Gladio NSU Terror

Weiterleitung zu Friedensblick „Gladio NSU Terror„.

17 Gedanken zu „Gladio NSU Terror“

  1. Sehr interessante Recherche!
    Unklar erscheint mir immer noch der politische Hintergrund. Während man bei Gladio eine Abwehr von Kommunisten im Sinn hatte und Attentate gezielt linken Gruppen in die Schuhe schieben wollte, sieht das bei der NSU irgendwie anders aus.
    Die ganze Aktion (Mord an 10 ausländischen Kleinunternehmern) macht wenig Sinn. Weder kann man das linken in die Schuhe schieben, noch ist irgendwie erkennbar, wie man so direkt politische Ziele erreichen könnte. Wenn man sich aber anschaut wie das ganze öffentlich von Kanzlerin und Co ausgeschlachtet wurde und immer noch wird, kommt der Verdacht auf, dass man hier ein lang herangezüchtetes braunes Kaninchen aus dem Hut gezaubert hat, um an den bösen Nazi im Deutschen zu erinnern. Nichts ist doch heutzutage mehr gefürchtet und geächtet in Europa als konservative oder gar nationalistische Strömungen, die die voranschreitende Globalisierung behindern könnten. In diesem Fall könnten da wirklich hohe Interessengruppen, möglicherweise auf internationaler Ebene hinterstecken und eine lückenlose Aufklärung wird es dann vermutlich nicht geben. Aber wir werden sehen, was dabei rauskommt.

    1. Die Antwort steht ganz am Anfang, wo es um die Strategie der Spannung geht:
      “ Rechtsextreme Terroristen führten Anschläge aus, diese wurden durch gefälschte Spuren dem politischen Gegner angelastet, worauf das Volk selber nach mehr Polizei, weniger Freiheitsrechten und mehr Überwachung durch die Nachrichtendienste verlangte.“
      Jahrelang hieß es, wir hätten es hier mit einem Kleinkrieg südosteuropäischer Verbrechersyndikate zu tun. D.h., die Opfer wurden auch noch implizit kriminalisiert, was ja wohl der Gipfel der Unanständigkeit ist. Aber die Gleichung Südosteuropäer = Verbrecher, die kennt man ja, die geht uns so glatt runter, dass das ganze Volk dachte „hmm, ja, plausibel“. Oder nicht?
      Überhaupt brauchen wir ja allerhand Sicherheitstechnik (elektronischer Reisepass etc.) wegen der Verbrecher. Und wo kommen die her? Genau. Aus dem Ausland. Das weiss man ja.
      Es ist mir insofern schon plausibel, dass die Entstehung eines diffusen Bedrohungsgefühls vor gewalttätiger Kriminalität gefördert wird, die die Akzeptanz der Ausweitung behördlicher Befugnisse seitens der Bevölkerung befördert. Die Aktivposten finden sich über die einschlägigen Kontakte (s.o.). Besonders unangenehm ist die Tatsache, und das geht m. E. auf die Geschichte des Anti-Kommunismus der NATO im Kalten Krieg zurück, dass insbesondere zwischen staatlichen Geheimdiensten fragwürdiger Tradition und militant autoritär/militaristisch/faschistisch/rechtsextrem orientierten Gruppen inzwischen eine Gemengelage gegenseitiger Verflechtungen, Loyalitäten, Beziehungen usw. eingetreten ist, die es sehr erschwert, nachzuvollziehen, wer gerade wen wofür instrumentalisiert.
      Gut möglich, dass die NATO Gladio wirklich auflösen wollte, aber die Geister, die sie reif nicht mehr los wird.
      P.S.: Sie schreiben: „Nichts ist doch heutzutage mehr gefürchtet und geächtet in Europa als konservative oder gar nationalistische Strömungen.[…]“ Dem kann ich nach meiner persönlichen Beobachtung nicht zustimmen, da haben wir offenbar völlig differierende Erfahrungen. Demgegenüber glaube ich, dass die ökonomisch effiziente Durchorganisation der Gesellschaftsordnung in autokratischen Regimen leichter und effizienter möglich ist als in parlamentarischen Demokratien, die sind einfach zu träge fürs Marktgeschehen. Ich glaube, der Wirtschaft ist die Ideologie völlig schnuppe, wenn die Kohle stimmt.

