RAF-, NSU-Terroristen begingen dubiose Selbstmorde

In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hätten Terroristen immer wieder Selbstmorde begangen:

Der (angebliche) Einzeltäter Gundolf Köhler soll sich zusammen mit einer Bombe am Haupteingang des Oktoberfestes in die Luft gesprengt haben. Der Einzeltäter, Waffen- und Sprengstofflieferant Heinz Lembke mit Verbindungen zu Köhlers rechtsextremen Umfeld wollte aussagen, doch wurde er einen Tag vor seiner Vernehmung erhängt in seiner Gefängniszelle aufgefunden; laut Staatsanwaltschaft ein „einwandfreier Selbstmord“ (2).

Ähnlich sind sich auch die selbstmörderischen Schicksale der mutmaßlichen Mitglieder der NSU-„Kleinstzelle“, sprich Einzeltäter, Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und den RAF-Mitgliedern Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gudrun Ensslin. Zum Zeitpunkt des Ablebens der RAF-Mitglieder waren sie zudem im sichersten Gefängnis Deutschlands inhaftiert, in Stammheim.

Die seitens des Staates verkündeten Selbstmord-Versionen werden aufrechterhalten, trotz aller entgegenstehender Fakten, die dieser Artikel vorstellt und vergleicht. Es kommen überraschende Ähnlichkeiten so zu Tage. Erschwert wird der Vergleich, weil in Sachen Böhnhardt und Mundlos bis heute [15.01.13] weder ein “abschließendes waffentechnisches Gutachten zur Selbsttötung (…) [noch] der Abschlussbericht über die Obduktion der beiden Toten” veröffentlicht wurde  (TA).

In Sachen „Todesnacht in Stammheim“ untersuchte der Autor Helge Lehmann die Faktenlage. Er stellte zusammen mit einem Angehörigen der verstorbenen Inhaftierten Ensslin einen „Antrag auf Neuaufnahme des Todesermittlungsverfahrens.“ (TN) Aus diesem Antrag wird auszugsweise zitiert, aber nur ein Teil der überwältigenden Hinweise für eine Ermordung der Inhaftierten präsentiert.

Zweifelhafte Begründung für „Selbstmorde“

NSU

Am 04.11.11 wurden die erschossenen Mundlos und Böhnhardt in einem kurz zuvor brennenden Wohnwagen gefunden. Sie hätten den Freitod gewählt, weil sie von einer Polizeistreife entdeckt wurden. Sie hätten die Ausweglosigkeit ihrer Situation und keinen anderen Ausweg gesehen. Daher hätte sie sich erschossen.

RAF

Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gudrun Ensslin hätten in der Nacht zum 18.10.1977 Selbstmord begangen. Jan-Carl Raspa hörte im Radio, dass eine Befreiungsaktion für sie scheiterte. Dies teilte er per Kommunikationsanlage den Mitinsassen in den anderen Zellen mit. So hätte man sich entschlossen, sich selbst zu töten. Baader und Raspe hätten sich mit Schusshaffen in ihren Zellen per Kopfschuss erschossen. Frau Enssin hätte sich erhängt. Ein weiteres inhaftiertes RAF-Mitglied, Irmgard Möller, hätte versucht, sich selbst durch Stiche ins Herz zu töten. Bis heute tritt Möller jedoch der behördlichen Version entgegen, die Gruppe wollte einen Gruppen-Selbstmord verüben. Möller erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen Mordes bzw. Mordversuchs (2.2)

Bewertung

Diese behördlichen Darstellungen sind abwegig, da den Terroristen die Möglichkeit offenstand, gegen die von Ihnen verhasste Staatsgewalt bewaffnet vorzugehen. Warum sollten sie kampflos den Freitod wählen und nicht wenigstens versuchen zu fliehen?

Erster Eindruck des Tatortes

NSU

Erste Medienberichte stützten sich auf Augenzeugen von Feuerwehr und Polizei, die den Wohnwagen als erste betraten. Nach Aussage eines Polizisten würde …

“… die Spurenlage in dem Wohnmobil, in dem die Leichen der beiden gefunden wurden, nicht unbedingt auf einen gemeinsamen Suizid hin[deuten]” (4).

