Selbstimmunisierung gegen Einwände auf offizielle NSU-Darstellung

Die Aufklärung der sogenannten „Ceska-Mordserie“ (2000-2006) wird massiv behindert durch politische Einflussnahme in die Ermittlungen. Seit dem Auftauchen des sogenannten NSU-Bekennervideos Ende 2011 verbreiten Politiker und Medien unkritisch, dass die Verbrechen einen rechtsextremistischen Hintergrund gehabt hätten, und dass das Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe die „Haupttäter“ gewesen wären. Obwohl viele Beweise dagegen sprechen, wird stur weiter die Propaganda in die Köpfe der Menschen gehämmert. Dadurch ist dort eine Selbstimmunisierung auf sachliche Einwände gegen die offizielle Darstellung aufgetreten.

Diese Vorverurteilung, die Festlegung auf ein Ermittlungsergebnis bemerkte und kritisierte auch die “Vereinigung der verfolgten des Naziregimes“. Die Beweiskraft des NSU-Bekennerfilmes wird “als gegen Null” angesehen, denn …

“Für Geheimdienste ist es keine besonders schwierige Aufgabe, zwei Menschen auszuschalten, ein Haus in die Luft zu sprengen und eine DVD zu platzieren und dann zu “finden“. (friedensblick)

Diese Bedenken bestätigten sich inzwischen. Die Hinweise mehren sich, dass Mundlos/Böhnhardt ermordet und ihnen Beweise untergeschoben wurden. Das heißt jedoch nicht, dass sie oder andere Rechtsextreme nicht an den Ceska-Morden beteiligt waren. Die Frage ist, woher die im Wohnmobil und Zwickauer Wohnung gefundenen Beweismittel stammen. Ein Teil der Angeklagten im NSU-Prozesses steht massiv im Verdacht. Das rechtfertigt jedoch nicht, die damaligen Sonderkommissionen anzugreifen, die die Ceska-Mordfälle aufklären wollten.

Ihre Ermittlungsergebnisse geben keine Hinweise auf Rechtsextremisten (Ausnahme Kassel) her. Es gab auch keine Hinweise auf das Trio, etwa in Form von DNA oder Fingerabdrücke an den Tatorten.

Doch das hindert Politiker nicht im Brustton der Überzeugung das genaue Gegenteil zu behaupten.

Eine besonders kühne Repräsentantin ist Eva Högl (SPD). Die Ermittlungen hätten durch rassistische Vorurteile, institutionellen Rassismus (den es leider gibt), nicht zu den rechtsextremistischen Tätern geführt. [Diese Propaganda verfängt in der Öffentlichkeit gut, weil viele Polizisten tatsächlich politisch rechts eingestellt sind.] Das Problem dabei? Högls Darstellung ist im konkreten Fall der Ceska-Morde nicht wahr.

Nachdem Högl ihr Mantra im hessischen NSU-Untersuchungsausschuss in Frankfurt aufsagte, widersprach der Buchautor Dirk Laabs. Er verdient Respekt, dass er sich gegen den medial durchgesetzten Zeitgeist stellte.

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Quelle: twitter

In Kassel ermittelte die Sonderkommission „Cafe“ tatsächlich massiv gegen den damaligen Geheimdienstler Andreas Temme, auch weil sich Nazi-Gegenstände in seinem Besitz befanden. Temme konnte sich jedoch auf die Hilfe des Geheimdienstes „Verfassungsschutz“ verlassen. Die Ermittlungen wurden sabotiert.

Aber gerade in diesem Fall mit konkreten Verdacht auf einen rechtsextremistischen Täter nimmt Högl Temme in Schutz! Der Tatverdacht gegen ihn wäre fallen gelassen worden. Es wäre ein Fehler gewesen, der Polizei zu verbieten, Temmes Informanten zu befragen, …

“… weil dadurch die polizeilichen Ermittlungen viel zu lange in die falsche Richtung gelenkt wurden”, so Högl. “Herr T. war nicht der Mörder von Halit Yozgat. Das hat die Polizei aber monatelang abgelenkt.” (hr-online)

Eine weitere Spitzenpolitikerin, die ständig in dieses Rassismus-Horn bläst, ist Petra Pau (die Linke). Wie Högl stellte sie sich auf Seiten der Geheimdienste. Überlegungen, das die Dienste in den Morden eine Rolle gespielt hätten, bezeichnet sie als „Verschwörungstheorien“, auf die „wir uns als Linke im Bundestags-Untersuchungsausschuss nie darauf eingelassen“ hätten. (Friedensblick)

Sollen die wahren Täter vertuscht werden?

