NSU-Bomben: Die Spur führt nach Österreich

Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt werden medial als „Kern-Trio“  des nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) eingeschätzt. Es gibt jedoch keine Beweise, dass sie an den Bombenanschlägen beteiligt waren. Die Spuren verlieren sich stattdessen bei einem toten Obdachlosen und in Österreich.

NSU-Bomben

Dem Trio werden drei Bombenanschläge zur Last gelegt. Es gibt jedoch keine DNA oder Fingerabdrücke, die ihre Täterschaft belegen.

– NSU-Bomben: Kaum Spuren von Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe

– NSU Tatorte: Keine Spur von Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt

Die Bombe aus der Probsteigasse (Querläufer) war laut Aussage der Geschädigten blau lackiert. Der NSU-Bekennerfilm präsentiert eine blaue Bombe, die große Ähnlichkeit mit der Bombe aus der Keupstrasse hätte.

Quelle: Bild

– Wer erstellte und verteilte wirklich den NSU Bekennerfilm?

Eine blau-lackierte Bombe taucht auch in einem der 38 unterirdischen Waffendepots auf, die (angeblich) der obdachlose Einzeltäter Michael Krause angelegt hätte. Die versteckten Lager wurden in Sachsen, Thüringen, Bayern und Österreich ausgehoben, nachdem sich Krause 2008 auf der Flucht vor Polizisten selbst erschossen hätte.

– Gladio NSU Terror

Spuren nach Österreich

Im Zeitraum Ende 1996 bis Anfang 1997 wurden Briefbomben-Attrappen in die Briefkästen der Thüringischen Landeszeitung und der Jenaer Stadtverwaltung eingeworfen. Außerdem wurde sogar in der Polizeidirektion Jena ein drittes Briefbombenimitat” (TPUA, Zwischenbericht, S. 215) aufgefunden!

An den Attrappen wurde DNA festgestellt, die aber nicht mit der von Zschäpe, Mundlos oder Böhnhardt klar übereinstimmte. Bei Mundlos wurde eine Übereinstimmung ausgeschlossen, bei Böhnhardt und Zschäpe hätte es eine „geringe Wahrscheinlichkeit“ gegeben.

Im März 1999 gab es einen Anschlag auf die Wehrmachts-Ausstellung. “Möglicherweise im Zusammenhang” wurden “Drohbriefe mit Bombenattrappen” bis ins Jahr 2000 verschickt. Sie „ähnelten“ den thüringer Briefbomben-Attrappen. Da DNA festgestellt wurde, sogar Fingerabdrücke, wurde überprüft, ob die Spuren zu Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe gehörten. Ergebnis: Keine Treffer!

„Die Beamten machten sogar „Vergleichsuntersuchungen“ mit DNA-Spuren und Fingerabdrücken der drei Thüringer. Das Ergebnis war negativ (…).” (tagesspiegel)

Auch in Österreich kamen solche Briefbomben-Attrappen an. Der leitende Ermittler vom Bundeskriminalamt Herr Brümmendorf fand Parallelen und schrieb, dass diese Attrappen und die aus Deutschland „vermutlich“ von einer „österreichischen Werkstatt“ kommen, also nicht von den gesuchten Thüringern Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt. Pikant: Obwohl (angeblich) Anfang 1998 eine Bombenwerkstatt mit dem Sprengstoff „TNT“ in Beate Zschäpes Garage entdeckt worden wäre, lässt Brümmendorf offen, ob das Trio für die Briefe die „notwendigen Sprengmittel“ besitzt.