  2. Migranten sind zum einen Zuwanderer und ihre Kinder und Kindeskinder sowie Bürger aus Mischehen. Diese Personengruppe hat sich bisher relativ apolitisch verhalten und ist enormen Diskriminierungen ausgesetzt (siehe entspr. OSZE-Studien). Diese Gruppe nimmt einen immer größeren Bevölkerungsanteil an; zum einen bedingt durch die höhere Geburtenrate zum anderen durch die zunehmenden Mischehen. Der Anteil der Migranten an der deutschen Bevölkerung beträgt bereits um die 20 % und wird in den kommenden 20 Jahren enorm ansteigen.
    War es bisher möglich, einen Großteil der Zugewanderten von der politischen Partizipation gesetzlich abzuhalten, so wird sich dass bei den Folgegenerationen nicht mehr durchhalten lassen. Die neueren Generationen erhalten z.T. automatisch oder in erleichterter Weise die deutsche Staatsbürgerschaft und damit das Wahlrecht. Die in Deutschland lebenden Migranten, zu denen ich mich auch zähle, haben die über Jahrzehnte dauernde Diskriminierung verinnerlicht und würden, wenn sie denn wählen gehen würden, mit großer Sicherheit ihre Stimme überwiegend nicht dem konservativem Lager geben. Die Stimmen der in Deutschland lebenden Migranten werden in wenigen Jahren jede Wahl entscheiden. Das sind normale Prozesse, die jedoch dem deutschen Selbstverständnis, insbesondere in konservativen Regierungs- und Behördenkreisen, widersprechen. Migranten gelten bei diesen Kreisen trotz deutscher Staatsbürgerschaft und Jahrzehntelangem Aufenthalt oder Geburt in Deutschland nicht als Deutsche.
    Ich bin davon überzeugt, dass rechtsgerichtete Teile des Verfassungsschutzes die Migranten in Deutschland als Bedrohung wahrnehmen. Insoweit sind die NPD aber auch NSU etc. geeignete Mittel, dass Migranten sich hier nicht zu sicher fühlen und eher wieder in ihre „Heimatländer“ zurückkehren als hier zu bleiben. Gerade vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung, die auch EU-Migranten den Zugang nach Deutschland ermöglicht bis ich fest davon überzeugt, dass dieses „Drohmittel“ weiterhin nach Meinung verschiedener konservativer Kreise seine Wirkung entfalten soll.
    .

  3. Moin und Gruß!

    Es wird Zeit für ein Update dieses Beitrags, denn es gibt sensationelle Neuigkeiten, die leider leider kein einziges BRD-Medium gebracht hat:

    Der «Stay Behind»-Leiter des Bundesnachrichtendiensts, Johannes Kramer alias «Cello» […] unter anderem auch verantwortlich für das blutige Attentat 1980 auf dem Münchner Oktoberfest (13 Tote und 211 zum Teil schwer Verletzte) war.

    Auf die Frage der vorsitzenden Richterin Sylvie Conter, weshalb er nicht mit den Informationen an deutsche Behörden gegangen sei, drückte der Zeuge sein Misstrauen gegenüber der deutschen Justiz aus, die im Fall München gar nicht weiter ermitteln wolle.

    Unter Eid, vor Gericht, brandaktuell. Der Zeuge ist Historiker und Ex-Bundestagsmitarbeiter.

    http://www.tageswoche.ch/de/2013_14/international/530669/es-war-nato-gegen-nato.htm

    „Alleintäter Gundolf Köhler“ von der WSG Hoffmann kann man ja wohl nun vergessen.

    Es war der BND, Abteilung GLADIO. Köhler war dann ja „Mundlos“ im doppelten Sinne. Ähnlichkeiten mit aktuell startenden Gerichtsprozessen sind kein Zufall und beabsichtigt. Tote „Mörder“ sind halt die Besten.

    Die „Verschwörungstheoretiker von der Staatsterrorismusfront“ hatten offensichtlich wieder einmal Recht.

