Auch Christdemokraten wurden von Gladio ermordet!

Immer wieder wurden in rechtsextremen Gladio-Kreisen Todeslisten gefunden. Dort sind Namen von Politikern aufgeführt, die am „Tag X“ umgebracht werden sollen. Auch in der Zwickauer NSU-Wohnung konnte eine Todesliste mit deutschen Politikern sichergestellt werden! In Italien traten die geheimen Einheiten auch als „Brigate Rosse“ (BR) auf, im Gewand einer linksextremistischen Terrorgruppe. So wurde der führende Christdemokrat Aldo Moro ermordet, da er mit der Kommunistischen Partei Italiens kooperieren wollte.

BR hätte etwa 2400 Anschläge ausgeführt. Es fielen „zwischen 1969 und 1978 Dutzende der Zielpersonen und Hunderte zufällig anwesende Menschen zum Opfer.“; darunter auch  der „Genueser Oberstaatsanwalt Francesco Coco“. Der „tatsächliche Chef“ der BS wäre der CIA-Agent Corrado Simioni gewesen.

„Nach der Liquidierung Moros wurde er an den vatikanischen Geheimdienst Pro Deo ausgeliehen und bei der polnischen Untergrundgewerkschaft Solidarnosc eingesetzt. Nach erfolgreichem Einsatz wurde der Topagent 1992 in Rom vom polnischen Papst Wojtyla empfangen.“(jw)

Dass Gladio ohne Konsequenzen sogar einen ehemaligen Ministerpräsidenten und Parteivorsitzenden der Partei „Democrazia Cristiana“ hinrichten konnte, zeigt folgender Fall:

Der konservative Spitzenpolitiker Aldo Moro verhandelte seit Mitte der 1970er Jahre mit den Kommunisten Italiens über eine Zusammenarbeit. Dies führte in den USA zu „einer regelrechten Mordhetze“. Er wurde als der „Allende Italiens“ und „gefährlicher als Castro“ dargestellt.

„Der damalige US-Außenminister Henry Kissinger forderte bereits 1975, die CIA habe in Italien „Realitäten zu schaffen“, was ihr früherer Vizedirektor und Leiter ihres Center of Strategic and International Studies, Ray Cline, in der New York Times unverblümt so präzisierte, daß „die Situation in Italien durch die Geheimaktivitäten der CIA gelöst werden wird“. (jw)

Als es schließlich zu einer parlamentarischen Zusammenarbeit kommen sollte, wurde Moro samt Leibwächter erschossen:

„Auf der Fahrt in die Abgeordnetenkammer wurde Moro in der Via Fani von einem Kommando der „Brigate Rosso“, der Roten Brigaden, entführt und am 9. Mai 1978 ermordet.“

Foto dpa: Beerdigung von Aldo Moro

 Todeslisten in Deutschland

1. Diese erste deutsche Gladio-Einheit „Bund deutscher Jugend“ erstellte 1952/1953 Todes-Listen mit deutschen Politikern. Die 40 deutschen Führungspersönlichkeiten, hauptsächlich Politiker der SPD, sollten am “Tag X”  hingerichtet werden, da man sie als “nicht zuverlässig” antikommunistisch einstufte (Ganser).

2. Hans-Dieter Lepzien war V-Mann des niedersächsischen Verfassungsschutzes und beteiligt an Bomben-Attentate in Niedersachsen, die Ende der 70er Jahre seitens der rechtsextremen “Gruppe Otte” verübt wurden. Selbst “schwarze Todeslisten” mit den Namen von 600 Juden, Linken und prominenten Bundesbürgern legten Paul Otte und seine Kumpane an, um sie “durch Attentate auszuschalten”. Vor Gericht sagte Otte:

“Wenn der Verfassungsschutz durch ihn unsere Aktivitäten nicht angeheizt hätte (…) wären wir alle heute nicht hier.” (friedensblick)

3. Laut dem Nordbayerischen Kurier hätte der Verfassungsschutz-Informant Kai Dalek an der Anti-Antifabroschüre „Der Einblick“ (Drahtzieher im Braunen Netz) mitgewirkt. Dort wären 1994 Todeslisten mit den Namen politischer Gegner geführt worden. Das Ziel wäre gewesen, sie bei Gelegenheit “endgültig auszuschalten”.

4. In der ausgebrannten Zwickauer Wohnung des Trios Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe fand man 2011 …

„… eine Liste mit 88 Posten (…) – darunter auch die Namen des Grünen-Bundestagsabgeordneten Jerzy Montag und des CSU-Abgeordneten Hans-Peter Uhl. Das BKA hatte jedoch erklärt, dass es nach bisherigen Erkenntnissen keine konkreten Anschlagspläne gegeben habe.“

Darüberhinaus gab es einen Datenträger mit …

„… etwa 10.000 Namen aufgelistet. Darunter sind auch Politikernamen. Berliner Sicherheitskreise bestätigten der Nachrichtenagentur dpa am Freitag die Existenz des Datenträgers. Auf der Liste sollen unter anderem Politiker, Kirchen, Ortsvereine von Parteien und Vereine gegen Rechts stehen.“

Vorbereitungen auf den “Tag X”

Der Thüringer Verfassungsschutz-Informant Tino Brandt sprach während Versammlungen in den 90er Jahren wiederholt von einem “Tag X”, auf dem man sich vorbereiten solle:

„Tino Brandt sei eine Art Leitwolf in der rechten Szene Thüringens. (…) Tino Brandt gehe von Tisch zu Tisch und frage bei den einzelnen Kameradschaften, was los sei. Er gebe auch Anweisungen für geplante Unternehmen und was an den Wochenenden „abgehen solle“. (…)

Auf die Frage, welche Ziele die rechten Kameradschaften verfolgten,antwortete der Zeuge, dass in der rechten Szene oft vom „Tag X“ gesprochen werde. Tino Brandt habe häufiger darüber geredet. Es solle der Tag der Machtergreifung der Rechtsgesinnten sein. Wenn eine Vernetzung vollkommen sei, solle ein nationalsozialistischer Volksaufstand stattfinden. (Thüringer Landtag)

Brandt pachtete ein Berggrundstück und ermöglichte dort Mitte der 90er Jahre, u. a. Herrn Böhnhardt, Schieß-Übungen mit scharfen Waffen (taz).

„Terrorgruppe der NATO“, Junge Welt, 21.02.2013

„Gladio, NSU und Terror von Rechts“, Friedensblick, 29.04.2012

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