Schlagwort-Archive: Professorin Else-Gitta Mall

Widerlegen Totenflecken Sterbezeit von Mundlos, Böhnhardt?

Gabriele Muthesius veröffentlichte im „Blättchen“ am 10.04.17 eine interessante Analyse. Darin erklärt sie den Hintergrund folgender Aussage von Wolfgang Schorlau und Ekkehard Sieker:

  • „Sowohl Uwe Mundlos, als auch Uwe Böhnhardt waren wenigstens 12 Stunden vor dem offiziell angegebenen Todeszeitpunkt bereits tot.“ (kontext)

Die Erklärung sind die Totenflecken bei Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Widerlegen Totenflecken Sterbezeit von Mundlos, Böhnhardt? weiterlesen

Die unglaublichsten Aussagen von Ex-Polizeidirektor Menzel vor dem thüringer NSU-Ausschuss

Gestern fand eine Sitzung des thüringer NSU-Untersuchungsausschusses statt. Geladen war der damalige Einsatzleiter gegen die Bankräuber von Eisenach am 04.11.11, der damalige Polizeidirektor Michael Menzel. Er ist heute Referatsleiter im SPD-geführten Innenministerium. 

Menzels Ausführungen hätten viele Gelegenheiten geboten nachzufragen, da sie teilweise konträr zu seinen früheren Aussagen und den Ermittlungsakten standen. Insbesondere die SPD-Vertreter im Ausschuss beteiligten jedoch so gut wie gar nicht an der meist harmlosen Fragerei. 

Die wörtlichen Zitaten basieren auf Notizen, die der Autor selbst während der Sitzung anfertigte. Es kann daher nicht für eine 100% Korrektheit garantiert werden. Die unglaublichsten Aussagen von Ex-Polizeidirektor Menzel vor dem thüringer NSU-Ausschuss weiterlesen

Uwe Böhnhardts Obduzenten suchten vergebens nach einer Tattoo-Narbe

Mitte 2014 schrieb ich bereits über diese Ungereimtheit: Die Obduktion vom 05.11.11 stellte eine Tätowierung am Oberschenkel von Uwe Böhnhardt fest. Laut „Bildmaterial“ in polizeilichen Fahndungsakten und Aussagen von Polizisten, Mutter Böhnhardt sowie Urlaubsbekanntschaften befand sich die Tätowierung dagegen an der linken Wade. Am 25.11.11 sollte die Rechtsmedizin nach Narben suchen, die von einer entfernten Tätowierung herrühren. Das Ergebnis war negativ.  Uwe Böhnhardts Obduzenten suchten vergebens nach einer Tattoo-Narbe weiterlesen

Bekommt Thüringer NSU-Ausschuss nicht die Blutspuren-Analyse des Wohnmobils?

Am 04.11.11 betraten drei Ermittler im Eisenacher Stadteil Stregda ein Wohnmobil, in dem die zwei erschossenen Männer Böhnhardt und Mundlos lagen. Bei den Polizisten handelt sich um Polizeichef Michael Menzel sowie Kriminaloberkommissarin (KOK) Sylvia Mi. und KOK Tilo Ho. Die Beamten widersprechen sich scheinbar gegenseitig, welche Dienstwaffe der überfallenen Heilbronner Polizisten Arnold und Kiesewetter zuerst im Wohnmobil gefunden wurde.

Eine weitere Ungereimtheit ist die seltsame Verteilung der Blutspuren im Wohnmobil: Obwohl sich Mundlos mit einer Pumpgun in den Mund geschossen haben soll, sind in den Tatortfotos kaum Blutspuren hinter ihm sichtbar. Daher wäre eine sogenannte Blutspuren-Analyse mehr als angebracht. Bekommt Thüringer NSU-Ausschuss nicht die Blutspuren-Analyse des Wohnmobils? weiterlesen

Keine genaue Bestimmung des Todeszeitpunktes Böhnhardts, Mundlos, weil Rechtsmedizin keinen Auftrag dazu hatte?

Gestern hörte der thüringer NSU-Untersuchungsausschuss die Gerichtsmediziner, die die Leichen von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos untersuchten. Wichtiger Bestandteil wäre eine Messung der Körpertemperatur der Körper gewesen, um den genauen Todeszeitpunkt festzustellen. Diese Methode wurde jedoch nicht angewandt. Der „mdr“ berichtete, dass laut der Obduzenten der “genaue Todeszeitpunkt von Mundlos und Böhnhardt nicht bestimmbar gewesen” sei. Die Linken-Abgeordnete und Mitglied des Ausschusses Katharina König twitterte, dass eine Temperaturmessung wegen Feuer und Löschwasser „keinen verlässlichen Wert“ brächte.

