie verurteilt, da er zügig starb. Aber so wie ich es sehe, hat die Welt von dem Mord-„Geständnis“ in der gemeinsamen Badewanne nur deshalb erfahren, weil Hoffmann selber es berichtete.

        Es kann deshalb nur darum gehen, ob das „Geständnis“ evtl. ein „Vollzugsnachricht“ war und Hoffmann somit früher eingeweiht war. Sein Wut bezog sich jedenfalls nicht auf die Tat, sondern auf das Spuren-Hinterlassen seines Stellvertreters, dem er ja anschließend seine Gunst und Unterstützung nicht entzogen hatte.

        Aber klar, man ist natürlich nicht selber ein Mörder, wenn man dem engsten Freund gelegentliche Morde an gemeinsamen Feinden großzügig nachsieht.

  5. Behrendt ließ die rückverfolgbare Sonnenbrille von Hoffmanns LG am Tatort zurück. Er hätte auch gleich Hoffmanns Ausweis da lassen können.

    Das Münchner Attentat war Ende September 1980. Die Vorstellung, Hoffmann gäbe im Dezember des gleichen Jahres trotz Verdachts gegen ihn einen Mord gegen Lewin wegen irgendwelcher Lappalien in Auftrag, ist zwar völlig lebensfremd, aber offenbar nicht totzukriegen. Jedenfalls nicht bei einer bestimmten Sorte von „Aufklärern“.

    Wer hatte ein Interesse am Tod Lewins?

    1980 war Begin MP in Israel. Begin war in den 40’ern selbst Terrorist gewesen (Irgun) und hatte Anschläge auf Marktplätze und Restaurants organisiert bzw. war in das gescheiterte Adenauer-Attentat verstrickt. Lewin war im Erlanger Gemeindeaufbau engagiert. Er stärkte die Diaspora und schwächte damit Eretz.

  6. War Behrendt nun Hausgenosse und Stellvertreter von Hoffmann oder nicht und hat er ihm den Mord am WSG-Gegner Lewin „gestanden“ oder nicht?

    Wenn Hoffmann selber solche Infos veröffentlicht, dann ist es doch „lebensfremd“, nicht mal zunächst seine eigene Rolle zu hinterfragen. Könnte man Zschäpe nur eine einzige vergleichbare Entgegennahme einer Mordnachricht von einem mordenden Kumpan nachweisen, dann hätte sie ganz schnell 10 x lebenslänglich auf dem Buckel. Einen Hoffmann kann sowas aber ganz offensichtlich nicht kratzen.

    Dass auch andere Leute Mord-Motive haben, halte ich ebenso für denkbar wie dass Hoffmann in False-Flag-Aktionen verwickelt wurde. Aber weniger als passives Opfer, sondern als aktiv mitwirkendes. Das laut dementierende Klappern seines Mundwerks gehört halt zum Handwerk.

    Für mich ist es „lebensfremd“, dass ein erklärter Anti-Demokrat erwachsene Männer zum Indianer-Spielen in den Libanon bringt, Abweichler terrorisiert, mit Italo-Faschos kooperiert, aber – anders als gewöhnliche Braune – die lukrative Zusammenarbeit mit den bösen Amis verweigert.

    Wenn man ein so edler Germane ist, dann schützt einen bestimmt „die Vorsehung“ vor einer Verurteilung wegen Mordes, jedenfalls nicht irgendwelche in die Justiz hineinwirkenden Gladio-Strukturen.

    1. Von Gladio sprichst du, nicht ich. Ich hatte auf die Levante verwiesen. Hoffmann kann Honigtopf gewesen sein UND zugleich aber nicht verantwortlich für München und Erlangen. Das ist kein Widerspruch.

      Der Verdacht wurde in beiden Fällen auf Hoffmann gelenkt. Da anzunehmen, Hoffmann hätte das aktiv mitgetragen, erscheint mir mutig. Er konnte keine Garantie haben, dass ihm selbst nichts passiert (Zeugensterben).

