Schweizer Rechtsextremismus-Experte analysiert NSU-Ermittlungsakten

Das schweizer öffentliche Fernsehen berichtete heute über eine Stellungsnahme des schweizer Rechtsextremismus-Experten Heinz Kaiser. Durch Analyse der NSU-Ermittlungsakten hätte er massive Unstimmigkeiten festgestellt. Warum ignorieren bisher deutsche Rechtsextremismus-Experten diese Ungereimtheiten? Ein Grund könnte sein, dass die NSU-Ermittlungsakten von einem politisch rechtsgerichteten Blogger namens „fatalist“ veröffentlicht, ausgewertet und kommentiert werden. Offenbar wollen sich die Experten nicht dem Vorwurf einer „Querfront“ aussetzen.

Es gibt unterschiedliche Eingravierungen an den Waffenschlitten zwischen der in Zwickau gefundenen (angeblichen) Ceska-Tatwaffe und anderen Waffen aus derselben Serie. Auch der Waffenexperte Daniel Wyss bestätigt diese Ungereimtheit:

„Waffen, die hintereinander hergestellt werden, sollten eigentlich dieselbe Beschriftungen haben.“

Heinz Kaiser vermutet, dass die deutschen Behörden die Herkunft der Waffe absichtlich verschleiern würden. Er hätte keine Reaktion erhalten, als er sie auf die Ungereimtheit aufmerksam machte.

Daraufhin forderte Ende 2014 der Journalist Thomas Moser  sogar parlamentarische Nachforschungen, um die Quelle von „fatalist“ zu identifizieren! Moser verweist auf sachlich falsche Auswertungen und die Opferfamilien beleidigende Kommentierungen des Bloggers. 

Diese Entgleisungen dürfen jedoch nicht dazu führen, dass die Akten und auch sämtliche Auswertungen des Bloggers tabuisiert werden. Statt sich die Rosinen aus seinen Veröffentlichungen zu picken, ist inzwischen eine Art „Selbstimmunisierung“ eingetreten. 

Ein anderes Beispiel dieses falschen Vorgehens:

Der schweizer Historiker Daniele Ganser veröffentlichte eine Studie über die NATO-Geheimgruppe „Gladio“. Ganser wird seitens Linken und „Antifaschisten“ eine „Querfront“-Verbrüderung mit Rechtsextremisten vorgeworfen, seitdem er an einer Diskussionsrunde mit dem ehemaligen Wehrsportler Kar-Heinz Hoffmann teilnahm. Aufgrund dessen versuchten linke Aktivisten, Vorträge Gansers in München zu verhindern, zum Teil mit Erfolg. Das Portal „Telepolis“ berichtete über die Hetzkampagne.

Der Hintergrund der Diskussionsrunde war, dass Ganser in seiner Studie Hoffmanns Wehrsportgruppe verdächtigte, beim Oktoberfestanschlag  möglicherweise beteiligt gewesen zu sein. In der Diskussion widersprach Hoffmann entschieden verschiedenen Darstellungen in Gansers Buch. Ganser reagierte darauf mit wissenschaftlichen Interesse und aufgeschlossen.

Dass er dabei freundlich blieb, wird ihm von Max Brym, Sprecher des OV Nord der Linken München vorgeworfen: 

„Daniele Ganser stimmte Hoffmann in dem Gespräch freundlich zu.“

Daniele Ganser antwortete auf diese Vorwürfe in einem Interview mit „Telepolis„:

Diese Vorwürfe kamen für Sie also völlig überraschend?

Daniele Ganser: Ja, ich war völlig überrascht und auch verärgert. Wenn man so dreist lügt und die Dinge verbiegt, täuscht man die Leser mit Absicht. Das darf man nicht tun. Zudem ist es für uns Schweizer völlig anders als bei euch Deutschen, wir sprechen mit allen. Bei uns gibt es dieses System der Kontaktschuld gar nicht. Es gibt niemanden in der Schweiz, den ich nicht treffen dürfte, nur weil er zu dieser oder jenen Gruppe gehört.“

21 Gedanken zu „Schweizer Rechtsextremismus-Experte analysiert NSU-Ermittlungsakten“

  1. „Moser verweist auf sachlich falsche Auswertungen und die Opferfamilien beleidigende Kommentierungen des Bloggers.“
    So, welche denn ? Und was das falsche Auswerten betrifft, da kann Moser ja wohl locker mithalten, oder ? Und was an den Kommentierungen für die Opferfamilien beleidigend sein soll, hat sich mir auch noch nicht erschlossen.
    Die Mordopfer bewegten sich ja wohl alle nachweislich in einer Grauzone zwischen legaler und illegaler Tätigkeit. Und darauf hinzuweisen ist also beleidigend ?

