Schlagwort-Archive: Akten-Vernichtung

Teil 9) Laut Clemens Binninger flog NSU schon am 08.11.11 auf

In Teil 1 meiner Artikelserie über die Arbeit des zweiten parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschusses (NSU-PUA) des Bundestages stellte ich folgendes Ereignis am 08.11.11 heraus:

Laut des „stern“ fand im Bundeskanzleramt am 08.11.11 ein Treffen von hochrangigen Polizisten des Bundeskriminalamtes (BKA), Staatssekretären aus vier Ressorts und Vertretern der Geheimdienste statt. Das BKA machte Rechtsextremisten u. a. für die Ceska-Mordserie und den Heilbronner Polizistenüberfall verantwortlich, dies würden „Videos mit Tatortwissen und Analysen gefundener Tatwaffen“ belegen. Das Problem: Erst am 09.11.11 fanden Ermittler die Ceska-Mordwaffe und die sogenannten NSU-Bekennerfilme im Brandschutt vor Zschäpes Wohnung. Laut des Leiters der Zwickauer Kriminalpolizei wurden die Tatwaffen des Polizistenüberfalls gleichfalls erst am 09.11.11 gefunden, siehe Teil 2.

Der damalige Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger (CDU) war zeitweise Mitglied des parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages, welches u. a. die Geheimdienste und Polizei kontrolliert. Er könnte bei diesem dubiosen Treffen im Kanzleramt dabei gewesen oder darüber informiert worden sein können.

Diese Annahme gründet sich auf folgender Aussage Binningers: „Der NSU flog auf, 08.11., Ceska, dann gab es Aufträge im Haus.“ Die Aussage richtete er ausgerechnet an Axel Minrath, Deckname Lothar Lingen, der am 11.11. Akten über rechtsextreme Informanten des Geheimdienstes „Verfassungsschutz“ schreddern ließ.  Teil 9) Laut Clemens Binninger flog NSU schon am 08.11.11 auf weiterlesen

Welche alternative Hintergründe könnten die sogenannten „NSU-Morde, -Bomben“ haben?

Es gibt drei grundlegende Möglichkeiten, welchen Hintergrund die Verbrechen haben könnten, und wie die sogenannte Selbstenttarnung des NSU (National Sozialistischen Untergrund) zu erklären ist. Dazu werden die beiden letzten Morde verglichen, der an Halit Yozgat am 06.05.2006 und der an Michele Kiesewetter am 25.04.2007. Welche alternative Hintergründe könnten die sogenannten „NSU-Morde, -Bomben“ haben? weiterlesen

40 Geheimdienst-Informanten bemerkten keinen rechtsterroristischen NSU

Der Journalist Andreas Förster fasst die vielen Informanten zusammen, die im persönlichen Umfeld des sogenannten „NSU-Trios“ sich aufhielten.

Dazu passt, dass nach dem 04.11.2011 und der sogenannten NSU-Selbstenttarnung der Geheimdienst „Verfassungsschutz“ hunderte Akten von Informanten schredderte. Trotz der negativen medialen Berichterstattung wurde die Aktion bis Juli 2012 durchgezogen.

Was jedoch hinter dieser Aktion steckt, ist bis heute unklar. Im Laufe der Jahre wurde jedoch die These widerlegt, dass eine Beteiligung oder Mitwisserschaft von Informaten an den sogenannten „NSU-Verbrechen“ vertuscht werden sollte. Der Grund:

Kein einziger Informant bestätigt in persönlichen Gesprächen mit Parlamentariern und Journalisten die Existenz einer rechtsterroristischen NSU-Kleinstzelle bzw. -Netzwerkes. Welcher Informant hätte sich die ausgelobte Belohnung von 300.000 Euro entgehen lassen?

Eine besondere Rolle unter den Informanten spielte Thomas Richter, alias „Corelli“. Von ihm stammte eine „NSU-CD“, die zwar keinen Zweifel an seiner rechtsextremen Gesinnung lässt, aber keinerlei Bezug zu den Ceska-Morden, Kölner Bombenanschlägen und Banküberfallen erkennen lässt, die heute dem NSU zugeschrieben werden. Bevor „Corelli“ zur CD befragt werden konnte, wurde er gleichfalls „geschreddert“, er wurde hochwahrscheinlich durch Rattengift umgebracht. Ähnlich verhält es sich zum „NSU-Manifest“, welches Beate Zschäpe zugeschrieben wird.

Daher ist davon auszugehen, dass die Vernichtung der Akten folgendem Zweck diente: Es sollten alle Bezüge von Informanten zu dem sogenannten „NSU-Trio“ vertuscht werden.

Hochwahrscheinlich ist, dass der Geheimdienst durch den 04.11.11 überrascht wurde, da erst ab dem 09.11.11 die Aktenzerstörung begann. Genau einen Tag vorher, am 08.11.11 wurde der „National-Sozialistische-Untergrund“ erstmals als Terrorgruppe und als Täter festgelegt, im Bundeskanzleramt während einer Lagebesprechung. Offensichtlich erging erst dann der Schredderbefehl. Das würde gegen eine Beteiligung des Geheimdienstes bei der sogenannten „Selbstenttarnung des NSU“ sprechen, ansonsten wäre es nicht zu dieser überstürzten Aktion gekommen.