Es wird heute ein rechtsextremistischer Tathintergrund der Ceska-Morde festgelegt, denn wie Christopher Lauer populistisch schreibt „Rechter Terror braucht keine Bekennerschreiben. Die Tat spricht für sich.“ 

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Quelle: Twitter

Das heißt, dass bei jedem Gewaltverbrechen gegen einen Menschen mit Immigrationshintergrund ein rechtsextremistisches Motiv angenommen werden muss, obwohl es keine Hinweise darauf gibt.

Wohin das führen kann, zeigt der Mord an Khaled Idris Bahray. Dort hätte Lauers Ratschlag, sich auf Rechtsextreme festzulegen, dazu geführt, dass der Täter nicht gefasst worden wäre.

Der junge Asylbewerber aus Eritrea wurde am 12. Januar 2015 erstochen. Im Gegensatz zu vielen der Ceska-Mordopfern, die von anderen Menschen mit Immigrationshintergrund vor der Tat bedroht wurden, belästigten Rechtsextreme Bayray und seine Mitwohner. Es gab hier also konkrete Hinweise auf Rechtsextreme.

Kein Wunder, dass viele Menschen einen rassistischen Tathintergrund annahmen. Es bildeten sich Mahnwachen und es gab anti-faschistische Demonstrationen. Die Dresdner Polizei wurde hinsichtlich der Qualität der Ermittlungsarbeit kritisiert. Ein Mitbewohner Bahrays heizte die Situation weiter auf, indem er einen rassistischen Hintergrund der Tat vermute. 

Es meldete sich der NSU-Nebenkläger Mehmet Daimagüler zu Wort.

„Der NSU-Nebenkläger-Anwalt Mehmet Daimagüler kritisierte die Polizeiarbeit im Fall Bahray als „unglaubliche Schlamperei“, die „personelle Konsequenzen“ haben müsse. Bei den Ermittlungen zu Morden des NSU (vor seiner Aufdeckung) habe in der Polizei häufig die Leitlinie gegolten, „dass ein migrantisches Opfer erst einmal kein Opfer sein darf“.[17] Er fragte sich, ob …

„es die gleiche Schlamperei gegeben hätte, wenn das Opfer ein Normalbürger gewesen wäre, oder ob man nicht bei einem dunkelhäutigen Asylbewerber mit einer größeren Leichtigkeit davon ausgeht, dass es ein Unfall gewesen sein muss … Wenn man in einer Stadt lebt, in der jede Woche 20.000 bis 25.000 Xenophobe auf die Straße gehen, dann muss das dazu führen, besonders wachsam zu sein. Die Aufklärung wird jetzt erheblich erschwert, weil die Spurensicherung nicht mehr ordnungsgemäß möglich ist. Ich bin über diese Art von Arbeit erschüttert.“[18]

Dann stellte sich aber heraus, dass der eritreische Mitbewohner selbst stark tatverdächtig ist, Bayray ermordet zu haben. Er hat die Tat gestanden.

„Laut Angaben der Staatsanwaltschaft vom 22. Januar 2015 gestand ein 26-jähriger eritreischer Mitbewohner Bahrays, das Opfer erstochen zu haben; Anlass der Tat sei ein eskalierter Streit über die Haushaltsführung gewesen.“ (wiki)

Die Vorverurteilungen und Festlegungen auf ein Ermittlungsergebnis dienen nicht der Wahrheitsfindung, stattdessen muss die Polizei ohne politische Einflussnahmen ihre Arbeit machen. Leider erfolgen die Ermittlungen aber nicht aus dieser Opferperspektive. 

15 Gedanken zu „Selbstimmunisierung gegen Einwände auf offizielle NSU-Darstellung“

  1. Die Hinweise mehren sich, dass Mundlos/Böhnhardt ermordet und ihnen Beweise untergeschoben wurden. Das heißt jedoch nicht, dass sie oder andere Rechtsextreme nicht an den Ceska-Morden beteiligt waren. Zitat Ende

    Aha, also Uwes ermordet, Tat-und Dienstwaffen mutmaßlich untergeschoben, ungefähr 1000mal bei den Ermittlungen gelogen und gefälscht, aber TROTZDEM hat es den NSU ja vielleicht doch gegeben und TROTZDEM ist dieser NSU auch noch der Dönermorde verdächtig?

    Ganz klar, da die Uwes ja ermordet wurden und deswegen unmöglich die Filiale der Sparkasse überfallen haben konnten, muss der NSU noch mehr Mitglieder haben. Stimmts?