    MfG

      1. Das Beispiel Demir ist doppelt interessant: Einerseits hat sich der Blogger tatsächlich eine Weile abwertend über den Zeugen geäußert. Die Sinnfrage stellt sich da neben der Stilfrage. Andererseits wird Demir ja auch von den Behörden, der Anklage und den MSM komplett ignoriert, weil seine Version nun einmal gar nicht zur Anklageschrift passt und deutlich auf die vertuschte Staatsrolle in der ganzen Sache hinweist. Man kann sich aber schlecht vorstellen, dass Moser die Behörden- und Medieninformationen grundsätzlich ignorieren und diffamieren würde, wie er es mit dem Blog macht. Auch bei ihm stellt sich deshalb die Sinnfrage.

        1. die Ehefrau des Friseurs heisst Demir. Das ist Punkt 1.

          Ali Demir ist ein falscher Hund, das ist Punkt 2. 3 mal hat die Polizei sein Büro aufgesucht, nie war er da, alle seine Nachbarn wurden befragt, er nicht. Ein falscher Hund ist er deshalb, weil er nie auf die Polizei zuging, sich nie meldete, obwohl er wusste, dass die Polizei ihn 3 mal zu befragen versuchte.

          Demir hat sich an die Presse gewendet, statt dessen, und rumgemault, er sei nie befragt worden. Das ist hinterfotzig…

          1. Quelle!
            3 mal hat die Polizei sein Büro aufgesucht, nie war er da, alle seine Nachbarn wurden befragt, er nicht.“
            Es wäre auch verständlich, wenn er Misstrauen zur Polizei hat, angesichts der Beobachtung, die er machte. Trotzdem finde ich es komisch, dass die Polizei ausgerechnet ihn nie in seinem Büro getroffen hätte.

          2. Du liegst bestimmt nicht ganz falsch mit Deinen Hinweisen. Die Figur ist merkwürdig: einerseits omnipräsent in den Köpfen (von Anfang an bis hin zu Schorlaus Buch), andererseits von den Behörden angeblich ganz furchtbar ignoriert und geleugnet. Wie im Theater! Aber was steckt wirklich dahinter? Ich traue mich nicht, dazu eine feste Meinung zu haben.

          3. Zu Punkt 1:
            Demir ist der fünfthäufigste türkische Familienname in D. http://www.namenforschung.net/dfd/probeartikel/demir/
            Also etwa wie Schmidt.
            Ist ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen den beiden objektiv belegbar?

            Zu Punkt 2:
            Natürlich hat die Polizei keine anderen Möglichkeiten jemanden zu befragen, als dreimal bei ihm zu klingeln… Und weil Demir auf keinen Fall befragt werden möchte, redet er öffentlich darüber, dass er noch nie befragt wurde. Logik?!

            Fatalist sollte bei den Fakten bleiben, das gelingt teils doch ganz gut. Seine Schlussfolgerungen sind teils gruselignund ideologisch, was ihn als Ansprechpartner für viele disqualifiziert.

  2. Um den Vortrag Gansers am 29. Mai in Freising (auf Druck abgesagt) und am 30. Mai in München (ausgebucht) und die verleumdenden Ankündigungen bei AIDA und verschiedenen Zeitungen (u.a. der notorischen SZ) habe ich mich ein wenig gekümmert. Man findet den Text mit vielen Links unter der Überschrift „Neues zur Causa Daniele Ganser“ seit einigen Wochen auf meiner Homepage.
    Die haltlose Hetze gegen Ganser war ein Schlag ins Wasser, die Veranstaltung Tage im Voraus ausgebucht durch ganz normales, freundlich-interessiertes Publikum. Die Wirkung der Propaganda ist also sehr mau (,wenn nicht Offizielle das Fracksausen bekommen wie in Freising). Diese Leute haben eine besch*ene Reichweite und im Grunde keine Botschaft außer Verleumdung. Man kann das durchaus ein wenig polemisch als „Staatsantifa“ bezeichnen: keine Botschaft, keinen Einfluss, aber immer genügend Geld und Unterstützung zum Weitermachen. AIDA hat den Hetzbeitrag über Ganser übrigens nicht ins Archiv übernommen, als die Veranstaltung vorbei war. Ich wollte ihn als Beleg verlinken, habe ihn aber nicht mehr gefunden. Die merken selbst auch, wenn sie peinlich und vor allem auffällig werden.

