Bundesanwalt Weingarten sieht kein Problem: 29 NSU-Tatorte ohne DNA von Böhnhardt/Mundlos

Der Untersuchungs-Ausschuss des Bundestages befragte Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten. Weingarten bestätigte, dass die angeblichen Serienmörder, Bombenleger und Bankräuber Böhnhardt, Mundlos an keinem einzigen Tatort ihre DNA hinterließen. Zwar stellte die Spurensicherung verdächtige DNA sicher, die stimmt jedoch nicht mit dem Trio überein. Siehe:

29 NSU-Tatorte ohne DNA/Fingerabdrücke von Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt

Die „Junge Welt“ berichtete als einziges Medium über die Aussagen von Oberstaatsanwalt Weingarten:

„Nach eigenen Angaben befasst sich Weingarten seit Ende 2011 dienstlich fast nur mit dem NSU, konnte aber nicht einmal die Frage beantworten, ob die DNA eines der mutmaßlichen Haupttäter Mundlos und Böhnhardt an einem der Tatorte gefunden wurde. Er sei »kein enzyklopädisches Lexikon zum Thema NSU«, erklärte der Oberstaatsanwalt dem Ausschussvorsitzenden Clemens Binninger (CDU). Sein Schwerpunkt seien Personen- und Komplexermittlungen. »Mir sind DNA-Spuren, meine ich, nicht bekannt«, sagte er mit Blick auf solche von Mundlos und Böhnhardt.

Wenig Interesse zeigte Weingarten an anonymen DNA-Spuren, die bisher weder Beschuldigten noch »Tatortberechtigten« zugeordnet werden konnten – darunter eine an der Oberbekleidung des schwerverletzten Heilbronner Polizisten Martin A., dem die Täter nach dem Kopfschuss am 25. April 2007 die Waffe abgenommen hatten. Die Ermittler hatten die Spur nach dem Fund der Polizeiwaffen im Nachlass von Mundlos und Böhnhardt nicht weiterverfolgt. Weingarten sagte, anonyme DNA-Spuren stünden »nicht im Fokus unseres Problembewusstseins«. Sie müssten »nicht unmittelbar tatrelevant« sein. Binninger war anderer Meinung: »Mir würde die DNA-Spur am Rücken des Polizeibeamten schon ein bisschen Sorgen machen.«

5 Gedanken zu „Bundesanwalt Weingarten sieht kein Problem: 29 NSU-Tatorte ohne DNA von Böhnhardt/Mundlos“

  1. Der Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten bezweifelt am 9.6.2016 vor dem 3. Untersuchungsausschuss (NSU)/Ausschuss Medienberichte zu Ex-V-Mann Marschner. Weingartens skandalöser Auftritt vermittelt laut Dirk Laabs den Eindruck die Bundesanwaltschaft suche Gründe, um in Sachen NSU bei bestimmten Personen nicht zu ermitteln. Auf die Frage, wie glaubwürdig er die 16 ehemaligen Mitarbeiter Marschners halte, die eine Beschäftigung von NSU-Mitgliedern in dem Abrissunternehmen bestritten hatten, sagte Weingarten, man könne bei einer Aussage ,,nicht automatisch das Gegenteil zugrunde legen, weil einem die politische Verortung eines Zeugen zuwider ist“. Dass Marschner bis 2002 V-Mann war, habe bei den Ermittlungen keine Rolle gespielt. Weingarten erklärt, er habe irgendwann aufgehört zu zählen, so viele NSU-Unterstützer habe Marschner persönlich gekannt, aber diese Unterstützer „wohnten nun einmal in Chemnitz, Marschner in Zwickau“. Die Entfernung zwischen diesen beiden Städten beträgt ca. 34 Kilometer Luftlinie. Marschner sei eine „Zentralfigur der rechtsextremistischen Szene“ in Zwickau gewesen. Sein Personal habe sich „im Wesentlichen aus harten Rechtsextremisten rekrutiert“. Umso erstaunlicher ist sein Fazit:

    „Der Punkt, wir machen eine umfassende Recherche zur Person Marschner, ist nicht erreicht wurden. (…) Manchmal lässt man eine Erkenntnis mal Erkenntnis sein und guckt, mal, was daraus wird.“

    https://machtelite.wordpress.com/2014/11/02/nsu-komplex-drei-jahre-systematische-vertuschung/

  2. Ich stelle mir gerade auch eine Übersich auf finde aber keine 16 Banküberfälle.
    Meine Liste startet mit dem Edeka in Chemnitz und dann kommen 14 Banküberfälle inkl Eisenach. Macht also 15.
    Hab ich was übersehen?