RAF

Der Ermittler des Landeskriminalamtes Peter Raisch sah am Morgen des 18.10.1977, als einer der ersten, den toten Andreas Baader in seiner Zelle. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen im Jahr 2008 äußert er sich folgendermaßen:

„Er habe in diesem Moment an vieles gedacht, nur nicht, dass es Selbstmord war.“ (5)

Schnelle mediale Verbreitung der Selbstmord-These

NSU

Die erste Meldung am 04.11. um 14:51 von Bild.de:

„Sprengten sich Täter in die Luft? Zwei Leichen nach Bankraub in Eisenach gefunden! (bild)

Am 07.11. gab die Polizei offiziell bekannt: Selbstmord (5.1). Ein Sprecher der Polizei Gotha am 08.11:

„Die Männer haben sich definitiv selbst getötet (…) Das habe die gerichtsmedizinische Untersuchung ergeben.“ (6)

Mundlos und Böhnhardt wären „an einem Brust- und einem Kopfschuss“ gestorben. Medien berufen sich etwa auf Zeugen der Berufsfeuerwehr, die aussagen, dass er im Wohnwagen eine Leiche „mit einem großen Loch in der Stirn“ am Tisch sitzen sah und eine weitere im Gang liegend mit einer Schusswunde „wahrscheinlich im Oberkörper” (6). Ein späterer Bericht weist darauf hin, dass …

“Böhnhardt (…) im Tod eine Waffe in der Hand [gehalten hätte], aus der kein Schuss abgefeuert worden war.” (7)

Ab 12.11.11 berichten Medien vom NSU-Bekennerfilmen (8). Die Existenz einer NSU-Terrororganisation wird bekannt. Schon am nächsten Tag am 13.11 bekräftigte der zuständige Staatsanwalt Thomas Waßmuth das Obduktionsergebnis: Selbstmorde durch Kopfschüsse (9).

RAF

Auch beim Tod der RAF-Terroristen legten sich die Behörden nach dem Auffinden der Leichen, innerhalb Minuten, auf Selbstmord-Theorie fest:

Ab 07.41 wird die erste Zelle der inhaftieren RAF-Mitglieder im Gefängnis „Stammheim“ geöffnet. Um 08.07 Minuten wird schließlich die Zellen-Türe von Baader geöffnet, um 08.30 sein Tod festgestellt. Auch der Tod von Ensslin wird in dieser Zeit festgestellt. Erst gegen 08:40 werden die Türen der übrigen inhaftierten RAF-Mitglieder Verena Becker und Sabine Schmitz geöffnet. Jedoch verbreitete die Nachrichtenagentur dpa bereits um 08:53 die Meldung: „Baader und Ensselin haben Selbstmord begangen.“ (10)

„Eine grundlegende Regel der Geheimdienste ist, dass sie nach einer Operation ihre Geschichte drei Tage in den Medien halten müssen. Anschließend ist es egal, was passiert: Jeder wird sich an die ursprüngliche Geschichte als die Wahrheit erinnern.  Aber das galt vor den Tagen des Internets.“

„The basic rule of false flag and other disinfo operations is that, if you can keep your basic story in the forefront of the media for three clear days, it doesn’t matter what is said after that: everyone will remember the original story as the truth. But this was before the days of the Internet. „

Freudsche Versprecher geben Hinweise?

NSU

Thüringens Innenminister Geibert am 14.11.11:

„Unsere Situation war, war die Situation, zwei Banküberfälle zu haben, die Gottseidank dann den ganzen  Treiben auch ein Ende gesetzt haben, mit der Erschießung der Täter in diesem Wohnmobil.“ (11)

RAF

Im Jahr 2002 beschrieb der 1977 amtierende Bundesjustizminister Hans Jochen Vogel in einer Talksendung einen morgendlichen Anruf:

„(…) er habe am 18.10.1977 zwischen 5.00 und 5.30 Uhr durch einen Anruf des damaligen Generalbundesanwalts Kurt Rebmann vom Tod der RAF-Gefangenen Baader und Ensslin erfahren.