  3. Danke für die Infos an Herrn Lehle.
    Na das wäre doch prima, wenn die offiziellen Verlautbarungen unserer Behörden ein bisschen kritische Hinterfragung aus der Schweiz erführen – vor allem, wenn ein Experte beteiligt ist, der brauner Umtriebe unverdächtig ist. Die deutschen Medien verharren ja weiterhin in Duldungsstarre.
    Im Sinne der Wahrheitsfindung: Danke und bitte weitermachen, Herr Kaiser. Wir kriegen es hier nicht auf die Reihe.

  4. So wie ich den Artikel von Thomas Moser verstehe, prangert er zwar Beleidigungen und sachliche Fehler an, aber die Identifizierung der fatalist-Quelle fordert er aus einem anderen Grund, nämlich dass dieser „mehr Desinformation als Information“ treibe (siehe Überschrift) und dass dahinter eine gezielte Absicht (sowohl des fatalisten als auch seiner Quelle) stehe, nämlich neben vielen (echten, aber zweitrangigen) Enthüllungen an den zentralen Punkten entweder direkt das Narrativ der Behörden zu stützen oder zumindest deren Verschleierungsstrategie mit umzusetzen.

    Aus seiner Eigenerfahrung heraus verständlich:
    Wenn man als Journalist behördliche Phantom-Bilder veröffentlicht hat und mit seinem Namen für deren Ursprung einsteht, dann will man keine aggressiven Töne hören, das sei ja alles falsch und „Beweis“ hierfür sei ausgerechnet ein anderer (angeblich wohl ganz großer, aber leider anonymer) „Journalist“.

    Genau an einem Punkt, wo die Akten mal wirlich ergiebigste Quelle sein könnten (denn es geht um Motive, Abläufe und gezielte Eingriffe in diese Behörden-internen Abläufe), da will der ungehobelte Akten-Großbesitzer auf einmal nicht mehr mit seinem Schatz prahlen, sondern sich in einer ganz neuen Rolle als „Journalisten-Flüsterer“ profilieren? Glaubhaft ist das nicht.

    1. @bekir
      Es handelt sich nicht um „zweitrangige Enthüllungen“. Drei Beispiele:
      1. Durch „fatalists“-Aktenveröffentlichung kam heraus, dass Fremd-DNA an entscheidenden Beweisstücken sich befindet. Erst jetzt greift dies der Bundestag-Ausschuss auf.
      2. Durch „fatalist“ wurde bekannt, dass alle „NSU-Opfer“ vor der Ermordung bedroht wurden, sich die Täter am Tatort auskannten und über die Verfügbarkeit des Opfers Bescheid wussten! Bis heute ignorieren Medien, Prozessbeteiligte und Politiker diesen Sachverhalt hartnäckig, obwohl die Opferauswahl bis heute unbekannt ist.
      3. Die ungenügende „Tatortarbeit“ in Stregda und Zwickau, die ungenügenden Todesermittlungen von Böhnhardt/Mundlos, auch die DNA-und fingerabdruckfreie Funde in TNT-Garage Zschäpes, wo beispielsweise eine Todesdrohung gegen „Ali“ auf Diskette abgespeichert gewesen wäre. Warum wurde dieses (angebliche) Beweisstück eigentlich nicht in Prozess eingeführt? Die dadurch mögliche Widerlegung der offiziellen Beweisführung, an der ich dadurch den Glauben verloren habe.

      Wie hätte damit „fatalist“ die „zentralen“ Punkte des NSU-Narrativs gestützt oder gar die wahren Hintergründe verschleiert? Damit verdrehst Du den Sachverhalt um 180 Grad!

      Sich der Forderung von Thomas Moser anzuschließen, die Quelle der Akten-leaks zu identifizieren, ist nicht nachvollziehbar. Nicht zuletzt, weil dadurch die Quelle behördlichen Repressionen ausgesetzt sein dürfte.