„Beide Bombenattrappen entstammen mit hoher Wahrscheinlichkeit der gleichen, vermutlich österreichischen „Werkstatt“; sollte sich jedoch eine unmittelbare Verbindung zur Spur „BÖHNHARDT/ZSCHÄPE/MUNDLOS“ ergeben, ist davon auszugehen, daß eine funktionsfähige Bombe durch die Tatverdächtigen konstruiert werden kann; inwiefern die notwendigen Sprengmittel zur Verfügung stehen, kann nicht beurteilt werden.“

Trotz dieser Befunde wird das Trio seitens des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages für die Briefbomben verantwortlich gemacht. In der sogenannten “Theaterbombe”-Attrappe aus dem Jahr 1997 wäre “die gleiche Knetmasse” gewesen, wie in den Briefen. Jedoch existieren auch bei der „Theaterbombe“ keine DNA, Fingerabdrücke oder andere Beweise, die das Trio belasten könnte. Laut des Vaters von Uwe Mundlos wäre die Bombenattrappe von der Polizei präpariert worden. Im Koffer hätte ursprünglich laut Zeugenaussagen nur ein leeres Alurohr gesteckt. (friedensblick)

Nichtsdestoweniger landete 1996 (TA) Böhnhardt wegen der thüringer Attrappen in der Tatmitteldatei des Bundeskriminalamtes. Nach Angaben des CDU-Obmanns im NSU-PUA, Clemens Binninger, sei er dort unter anderem mit den Angaben “Koffer”, „männlich“ und “rechtsradikal” erfasst worden (TA).

Binninger griff das BKA deswegen an, die Behörde hätte das Trio als die (vermeintlichen) Bombenleger der Keupstraße fassen können. Jedoch existieren auch dort keine Beweise. Laut des geschädigten Kölners Ali Demir wären “auf dem Fahrrad” “Fingerabdrücke und DNS-Spuren” gewesen. Er fordert, dass diese Spuren “wissenschaftlich verglichen werden”, “um endlich festzustellen, wer der Täter ist.”

Statt dem Trio beobachtete der Augenzeuge Demir in der Keupstraße zwei verdächtige Zivil-Polizisten, die sofort nach dem Anschlag den Tatort absperrten.

– Durfte der Kölner Bomben-Anschlag nicht aufgeklärt werden?

Das vom thüringer Innenministerium beauftragte Schäfer-Gutachten stellt fest, dass das Trio nicht für die Bombenattrappen verurteilt wurde. Doch gäbe es „eine ganze Reihe von Umständen“, die für das Trio als Bombenleger sprächen; keine Beweise, sondern nur „Umstände“.

“… zwar (…) für keine dieser Straftaten rechtskräftig verurteilt [wurde], eine ganze Reihe von Umständen sprechen jedoch dafür, dass sie für diese Straftaten verantwortlich waren. Auch der im Rahmen der Durchsuchung der Garagen am 26.01.1998 aufgefundene Sprengstoff wurde dort mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Trio deponiert.”(S. 54)

Das Gutachten erwähnt in diesem Zusammenhang die Funde in der “Bombenwerkstatt”. Die Garage hätte ein Polizist an Beate Zschäpe vermietet. Dort wurden weder Fingerabdrücke noch DNA des Trios festgestellt. Einzig die Zigaretten-Stummel des Trios wurden am Boden liegend gefunden. 

– NSU: In Zschäpes Garage ist noch heute Sprengstoff

Der gefundene Sprengstoff TNT musste schnell vernichtet werden, “weil Gefahr für Leib und Leben bestanden hätte.” Bis heute ist ungeklärt, woher der (angebliche) TNT-Lieferant Thomas Starke den Sprengstoff her-hatte. Er wäre bereits Anfang 2001 ein “langjähriger Vertrauensmann” einer Sicherheitsbehörde gewesen. Dies wird dementiert. (Friedensblick)

Das staatsanwaltschaftliche Verfahren gegen das Trio wurde 2003 eingestellt, trotzdem blieb es im „Untergrund“.

Zurecht vermutet der Geschädigte Ali Demir, dass Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe nur als Täter vorgeschoben werden, um die wahren Hintergründe des Bombenanschlages zu verschleiern.

“Ich befürchte, dass der Staatsapparat aufgrund seines Versagens dazu neigt, jetzt alle Taten den beiden Toten anzulasten, um von den eigenen Ermittlungspannen abzulenken und den politischen und wirtschaftlichen Hintergrund zu verschleiern.” (nrhz)

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