Der Zeitpunkt, an dem die erste Zelle im 7. Stock der JVA Stammheim an diesem Morgen geöffnet wurde, war 7.41 Uhr, als die Vollzugsbeamten Gerhard Stoll und Willi Stapf die Zelle von Jan-Carl Raspe betraten.“(12)

Lautlose Schüsse

NSU

Als Böhnhardt und Mundlos bemerkten, dass eine Polizei-Streife sich ihrem Wohnwagen näherte, hätten sie einen einzigen Schuss auf die Polizisten abgegeben:

“Wir wussten, dass sie scharfe Waffen hatten. Sie haben mit einer MPi auf uns geschossen”. (13)

Es gibt jedoch unterschiedliche Zeugenaussagen, ob Schüsse gehört wurden oder nicht. Die Polizisten hätten nur “zwei Knallgeräusche” gehört, “es sei unklar, ob es sich um Schüsse gehandelt habe.” (14) “Kurz darauf” wären schon die ersten Flammen aus dem Wohnmobil gelodert, die Beamten hätten mit gezogener Pistole Deckung gesucht (15). Auch die meisten Anwohner sahen nur das Wohnmobil brennen …

“… , aber weder davor noch danach Schüsse gehört. Lediglich eine Familie hatte gegenüber der Polizei von drei Schüssen gesprochen. Eine Frau, die nicht einmal zehn Meter vom letzten Standort des Wohnmobils wohnt, nahm durch ihr geöffnetes Fenster den Geruch von verbranntem Plastik wahr. “Schüsse sind aber keine gefallen, das hätte ich gehört”, sagt sie.” (16)

RAF

Richtige Schüsse hörte man auch in Stammheim nicht – trotz der strengen Bewachung:

„Keiner der Gefangenen und diensttuenden Justizbeamten hat in dieser Nacht Schüsse gehört.“

„Bei einem Schuss aus einer Faustfeuerwaffe ohne Schalldämpfer kann man von einem
signifikanten Geräusch ausgehen, das sich von den üblichen Geräuschen unterscheidet. In der Todesnacht sollen nach offizieller Darstellung vier Schüsse abgegeben worden sein. „(17)

Veränderung des Tatorte

NSU

Laut Zeugenaussagen wäre Mundlos im Wohnwagen auf dem Boden gelegen, dagegen Böhnhardt auf der Sitzbank gesessen. Laut Ermittlungsakten wären sie jetzt auf dem Boden des Gangs gelegen. Mundlos Kopf wäre durch einen Schuss teilweise zerstört gewesen, und hätte laut Obduktion keine Brustverletzung gehabt. Interessanterweise wurde Mundlos Körper während der Obduktion „nicht auf der Rückseite geöffnet“ sondern im Brustbereich; „Um jegliche Zweifel an den Todesumständen auszuschließen“, habe man eine erneute Untersuchung angeregt. (18)

Diese Version könnte eventuell durch ein Tatort-Foto widerlegt werden, dass die Bild-Zeitung zugespielt bekam. Es zeigt ein dunkles rohrförmiges Gebilde, das auf der verkohlten Sitzbank liegt. Ist es die Pumpgun von Böhnhardt? Das würde beweisen, dass Böhnhardt tatsächlich auf einer Sitzbank sitzend gefunden wurde und nicht am Boden lag.

RAF

Auch als man die Leiche von Baader fand, wurde die Leichen-Position, genauer die Stellung des Armes verändert. Mehrere Vollzugsbeamte schilderten die ursprüngliche Lage Baaders, dass seine beiden Oberarme parallel zum Oberkörper am Baden lagen, und beide Unterarme nach oben in Kopfrichtung angewinkelt. In den Ermittlungsakten wird jedoch eine leicht veränderte Körperhaltung angegeben. Desweiteren …

