Handynummern der Sauerland-Terrorgruppe waren in Funkzelle bei Theresienwiese eingewählt

Im Baden-Württemberger NSU-Untersuchungsausschuss sagte ein Ermittler des Bundeskriminalamtes aus, der die Handy-Aktivitäten am 25.4. 2007 in Heilbronn auswertete. An dem Tag wurde die Polizeistreife Kiesewetter/Arnold in der Theresienwiese überfallen, der „Heilbronner Polizistenüberfall“.

Folgende Informationen basieren lediglich auf die mündlichen Darstellungen eines „Radion Dreyeckland„-Journalisten. In den Medien gibt es keinerlei Berichte.

Es gab neun Kreuztreffer zu Handynummern, die von Islamisten benutzt wurden. Im „Umfeld des Tatortes“ identifizierte das BKA die in den Funkzellen eingewählten Handynummern. Sie wurden mit „verschiedenen Beständen abgeglichen“, etwa von Europol. Dort sind die Nummern von Personen gespeichert, gegen die etwa ein Ermittlungsverfahren läuft.

Es gab keine Kreuztreffer zu Rechtsextremisten, aber neun zu Islamisten. Darunter waren zwei Handynummer von Mitgliedern der Sauerländer Terrorgruppe. Eine der Nummern wäre von Europol gelöscht worden, „weil es nicht zu einem Beschuldigten gehört. Damit folgt im Umkehrschluss natürlich, dass die andere Nummer zu einem Beschuldigten gehörte.“ Das Handy wählte sich in der „benachbarten Funkzelle der Theresienwiese“ ein.  

Das BKA ermittelte nicht weiter, da feststehen würde, dass der „National-Sozialistische-Untergrund“ den Überfall begangen hätte. Außerdem hätten sich die Mitglieder der Terrorgruppe an dem Tag woanders aufgehalten.

„Dann sagte im Prinzip diese BKA-Beamte: Ja, aber wir haben keinerlei Anhaltspunkte, dass einer der Beschuldigten dort gewesen ist, weil der eine war dort, war in Istanbul, die anderen waren dort und dort und dort. Das können wir auch nachweisen. Auf der anderen Seite haben wir auch keine Anhaltspunkte dafür, dass es jetzt nicht der NSU gewesen ist,  weil ja DNA etc. (…) Deshalb haben wir das jetzt auch nicht groß weiterverfolgt.“ Das heißt, wir haben die Entscheidung getroffen, dass nicht weiter zu verfolgen.“

8 Gedanken zu „Handynummern der Sauerland-Terrorgruppe waren in Funkzelle bei Theresienwiese eingewählt“

    1. Es gibt überhaupt keine ernsthafte journalistische Aufarbeitung dieser durchaus bemerkenswerten Information, der Anwesenheit von zwei Handynummer der Sauerländer Terrorgruppe. Es wird ähnlich der Russlungen-Lüge vorgegangen, die Du ja aufgearbeitet hast. Erstmal wird medial gar nicht berichtet, später berichten die großen Leit-Medien falsch bzw. verdrehen die Tatsachen.

      Es gib ja noch eine Information:
      „Der nach 2/3 Verbüssung seiner Strafe wieder freie Fritz Galiw. bestritt die Zünderübergabe auf den 25. April 07: Ende August 2007 sollen die Zünder für ihre Bomben in zwei Raten in Mannheim und Wolfsburg übergeben worden sein. Auch hätte sich – seines Wissens nach – der Selek im April in der Türkei befunden. Seine Erklärungsversuche zu den Erkenntnissen aus der TKÜ am 25.4.07 eines Auto-Gesprächs in Bad Waldsee mit seinem Schwager Erdal – in dem ging es um den Tod 2 Polizisten trotz Schutzwesten und das angeblich „sicherere“ tödliche Abstechen am Hals – gerieten zwar recht flau ohne das Täternahes Wissen beweisbar wäre.“ https://rdl.de/beitrag/fbi-heilbronn-bei-kiesewetter-tod-bnd-will-es-nur-nicht-ffentlich

      Bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.