Das Trio dürfte wahrscheinlich vom tiefen Staat 1998 in den Untergrund geschickt und dort unterhalten worden sein, um sie später als Sündenböcke für ungeklärte Verbrechen zu benutzen. Jedoch könnte nach dem letzten Mord eine andere Situation eingetreten sein: Der Geheimdienst fürchtete ab 2006, in den NSU-Strudel mitreingezogen zu werden, da am letzten Ceska-Tatort ein Geheimdienst-Beamter unter Mordverdacht geriet. Dies könnte ein Grund gewesen sein, eine „Selbstenttarnung des NSU“ seitdem abzulehnen.

NSU: Polizei vernichtete eigene Handydaten vom Einsatz gegen Böhnhardt/Mundlos

Die Linken-Landtagsabgeordnete Katharina König veröffentlicht in ihrer Internetseite „Haskala“ zeitnah Protokolle von Zeugenbefragungen im thüringer Untersuchungsausschuss. Der Blogger „fatalist“ brachte heute eine neue Info, jedoch aus einem Wortprotokoll des Landtages: Die Handydaten, der am Einsatz am 04.11.11 beteiligten Polizisten, wären „geschreddert“ worden! König bestätigte mir diese Info, erklärte jedoch nicht, warum diese Info in ihrem Protokoll fehlt. NSU: Polizei vernichtete eigene Handydaten vom Einsatz gegen Böhnhardt/Mundlos weiterlesen

NSU-Bomben: Bundeskriminalamt vertuschte Sprengstoff-Lieferanten

In münchner NSU-Prozess ging es in den letzten Tagen um den Bombenanschlag in der Keupstraße in Köln. Es ist bis heute unbekannt, von wo der NSU den Sprengstoff herhatte. Doch es gibt Grund zur Annahme, dass das Bundeskriminalamt (BKA) Informationen zurückhält, und Behördenvertreter die Parlamente belügen. Beispielsweise wusste der NSU-Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestages nicht, dass dem BKA die Herkunft des NSU-Sprengstoffes bekannt war. Das „TNT“ wäre in den Rohrbomben gewesen, die in Beate Zschäpes Garage gefunden worden wären. NSU-Bomben: Bundeskriminalamt vertuschte Sprengstoff-Lieferanten weiterlesen

Die Vernichtung der NSU-Akten, ein Überblick

Hans-Peter Friedrich (CSU) trägt als damaliger Bundesminister des Innern Mitverantwortung an der Vernichtung von Beweismaterial, NSU-Aktenbeständen des Verfassungsschutzes. Statt Einhalt zu gebieten wurde ein „Vernichtungserlass“ gegeben, die Öffentlichkeit im Unklaren gelassen. Scheibchenweise kommt jedoch die Wahrheit ans Tageslicht. Die Frage drängt sich auf: Hatte Friedrich sein Ministerium im Griff oder war er nur eine Marionette des tiefen Staates? Ein chronologischer Überblick über die Akten-Vernichtung von November 2011 bis Ende 2012. Die Vernichtung der NSU-Akten, ein Überblick weiterlesen

Feierte NSU mit Polizisten am späteren Kiesewetter-Tatort?

Thomas Wüppesahl, Bundessprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten (wiki) e.V., schätzte im „freien Radio“ die Arbeit von Geheimdiensten und Polizei (freies Radio) in Sachen der NSU-Mordserie ein. Laut ihm gäbe es eine Bombe, die noch nicht gezündet hätte: Die Aufdeckung einer möglichen Verstrickung der Geheimdienste in die Morde. [23:30] Eine Zusammenfassung seiner kritischen Aussagen: Feierte NSU mit Polizisten am späteren Kiesewetter-Tatort? weiterlesen

NSU: Medien, Politik und das Totschlags-Argument „Verschwörungstheorie“

Jetzt wird medial massiv der politische Kampf-Begriff „Verschwörungstheorie“ausgepackt, um die sich verdichteten Verdachtsmomente und Vorwürfe gegen den Verfassungsschutz abzutun. Stets hören und lesen Menschen von „Pannen“ oder gar von „Dummheit“ im Verfassungsschutz. Entsprechende Entschuldigungen finden breiten medialen Raum, stets begleitet von dem Ermittlungsergebnis voraus-eilenden Freisprüchen. Das zeigt auch Wirkung auf manche Politiker, die sich von „Verschwörungstheorien“ distanzieren. NSU: Medien, Politik und das Totschlags-Argument „Verschwörungstheorie“ weiterlesen

Der Verfassungsschutz – „angeklagt“!

Je mehr Fakten auftauchen, desto verdächtiger macht sich der Deutsche Inlandsgeheimdienst, der Verfassungsschutz: Es wird immer nur soviel zugegeben, wie bereits bekannt geworden ist, Sachverhalte werden falsch dargestellt, höchst-relevante Informationen nicht an die Polizei weitergeben und sogar des Mordes verdächtigte Mitarbeiter mit politischer Rückendeckung abgeschirmt. Die Zerstörung der Rennsteig-Akten reiht sich nahtlos ein. Höchst fraglich, wie diese Behörde ihre eigenen Verfehlungen aufklären soll, wie Politiker und Medien glauben.

Der Verfassungsschutz – „angeklagt“! weiterlesen