„Auf den ersten Polizeifotos bis Bild-Nr. 6 ist die Lage des Kopfes von Andreas Baader auf einer Dreiersteckerleiste sowie eine Sonnenbrille eng bei seinem Kopf zu erkennen. Ebenso ist auf dem Bild-Nr. 5 deutlich zu sehen, dass entlang des Paravan kein Stromkabel, welches von oben nach unten verläuft, sichtbar ist.
Ab dem Polizeifoto Bild-Nr. 10 ist sichtbar, dass sich der Kopf von Andreas Baader in einer anderen Position auf der Steckerleiste befindet. Ab Bild 12 sieht man, dass die Sonnenbrille abweichend von der Position der ersten Bilder nun auf der Steckerleiste liegt und dass ein Kabel an der linkenSeite des Paravan von oben nach unten verläuft. Auch ist die Blutanhaftung auf dem Dreierstecker deutlich verändert, was sich nicht durch die Wunde im Nacken erklären lässt. Diese liegt nicht auf dem Dreierstecker auf. Ein Tatort darf bei der Spurensicherung und -dokumetation auf keinen Fall verändert werden. Aufgrund der Tatortfotos wird ersichtlich, dass während der Spurensicherung Tatortveränderungen vorgenommen wurden.“(19)

In Baaders Zelle fand man an einer Wand klebend menschliche Blut- und Gewebespuren. Leider ging Spur Nr. 6 aber verloren und wurde daher bei Spurenauswertung nicht mehr erwähnt.

„Auf der gegenüberliegenden Wand findet sich ein Einschuss (Spur 5) und eine Blut- und Gewebespur (Spur 6). Die Spur 6 ist am 18.10.1977 auf dem Weg zur Untersuchung verschwunden, ein Polizeifoto mit der Foto-Nr. 58 existiert im Staatsarchiv Ludwigsburg.“(20)

Waffen, Einschusslöcher und Munition

NSU

Durch eine zweite Obduktion kam man auf eine neue Schlussfolgerung der Todesumstände: Mundlos erschoss Böhnhardt. Es wurde nur in der Lunge von Mundlos Rußpartikel des Feuers gefunden (21). Daher müsste erst Mundlos seinen Freund Böhnhardt erschossen haben, dann das Feuer im Wohnwagen gelegt und sich anschließend selbst erschossen haben.

Es gibt zwei Einschusslöcher im Dach des Wohnmobils. Eines im hinteren Teil und das andere vorne bei der Seitentüre. Daher hätte Mundlos bei der Erschießung Böhnhardts die Waffe steil nach oben halten müssen und zwar vorne an der Seitentüre!

„Von Bodennähe abgefeuert müsste die Kugel von unten kommend erst Böhnhardts seitlich Schädel durchschlagen haben und anschließend noch die Wohnmobil-Decke vorne an der Seiten-Türe!” (22)

Daraufhin …

“… setzt er sich auf den Boden, legt die Pumpgun vor sich, steckt die Waffe in den Mund, tötet sich.” (23)

Da es sich um eine Langwaffe handelt, musste dieser ungewöhnlicher Vorgang Mundlos doch Mühe gemacht haben, die Mündung in seinen Mund zu bugsieren. Ungewöhnlich auch deshalb, weil Mundlos ja auch Handfeuerwaffen im Wohnmobil zur Verfügung gehabt hätte.

RAF

An Baaders „Selbstmord“ ist ungewöhnlich, dass das Projektil nachdem es seinen Kopf durchschoss, neben ihm zu Boden fiel und nicht auf die gegenüberliegende Wand einschlug.

„Im Spurenauswertebericht steht „Das abgefeuerte Geschoß drang nur noch mit schwacher Restenergie aus dem Schädel und blieb im unmittelbaren Bereich der Leiche liegen.“ (…) Darüber hinaus wird beantragt, durch Befragung erfahrener Kriminalisten einer Mordkommission zu ermitteln, ob es deren Praxiserfahrungen entspricht, dass ein aus nächster Nähe in einen menschlichen Schädel abgefeuertes Projektil tatsächlich mit so wenig Restenergie direkt neben der Leiche zu Boden fällt oder nicht vielmehr eine gegenüberliegende Wand erreichen würde.“(24)

Stanzmarken, Schmauchspuren und Fingerabdrücke

NSU

Böhnhardts Schläfe hatte keine „Stanzmarke“ einer Waffe (25). Die Böhnhardts und Mundlos Körpern gefundenen Schmauchspuren sind „nicht schusshandtypisch“, jedoch könnten sie durch den Brand und die Löscharbeiten verschwunden worden sein.

