Schlagwort-Archive: Argentinien

Argentinien: Regierung beklagt Lagerung von Exportwaren

Wegen des längsten Lockdown der Welt, der nichts brachte, wird die argentinische Volkswirtschaft dieses Jahr mindestens um 12% schrumpfen. Dementsprechend fällt der Umtauschkurs der Landeswährung Peso in US-Dollar im Schwarzmarkt ins Bodenlose: 190 Peso ist 1 US-Dollar. Die sogenannte „Linksregierung“ beklagt sich jetzt darüber, dass die Großgrundbesitzer ihre Agrarprodukte „bewusst“ nicht exportieren. Sie würden auf eine Abwertung des offiziellen Umtauschkurses hoffen, der 80 Peso ist 1 US-Dollar beträgt.

Das Problem könnte leicht mit einer bodenwertbasierten Grundsteuer gelöst werden. Dann müssten die Großgrundbesitzer auch dann Steuern bezahlen, wenn sie den Soja auf den Feldern verrotten ließen. Gut für die Oligarchen, dass die sogenannten „Linksregierungen“ den Sachverhalt überall auf der Welt nicht verstehen können.

https://amerika21.de/2020/10/244824/argentinien-dolar-blue

Argentinien: 4-monatiger Lockdown verhindert nicht Coronawelle

In den Medien werden „Horrormeldungen“ aus Brasilien verbreitet, dass soviele Menschen an dem Coronavirus sterben würden. Schuld daran wäre Präsident Bolsonaro, der keinen Lockdown, keine Kontakt- und Ausgangssperren anordnen würde. Genau diesen Weg ging die argentinische Regierung unter Präsident Fernández, der Ende März den längsten Lockdown der Welt verhängte. Beispielsweise werden Armenviertel von der Polizei abgeriegelt und die Menschen nicht aus ihren Hütten gelassen, wenn es zu einem „Ausbruch“ gekommen ist. Über die wirtschaftlichen und sozialen Folgen berichten weder die staatlichen noch die großen privaten Medien. Immer wieder hört man in den sozialen Medien, dass zwar nicht am Coronavirus gestorben wird, dafür am Hunger.

Die Strategie ist gescheitert: Jetzt sterben in Argentinien genauso viele Menschen an oder mit dem Coronavirus wie in Brasilien, umgerechnet auf die Einwohnerzahl:

Brasilien: 200 Millionen Einwohner, 1200 Tote am Tag. (worldometers)

Argentinien: 40 Millionen Einwohner, 250 Tote am Tag. (worldometers)

Die argentinische Regierung konnte die Verbreitung des Coronavirus mit den brutalen Maßnahmen verlangsamen. Aber zu welchen sozialen und wirtschaftlichen Kosten? Die Frage ist, ob nicht Menschen „gerettet“ wurden, die sowieso früher oder später an ihrem hohen Alter oder Vorerkrankungen gestorben wären?

Argentinien steht vor Bankenkrise

Einer der ersten Maßnamen des neoliberalen Präsident Mauricio Macri war, im August 2016 den Finanzmarkt zu deregulieren, Devisenspekulationen möglich zu machen. Der Wechselkurs wurde freigegeben und hielt sich bis Anfang 2018 bei 25-30 Pesos für einen Euro. Massiv konnte der Liebling des internationalen Währungsfonds (IWF) sein Land verschulden. Auch westliche Politiker gaben sich die Handklinke in der Hauptstadt Buenos Aires in die Hand.

Die Milliardenkredite an US-Dollar und Euro flossen allerdings nicht in die Infrastruktur sondern direkt in die Taschen der Superreichen. So wechselten Großgrundbesitzer ihre Exporterlöse in Devisen um und transferierten sie ins Ausland. Da gleichzeitig Macri die Abgaben auf Exporterlöse aufhob bzw. senkte, konnten die Großgrundbesitzer wesentlich größere Gewinne machen als davor. Argentinien steht vor Bankenkrise weiterlesen

Führt neo-Liberaler Präsident Macri Argentinien in den zweiten Staatsbankrott?

Nachdem Mauricio Macri im Wahlkampf wie ein Sozialist klang („Armut null“), drückt er als Präsident ab 2015 eine knallharte neoliberale Wirtschaftspolitik durch, die im Interesse der Soja-exportierenden Großgrundbesitzer ist: Kürzung der Staatsausgaben, Streichung der Sondersteuern („retencionen“) für Agrarexporte, Liberalisierung des Arbeits- und Kapitalmarktes. Das Verhältnis der neoliberalen Regierung zum Internationalen Währungsfond (IWF) ist denkbar gut. Die Medien preisen die Regierung, dass sie das Land in die westliche „Werte“gemeinschaft re-integriert hat.  Führt neo-Liberaler Präsident Macri Argentinien in den zweiten Staatsbankrott? weiterlesen

