Schlagwort-Archive: Silvio Gesell

Durch Zinsen und Marktmonopole werden Menschen heute ausgebeutet

In der Wirtschaftswissenschaft gibt es zwei ähnliche Richtungen: „Keynessianismus“ und „Freiwirtschaft“. Sie unterscheidet, was die ungerechte Vermögensverteilung, die Ungleichheit verursacht: Der Produktionsprozess oder der Finanzierungsprozess der Produktion sowie Einkünfte aus Monopolen. Damit sind „Renten“ aus den Faktor „Land“ gemeint.

Beispielsweise erkennt Heiner Flassbeck; er gehört zu den sogenannten „Keynessianern“, als eine wichtige Ursache, dass Arbeitnehmerlöhne nicht mehr mit den Produktivitätssteigerungen mitwachsen. Dagegen fordern Freiwirte wie Helmut Creutz eine Umlaufsicherung auf Bargeld und eine gezielte Besteuerung von Renten. Wer hat Recht? Durch Zinsen und Marktmonopole werden Menschen heute ausgebeutet weiterlesen

Johannes Heinrichs „Sprung aus dem Teufelskreis“

Der deutsche Sozialphilosoph Johannes Heinrichs äußerte sich in seinem Buch „Sprung aus dem Teufelskreis“ über das angespannte Verhältnis zwischen Vertretern der Lehre von Silvio Gesell und Karl Marx. Dabei zeigt Heinrichs, dass er fundierte Kenntnisse der Hauptwerke der beiden Männer hat. In seinem auch für Laien lesbar geschriebenen Buch versucht er zwischen den beiden Lagern zu vermitteln und kritisiert ausdrücklich eine „freiwirtschaftliche Diffamierungspraxis“, die sich gegen Marx Einsichten richten würde. Johannes Heinrichs „Sprung aus dem Teufelskreis“ weiterlesen

Was ist Freiland? Definition Silvio Gesell

Silvio Gesell (1862-1930) veröffentlichte sein Hauptwerk „die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“ im Jahr 1916. Der Kaufmann Gesell lebte zeitweise in Deutschland, in der Schweiz und in Argentinien. Auf dieser Grundlage machte er Vorschläge, wie alle Grenzen der Welt aufgehoben werden könnten und jeder Mensch frei sein könnte zu leben, wo er will. Seine Vorschläge sind gerade in der momentanen Flüchtlingskrise aktueller denn je.

Professor Dirk Löhr begründet bodenwertbasierte Grundsteuer

Dr. Dirk Löhr ist Professor für Steuerlehre und ökologische Ökonomie an der Fachhochschule Trier. Er veröffentlichte eine ganze Reihe von interessanten Artikeln in seinem Blog „Rent-Grabbing„. Vor kurzem stellte er im Internetportal „Telepolis“ „Die beste von allen schlechten Steuern“ vor: Eine reformierte Grundsteuer, deren Höhe sich am Bodenwert orientiert. Überraschenderweise kritisierten die meisten Kommentatoren den Vorschlag scharf. Auf diese Kritik wird hiermit eingegangen, indem aus verschiedenen Blogbeiträgen Löhrs zitiert wird. Professor Dirk Löhr begründet bodenwertbasierte Grundsteuer weiterlesen

Deutsche Steuerzahler haften für Zinszahlungen des griechischen Pleitestaates, bis zu 86 Mrd. Euro

Der Bundestag wird wieder den Gläubigern Griechenlands Milliarden-Beträge in die Rachen werfen. Die Zinslast des griechischen Staates soll verringert werden, dafür springt wohl die europäische Zentralbank dem Pleitestaat bei. Die deutschen Steuerzahler werden laut „tagesschau“ mit bis zu 86 Mrd. Euro haften. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beruhigt, dies wäre kein Schuldenschnitt, da Griechenland in 60 Jahren die Schulden mit Zins zurückzahlen könnte.

Die „Spiegel“-Kolumnist Wolfgang Münchau wirft Merkel vor, ein Schneeball-System aufzubauen. Alle wissen, dass Griechenland niemals die Schulden zurückzahlen werden wird. Dann kommt eine dicke Rechnung auf die deutschen Steuerzahler zu, mittlerweile in dreistelliger Milliardenhöhe.

„Die Politik des Ewigen Aufschubs gleicht einem Schneeballsystem. Solange es funktioniert, rechnet man sich reich. Ein Schneeballsystem ist aber am Ende immer ruinös. Mit dem dritten Griechenlandkredit ist das Verlustpotenzial für Deutschland mittlerweile ein dreistelliger Milliardenbetrag.“ (spiegel)

Was hier im Moment geschieht, kann nur mit der politischen Ignoranz und Manipuliertheit der unverdrossenen „CDUCSUSPDGRÜN“-Wähler erklärt werden, einem unverbrüchlichen Irrglauben an den Kapitalismus und einer zutiefst korrupten politischen Elite, die sich nicht scheut, ihren Wählern Sand in die Augen zu streuen und sie an die Bankster zu verraten.