“An den Leichen wurden jeweils 16 Stellen auf Rückstände untersucht, die beim Schießen entstehen. An Böhnhardts Händen fanden sich sechs Schmauchpartikel, bei Mundlos zwei.

Zwar weisen die LKA-Experten darauf hin, dass die geringen Mengen „nicht schusshandtypisch“ seien. Zugleich konstatieren sie, ein Großteil der Spuren sei „mit Sicherheit“ vernichtet worden – durch die enorme Hitzeeinwirkung, den Brandschutt und das Löschwasser.” (25)

RAF

Bei Baader´s und Raspa´s Händen liegt der Fall ähnlich, kaum Schmauchspuren:

„Laut BKA-Gutachten wurden an den Händen von Andreas Baader und Jan-Carl Raspe keine signifikanten Schmauchspuren gefunden. Beide Gefangenen trugen keine Handschuhe. Beim Abfeuern einer Faustfeuerwaffe haften signifikante Schmauchspuren an der Hand des Feuernden. Jemand, der sich mit einer solchen Waffe erschießt, muss also zwangsläufig an mindestens einer Hand solche Schmauchspuren aufweisen.“(27)

Nicht einmal an den Einschüsslöchern an ihren Köpfen fand man ausreichende Schmauchspuren für einen aufgesetzten Schuss ….

„Der Vergleich von der auf Baaders Hautstück mittels der Röntgenfluoreszenzanalyse gemessenen Impulsrate mit der einer Schussabgabe auf Schweinehaut ergibt laut Gutachten eine Schussentfernung von 30-40 cm. Aufgrund der im Nacken befindlichen Einschussöffnung und der dort sichtbaren Prägemarke und dem Vorhandensein einer Schmauchhöhle wird von einem aufgesetzten Schuss ausgegangen. Der Widerspruch wird mit einer „Verschleppung von Pulverschmauchspuren“ erklärt. Bei ausführlichen wissenschaftlichen Versuchen hat man festgestellt, dass Schmauchelemente eine erstaunliche Resistenz gegenüber verschiedenen Einflüssen physikalischer oder chemischer Art haben.“(28)

Zudem stimmte die „Stanz- oder Prägemarke“ bei Baader stimmte nicht mit der angeblich verwendeten Schusswaffe überein:

„Der Lauf der Waffe aus der Zelle von Andreas Baader wurde bei der Obduktion in der Nacht vom 18./19.10.1977 zum Abgleich der Prägemarke an die Einschussöffnung im Nacken gehalten. Dabei wurde festgestellt, dass die Prägemarke nicht dem Originallauf der Pistole FEG 7,65 mm entspricht.“(29)

An den Mordwaffen wurden keine Fingerabdrücke festgestellt:

„Laut BKA-Gutachten wurden auf den Waffen, die in den Zellen von Baader und Raspe aufgefunden wurden, keine Fingerabdrücke festgestellt.
Auch auf dem Anstaltsmesser in der Zelle von Irmgard Möller, mit dem sie sich die Stiche in die Herzgegend selbst zugefügt haben soll, wurden ebenfalls keine Fingerabdrücke gefunden.42 Es wird beantragt zu untersuchen, ob auf den Waffen Substanzen waren, die Fingerabdrücke auf dem Material nicht haften lassen.“(30)

Nachgeladene Pistolen

NSU

Im Wohnwagen befanden sich …

„… Sieben Waffen, alle waren durchgeladen.“ (31)

Wie konnte Mundlos mit zerstörten Kopf die Pumpgun noch-einmal durchladen? Die beiden ausgeworfenen Patronenhülsen der Pumpgun fanden Polizisten „direkt neben den Leichen.“ (31.1)

RAF

In Baaders Zelle wurden 3 Geschosshülsen und Geschosse gefunden. In Baaders Pistole passten 8 Patronen, es waren noch 7 Patronen in der Pistole. Baader gab also erst zwei Schüsse in seiner Zelle ab, dann lud er seine Pistole nach. Erst anschließend setzte er sich den finalen Todesschuss. Jedoch ist nicht untersucht worden, ob…

„… ob alle abgefeuerten Geschosse aus der Waffe stammen, die in der Zelle 719 von Andreas Baader gefunden wurde. Es wird beantragt, mittels eines ballistischen Vergleichsgutachtens festzustellen, ob alle in Baaders Zelle gefundenen Projektile mit der dortigen Waffe abgefeuert wurden.“ (32)

Glücks-Funde

NSU

Im verbrannten Wohnwagen wurde ein unbeschädigter Rucksack auf einer verrußten Matratze gefunden. Matratze und Textilien wären zusätzlich vom geschmolzenen Plexiglas des Wohnmobils verschmutzt gewesen.

