Angebliche Krim-Invasion: Widerlegung falscher Darstellungen

Die Bild-online schreibt über 7 dreiste Lügen von Putin und bietet einen „Lügen-Check“ an. Die dabei aufgestellten Behauptungen werden hier kritisch hinterfragt und widerlegt. Es wird dadurch klar, dass „Bild“ Ängste schürt, „die Russen kommen“. Dabei ist die Situation auf der Halbinsel Krim eine komplett andere. Obwohl dort mehrheitlich Russen wohnen, versuchte die Opposition auch dort gewaltsam die Macht an sich zu reißen.
.
putin-luegen-krim-ukraine
Quelle: Bild-Online
 

Putin behauptet: „Unsere Manöver standen in keinem Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine (…) Ich habe Befehl erteilt, alle beteiligten Truppen in die Stützpunkte zurückzubeordern.“

EINE GLATTE LÜGE!

Die Manöver wurden kurzfristig und gezielt befohlen, um den Westen zu schocken. Mit dem „Truppenrückzug“ meint Putin nur die Truppen, die im Manöver waren – nicht die auf der Krim stationierten Soldaten.

Nachdem eine ähnliche Übung vor einem Jahr erhebliche Defizite bei der Einsatzbereitschaft von Material & Truppen gezeigt hatte, wurden angesichts der Situation im Nachbarland kurzfristige Übungen auf russischen Territorium angesetzt. Diese wurden gestern beendet, und die Truppen in die Stützpunkte zurückverlegt. Dass es sich um Truppen auf der Krim handeln würde, hat niemand behauptet. BILD konstatiert also nur das Offensichtliche.
.

„Putin erklärt: „Bisher haben wir auf der Krim nur den Schutz unserer eigenen militärischen Standorte verstärkt, weil sie bedroht wurden.“

FALSCH!

Putins Truppen haben die Krim komplett unter Kontrolle. Ukrainische Kasernen wurden abgeriegelt, Soldaten entwaffnet und bedroht. Von Notwehr kann keine Rede sein!

BILD versucht hier die Tatsache zu verschleiern, dass die Russen natürlich Truppen auf der Krim haben, nämlich 16.000 Soldaten der Schwarzmeerflotte. Dafür zahlte Moskau der Ukraine bis 2010 jährlich 97 Millionen Dollar, seit einer Neuregelung 2010 erhält die Ukraine 30% Rabatt auf alle Energielieferungen. Die Truppenstärke kann gemäß des Vertrages von 2010 bis zu 25.000 Mann betragen, was die Truppenbewegungen der letzten Tage legal im Sinne der Vereinbarungen macht. Diese werden zur Eigensicherung benutzt.
Auf Bitten der Autonomen Regierung der Krim werden Einheiten der ukrainischen Armee, die nicht der Aufforderung derselben nachgekommen sind, sich der Regierung der Krim zu unterstellen, entwaffnet.
.

„Putin knallhart: „Janukowitsch hatte uns darum gebeten, das Leben von Bürgern der Ukraine zu schützen (…) Bis jetzt gibt es keine Notwendigkeit, Truppen einzusetzen. Aber die Möglichkeit besteht weiter.“

EINE VERDECKTE KRIEGSERKLÄRUNG!

Putin bezieht sich hier auf einen Bettelbrief des ukrainischen Ex-Präsidenten an Moskau, in dem er um „Streitkräfte für Frieden, Recht, Stabilität und Schutz der Ukrainer“ bittet. ABER: Janukowitsch ist abgesetzt und geflohen, hat keinerlei Rückhalt mehr im ukrainischen Volk.

Das sind einfach nur Behauptungen, bzw. Verdrehungen der BILD. Rein technisch ist Janukowitsch nicht „abgesetzt“ worden im Sinne einer legalen Amtsenthebung, sondern von Putschisten gestürzt worden. Putin hat somit in Kiew keinen demokratisch legitimierten Ansprechpartner, es verbleibt also nur der (machtlose) letzte gewählte Präsident, und dies ist Janukowitsch.

Putin behauptet: „Bisher haben wir nur den Schutz unserer eigenen militärischen Standorte verstärkt, weil sie bedroht wurden (…) Wir haben nicht vor, uns einzumischen.“

EINE DREISTE LÜGE!