    Gruß fatalist

  4. In der politischen Analyse ist die alte Frage „qui bono“ immer noch das wichtigste Instrument, so auch im Falle von NSU und VS! Und ohne die insbesondere von Daniele Ganser zusammengetragenen Erkenntnisse zu den „NATO Geheimarmeen“, sprich „Gladio“, geht es eben tatsächlich nicht. So wenig wie die angloamerikanische Machtelite nach dem Ende des Kalten Krieges und der Auflösung des Warschauer Paktes an eine Auflösung der NATO dachte, so wenig hat sie an die Auflösung des „Instruments Gladio“ gedacht! Zumal das Netzwerk nach der Vereinigung für die Situation in Deutschland besonders „nützlich“ schien:
    http://wipokuli.wordpress.com/2012/07/05/verfassungsschutz-und-nsu-der-skandal-der-nicht-begriffen-werden-soll/
    Es soll nicht behauptet werden, dass die Bundesregierung als Exponent deutscher und kontinentaleuropäischer Kapitalinteressen, die sich deutlich von den Interessen des angloamerikanischen Finanzkapitals unterscheiden, überglücklich über Gladio wäre, aber sie wird den Sumpf nicht los und hat immer noch viele „Transatlantiker“ im „Gepäck“. Außerdem waren ihre Vorgänger so tief mit Gladio verstrickt, dass die Offenlegung für die politische Koalition aus CDU, FDP, SPD und Grünen allzu gefährlich wäre. Es wird also staatlichen Widerstand bis zum Letzten gegen die Aufklärung geben, auch wenn man versuchen wird, den Wirkungskreis des Sumpfes zu beschneiden. Hin und wieder wird der Regierung auch ein „Erinnerungsstück“ geliefert, um sie daran zu erinnern, wie brav die Bundesregierungen noch waren, als sie noch in Bonn saßen: http://wipokuli.wordpress.com/2012/12/16/usa-unser-groser-bruder-und-willst-du-nicht-mein-bruder-sein/
    Andreas Schlüter
    Soziologe
    Mitglied DIE LINKE
    Berlin

  5. Kramer war meines Erachtens Teil einer geheimdienstlichen Desinformationskampagne. Nachdem in Luxemburg die Gladio-Affäre im Zuge eines Gerichtsverfahrens wieder mal unangenehm öffentlich geworden war (so dass sogar Juncker zurücktreten musste, lobenswert viel dazu bei Telepolis), hat jemand die Notbremse gezogen. Was lag da näher, als mit Kramer jemand vorzuschicken, der sensationelle Enthüllungen macht (die wahrscheinlich sogar nah an der Wahrheit waren) um ihn dann als Vollspinner zu entlarven? Wenn es so war, ein genialer Zug, das Thema ist faktisch tot.

    Zur NSU: Sie macht tatsächlich kaum Sinn für jemand , der sich mit den Täuschungs- etc Strategien unserer Dienst befasst. Außer: Der Tod der beiden Uwes im Wohnmobil war eine riesige Desinformations-/Manipulationsaktion inkl. allem weiteren, also des U-Ausschusses etc. Aber wovon? Timing ansehen ist bei sowas essentiell, Berlusconi hat von der parlam. Abstimmung über seine „Rettet-Berlusconi-Gesetze“ auch immer mit irgendwelchen unpolitischen Sensations-Nicht-Ereignissen abgelenkt, das ist heute guter „Demokratie“-Standard. Also was war vor/um den 11. November 2011, dem Todestag der Uwes? Aus Wiki-Artikel „ESM“: „Der Vorsitzende der slowakischen liberalen Partei Sloboda a Solidarita (Freiheit und Solidarität) und ehemalige Parlamentspräsident Richard Sulík stimmte im Oktober 2011 gegen die Aufstockung des Euro-Rettungsschirmes und löste mit seinen Parteikollegen eine Regierungskrise aus. “ Sulik wurde schnell danach ‚demokratisch‘ beseitigt, und die Slowakei stimmte dann natürlich für den ESM. Er war davor oft in deutschen Talkshows – erinnert sich noch jemand? R.I.P für einen echten Demokraten.

    Und in Deutschland? Wieder aus Wiki-Artikel ESM, Unterpunkt „Weitere Kritik“:
    „Die Bundesbank warnte in einer offiziellen Stellungnahme vom 19. September 2011: „Mit den Beschlüssen der Staats- und Regierungschefs des Euro-Währungsgebiets und der EU-Organe vom 21. Juli 2011 wurden an entscheidenden Stellen erneut Änderungen an den Reformvorhaben vorgenommen. Es wurde beschlossen, den Instrumentenkasten der EFSF (und des zukünftigen ESM) deutlich auszuweiten. […] Mit diesen Beschlüssen erfolgt ein weiterer großer Schritt in Richtung gemeinschaftlicher Haftung und geringerer Disziplinierung durch die Kapitalmärkte, ohne dass im Gegenzug die Kontroll- und Einflussmöglichkeiten auf die nationalen Finanzpolitiken spürbar verstärkt werden.“[48]“ –>Böse, fundierte Kritik also…

    Es gab auch massive Kritik der Rechnungshofpräsidenten:
    „Am 13. und 14. September 2011 fand in Wiesbaden die Konferenz der Rechnungshofpräsidenten des Bundes und der Länder statt. Die Teilnehmer sprachen sich dafür aus, eine wirksame, mit Prüfungsrechten ausgestattete öffentliche Finanzkontrolle des ESM einzurichten.“

    Auch in genau diese Zeit fiel die FDP-Mitgliederumfrage zur Eurorettung von Frank Schäffler. Etc. etc. Es gab tatsächlich ECHTE, MASSIVE Kritik.