Auf dem hinteren oberen Schlafplatz lagen mehrere Bekleidungsstücke und darauf ein nagelneuer Tourenrucksack. Was auffällt: Während Matratze und Textilien deutliche Schmutzspuren aufweisen, verursacht offenbar von dem durch die Hitzeeinwirkung geschmolzenen Plexiglasfenster über dem Bett, ist der darauf liegende Rucksack fleckenlos.” (33)

Am 5. November 2011 wurden die Beweisstücke aus dem Wohnmobil geborgen und dokumentiert, der Rucksack wurde von Beamten durchsucht. Sein Inhalt wird an diesem Tag fotografisch festgehalten. Das Bild aus der Ermittlungsakte zeigt mehrere, mit Banderolen versehene Geldbündel mit über 23 000 Euro aus einem wenige Wochen zurückliegenden Bankraub in Arnstadt sowie drei Kartons mit Patronen aus den Innentaschen.

Fast einen Monat später wurde am 01.12. noch etwas “entdeckt”. In einer Innentasche stießen die Ermittler auf “sechs DVDs mit dem NSU-Bekennervideo”. (34)

RAF

Auch in Stammheim wurden solche „Glücksfunde“ gemacht:

„Direkt nach der Todesnacht wurden alle Zellen der RAF-Gefangenen durch das LKA eingehend durchsucht. Die Zellen wurden zuerst beschrieben und dann die Hohlräume im Waschbecken und WC untersucht, der Boden genau kontrolliert und die Sockelleisten entfernt, um dahinter nach Versteckmöglichkeiten zu suchen. Außerdem waren nach der Todesnacht bis zum Umbau in der III. Abteilung keine Gefangenen mehr untergebracht.
Insgesamt in vier Zellen wurden vom LKA Baden-Württemberg bei diesen Untersuchungen nach dem Entfernen der Sockelleisten, teilweise unter Mithilfe von Spürhunden, Sprengstoff gefunden.
Diese vier Zellen waren 1977 für mehrere Monate nicht von Gefangenen belegt. Bei der eingehenden Durchsuchung der Zelle 721 im Oktober 1977 wurde auch nach dem Abnehmen der Sockelleisten nichts gefunden. Am 11.11.1977 sollten dann in dieser Zelle die Gefangenen Josef Frustuck und Günter Köder als Teil eines Bautrupps Stemmarbeiten durchführen und den PVC-Boden entfernen. Sie begannen ihre Arbeit mit dem Entfernen der Sockelleisten. Nachdem die Leiste an der Stirnwand entfernt worden war, rollte ihnen ein kleines Päckchen mit Sprengstoff entgegen, das sie sofort einem Aufsichtsbeamten übergaben. Nach weiteren Untersuchungen des Verstecks fand sich dort noch mehr Sprengstoff in der Zelle.
Es wird beantragt zu untersuchen, wer den Sprengstoff zwischen dem 18.10.1977 und dem Beginn der Bauarbeiten im November 1977 dort versteckt hat.“ (35)

Anwesenheit des Geheimdienstes

NSU

Interessanterweise würden Polizisten aussagen, dass

„… unmittelbar nachdem die beiden tot in ihrem Camper lagen, der Bundesnachrichtendienst und der militärische Abschirmdienst hier in Thüringen in Erscheinung getreten ist. (…) Das fanden die Polizisten sehr seltsam, weil bei einem Anführungsstrichen, normalen Sparkassenraub, Anführungsstrichen, könnte man sich gar nicht erklären, was der BND und MAD da tut.“ (36)