Roland Tichy lässt neoliberalen argentinischen Präsidenten Macri anpreisen

Roland Tichy ließ auf seiner Meinungswebsite die Gastautorin Marcela Vélez-Plickert zu Wort kommen. Im Artikel „Sozialisten-Dämmerung in Südamerika“ kritisiert sie teilweise zu Recht die linken Regierungen Südamerikas. Sie versteigt sich anschließend darin, die Politik des seit Dezember 2015 amtierenden argentinischen Präsidenten Mauricio Macri anzupreisen, jetzt würden die Argentinier „wieder Hoffnung fassen“.  Roland Tichy lässt neoliberalen argentinischen Präsidenten Macri anpreisen weiterlesen

Argentinien erlebt mit neoliberalen Präsidenten Macri Inflationsschock

Während des Präsidentschafts-Wahlkampfes versprach der konservative Kandidat Mauricio Macri das Blaue vom Himmel, unter anderem eine geringere Inflationsrate, weniger Armut und Korruption. Er konnte den Kandidaten der Kirchner-Partei, Daniel Scioli, knapp überflügeln. Am 10. Dezember 2015 kam er ins Amt. Jetzt nach drei Monaten ist das Gegenteil seiner Versprechungen eingetreten. Das Land leidet weiter unter Inflation und Günstlingswirtschaft, da die Mehrheit der Argentinier gegen ihre eigenen Interessen abstimmte. Argentinien erlebt mit neoliberalen Präsidenten Macri Inflationsschock weiterlesen

Wann kommt es zum Schuldenkollaps im Euroland?

Die Kapitalmärkte meinen es im Moment gut mit uns in Deutschland. Anleger bewerten den Staat als sicheren Hafen. Auf seine Anleihen zahlt er kaum Zinsen. Auch private Schuldner werden wenig belastet, Kredite fließen mit geringen Kosten in die Wirtschaft. Dank der Mini-Zinsen kommen die meisten Bürgern gut über die Runden, die drohende Altersarmut ist noch weit weg. Sie glauben, die Finanzkrise wäre gelöst, der Schuldenkollaps wäre von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgewendet worden. Die Schuldenkrise ist jedoch nur aufgeschoben. Wie ist die Zukunftsprognose für die nächsten 1-2 Jahre? Entspannt, langfristig holt uns der Teufel.
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In Argentinien bahnt sich ein Machtwechsel an

Seit dem Jahr 2003 regiert die linkspopulistische Partei „Frente para la Victoria“ („Vorwärts zum Sieg“) Argentinien. Gegründet und geprägt ist die Partei von dem Ehepaar Nestor und Christina Kirchner, die sich auf die Politik von Juan Domingo und Eva Peron berufen. Die Kirchner konnten beeindruckende Wahlsiege erzielen, jetzt bahnt sich jedoch ein Machtwechsel an. Der Kirchner-Kandidat Daniel Scioli erreichte bei den Präsidentschaftswahlen am Sonntag lediglich 37 % und muss nun in die Stichwahl mit dem rechtsgerichteten Kandidaten Mauricio Macri, der 34 % errang. In Argentinien bahnt sich ein Machtwechsel an weiterlesen

Argentinisches Kabarett – Wie umfahre ich Armensiedlungen?

Der bekannte argentinische Kabarettist Diego Esteban Capusotto spielt den homosexuellen und rechtsextremen „Micky Vainilla“, der sein GPSS-Navi vorstellt. Das Navi hilft, gefährliche Armenslums mit vielen „Armen und Ausländern“ zu umfahren. Nur ein Problem gibt es: Es kann nur rechts abbiegen.argentinien-fluechtlinge

 Quelle: youtube

Der Hintergrund ist, dass tatsächlich viele Immigranten in den Armenslums von Buenos Aires leben. Diese Slums werden von Argentiniern gemieden, es sind „no go“ – Gebiete. Es gibt Menschen mit einer menschenverachtenden, rechten Einstellung gegen über den dort lebenden Armen. Darüber macht sich „Micky Vainilla“ lustig mit seinem „Nazi-Navi“. Auch unter der Präsidentschaft der linken Christina Kirchner wurde das Problem der Armut nicht gelöst.

SYRIZA in Griechenland: Auf die Demütigung folgt die Selbsterniedrigung

Die Griechen wählten vor 6 Monaten die Links-Partei SYRIZA, weil deren Politiker ein Ende der Austerität-Politik und Ausverkauf des Landes versprachen. Jetzt folgten von den 149 SYRIZA-Abgeordneten im Parlament 110 ihrem Ministerpräsidenten Tsipras in die Kapitulation. In Zukunft wird Griechenland von Brüssel, dem Internationalen Währungsfond (IWF) und Berlin regiert, die zerstörerische neoliberale Politik wird mehr denn je fortgesetzt. Wie konnte es dazu kommen? SYRIZA in Griechenland: Auf die Demütigung folgt die Selbsterniedrigung weiterlesen