Heute meldet jedoch die „Ostthüringer Zeitung“ einen anderen Sachverhalt: Die Gerichtsmediziner bestimmten keinen genauen Todeszeitpunkt, weil das „nicht verlangt worden“ sei. Deswegen wurde also die Körpertemperatur nicht gemessen! Keine genaue Bestimmung des Todeszeitpunktes Böhnhardts, Mundlos, weil Rechtsmedizin keinen Auftrag dazu hatte? weiterlesen

Jenaer Rechtsmedizin: Kein genauer Todeszeitpunkt bei Mundlos, Böhnhardt bestimmbar

Heute befragte der thüringer NSU-Untersuchungsausschuss die Mediziner, die die Leichen von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos am 05.11.11 obduzierten. Die Leiterin der Jenaer Rechtsmedizin, Else-Gitta Mall, und Dr.  Heiderstädt waren bereits am 04.11. gegen 13:15 am Wohnmobil mit den Erschossenen. Dem Ausschuss sagten sie laut „mdr„, dass der „genaue Todeszeitpunkt von Mundlos und Böhnhardt nicht bestimmbar gewesen“ sei. Laut „nsu-leaks“ hätte im Totenschein Dr. Heiderstädt den Todeszeitpunkt mit exakt 12:05 eingetragen. In dieser Zeit hörten zwei Streifenpolizisten Schüsse aus dem Wohnmobil. Waren Böhnhardt und Mundlos zu diesem Zeitpunkt bereits längst tot? Jenaer Rechtsmedizin: Kein genauer Todeszeitpunkt bei Mundlos, Böhnhardt bestimmbar weiterlesen

Interview mit Mediziner: Tod von NSU-Informant „Corelli“ großer Zufall?

Laut der Einschätzung eines Mediziners ist es eher unwahrscheinlich, dass der NSU-Informant Thomas Richter alias „Corelli“ eines natürlichen Todes gestorben ist. Lediglich 2 % der Männer bis 49 Jahre werden zuckerkrank. Dass sich die Zuckererkrankung erstmals in einem schnell eintretenden diabetischen Koma äußert, wie beim 39-jährigen Richter, liegt bei 25%. Die Wahrscheinlichkeit, dass die betroffene Person an dem Koma auch stirbt, liegt je nach Statistikrechnung zwischen 1% und 3%.

Bei Richter kommt hinzu, dass die Erkrankung zufälligerweise kurz vor einem Verhör aufgetreten sein soll  – das müsste alles schon ein „großer Zufall“ sein. Der Bericht des Gutachters Jerzy Montag, den er für das parlamentarische Kontrollgremiums des Bundestages anfertigte,  legt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf eine natürliche Ursache fest. Daran zweifelt der Mediziner anhand der verfügbaren Fakten. Interview mit Mediziner: Tod von NSU-Informant „Corelli“ großer Zufall? weiterlesen

Es gab offenbar keine Leichenschau bei Böhnhardt/Mundlos

Dank der Arbeit des thüringer NSU-Untersuchungsausschusses ist ein weiterer Skandal aufgeflogen. Laut des Thüringer Bestattungsgesetzes muss bei einer aufgefundenen Leiche „unverzüglich“ eine sogenannte Leichenschau durchgeführt und ein Todesschein erstellt werden. Diesen Grundsätzen folgten Gerichtsmediziner in den Fällen Uwe Mundlos (UM) und Uwe Böhnhardt (UB) offenbar nicht. Ein wichtiger Teil dieser Leichenschau ist, den Todeszeitpunkt anhand Körpermessungen und Verdauungsprozessen der Mageninhalte festzustellen. Die Rechtfertigungen der Gerichtsmedizinerin Prof. Dr. Gita Mall im parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) erscheinen unverständlich. Es gab offenbar keine Leichenschau bei Böhnhardt/Mundlos weiterlesen

Tatort Eisenach-Stregda: Thüringer NSU-Ausschuss deckt immer neue Fragwürdigkeiten auf

Am 4. November 2011 begann das große Rätsel namens „NSU“. An jenem Tag wurden Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos tot in einem Wohnmobil in Eisenach-Stregda aufgefunden, ihre Wohnung in Zwickau ging in Flammen auf, ihre Lebensgefährtin Beate Zschäpe begab sich auf die Flucht, ehe sie sich am 8. November stellte. Tatort Eisenach-Stregda: Thüringer NSU-Ausschuss deckt immer neue Fragwürdigkeiten auf weiterlesen