RAF

In Stammheim wurden im Vorfeld auch Geheimdienst-Aktivitäten beobachtet:

Am 07.10.1977 schrieb Andreas Baader an das Gericht einen Brief. Er informierte, dass Vollzugsbeamte ihm sagten, dass „der Staatsschutz regelmäßig“ in ihrem 7. Stock in Stammheim aufhalten würde. Dies bestätigt Irmgard Möller und auch der damalige Leiter Stammheims, Hans Nusser, bestätigt dies.(36.1)

In der Stammheimer Todesnacht wurden verdächtige, einfahrende Autos im Hof bemerkt, eine Feuertreppe führte vom Hof direkt in den 7. Stock und die Anti-Terror Einheit war nach der Todesnacht in Stammheim aktiv:

„Am Abend des 18.10.1977 nahm der Gefangene Werner W. aus Zelle 619 mit Blick auf den Innenhof an einer Diskussionsrunde in der JVA teil. Er hat laut seiner Aussage nur wenige Stunden nach seiner Wahrnehmung aus seiner Zelle im 6. Stock in der Nacht vom 17.10. auf den 18.10.1977 in die JVA Stammheim einfahrende Fahrzeuge gesehen.
Bei seiner zweiten Vernehmung am 2.11.1977 bestätigte er diese Wahrnehmung nochmals“

„Anfang November 1977 bei einer Ortbesichtigung der JVA Stammheim durch Abgeordnete des Landtags Baden-Württemberg wird im Hof eine bis dahin unbekannte Tür entdeckt, die zu einer Feuertreppe führt. Über diese Feuertreppe13 gelangt man direkt in die III. Abteilung im 7. Stock.“

„Nach aktueller Recherche berichteten während einem Interview zwei ehemalige Vollzugsbeamte unabhängig voneinander, dass die GSG9 [Anti-Terror Einheit der Bundespolizei] nach der Todesnacht in Stammheim aktiv wurde.“(37)

Fazit

Es ist unverantwortlich anzunehmen, Geheimdienste würden ihre eigenen Vergehen selbst aufklären. Das zeigt auf perfide Art und Weise die “Obduktion” der Leiche des 1967 per Kopfschuss ermordeten Studenten Benno Ohnesorgs. An seinem Kopf wurden Knochen-Splitter um das Einschussloch herum entfernt, um anschließend das Einschussloch zuzunähen. “Im Totenschein ist als Todesursache angegeben: “Schädelverletzung durch stumpfe Gewalteinwirkung.” (38)

Eine parlamentarische Untersuchung muss selbst pro-aktiv ermitteln und darf sich nicht darauf verlassen, beliefert zu werden. Im Moment kann im NSU-Untersuchungsausschuss verfolgt werden, wie Parlamentarier an der Nase herumgeführt werden.

Angesicht der „Geschichten aus 1000 und 1 Nacht“, die in Sachen „Todesnacht in Stammheim“, der Öffentlichkeit präsentiert werden, wird es interessant: Was mögen die waffentechnischen Gutachten zur (angeblichen) Selbsttötung Mundlos, der Erschießung Böhnhardts sowie der Abschlussbericht der Obduktion herausgefunden haben?

3 Gedanken zu „RAF-, NSU-Terroristen begingen dubiose Selbstmorde“

  1. Den NSU mit der RAF zu vergleichen, wäre so, als ob man einen Trabant mit einem Porsche Turbo vergleicht. Die NSU-Mörder waren ganz normale Auftragskiller, nicht mehr und nicht weniger. Ob sie im Auftrag des Schwäbisch Haller Ku-Klux-Klan Ausländer mordeten, oder als politische Auftragskiller, ist unerheblich. Es waren ganz normale Kriminelle – keine Terroristen. Und die Zschäpe ist nicht so unschuldig, wie es aus dem Artikel hervorgeht.