    1. „es den NSU ja vielleicht doch gegeben und TROTZDEM ist dieser NSU auch noch der Dönermorde verdächtig?
      Ganz klar, da die Uwes ja ermordet wurden und deswegen unmöglich die Filiale der Sparkasse überfallen haben konnten, muss der NSU noch mehr Mitglieder haben. Stimmts?“

      Das es einen NSU gab, steht für mich fest, das wird nicht angezweifelt.

      Die Fragen sind: Inwieweit waren andere NSU-Mitglieder bei den Verbrechen beteiligt? Die Beweise gegen das Trio sind mehr als dünn. Wer hat ihnen die Beweise im Wohnmobil und Zwickauer Wohnung untergeschoben, wer hat das „Bekennervideo“ erstellt und verteilt? Vieles deutet auf eine Beteiligung von Angeklagten im münchner Prozess hin, Beate Zschäpes Rolle ist mehr als dubios: Sie hat das Wohnmobil ausgeliehen und die Selbstmord-Botschaft überbracht und ihre „Flucht“ scheint sie schon länger vorbereitet zu haben. Das Schweigen belastet sie.

      1. Das es einen NSU gab, steht für mich fest, das wird nicht angezweifelt. Zitat Ende

        Ein schöner Satz! „…das WIRD nicht angezweifelt“ weil es Dogma ist, weil die Folgen unabsehbar wären und weil die „Linke“ sich vom nichtexistierenden Bösen nicht mehr erholen würde.

        Einem des Mordes Verdächtigen wird die Tatwaffe untergeschoben. Genau an dem Tag übrigens, an welchem er dieser Tat bezichtigt wird! Als die Schweinerei rauskommt, bleibt er trotzdem der Tat verdächtig und als sich das nicht mehr halten läßt, weil er selbst ermordet wurde, werden halt seine Bekannten zumindest der Beihilfe beschuldigt? ………..Sorry, aber das ist die Inquisition des Mittelalters, das ist Hexenjagd gegen rationale und logische Erwägungen.

        Ich habe damit kein Problem Georg. Du hast ein offenes und intelligentes Gesicht. Die Zeit und der Verstand werden das bei Dir richten. Hast halt ein gutes Herz. Auch sind wir ja noch nicht soweit, beweisen zu können, das Dienst- oder Tatwaffen tatsächlich untergeschoben wurden. Hast also noch ein bissl Zeit. :))

          1. Mensch Georg, überleg doch mal bitte, wer in einem Rechtsstaat kraft demokratsicher Gesetzgebung für die Beweismittel zuständig ist. Ein Geheimdienst jedenfalls nicht, denn dem wurden keine exekutiven Befugnisse übergheolfen, auch wenn er immer so agiert, als hätte er welche.

            Beweise werden von der Kriminalpolizei im Auftrag der Staatsanwaltschaften und den Rechtsmedizinern eingasamelt und strukturiert in Akten entsorgt.

    2. Der NSU ist ein Märchen, keine Frage.
      Das heißt aber nicht im Umkehrschluss, die beiden Uwes haben keinen Dreck am Stecken.
      Man muss das eine vom anderen trennen.

  2. @Kay-Uwe Hegr

    Aus eigener Erfahrung kann ahne ich zumindest, was in Georg vor sich geht. Es ist der extrem schmerzhafte Prozess der Loslösung vom linken Weltbild. In dieser Phase kommt es oft zu solchen Inkonsistenzen, die sich wie ein roter Faden durch Georgs Postings ziehen.
    Man kann und will sich nicht eingestehen, dass man jahrelang einer Fake aufgesessen ist.

