Uwe Mundlos entblößt Deutschland als Bananenstaat

Der Tod des Neo-Nazis Uwe Mundlos entwickelt sich zur Staatsaffäre; der Umstand seiner Ermordung soll offenbar mit aller Staatsgewalt vertuscht werden. Verstrickt wären darin parteiübergreifend Spitzenpolitiker, führende staatliche Institutionen wie Generalbundesanwaltschaft, und die Massen-Medien, die gleichgeschaltet den Sachverhalt verfälscht darstellen.

Die führenden Ermittler – Generalbundesanwalt Harald Range und der Chef des Bundeskriminalamtes Jörg Ziercke – sagten am 21.11.11 im Innenausschuss des Bundestages zur Sache aus. Sie berichteten den Parlamentariern, dass am 04.11.11 Uwe Mundlos erst seinen Freund Uwe Böhnhardt erschossen, dann Feuer im Wohnmobil gelegt und sich anschließend selbst eine Kugel in den Kopf gejagt hätte. Dabei hätte aber Mundlos Rauch einatmen müssen, und dessen Rückstände hätten in seiner Lunge festgestellt werden können.

Siehe Artikel: „NSU ist Staatskrise: Generalbundesanwalt Range belog Bundestag“

Dementsprechend stellten auch die Massenmedien  jahrelang den Sachverhalt dar.

Ende März 2014 (!) erhielt der parlamentarische NSU-Untersuchungsausschusses in Thüringen die Obduktionsberichte zu den beiden Umgekommenen. Die Vorsitzende Dorothea Marx ließ kurz darauf die Bombe platzen: Es war kein Brandruß in Uwe Mundlos‘ Lunge!

Man hätte annehmen können, dass diese Information Ende März 2014 zu einer massiven Berichterstattung oder wenigstens zu Nachfragen einzelner Journalisten geführt hätte. Das war aber nicht der Fall, im Gegenteil, das Thema wurde erst einmal medial ignoriert.

Siehe Artikel: „Leitmedien verheimlichen wahre Obduktionsbefunde von Uwe Mundlos“

Aufgrund des fehlenden medialen Aufschreis empörten sich auch niemand in der politischen Arena in Berlin. Ich schrieb eine ganze Reihe von Mitgliedern des Innenausschusses an, „von Links bis Rechts“, und schilderte den Fall.

Immerhin reagierte der Vorsitzende des Innenausschusses Wolfgang Bosbach (CDU) mit messbarem Interesse.  Er antwortete  auf eine Zuschrift am 11.04.14, dass er den Obduktionsbericht „leider nie erhalten“ habe und fragte mich, ob ich ihm eine Kopie aushändigen könnte; er wolle den „Sachverhalt nachprüfen“ (friedensblick). Da ich leider den Bericht nicht habe, verwies ich ihn auf den Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss.

Am 02.05. kam dann seine Antwort: Da die dortigen Ausschussmitglieder „im Gegensatz zu mir, im Besitz des Obduktionsberichtes sind, dann ist es ihnen eher möglich als mir, etwa unzutreffende oder unvollständige Aussagen zu korrigieren (…). (Friedensblick)

Daraufhin schrieb ich an den Thüringer Linken Bodo Ramelow  und fragte, ob er Herrn Bosbach den Obduktionsbericht zukommen lassen könnte. Bosbach könnte dann ggf. die Aussagen von Herrn Ziercke „korrigieren“, diese email leitete ich auch an sein Büro weiter. (Friedensblick)

Daraufhin meldete sich am 09.05. Herr Bosbach wieder bei mir:

„(…) in obiger Sache beziehe ich mich auf Ihre Mail an Bodo Ramelow (!) vom 5. Mai 2014, die mich doch mehr als irritiert hat, zumal der Inhalt den Sachverhalt nicht ganz präzise wiedergibt.

Vor diesem Hintergrund wäre ich Ihnen dankbar, von künftiger Korrespondenz mit mir abzusehen.“ (friedensblick)

Das Thema wurde währenddessen in den großen Medien weiter mit Schweigen bedacht. Ausgerechnet die rechtsgerichtete Wochenzeitung „junge Freiheit“ fragte nach.

Siehe Artikel: „Uwe Mundlos Obduktion: Bundesanwaltschaft verteidigt sich von Lügen-Vorwurf“

Am 21.05.2014 sagte im Münchner NSU-Gerichtsprozess derjenige Gerichtsmediziner aus, der Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt obduziert hatte. Seine Aussagen wurden in den Massenmedien kurz erwähnt, jedoch gingen die Darstellungen und die Schlüsse, die man daraus zog, weit auseinander.

Einzelne Nebenkläger im Prozess und die Zeitung „Thüringer Allgemeine“ meinten, dass die  Aussagen des Mediziners die Mordthese eher gestärkt hätten: Wenn Mundlos während des Feuers noch geatmet hätte, hätten die Untersuchungen genau darauf Hinweise ergeben müssen. Der Sachverhalt, dass Mundlos  keinen Rauch einatmete, deutet offenkundig darauf hin, dass Mundlos bereits tot war, als das Feuer im Wohnmobil ausbrach.