    +++ Es sind Geschichten von Missgeschicken der Sicherheitsbehörden +++
    Über Fraktionsgrenzen hinweg sprechen die Abgeordneten von einem „Totalversagen der Sicherheitsbehörden“. Mal ein Blick hinter die Kulissen:

    NSU-Skandal – Interview mit Richter Heindl aus Nürnberg:
    „Man benötigte eine Gruppe, die für politische Morde zur Verfügung steht. Und das hat dann dazu geführt, dass man nach bestimmten Personen ausgespäht hat.
    In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass eine Gruppe aus Bamberg, alles Zeitsoldaten der Bundeswehr, die nach der Entlassung für solche „Aufgaben im Graufeld“ zur Verfügung standen.

    Die Gruppe des Thüringer Heimatschutzes war von Anfang an aus Bayern gesteuert. Von den insgesamt ca.140 Mitgliedern sollen davon ca. 100 V-Leute verschiedener Verfassungsschutzämter gewesen sein. Die restlichen 40 waren einfache Mitglieder, bzw. einige lediglich auf dem Papier vorhanden. Der Aufbau dieser und anderer solcher Organisationen wurde aus den Spitzelhonoraren der V-Leute, oder aus dem Denkmalschutz „abgezweigt“, (also vom Steuerzahler finanziert).

    Die NSU Gruppe ist zuerst nach Chemnitz abgetaucht und von dort nach Zwickau. Die Verfahren der NSU-Untersuchungsausschüsse zeigen, dass (auch) diese Gruppe die ganze Zeit vom Staat und von den in Frage kommenden Ämtern geschützt worden ist. Das war ein aktives, zielgerichtetes Handeln, das jetzt als ein Kette von Pannen und bösen Zufällen dargestellt wird“.

    Der NSU war teilweise an der Mordserie an den Ausländern beteiligt. Das war die Mordserie mit der bekannten Cheska. Das Trio hatte aber drei Cheskas und ein umfangreiches Waffenarsenal, teilweise im Wohnmobil (wo die Uwes ermordet wurden), teilweise in ihrer Zwickauer Wohnung.

    Das Trio stand aber auch als Auftragskiller für politische Morde zur Verfügung, wie es Richter Heindl korrekt formuliert hat.
    Am Sonntag, den 04.12.2011 um 13Uhr machte ich bei den NSU-Sonderermittlern, die extra aus Dresden angereist waren, auf dem Polizeirevier in Leipzig, Schongauer Strasse, die Aussage, dass ich Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt im Februar 2004 in El Campello bei Alicante, vor dem Campingplatz Costa Blanca gesehen hatte, auf dem ich seit dem 05.01.2004 campierte. Die bezahlten Mörder aus Zwickau verhielten sich sehr auffällig, zumindest für mich. Wenn ich nun das Puzzle zusammensetze, kann ich mich des Eindrucks nicht verwehren, dass sie auch mich, im Auftrag der Schwäbisch Haller Justizmafia liquidieren sollten. Auch damals hatte mein Deutscher Schäferhund durch seinen 7.Sinn „Gefahr“ signalisiert und ich mich entsprechend verhalten.

    Der Grund dafür war, dass Mitte 1993 in Öhringen ein Geldtransporter von Schwäbisch Haller Polizisten überfallen und dabei ein Wachmann erschossen wurde. Für diesen Raubüberfall und Mord sollte ich als Sündenbock den Rest meines Lebens im Gefängnis fristen. Nur einem glücklichem Zufall und dem Engagement der Chemnitzer Kripobeamten (neuer Wohnsitz) hatte ich es zu verdanken, dass ich meine Unschuld nachweisen konnte. Kurz darauf wurden die Ermittlungen „eingestellt“.

    [gelöscht]

  2. im Rahmen eines Interviews mit Jutta Ditfurth wegen ihres neuen Buches über Ulrike Meinhof , veröffentlichte der Stern im November 2007 ein unglaubliches Foto von Ulrike Meinhof das sie stranguliert in der Zelle zeigt mit einem Bein AUF einem Stuhl. Jutta Ditfurth hatte es bei ihrer Recherche im Archiv von Stammheim entdeckt. Online ist das Interview noch vorhanden, das Foto nicht. Interessant ist ein Verweis neben dem Artikel für einen anderen Beitrag vom Juni 2008 in der Sache. Darin erfährt der Leser dass die Staatsanwaltschaft alle Bilder aus Stammheim konfisziert hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.