    Turbulente Zeiten also für die Eurorettung, und mit dem ESM sollte ja schließlich parlamentarisch abgesegnet die Demokratie beerdigt werden. Was lag da näher, als zur maximalen Ablenkung mit der NSU-Wohnmobilexplosion eine hübsche Sensationsstory platzen zu lassen – die noch dazu alles drin hatte, um den Deutschen jede Art von „Nationalistischen Tendenzen“ (zB potenzielle Enthaltung vom ESM…) als direkt „in die Nazi-Katastrophe führend“ zu verkaufen und überhaupt kräftig auf die (ja, Klischee, aber treffend) „Ach-Gott-was-haben-wir-bösen-nationalistischen-Deutschen-da-wieder-ZUGELASSEN-Tröte zu blasen – und genau das passierte. Ich weiß nicht, ob es so war – aber es spricht einiges dafür. Ein grandioser Schachzug wäre das gewesen, und man riskierte dabei sogar, dass unsere VS-Ämter sehr öffentlich als das erschienen, was sie sind, korrupte verkommene Sauläden. Aber ein hinnehmbarer Kollateralschaden, und Medien und Politik haben ja alles getan, um das Ganze unter dem Vorwand der „brutalstmöglichen Aufklärung“ soweit möglich zu vertuschen. Außerdem, wen kümmert das Image der Dienste, wenn man eh gerade so schön dabei ist, die Demokratie zu unterhöhlen?

    1. Ich verschrieb mich: Die Uwes starben am 4. November, nicht am 11. Nur dass mir keiner mangelnde Sorgfalt vorwirft. Warum die beiden vorher 10 Jahre mordeten, ist natürlich eine ganz andere Geschichte, ich verweise auf die mittlerweile recht weit verbreiteten recht schlüssigen Erläuterungen des bayerischen Richters a.D. Heindl dazu, nur so als Anregung. z.B. hier. http://www.politaia.org/sonstige-nachrichten/nsu-skandal-unglaubliches-interview-mit-herr-richter-a-d-heindl/

  6. Das wird ja immer „besser“. Bitte beobachtet weiter zu diesem Thema.
    Kramer also als Geschichtenerzähler angezählt. Daß er völlig rumspinnt, glaube ich aber nicht so recht. Ansonsten vermute ich – und wirklich glaubhaft sind mir andere Theorien nach wie vor nicht – daß „die Uwes“ vielleicht kleine banküberfallende Fische waren, die man zwecks Ablenkung (ESM ist sehr plausibel!!) geschlachtet hat, aber zumindest bis jetzt noch nicht, daß die alle die zusammengefaßten Morde begangen haben (ich vermute, das waren verschiedene Personen – die nach wie vor frei herumlaufen.). Es leuchtet mir nach wie vor nicht ein, was sie dafür für ein Motiv gehabt haben sollten, was das für ein übergreifendes kriminelles Netzwerk gewesen sein sollte, das sich auf das Niveau von ordinärem Taxifahrer-/Kneipier-/Kioskbetreiber-Mord hinabläßt. Sowas ist üblicherweise kassengriffiger Raubmord oder örtlichen „Verteilungskämpfen“ geschuldet (jemand vermutete mal, Bau von Einkaufszentren; Schutzgelderpressung gibt es natürlich auch).

  7. Bundeswehr: Diebe stehlen tausende Schuss Munition
    Bei einem Einbruch in eine Bundeswehr-Kaserne in Seedorf wurden 28.000 Schuss Munition gestohlen. Die Diebe brachen mehrere Munitionsbunker auf und entwendeten Pistolen- und Gewehrmunition.
    (…)
    Da die Bunker mitten auf dem gut gesicherten Kasernengelände stehen, könne er nicht ausschließen, dass die Munitionsdiebe aus den Reihen der Soldaten stammen, sagte Hinkelmann.
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/08/bundeswehr-diebe-stehlen-tausende-schuss-munition/comment-page-1/#comment-419209

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