      1. Dass DNA der Uwes an den Tatorten fehlt, ist eigentlich schon lange bekannt; ein Artikel auf diesem Blog datiert vom Dezember 2013 [1] und enthält verschiedene Quellen, nicht nur den Sicherungsblog und den NSU-Arbeitskreis.

        Dass vorhandene anderweitige DNA dadurch zwingend Nachforschungen auslösen müsste, ist eigentlich selbstverständlich. Vom diesbezüglichen Desinteresse der Behörden berichtete z.B. der Focus im März 2014 [2].

        Binninger beanstandet jetzt im Ausschuss dieses behördliche Desinteresse, da ja die anonymen Spuren „möglicherweise vom Täter stammen“ könnten. Vom wahren Täter, wohlgemerkt – die Uwes sind mangels DNA ja bereits so gut wie ausgeschlossen.

        „Uns ist aufgefallen…“ nennt Binninger als Grund für die derzeitige Thematisierung – ob er damit die fatalist-Gruppe meint bzw. wenigstens mit-meint? [3]
        Wenigstens ist die Bundesanwaltschaft jetzt gezwungen, ihr Desinteresse offen zuzugeben, wie wir seit einem Monat wissen, [4]. Eine Vergessens-Panne vorzuschieben wäre halt noch lächerlicher gewesen.

        Jetzt fehlt nur noch das Geständnis des OLG, dass es an den Selbstmord-Zweifeln des 1. Thüringer Ausschusses keinerlei Interesse hat. Zeit dazu wäre genug gewesen, der ausführliche Abschlussbericht der Thüringer liegt seit zwei Jahren vor. Aber dieser Endlos-Prozess verliert sich zielstrebig in Belanglosigkeiten, um Brisantes als überflüssig zur Seite schieben zu können.

        Und vor einen Ausschuss zitieren kann man einen Richter nicht so einfach, jedenfalls nicht in einem laufenden Verfahren. Zumindest wissen wir, dass Richter Götzl schon mal einen äußerst dubiosen Indizien-Prozess geleitet hatte, in dem er dem Angeklagten lebenslang gab, obwohl er ggf. entlastende DNA-Spuren nicht als Beweismittel zugelassen, sondern als durch das Labor „verunreinigte Spur“ etikettiert hatte [5].

        ——————————-
        [1] http://friedensblick.de/9121/nsu-tatorte-es-gibt-keine-dna-von-zschaepe-mundlos-boehnhardt/
        [2] http://www.focus.de/politik/deutschland/nazi-terror/report-nur-wenige-nsu-pistolen-auf-fingerabdruecke-geprueft_id_3649236.html
        [3] http://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/nsu-dna-100.html
        [4] http://friedensblick.de/20956/bundesanwalt-weingarten-sieht-kein-problem-29-nsu-tatorte-ohne-dna-von-boehnhardtmundlos/
        [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Mordfall_Charlotte_Böhringer

  5. Die Suche nach dem o.g. „Super-Journalisten“ zu fordern, ist in der Tat nicht unproblematisch, schon weil damit letztendlich die Jagd freigegeben wird auf Whistleblower aller Art, die heutzutage von einem repressiver gewordenen Staat sowieso bereits als Freiwild betrachtet werden (für Watergate-Enthüllungen gab’s noch Pulitzer- und sonstige Preise, für Snowden-Enthüllungen drohen Langzeithaft und Hinrichtung).

    Zu dieser untragbaren Forderung hat Moser sich vermutlich hinreißen lassen, weil für ihn der „Superjournalist“ sowieso nur eine reine Erfindung von fatalist ist, der laut Moser einen behördlichen Desinfo-Auftrag ausführt, den er hier halt auf diese Weise (angeblicher Journalist) tarne, während er sonst mit vielen kleinen (Akten-)Wahrheiten wenige (aber entscheidende) Unwahrheiten unters Volk schmuggle.

    Dass er fatalist und seine Quelle für keinen echten Whistleblower hält, gibt Moser natürlich nicht das Recht, ggf. echte andere in Gefahr zu bringen. Er hätte ja auch zunächst einfach mal fatalist auffordern können, die passenden Akten nachzuliefern (Motto: nur auf das mündliche Zeugnis einer unbekannten Person zu verweisen, reicht nicht).