    1. Dieser Artikel grenzt an Arbeitsverweigerung, über die Aussagen des BKA-Auswerters die Öffentlichkeit zu informieren. Schlimmer: Es wird infamerweise der gegenteilige Eindruck erweckt, als ob Kiefers Aussage irgendwie widerlegt worden wäre. Dabei war es Kiefer, der von der Anwesenheit eines Mitglieds der Sauerländer Terrorgruppe immer sprach, von Anfang an. Jetzt spricht die Funkzellen-Auswertung dafür und er wird zum Trotz als Aufschneider dargestellt.

  1. Eine der neun Islamisten-Nummern „führe zur islamistischen Sauerlandgruppe, zumindest zu deren Umfeld, hieß es in den Berichten. Eine zweite Nummer führe in die Ulmer Islamisten-Szene“ [1]. Da aus Ulm der manchmal als Kopf der Truppe bezeichnete Fritz Gelowicz stammt, sowie der Mittäter Atilla Selek [2], dürfte die vorsichtig dem „Umfeld“ zugeschriebene Nummer auf den eigentlichen Kopf und CIA-Mann Mevlüt Kar passen.

    Der muss in den offiziellen Narrativen zu verschiedenen Terrorgruppen mal als Saulus herhalten, mal gilt er als (kameraden-verratender) Paulus. Meist setzt man ihn jedoch behutsam hinter seinen inhaftierten Jüngern zurück, denn im Gegensatz zu diesen wird er noch für neue Rollen nach der immer gleichen Masche gebraucht: erst Anstifter, dann „Aufklärer“, aber selber nie in Haft. Seine Anwesenheit beim Kiesewetter-Mord in Heilbronn ist schon lange publik, auch wenn z.B. fatalist das bisher nicht wahrhaben wollte [3].

    Generell wurden zu Heilbronn eher Nebelkerzen gezündet und so gut wie nichts ernsthaft ermittelt:

    a) Schon ein Jahr vor dem 4.11.11 berichtete der STERN [4]:
    „In zeitlicher Nähe zum Polizistenmord haben nach Nübels Recherchen arabische Personen einen zweistelligen Millionenbetrag in bar zu einer Bank im Raum Heilbronn gebracht, um ihn überweisen zu lassen. Das Geldinstitut habe keine Geldwäscheverdachtsanzeige gestellt, die örtlichen Ermittler hätten daher wohl nichts davon erfahren. Ermittler auf Bundesebene, die von diesem dubiosen Vorgang inoffiziell erfahren hätten, fragten sich, ob mit den Millionen ein krimineller Deal bezahlt worden sei, etwa ein Waffendeal.“
    Hätten deutsche Steuerhinterzieher ihr (legal verdientes) Geld als Schwarzgeld (d.h. unversteuert) in die Schweiz bringen wollen, dann hätte die mitwirkende Bank wie alle Beteiligten ein Riesenproblem; Uli Hoeneß kann da Auskunft geben ;-).
    Und da sollen Araber, die nicht nur Steuern hinterziehen – sondern illegal (d.h. durch Verbrechen) verdientes Geld waschen oder mit der Überweisung ein Verbrechen erst finanzieren – wollten, weiter nichts bewirkt haben?
    Nur dass die schlafenden Landesermittler weiter schlafen und die Bundesermittler etwas ratlos Fragen stellen – allerdings nur sich selber?

    b) Ein MItkommentator hier [5] hat treffend festgestellt, dass de Anklageschrift Raub und Mord in Heilbronn mühsam durch das Motiv „Trophäenjagd“ zusammenbindet, was auch unter DNA-Aspekten ganz klar als konstruiert erkennbar ist:
    Die bisher spurlos Mordenden hätten beim kraftvollen Herausreißen der Dienstwaffe aus dem gesicherten Holster zwingend viele Hautschuppen oder sogar Abschürfungen zurücklassen müssen, hätten also leichtsinnig eine starke DNA-Spur gelegt.
    Diese DNA wäre gut zu unterscheiden gewesen von der DNA der Wattestäbchen-Packerin, von der bekannt war, dass sie sehr schwach war (sogar das Geschlecht des Phantoms galt nicht als ganz sicher).
    Und weil der Experte, der im ersten Halbjahr 2008 mit dieser Spur gearbeitet hat, dies in einem Buch [6] so dokumentiert, führt dies zum Schluss: „Fehler und Irrtümer der Ermittler kann man ab dem Moment nicht mehr geltend machen, wo ein absoluter Crack wie Parson involviert war, also spätestens ab dem ersten Halbjahr 2008.“