“Der Sachverständige beschrieb die von ihm durchgeführte Obduktion und stellte neben der genauen Todesursache dar, dass in den Atemwegen und Lungen der beiden Toten keine Rauchpartikel und in der chemisch-toxischen Untersuchung keine Hinweise für das Einatmen von Rauch festgestellt werden konnte. Nach der Erfahrung des Sachverständigen wären solche Spuren dann zu erwarten gewesen, wenn die beiden Toten noch eingeatmet hätten, als das Wohnmobil in Flammen stand.” (nsu-nebenklage)

“Nach Angaben des Gutachters wurden in den Lungen beider Toter keine Rußpartikel gefunden. Das deutet darauf hin, dass die beiden vor dem Ausbruch des Feuers im Wohnmobil bereits tot waren.” (ta)

Die Massenmedien haben dies aber vollkommen anders interpretiert. Der Mediziner hätte Verschwörungstheorien widerlegt, die besagten, Uwe Mundlos wäre von einer dritten Person erschossen worden.

Eine Auswahl der Berichte vom 21/22.05.

Die Zeitung „Welt“ berichtete erst gar nicht über den fehlenden Brandruß sondern propagierte …

Selbstmord der Uwes ist belegt

(…) Das Feuer konnte schnell gelöscht werden, sodass beide Leichen nur vereinzelt Brandspuren aufwiesen. Spuren, die auf einen Aufenthalt Dritter hindeuten könnten, fanden Heiderstädt und seine Kollegen nicht.“ (welt)

Im NSU-Prozess hat ein Rechtsmediziner Spekulationen entkräftet, beim Tod von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt müsse noch eine dritte Person im Spiel gewesen sein. Auch wenn bei den Obduktionen keine solchen Hinweise gefunden wurden: Es sei nicht auszuschließen, dass die beiden kurz vor ihrem Selbstmord noch Rauchgas eingeatmet haben, sagte der Experte von der Universität Jena am Mittwoch vor dem Münchner Oberlandesgericht.“ (schwäbische-zeitung)

Der entkräftete Mythos vom Mord an Böhnhardt und Mundlos (…) Der Rechtsmediziner entkräftete an diesem Prozesstag die Spekulationen, Mundlos und Böhnhardt seien von einer dritten Person im Wohnwagen umgebracht worden. Die Obduktion habe dafür keine Anhaltspunkte geliefert. Der Theorie, jemand anderes hätte die Männer erschossen, weil keine Rußpartikel in ihrer Lunge gefunden wurden, widersprach der Gerichtsmediziner. Es sei möglich, dass Böhnhardt und Mundlos vor ihrem Tod Rauchgase ein- und dann wieder ausgeatmet hätten. (zeit)

Es bleibt nicht viel übrig von den Mythen im Saal A101. (…) Gerichtsmediziner Reinhard Heiderstädt entkräftet dann auch noch eine weitere Theorie. Warum seien in Böhnhardts und Mundlos’ Lunge keine Rußpartikel gefunden worden, fragten Skeptiker. Hatte jemand anderes sie erschossen und den Brand im Wohnwagen gelegt? Es sei durchaus möglich, sagt Heiderstädt, dass die beiden vor ihrem Tod Rauchgase ein- und dann wieder ausgeatmet hätten.“ (taz)

Die Organisation „NSU-Watch“ erstellt dankenswerterweise Protokolle der Gerichtsverhandlungen. Aber ausgerechnet das Protokoll vom 21.05 fehlt! Es ist daher im Moment in dieser Sache nicht möglich, der Wahrheit auf den Grund zu gehen.