    „Zweitrangig“ heißt übrigens nicht „wertlos“ und schließt nicht aus, dass in Detailfragen anhand der fatalist-Akten wertvolle Pionierarbeit geleistet wird. Aber für die „zentralen“ Merkwürdigkeiten (Brandort-Befunde in Stregda und Zwickau) lieferten selbst die Mainstream-Medien reichlich Infos, und zwar schon im November 2011.

    Dass die Pannen dort (und z.B. „an den Shreddern“) zu zahlreich sind, um noch als zufällig gelten zu können, war gleich am Anfang offensichtlich.
    Dass die Pannen hingegen in Wirklichkeit „nur“ spontan-unkoordiniert-überhastete, aber misslungene Vertuschungs-Versuche sind, um ältere Pannen(-Serien) zu vertuschen, ist zu verführerisch naheliegend, um wahr zu sein – weil es nämlich voraussetzt, dass anderthalb Jahrzehnte unzählige Behörden von unzählingen Deppen bevölkert gewesen seien (was natürlich wiederum ein Vorurteil bedient, das viele nur allzu gerne glauben).

    Die Selbstentblößung sämtlicher beteiligter Behörden ab dem 4.11.11 war jedenfalls nicht nötig, nur um der Öffentlichkeit zwei Uwe-Leichen verkaufen zu können – egal, wer die beiden letztlich umgebracht hat. Da ja unverkennbar große Inszenierungs-Maßnahmen liefen, hätten diese genutzt werden können, um den Doppel-Tod so klein wie nur möglich zu halten – nicht mal den Doppelmord hätte man vertuschen müssen. Denn man hätte zum einen auf die ganzen Beweis-Platzierungen verzichtet und zum anderen einfach nur von zwei Unterweltlern gesprochen, die mutmaßlich Rivalen zum Opfer gefallen seien. Die ursprünglich mal Nazis waren, inzwischen aber schon lange Jahre nur noch der reinen unpolitischen Kriminalität nachgegangen waren. Nach wenigen Wochen wäre das Medien-Interesse erloschen gewesen.

    Die (2011 neue) Verknüpfung der Uwes mit einem NSU einerseits und mit den Ceska-Morden andererseits zeigt daher, dass die Ceska-Morde das Problem waren und die brennenden „Wohnsitze“ / Beweisdeponien von BMZ die Lösung – und zwar für ein außenpolitisch heißes Thema, innenpolitisch waren die Ceska-Morde samt Temme-Problematik nämlich längst gegessen.

    Beschämung möglichst vieler Behörden macht hierbei
    a) diese Behörden angreifbar und sichert dadurch nach oben deren Loyalität, die für die Großinszenierungen dringend gebraucht wird und
    b) das amtliche Narrativ fürs Ausland erst so richtig glaubhaft (welches Land gäbe sich freiwillig eine Blöße?)

    Enthüllungen sind daher – so lästig und unvorhersehbar sie für die Beteiligten vor Ort sein mögen – notwendiger und gewollter Bestandteil des großen Drehbuchs.
    Die Mehrschichtigkeit des Narrativs verhindert hierbei echte „zentrale“ (politische) Enthüllungen: Geshreddert wurde, um die mangelhafte Nazi-Beobachtung zu tarnen. Diese wurde / wird inszeniert, um von der tiefen und langfristigen Kooperation Behörden mit Nazis abzulenken. Diese lenkt ab von der Kooperation deutscher und ausländischer Geheimdienste mit Unterweltstrukturen aller Art, die ihre Mord-Aufträge evtl. teilweise aus der „Oberwelt“ der offiziell oder heimlich Mächtigen erhalten etc.

    Für das große Drehbuch könnte es ein Interesse geben, einen Akten-Leaker wie fatalist zu füttern. Mit echten Akten, die auch Brisantes enthalten – brisant allerdings nur für die unteren Ebenen des Apparats, denn es wären natürlich gefilterte und gesäuberte (und gelegentlich auch gefälschte?) Aktenbestände mit „zweitrangigen“ (d.h. nicht politischen) Infos. Der Akten-Leaker könnte ein voll eingeweihter Mitarbeiter sein oder ein nützlicher Idiot, der fest an die Wahrheitsliebe seiner Lieferanten glaubt.

