NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages: „Gerri“ ist Böhnhardt – trotz Größenunterschied!

Der (zweite) NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages schreibt in seinem Abschlussbericht, dass das Foto „gerri auf kamera.avi“ Uwe Böhnhardt darstellt – das Bundeskriminalamt hätte dies festgestellt. Dabei ist diese Zuschreibung wegen der Größendifferenz unhaltbar

Folgender Ausschnitt einer Überwachungskamera soll Uwe Böhnhardt zeigen, wie er gerade zwei Fluchtfahrräder schiebt. Damit wären die Bombenleger der Keupstraße anschließend weggeradelt.

Die Datei befand sich auf einer Festplatte, die in der Zwickauer Wohnung Zschäpes gefunden wurde. Die Datei war abgespeichert als „Gerri auf kamera“. „Gerri“ war der Spitzname von Uwe Böhnhardt gewesen.

„Die in den Medien veröffentlichten Sequenzen der Überwachungsvideos wurden u. a. unter den Namen „gerri auf kamera.avi“ und „max auf kamera.avi“ abgespeichert. Bei „Gerri“ handelt es sich um den Spitznamen des Uwe Böhnhardt (…).“

Ein Gutachten des Landekriminalamtes (LKA) Nordrhein-Westfalen stellte kurz nach dem Anschlag die ungefähren Größen der gefilmten Bombenleger fest, inklusive Schuhe, Kappi! Das heißt, dass zwei Zentimeter abgezogen werden müssten.

„Täter 1 (schiebt die Fluchtfahrräder) 1,76 – 1,77 m (inkl. Kleidung) (…) Täter 1 erscheint leicht korpulent.“ (fatalist)

Uwe Böhnhardt war jedoch 2011 (ohne Schädeldach, Schuhe und Kappi) bei seiner Obduktion 1,83 cm groß, in Fahndungsplakaten war seine Größe mit 1,86 cm angegeben!

Was steht im Abschlussbericht des zweiten Bundestags-Ausschusses über den Sachverhalt? Die unterschiedlichen Größen (1,77 und 1,83 bzw. 1,86) würden miteinander „korrespondieren“!

(1) Tatortvermessung
Bereits im Jahre 2004 wurde eine Tatortvermessung durchgeführt, die eine Größenbestimmung der in den Überwachungsvideos abgebildeten Personen ermöglichte. Die Resultate korrespondieren mit den Körpergrößen von Böhnhardt und Mundlos.

Das BKA hat dazu festgehalten:

„Im Rahmen der Ermittlungen 2004 wurde eine Tatortvermessung durchgeführt. Mit einer Messkamera wurden verschiedene unveränderliche Gegenstände aus dem Bildausschnitt der Videoüberwachung (z.B. Treppenstufen) aufgenommen und mit den Aufnahmen des ‚Tätervideos‘ verglichen. Drei Standbilder des ‚Tätervideos‘ eigneten sich für diesen Vergleich. Ungenauigkeiten durch beispielsweise Körperhaltung, Gang, Höhe der Schuhsohlen, Sitz des Basecaps können nicht ausgeschlossen werden.
Auf dem ersten Bild ist Täter 2 (Person mit den beiden Fluchtfahrrädern) sichtbar. Die Größe dieser Person beträgt laut Messung 1,762 m – 1,767 m.
Auf den folgenden beiden Bildern ist Täter 1 (die Person, die das
Tatmittel schiebt) sichtbar. Die Größe dieser Person beträgt laut
Messung 1,780 m – 1,807 m.
Laut der Sektionsprotokolle vom 28.11.2011 wurde bei Uwe Böhnhardt eine Körpergröße von 1,83 m und bei Uwe Mundlos eine Körpergröße von 1,78 m (vorbehaltlich der fehlenden Schädeldecken) festgestellt. Das Größenprofil von Mundlos und Böhnhardt ähnelt somit dem der Täter.“

Durch diese Formulierung vertuscht das Bundeskriminalamt geschickt, dass der größere der beiden Männer (Uwe Böhnhardt war größer als Uwe Mundlos) der kleinere der gefilmten Männer (der die beiden Fluchträder schob) sein soll. Diese Zuschreibung erfolgt durch den abgespeicherten Namen „gerri auf kamera“ und wird sogar im Abschlussbericht ausgeführt.

„Zum Nagelbombenanschlag in der Keupstraße liegen Videoaufzeichnungen zweier Überwachungskameras vor, die die Täter zeigen. Auf einem sichergestellten Computer des Trios waren Ausschnitte dieser Videoaufzeichnungen abgespeichert, die im Rahmen der Fahndung veröffentlicht worden waren. Beim Abspeichern auf dem Computer waren für die einzelnen Ausschnitte Dateibezeichnungen mit den Spitznamen von Böhnhardt („Gerri“) und Mundlos („Max“) vergeben worden.“

3 Gedanken zu „NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages: „Gerri“ ist Böhnhardt – trotz Größenunterschied!“

  1. In der Zwickauer Wohnung gab es zwar (private) Überwachungskameras, aber wohl kaum Filmchen von („amtlichen“) Überwachungskameras der Keupstraße. Zumindest, wenn alles „mit rechten Dingen“ zugegangen ist und wir von einem staatsfernen NSU ausgehen.

    Da muss einer beim Platzieren von Beweisen etwas übereifrig gewesen sein . . .

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