Für jeden ist offensichtlich: Ein Einmarsch seiner Truppen ist eine Einmischung!

Wie bereits dargelegt, ist eine Erhöhung der Truppenstärke auf der Krim (!) vollkommen im Rahmen der bestehende Verträge. Es handelt sich somit nicht um einen Einmarsch. Das der „Kremlchef“ zurecht an einen  „verfassungswidrigen Umsturz und eine gewaltsame Machtergreifung“ glaubt, wurde auch bereits oben erörtert. Bezeichnender Weise lässt BILD dies unkommentiert im Raum stehen.

„Der Kremlchef glaubt: „In der Ukraine gab es einen verfassungswidrigen Umsturz und eine gewaltsame Machtergreifung. Keiner bestreitet das.“

WIEDER FALSCH!

Janukowitsch wurde vom ukrainischen Parlament einstimmig seines Amtes enthoben.“

Das ukrainische Parlament kann gemäß der Verfassung des Landes den Präsidenten nicht des Amtes entheben, da dieser direkt vom Volk gewählt wird. Selbst bei uns, einer parlamentarischen Demokratie, ist dies nicht möglich. In einer Präsidial-Demokratie wie der Ukraine (und USA, Russland usw,) ist dazu ein dreistufiges Amtsenthebungsverfahren notwendig. Das Argument von BILD ist also Nonsens.

Putin erklärt: „Janukowitsch war einverstanden, keine Gewalt einzusetzen. Er hat keinen einzigen ungesetzlichen Befehl erteilt, auf die unglückseligen Demonstranten zu schießen. Er hat die Polizei vom Maidan abziehen lassen. Und statt Gebäude zu räumen, hat die Opposition dann seine Residenz gestürmt.“

EISKALTER ZYNISMUS!

Janukowitsch ließ Spezialeinheiten Dutzende Demonstranten erschießen. Mehr als 80 Tote! Später floh er nach Charkow, raffte noch schnell Geld und Dokumente zusammen.

Das ist eine reine Behauptung der BILD. Davon abgesehen, daß von den 80 Toten etwa ein Viertel Polizisten waren, gibt es Video-Beweise, das Demonstranten auf dem Maidan von hinten erschossen wurden, also aus ihren eigenen Reihen. Dieses Phänomen kennen wir bereits aus Benghazi, Kairo und Damaskus. Ein Beweis für die Täterschaft der Berkut steht dagegen aus.

Putin lammfromm: „Ich verstehe die Menschen auf dem Maidan, die keine demokratischen Fassaden wollen, sondern grundlegende Veränderungen fordern.“

WAS FÜR EINE HEUCHELEI!

In Wahrheit will der Kreml-Machthaber nur ein neues Regime nach seinem Geschmack installieren.

Das dürfte wohl eher der Plan derjenigen westlichen Kräfte gewesen sein, die die Putschisten und Neonazis bezahlt und gelenkt haben… Also: Erneut eine reine Behauptung.

Putin empört Richtung EU und USA: „Wer Sanktionen erlassen will, sollte über die Folgen nachdenken. In unserer Welt kann jeder jedem Schaden zufügen. Aber dieser Schaden wird gegenseitig sein.“

EINE KNALLHARTE DROHUNG!

Putin weiß: Der Westen braucht sein Gas und Öl aus Russland. Sollten EU und USA Reisebeschränkungen erlassen oder russische Konten einfrieren, dreht er den Hahn zu.

Halten wir fest… Laut BILD droht Putin damit, auf Drohungen zu reagieren. Unverschämt, in der Tat.

„FAZIT: Putin gibt mit dem Auftritt ein Signal zum Einlenken, aber nur zu seinen Bedingungen. Er will die Kontrolle behalten auf der Krim. Und: Der Westen soll gefälligst die Finger von der Ukraine lassen …“

Korrekt…

Ein Gedanke zu „Angebliche Krim-Invasion: Widerlegung falscher Darstellungen“

  1. „Wenn wir unsere Armee auflösen und alle unsere Bodenschätze als Konzessionen vergeben und unser ganzes Land an westliche Investoren verkaufen, dann wird man aufhören, uns zu kritisieren“, sagte er in einem Interview mit dem Radiosender „Kommersant FM.“ „Aber so etwas wird nie geschehen“, schlussfolgerte Peskow der Sprecher des russischen Präsidenten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.