    Hier wären wir dann wieder bei Thomas Moser und seiner Phantombild-Sammlung: Warum hatte hier fatalist nur einen (anonymen) „Journalisten“, keine Akten? Weil (wer?) ihm nur „zweitrangige“ Aktenberge zukommen lässt, nie die Akten mit hochpolitischen Vermerken, Anweisungen etc.?
    Was gab ihm dennoch die Gewissheit, Moser inhaltlich sehr bestimmt widersprechen zu können? Und hatte Moser nun die falschen Bilder oder doch die richtigen, bei denen er dann das osteuropäische Aussehen übersehen hat?

    Warum das Pochen auf Osteuropa?
    Dass der dickliche Putin unbestreitbar osteuropäisch aussieht und die Frau eher ein unrasierter Mann mit Lippenstift-Rouge und Kopftuch ist (und beide für einen Tatort-Besuch daher zu auffällig und zu wenig glaubhaft), sieht man auch ohne Insider-Kenntnisse. Das spricht nicht dagegen, dass die übrigen Bilder echt sind und z.B. CIA-Agenten zeigen.
    Warum darf ein Mevlüt K. (CIA-Agent & Gründer der damals noch aktiven und in de Nähe befindlichen Sauerlandbande) nicht in Heilbronn gewesen sein, dafür ein Hisbollah (Iran- und Putin-nah?)

    Wer immer mit Klein-Details arbeitet (und dafür auch überreichlich Akten hat), mag in diesem Bereich guten Arbeit leisten, kommt aber kaum von sich aus auf politische („erstrangige“) Hintergrundfragen. Werfen dann andere diese Fragen auf, dann wundert man sich eben sehr, warum er zwar „keine NATO-Akten“ hat, aber eine sehr entschiedene „NATO-freundliche“ Meinung.

    1. Im Zusammenhang mit einer Strategie der Spannung wäre es durchaus möglich, dass von der letztlich selben Hand Behörden zu ihrer dummen Anklageschrift angestiftet werden, an die zu glauben lächerlich ist, und verschiedene Journalisten und Blogger mit Informationen gefüttert werden, die diese Anklageschrift diskreditieren. Wenn dann diese „Journalisten“ noch in verschiedene Richtungen ziehen und sich gegenseitig verdächtigen und beschimpfen, könnte das Ziel erreicht sein: Staat komplett diskreditiert, ohne dass eine zutiefst gespaltene Öffentlichkeit eine Chance hat, Licht ins Dunkel zu bringen. Dieses Szenario passt zu all den Unglaublichkeiten, die sich in den letzten Jahren so entwickelt haben.

    2. Du bist ja noch unbedarfter als wir dachten. Der Name des Journalisten, der mir 2013(!!) erste Aktenauszüge mitteilte, der steht mehrfach im Blog. Kleiner Tipp: Stuttgarter Nachrichten.

      ________

      Zu Demir und seiner Glaubwürdigkeit braucht man nur auf dessen eigene Aussage zu verweisen, nach der Explosion sei sehr lange weder Krankenwagen noch Polizei in der Keupstrasse gewesen. Ali Demir spricht von 20 Minuten:

      Was geschah weiter?
      Ich bin daraufhin sofort auf die Straße gelaufen. Dort sah ich vor dem benachbarten Textiliengeschäft den Polizisten. Ich habe den Polizisten eingeholt und habe ihn gefragt, was passiert sei. Als er nicht antwortete, habe ich ihn darauf hingewiesen, dass ich die Interessengemeinschaft der Keupstraße vertrete und deshalb gerne eine Aufklärung hätte.
      Was erhieltst du dann zur Antwort?
      Er hat dann gesagt: „Schauen Sie doch einfach mal auf den Boden“. Ich habe auf den Boden geschaut und Metallstücke gefunden. Als ich ihn darauf hinwies sagte er: “Das sind nicht nur Metallstücke, das ist eine Nagelbombe.“ In diesem Moment sah ich auf der anderen Seite einen zweiten Zivilpolizisten. Beide wollten den Tatort absperren.
      Erst 20 Minuten später traf die uniformierte Polizei ein.