  3. Guter Beitrag, Georg! Jeder Fall ist ein eigener Fall und muss als solcher gelöst werden.
    Und im Fall Eisenach-Stregda muss jedem seriösen Beobachter inzwischen klar sein, dass es sich hier um einen Doppelmord handelt, der von den Behörden und Medien in krimineller Weise gedeckt wird. Diesen Skandal kann man gar nicht genug anprangern.
    Auf dieser Grundlüge als Fundament wurde ein Gebäude errichtet, das damit unmittelbar abrissreif ist. Natürlich ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dass die eine oder andere angeklagte Tat einen rechtsextremen Hintergrund hat oder dass sogar B&M etwas damit zu tun haben, aber glaubwürdig ist es nicht. Wenn jemand seriöse Beweise dafür hat, muss er sie eben auf den Tisch legen, und am besten klärt er auch noch auf, warum die wahren Täter zu Lasten zweier Toter geschützt wurden.
    Wenn dieses Lügengebäude vor der Öffentlichkeit zusammenbricht, wird aber sehr viel mehr ins Rutschen kommen. Dann wird die Fake-Terror-Frage in einer ganz neuen Dimension gestellt werden müssen: wieviel vom rechten Terror erfindet der Staat und wieviel organisiert er? Keineswegs beweist der NSU-Fake, und sei er noch so groß, dass alle rechte Gewalt eine linke Erfindung ist. Genauso wenig wie das RAF-Phantom beweist, dass alle linke Gewalt eine rechte Erfindung ist. Da kann und muss man ganz symmetrisch rangehen.
    In der augenblicklichen Situation ist aber klar, dass das Auffliegen des NSU-Fake das politische Pendel deutlich in die nationale Richtung ausschlagen lassen wird. Die Linke wird gründlich gereinigt werden (müssen). Es gibt da (seit langem) viele Leute, die nicht mehr wissen, wessen Interessen sie als Abgeordnete vertreten. Zur Erinnerung: es ist 40 Jahre her, dass die Arbeiter wütend die SPD verlassen haben, weil in den Ortsvereinen Intellektuelle aufgetaucht sind, die ihnen gesagt haben, was links ist und dass ein Stammtisch niemals dazugehört 🙂 Inzwischen ist ein Haufen von den Leuten, die damals superlinks sein wollten, praktisch längst zum Neoliberalismus oder -konservatismus übergelaufen, sitzt aber immer noch in einer „linken“ Partei. Nur die Verachtung des „Stammtischs“ ist an ihnen noch original. Wer wirklich vom „Volk“ oder (besser ) von der Freiheit der vielen her denkt, kann sich entspannt zurücklehnen, wenn dieser ganze Mist ins Rutschen gerät. Die Wahrheit ist nie ein Fehler!
    Mit Lügen werden aber die „Rechten“ verstärkt hausieren gehen, sobald die Lügen der „Linken“ zusammenbrechen. Alle diejenigen, die den einen Braten gewittert und geholfen haben, ihn zu enttarnen, sollten sich auch in Zukunft keine Fesseln anlegen lassen, wenn es schlecht riecht. Faule Braten gibt es in vielen Geschmacksrichtungen.

    1. Indem sich die Linke im „Kampf gegen Rechts“ ans NSU-Phantom klammert, unterstützt sie den Umbau der BRD zur faschistischen, globalisierten Scheindemokratie, die rechtsstaatliche Mindeststandards offen über Bord kippt.

      Es gibt in JEDEM Falle ein Erstarken der „Rechten“. Fragt sich halt nur, ob international oder national. Der heraufziehende internationale Faschismus wird weitaus totalitärer ausfallen. An seiner Durchsetzung arbeitet die Linke tatkräftig mit. Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

      Rechtsstaatliche Prinzipien sollten über Parteipolitik stehen. Das kurzsichtige Agieren der Linken hilft bei der dauerhaften Zerstörung eines in Jahrhunderten gewachsenen Minimalkonsenses staatlicher Ordnung. Das lässt sich dann nicht mehr reparieren.

  4. Das Sicherungsblog ist (unfreiwillig) umgezogen:
    http://arbeitskreis-n.su/blog/
    Als Flüchtling, als Migrant und von mächtigen und korrupten Behörden Verfolgter hat es (in unserem eigenen Interesse) ein Minimum an Unterstützung verdient, auch wenn nicht alles gefällt, was die radikalen Mitglieder dieses Arbeitskreises gelegentlich von sich geben, manches sogar schwere Schluckbeschwerden verursacht. Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden (Ich hätte auch Pastor Niemöller zitieren können). Auch wenn der Ton und überzogene Ad-Hominem-Angriffe viel Raum für Verbesserung lassen, gibt es dort Leute, die gute Arbeit leisten und Fakten ans Licht bringen, die wir ohne sie nie erfahren hätten, nicht nur über „rechte“, sondern auch über „linke“ Terrorfälle. Nicht zu vergessen: Zu Gewalt hat auf diesem Blog noch keiner aufgerufen.
    In diesem Sinne picke ich mir dort weiter die vorhandenen Rosinen heraus, ignoriere überflüssigen Käse und widerspreche gelegentlich, wenn ich mit Folgerungen nicht einverstanden bin. Einen legitimen Grund das Blog zum Schweigen zu bringen, kann ich nicht erkennen. Es verbreitert den Strom an Informationen und die Meinungsvielfalt und klopft einer gleichförmig-staatshörigen Presse recht erfolgreich auf die Finger, wie deren Reaktionen implizit immer wieder zeigen. Wir wären dümmer ohne das Blog!

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