      Das Thema harrt seiner Aufarbeitung. Most und Chaussy halte ich für Propaganda. Das Phänomen Hoffmann ist imho prinzipiell vom Oktoberfestanschlag und dem Erlanger Mord abzutrennen.

  7. „Gladio versus Levante“ – man kann natürlich aufs Globale ausweichen, aber bleiben wir doch erst mal bei der Leiche vor Ort. Wenn Behrendt der Täter war und bei Hoffmann die Tat „gemeldet“ hat, kann Hoffmann vor Gericht ungeniert und ohne Gegenrede dem inzwischen toten Kumpan alles Brisante in die Schuhe schieben und sich selber als passive Unschuld ohne Vorkenntnisse präsentieren.

    Ist allerdings sehr glaubhaft, dass der dominante und rabiate Antidemokrat, Gründer und Anführer nur Wehrsport spielen wollte?
    Dass er doch nicht ahnen konnte, von seinen vielen Untertanen würde einer das alles ganz ernst nehmen und ausrasten?
    Und schon gar nicht, wenn das verirrte Schaf bei ihm wohnte und nach dem Tatgeständnis zu seinem Stellvertreter aufstieg?

    Sollten Hoffmanns Erzählungen über Behrendt hingegen komplette Märchen sein und die Brille am Tatort (z.B. vom Mossad?) vorsätzlich platziert?
    Dann hätte er gut daran getan, sich aufs eigene Alibi zu konzentrieren. Und dem toten Freund jedenfalls nicht unnötig ein klares Mordgeständnis anzudichten, das ihn selbst zum (zumindest nachträglichen) Mitwisser macht.
    Er hätte dann allenfalls auf ein merkwürdiges Verhalten des Freundes verwiesen und vor allem seine eigene Distanzierung vom Mord betont, evtl. garniert mit dunklen Ahnungen über dunkle Motive des Freundes. Die Beihilfe zur Tatspurenbeseitigung hätte er sinnvollerweise ganz verschwiegen oder in einen völlig anderen Zusammenhang gestellt und die Flucht in den Libanon als reinen Arbeitsauftrag dargestellt.
    In einem normalen Prozess (erst recht in einem RAF-Prozess) wäre das noch keine hinreichende, aber eine notwendige Bedingung gewesen, um einer Verurteilung wegen Mordes zu entgehen.

    Denn dass der Richter ihn milde lächelnd schwadronieren lässt und den Straftatbestand „terroristische Vereinigung“ ebenso ignoriert wie Hoffmanns fehlende Empathie und Distanzierung von Mord und Mörder: das konnte Hoffmann, der ja kein Dummkopf ist, nicht im voraus wissen – es sei denn, er war per Deal eingebunden, also bewusster Teilnehmer einer False-Flag-Operation.
    Vor einem Zeugensterben fürchten müsste er sich in diesem Fall nur, würde er diese False-Flag-Teilnahme offenlegen. Seine theatralische Abneigung gegen die NATO und gegen die (angeblich nie geschehene) Zusammenarbeit mit ihr ist hingegen kein Problem, sondern Teil der Tarnung. Ebenso das Jammern darüber, dass er, der angeblich doch völlig Unbeteiligte, als Sündenbock missbraucht werde.

    Es ist Zeitverschwendung, bei den Herren Most und Chaussy lange Lebenswerk und Glaubwürdigkeit analysieren zu wollen.
    Hoffmanns Unglaubwürdigkeiten und Widersprüche sind ergiebiger und leicht zugänglich – seine übergroße Mitteilungsfreude erspart erheblich die Suche in verstreuten Akten.

  8. Gegen Gladio spricht, dass die Taten Rechten angelastet wurden. Zumindest verdachtsweise.

    Die Spur Sonnenbrille führte zu Hoffmann. Er verpfeift den vermeintlichen Täter, um nicht selbst eine Mordanklage zu bekommen. Wo ist das Problem? Freilich wird es da einen Deal gegeben haben, also eine Art Kronzeugenregelung. Das hatte sich ja dann nach Behrendts „Suizid“ erledigt.