      Mal ernsthaft: Die ersten Polizisten in Uniform waren 2 Minuten nach dem Anschlag vor Ort.
      Siehe Teil 2.
      hxxp://arbeitskreis-n.su/blog/2014/07/04/der-bombenanschlag-keupstrasse-teil-3-die-anlieger-als-zeugen/

      geblogt 2014… Ihr seid wirklich leicht auszukontern. Weil ihr keine Ahnung habt. Und weil ihr zu faul seid… typisch links 😉

      1. Wir diskutierten schon über den Wahrheitsgehalt dieser speziellen Aussage, Polizei kam erst 20 Minuten später, von Herrn Demir. Leider finde ich es nicht mehr im Internet, wo, wann das wahr. Ich habe jedoch in guter Erinnerung, dass anhand der Ermittlungsakten bestätigt ist, dass die Polizei tatsächlich spät kam und wesentlich später als die Feuerwehr.

        1. Am 9. Juni 2004 explodierte vor einem Friseursalon auf der Kölner Keupstraße eine Nagelbombe. 22 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Rechtsterroristen vom NSU sollen den Anschlag verübt haben. Hautnah miterlebt hat die Tat damals Ali Demir. Die Bombe detonierte nur wenige Meter neben seinem Büro. Kurz nach dem Knall habe er zwei Männer gesehen, sagte Demir am Donnerstag bei seiner Befragung im NSU-Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag. Er habe gedacht, die beiden seien Zivilpolizisten.

          Der erste Mann habe direkt vor seinem Büro gestanden und ein kariertes Hemd, helle Sportschuhe und eine Pistole in einem Schulterholster getragen. Ihn habe Demir gefragt, was passiert sei, doch nur eine abweisende Antwort bekommen: „Schauen Sie auf den Boden“. Dort hätten überall Scherben und Metallteile gelegen. Der zweite Mann hat laut Demir auf der anderen Straßenseite gestanden und ist ebenfalls zivil gekleidet gewesen: dunkle Jacke, helle Sportschuhe. „Beide waren miteinander im Augenkontakt“, so Demir vor dem Ausschuss. Beide hätten die Straße nur beobachtet, aber nichts unternommen. Im herrschenden Chaos habe er sie rasch aus dem Blick verloren. Erst etwa zehn Minuten später seien die Rettungskräfte und uniformierte Polizisten in der Keupstraße eingetroffen.

          http://www1.wdr.de/nsu-untersuchungsausschuss-zeugenvernehmung-106.html

  6. Wenn ich mich recht entsinne, ist auf dem „NSU-Leaks“-Blog mehrfach der Hinweis zu finden, dass keine finalen, mundgerechte Wahrheiten geliefert werden.
    Das Teeren und Federn von Fatalist hat dem „Kollektiv der Aufklärer mit politisch korrekter Weltanschauung“ nicht nur sichtlich Spaß gemacht, sondern sie auch dazu legitimiert von den geleakten Akten keinen Gebrauch machen zu müssen, um ihren „Beitrag“ zu leisten zum Thema: Nie wieder [strike]Deutschl[/strike]NSU!

    Sich sorgfältig – und somit aufwändig – mit den Inhalten auseinandersetzen will sich das genannte Klientel scheinbar nicht. Wie bereits oben erwähnt…
    „Wir wollen dem dubiosen Fatalisten nicht bewerben“ – lautet die Parole. Dafür gibt’s editierte und zensierte Sitzungsprotokolle;-)

  7. „Der Name des Journalisten, der mir 2013(!!) erste Aktenauszüge mitteilte, der steht mehrfach im Blog. Kleiner Tipp: Stuttgarter Nachrichten.“

    Das wird dann ein Franz Feyder gewesen sein, dessen Ansehen bei fatalist damals aber wohl nicht lange anhielt:
    „Die investigative Phase war nach gut 1 Monat bereits Geschichte, damals 2013, gebrieft aus dem politikforen.net heraus, und Feyder wurde zum Gedoensexperten (…)“, http://arbeitskreis-n.su/blog/tag/luegenpresse/

    Der aber immer noch gut genug war, um in der bekannten Rumpelstilzchen-Manier (Ach wie gut dass niemand weiß…) einem Moser vor die Nase gehalten zu werden. Dass Moser dies als gezielte Verschleierung eines aggressiven Beweis-Verweigerers kritisiert und den „dubiosen Fatalisten nicht bewerben“ will, kann nicht wirklich verwundern.

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