    [1] http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/kiesewetter-mord_-spekulationen-um-islamisten-am-tatort-14949690.html
    [2] http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/ex-terrorist-fritz-g.-bleibt-in-haft-11801368.html
    [3] http://friedensblick.de/14697/beschattete-michele-kiesewetter-mutm-cia-mann-mevluet-kar/
    [4] http://www.stern.de/panorama/stern-crime/heilbronner-polizistenmord-die-mysterioese-mafia-islamisten-verbindung-3885424.html
    [5] http://friedensblick.de/20706/nsu-enttarnung-stoppte-dna-krimi-gegen-kollegen-von-kiesewetterarnold/
    [6] http://www.amazon.de/Irgendwann-kommt-alles-Walther-Parson/dp/3711000622/

  2. Die von CIA-Mann Mevlüt Kar angestifteten und sowieso reichlich dämlichen Sauerland-Bubis wurden (natürlich ohne ihren Anstifter) im Septermber 2007 verhaftet, nach angeblich intensiven deutsch-amerikanischen Ermittlungsbemühungen ab Oktober 2006.

    So ganz verdeckt können die Ermittlungen aber nicht gewesen sein; hierzu (STERN-)Journalist Rainer Nübel:

    „Wir selber haben noch einen Monat bevor die Festnahme erfolgte mit Fritz Gelowicz in Ulm geredet, weil der damals schon als Gefährder galt und er durchaus auch Hinweise darauf hatte, – nach unserer Einschätzung – dass er beobachtet wurde.“
    https://machtelite.wordpress.com/2015/05/21/die-sauerland-gruppensa-erfolgsstory-oder-geheimdienst-pr/

    Beim Gespräch lag Kiesewetters Ermordung schon einige Monate zurück. Mit den Handy-Daten von Heilbronn hätten die offiziellen Stellen also schon längst zugreifen können und müssen – wenn sie denn durften bzw. wollten.
    Aber für die We-are-under-Attack-Öffentlichkeitsarbeit macht es sich halt besser, wenn man erst die (sowieso kaum ohne Explosionsgefahr transportierbaren) Wasserstoffperoxit-Fässer austauscht und dann spektakulär verhaftet. Das lenkt (in Verbindung mit dem zeitlichen Abstand) außerdem gut ab von Mevlüt Kar und von Fragen nach seiner Rolle in Heilbronn.

    Die „Phantombilder hätten helfen können – blieben auf Anordnung eines Staatsanwalts aber unter Verschluss“ schlagzeilt noch sieben Jahre nach dem Mord 2014 selbst die Lokalpresse und beklagt die „Fehler, die damals gemacht wurden. Jahrelang wurde ein Phantom gejagt, weil zur Spurensicherung kontaminierte Wattestäbchen eingesetzt worden waren. Videoaufzeichnungen von Tankstellen, Bäckerei und Hubschrauber wurden nicht ausgewertet, auch nicht hunderte Funkzellendaten der Handynetze. Das geschah alles erst zwei Jahre nach der Tat. Die privaten E-Mails von Kiesewetter wurden bis heute nicht überprüft. Die Ermittlungen gerieten ins Stocken.“
    http://www.swp.de/schwaebisch_hall/lokales/schwaebisch_hall/die-vertuschten-phantombilder-aus-heilbronn-6996284.html

  3. Der Heimatschutz ist mit zwei Sprachebenen geschrieben. Die erste bedient das Märchen, eins drunter wird dann subtil die Tür für den Rückzug aufgemacht.

    Dazu gehört auch, das A+L andeuten, das die beiden BFE Einheiten mit einer verdeckten Absicht in Heilbronn aufschlugen. Backup für den Raum, in dem was lief …

    Dafür spricht die Gemengelage. Letztlich waren zu viel „Dienste“ mehr oder weniger an dem Tag eben doch unterwegs. Was dabei immer ein bisschen unter den Tisch fällt, auch Fahrzeuge mit Nummernschilder, die beim Kfz-Bundesamt gar nicht zugelassen waren. Nicht eins, mehrere. Dieser Trick der Herkunftsverschleierung bringt nichts für Autoschieber aber Dienste. Die haben auch den Zugriff, solche Nummern überhaupt erst einmal herauszubekommen.

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