„Es gibt zwei Wege, eine Nation zu erobern und zu versklaven. Einerseits durch das Schwert. Andererseits durch Schulden.” John Adams (1735 – 1826), 2. Präsident der USA

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Gab es in Villa Gesell eine Bodenreform nach Silvio Gesell?

Die Stadt „Villa Gesell“ an der argentinischen Atlantikküste ist nach dem Geld- und Bodenreformer Silvio Gesell benannt. Sein Sohn Carlos Gesell kaufte kurz nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1930 einen 20 Quadratkilometer großen Küstenstreifen und pflanzte mit Familienmitgliedern auf den Sanddünen Sträucher und Bäume. Damals finanzierte er den Aufbau der städtischen Infrastruktur mit dem Verkauf der begrünten Grundstücke. Heute dagegen fehlen Investitionen sowohl in Villa Gesell, wie auch in ganz Argentinien, trotz steigender Bodenpreise. Wie kann das sein? Einst finanzierten in Villa Gesell die Grund- und Bodenbesitzer den Aufbau der städtischen Infrastruktur, jetzt fehlen Investitionen. Können sich heute die Besitzer von Grund- und Boden der Finanzierung entziehen (wie in Deutschland) und ihre Gewinne durch Immobilienspekulation privatisieren?

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Auf den Spuren von Silvio Gesell in Argentinien

An der Atlantikküste Argentiniens, 12.000 km von Deutschland entfernt, befindet sich die Kleinstadt „Villa Gesell“. Sie ist nach Silvio Gesell benannt, dem Begründer der sogenannten „Freiwirtschaftslehre“. Die Stadt befindet sich 300 km süd-östlich von Buenos Aires. Viele Argentinier kennen „Villa Gesell“, da hunderttausende an ihren kilometerlangen Sandstränden die Sommerferien verbringen. Viele besuchen das Stadt-Museum, dass über den Geldreformer, die Familiengeschichte und den Aufbau der Stadt informiert.  Auf den Spuren von Silvio Gesell in Argentinien weiterlesen

Freiwirte sehen sich von Europäischer Zentralbank bestätigt

Vom 22.- bis 23. November 2014 fanden die 54. Mündener Gespräche statt. In einer Tagungsstätte am Stadtrand von Kassel hielten Experten der Freiwirtschaftslehre von Silvio Gesell Vorträge und diskutierten mit anderen Teilnehmern. Wichtige Punkte der offenen Tagung waren die Bodenreform und aktuelle Entwicklungen. Dazu gehören fallende Kapitalmarktzinsen und die Bereitschaft der europäischen Zentralbank (EZB), über Gesells Geldreform-Vorschläge nachzudenken. Seit jüngster Zeit verlangt die EZB Minus-Zinsen für Einlagen von Geschäftsbanken. Es werden drei Vorträge und eine Diskussion zusammengefasst:

„Pay for what you get“ – Henry George als Ergänzung zu Silvio Gesell, Prof. Dr. Dirk Löhr, Hochschule Trier, Umwelt-Campus-Birkenfeld

„Bodenrausch – Die globale Jagd nach den Äckern der Welt“, Dr. Wilfried Bommert, Institut für Welternährung e. V., Nürnbrecht bei Köln

„Negative Zinsen und ihre Auswirkungen – Perspektiven eines volkswirtschaftlichen Novums“, Fritz Andres, Kirn

Strategiediskussion: „Was bieten die neueren Entwicklungen im Bereich des Geldwesens (Negativzins) und der Bodenordnung (…) für die Geld- und Bodenreformbewegung an neuen Aufgaben und Chancen?“ Moderation: Fritz Andres Freiwirte sehen sich von Europäischer Zentralbank bestätigt weiterlesen

Die Kritik von Silvio Gesell an Karl Marx

1916 erschien das Buch „Die natürliche Wirtschaftsordnung“ von Silvio Gesell. Der deutsch-argentinische Kaufmann übt darin profunde Kritik an den Ansichten von Karl Marx. Für Karl Marx wäre Geld eine ganz normale Ware: Waren und Geld seien äquivalent, vollständig gleichberechtigt und austauschbar.  Daher suchte Karl Marx den kapitalistischen Systemfehler im Produktionsprozess. Dort würde vom Unternehmer ein Mehrwert (Gewinn) erwirtschaftet werden, zunehmend zu Lasten der Arbeiter. Dieser Ansicht tritt Silvio Gesell entgegen. In einer funktionierenden Marktwirtschaft (ohne Monopole) würde der Gewinn gegen Null eliminiert werden, durch Wettbewerb und vermehrte Produktion. Soweit könne es aber nicht kommen, da das Geld vorher „streikt“ und eine positive Verzinsung erzwingt. Für Gesell ist der Ausbeuter also der Geldbesitzer und nicht der Unternehmer. Die Kritik von Silvio Gesell an Karl Marx weiterlesen