13 Gedanken zu „Uwe Mundlos entblößt Deutschland als Bananenstaat“

  1. Für die Reaktion des Herrn Bosbach in seinem Brief vom 5. Mai habe ich volles Verständnis. Dein Brief an Herrn Ramelow gibt den Sachverhalt nämlich tatsächlich nicht korrekt wieder, ja er hat was Hinterhältig-Intrigantes, als hättest Du die Herren gegeneinander ausspielen wollen. Denn wenn Herr Bosbach Dir schreibt, daß, wenn die Kollegen des Untersuchungsausschusses im Besitz des Obduktionsberichtes sind, es ihnen sicher eher als ihm „möglich“ wäre, „etwa unzutreffende oder unvollständige Aussagen zu korrigieren“, dann ist es völlig schräg, gegenüber Herrn Ramelow den Eindruck zu erwecken, Wolfgang Bosbach hätte Dich gebeten, ihm mir Ramelows Hilfe jenen Obduktionsbericht zugänglich zu machen. Das ist doch nicht wahr! Und es ist auch nicht wahr, daß Bosbach die Unterlagen hätte sehen wollen, „um …“ irgendwas „zu »korrigieren«“. Diese ihm von Dir unterstellte Absicht hatte Herr Bosbach gar nicht geäußert, sondern Dir im Gegenteil zu verstehen gegeben, daß die Leute des Untersuchungsausschusses solch eine Korrektur eher vornehmen könnten als er. Darüber hinaus ist die Passage in Deinem Brief an Herrn Ramelow, Herr Bosbach hätte Dich „um etwas“ gebeten, nicht bloß sachlich falsch, sondern hat auch etwas Geheimnistuerisches, Naßforsch-Angeberisches, was sehr unangenehm rüberkommt. – Schließlich solltest Du bei Deinen Briefen und Postings ein bißchen mehr auf Syntax und Orthographie achten. Schon das zweite Wort Deines Postings „Tot“ müßte durch „Tod“ ersetzt werden. Daß solche Sachen stimmen, ist doch die Grundlage für alles. Du brauchst jemanden, der Deine Texte korrekturliest. Der Verfasser eines Textes kann das nicht. Ich selbst, Leiter eines Verlages, traue mich nicht, wichtige Briefe abzuschicken, die nicht von unserer Cheflektorin gegengelesen worden sind. – Nichts für ungut. Die Sache, die Du machst, ist sicher nützlich und gut, sie muß aber auf absolut korrekte Weise, d. i. ohne die leiseste Spur von Intriganz, und mit größter Disziplin betrieben werden, wenn sie nicht zum Bumerang werden soll.

    1. Leiter eines Verlages und nicht in der Lage Briefe zu schreiben, die wichtig sind? Lächerlich, wie Ihr ganzes dummes Thread.

      Wichtig an dem Schreiben von Herrn Bosbach ist folgendes. Er sagte du sollst Abstand davon nehmen mit ihm zu korrespondieren. Nun DAS DARF MAN ALS MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES NICHT, da es das ureigenste Recht jeden Bürgers ist, seine Anliegen vorzutragen.

      Ja…wenn denn die BRD das wäre, was du glaubst, wenn du Staatsgewalt schreibst. Aber die BRD ist eben KEIN STAAT und kann auch keiner werden und deshalb darf es der Herr Bosbach doch , sich deine Aliegen zu verbitten.

  2. Zitat aus der deiner email an Ramelow:
    …Wolfgang Bosbach, mich um etwas bat. Er will die Obduktionsberichte von Uwe Mundlos (UM) und Uwe Böhnhardt sehen,um ggf. die Aussagen von Jörg Ziercke zu „korrigieren“, es wäre Brandruß in der Lunge von UM gefunden worden.
    [ZITAT ENDE]
    http://friedensblick.de/wp-content/uploads/2014/06/email-ramelow-nsu.jpg

    Wolfgang Bosbach hat das aber nicht so gesagt.
    Er wollte nicht den Obduktionsbericht haben, *um* die Aussage von Zierke zu *korrigieren*.
    Vielmehr hat er dich an den Thüringer Untersuchungsausschuss verwiesen, damit du deine Fragen mit denen abklären kannst.
    Du hast Herrn Bosbach in deiner email an den politischen Gegner von Herrn Bosbach unterstellt, Bosbach wolle die Aussage von Ziercke *korrigieren* und dafür benötige er den Obduktionsbericht.
    Es ist verständlich, dass sich Bosbach das nicht bieten lässt und sich den Kontakt verbittet.

      1. Lieber Herr Spohr, wenn Sie hier schon den Weisen aus dem Verlagswesen machen, dann achten Sie wenigstens bei den eigenen Beiträgen auf annähernde, wenigstens sinnerschließende sprachliche Genauigkeit.
        Es geht um den Brief AN, nicht VON Ramelow.
        Unbewusst haben Sie damit freilich ganz korrekt ausgedrückt, dass hier das Getue der Politiker, nicht der Brief von Herrn Lehle, das Problem war.
        Bosbach enttäuscht mich sehr; ich hatte ihn nicht für einen solchen Feigling gehalten.

  3. Den hohen Herren passt es gar nicht, wenn man ihnen zu nahe kommt oder sie gar auf etwas festlegen will. Was hätte denn Bosbach mit den Informationen sonst machen sollen?! Sie Edathy zukommen lassen oder was?
    Schön, dass ihr hier eine so spontane Solidarität mit den Mächtigen entfaltet; das hat Deutschland dringend nötig. Die Armen Herren haben stilistische Bedenken (…)
    Heuchler

  4. Es war mir eine Ehre, diesen Beitrag aufzugreifen.
    Seht mutig, Georg!

    wer-nicht-fragt-bleibt-dumm.blogspot.com/2014/07/wie-das-bka-den-4112011-in-stregda-neu.html

  5. So sehr ich jeder Regierung und vor allem jedem Geheimdienst der Welt zutraue, eine solche Tat zu begehen, die Tatsache, dass sich keine Rußspuren in den Lungen der beiden Männer befanden, bedeutet absolut nichts.
    Denn: Wie lange dauert es, bis sich so viel Rauch entwickelt, dass man gar nicht anders kann, als ihn einzuatmen? Und wie lange dauert es, sich zu erschießen?
    Eben.

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