    Ich sehe nicht, dass „Hoffmanns Erzählungen“ eine Aktenkenntnis ersetzen können. Seine Verbitterung darüber, ohne Beweise dauerhaft mit dem Oktoberfestanschlag in Verbindung gebracht zu werden, ist menschlich nachvollziehbar.

    Mann sollte sich von der schillernden Person Hoffmann nicht blenden lassen. Die WSG war mutm. vor allem Honigtopf, um eine bestimmte Szene zu kontrollieren. Später wurde daraus wie der „NSU“ eine Wildcard für unaufgeklärte Verbrechen.

  9. Strauß war im Wahlkampf und wollte es ja erst den Linken anhängen, was aber schiefging. Die anschließende Spur zur WSG war für ihn höchst peinlich: Er hatte zuvor immerhin so was wie eine „Sympathierklärung“ für sie abgegeben, als er (der sonst immer laut nach dem Polizeistaat rief) die WSG zum harmlosen Wanderklub erklärte.

    Das Problem beim „vermeintlichen Täter“ ist, dass er Hausgenosse und engster Kumpel war und dass Hoffmann ihn noch NACH dem Tatgeständnis zum Stellvertreter machte.

    Und dass ein Gericht bei einem (bereits bei Prozessbeginn) toten Täter keinen Kronzeugen mehr brauchte und dennoch einen Leitwolf verschont hat, der nach den sonst angewendeten Maßstäben zumindest als Mittäter oder Anstifter gelten müsste.

    1. Es gibt hier so viele hypothetische Varianten, die ähnlich plausibel sind. Aber du hast dich offenbar mit einer Art Zwangsstörung in Hoffmann verbissen, wie andere ins NSU-Phantom . Da kann man wohl nichts machen.

      Das ist wie bei dem Betrunkenen, der nachts seinen verlorenen Hausschlüssel unter der Laterne sucht, weil es dort hell ist.

  10. Wer eine Agenda hat, aber keine Argumente mehr, der muss sich halt ärgern, dass er die Laternen nicht nach eigenem Belieben ein- und ausknipsen kann.

    Zu den unbewiesenen Hypothesen zählt neben der „Levante“-Spur auch der ständig erwähnte „Honigtopf“.
    Davon abgesehen, schließen sich „Honigtopf“ und „Gladio-Rekrutierungsstelle“ keinesfalls aus. Denn auch in heutigen NSU-Zeiten sind die Braunen bunter als man denkt: Die einen landen auf der Anklagebank, andere im Zeugenschutzprogramm und die dritte Sorte verbrennt im eigenen Auto. Dabei haben alle mal im gleichen THS, B&H oder sonstigem Schlapphut-gesponserten Verein angefangen, Straftaten begangen und ihre persönliche V-Mann-Vergütung kassiert.

    Spätestens wenn dann Morde ungesühnt bleiben, muss man sich sowieso fragen, ob der angebliche Honigtopf das Problem ist oder dessen Lösung.

  11. @ bekir, brain freeze
    Geratet Euch bitte nicht über die WSG in die Haare!
    Das ist eine undurchsichtige und alte Kiste, die auf vielfältige Weise gefährdet, dass wir die Unstimmigkeiten, Manipulationen und Lügen im NSU-Komplex aufklären und bekannt machen, u.a. dadurch, dass sich gute Leute zerstreiten 🙂

    1. Stimme ich zu.
      Die Diskussion erinnert mich an meinen Professor für Wirtschaftsgeschichte.
      Der referierte gerne, wie wir den ersten WK gewonnen hätten.
      Die Argumente waren stichhaltig.
      Allein, der Krieg bleibt verloren …

      Also meine Herren Augen nach vorne bitte … die Kapazitäten sind begrenzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.