    1. Es änderte sich wohl: Am Anfang 2011 oder 2012 sprach Generalbundesanwalt Range von bis zu 16 Banküberfällen, jetzt sind es wahrscheinlich nur 15.

      1. der weitere Überfall (Piatto 1998) ist immer noch vor dem ersten angeklagten Überfall. Gesucht weiterhin: Erster Überfall der 3 sächsischen Skinheads im Sommer 1998.

  3. Anonyme DNA-Spuren stünden »nicht im Fokus unseres Problembewusstseins«, bekennt OStA Weingarten.
    Man hat ja die Uwes, mehr braucht bzw. will man nicht.

    Nicht mal deren an den Tatorten fehlende DNA wird als zu knackende Nuss betrachtet. Wozu auch. Dann könnte man ja gleich den offensichtlichen Doppelmord an den Uwes thematisieren.

    Der kaum vorhandene Aufklärungswillen staatlicher Institutionen wird hier nochmals schön zusammengefasst:
    http://www.hintergrund.de/201606163998/politik/inland/nsu-zentrale-rolle-eines-v-manns-bleibt-komplett-geheim.html

    Marschner alias Primus stellte sicher, dass sich an das „betreute Untertauchen“ ein mehrjähriges staatliches Alimentieren von BMZ anschloss.

    Und Piatto als Mitbegründer des deutschen Ku-Klux-Klan schlägt die Brücke vom ostdeutschen BMZ-Umfeld zu den undurchsichtigen Heilbronner Polizei-Kreisen im Südwesten und deren US- bzw. Auslandsbezügen.
    Er „versuchte auch, eine Terrorzelle nach dem Vorbild der britischen Gruppe ‚Combat 18‘ aufzubauen“.
    Allerdings vergeblich: „Doch als sich Szczepanskis Gefolgsleute weigerten, Anschläge zu begehen, wurde die Gruppe ‚von einer Welle von Hausdurchsuchungen und Verhaftungen überrollt‘. “ Verschont blieb natürlich er selber als Anstifter und (mutmaßlicher) Verräter seiner Jünger.

    Leute wie Piatto (samt behördlichen Hintermännern) brauchten daher keinen NSU, um diesen als „Aushorchzelle“ in die Höhle des Löwen einzuschleusen (fatalist) – in seiner „Höhle“ war Piatto selber der Löwe.

    Die treibende „halbstaatliche“ Kraft, die Piatto für seine Terrorgruppe war, spielte der deutsch-türkische CIA-Söldner Mevlüt Kar 2002-2007 gleich mehrmals (und nacheinander!) für von ihm selbst gegründete und dann wiedervon ihm selbst verpfiffene Gruppen, zuletzt für die fast noch halbwüchsigen Sauerland-Bubis.

    Zumindest nach STERN-Informationen tummelte sich Mevlüt Kar auch am Tatort Heilbronn – und Horden seines ihn angeblich jagenden US-Arbeitgebers?
    „Eine Erklärung könnten die Observationen der sogenannten Sauerlandgruppe sein, die im Frühjahr 2007 auf Hochtouren liefen. Mehr als 100 US-Agenten sollen dabei auf deutschem Boden gegen die Islamisten im Einsatz gewesen sein, gesichert von US-Elitesoldaten und geduldet von deutschen Bundesbehörden.“
    http://www.stern.de/politik/deutschland/nsu-terror–der-mordfall-kiesewetter—stoff–aus-dem-thriller-sind-3252628.html

    Was der STERN als „Erklärung“ vermutet, ist in Wirklichkeit erst das Rätsel: Dank ihres Chefs standen die Sauerland-Bubis nicht nur bereits lückenlos unter Beobachtung – auch ihre an Hilflosigkeit grenzende Dämlichkeit in technischer Hinsicht war bestens bekannt. Ohne (CIA-gelenktem) Boss nix los.
    Da macht es nämlich absolut keinen Sinn, 100 US-Agenten abzustellen, um so eine selbst geschaffene Gurkentruppe in Schach halten zu wollen.

    Eher verhält es sich doch umgekehrt: Um Horden von US-Agenten eine unverfängliche Anwesenheits- (und ggf. Tätigkeits-)Berechtigung zu geben, die von der wahren Einsatz-Bestimmung ablenkt, brauchte es eine öffentlich vorführbare Bande von Bösewichtern.

    2007 war der US-Hypothekenmarkt bereits kollabiert, und Insider wussten bestimmt längst, dass die beiden im Sommer (wenige Monate nach Heilbronn) zusammengebrochenen Hedgefonds der Investmentbank Bear Stearns der erwartete Anfang einer Kettenreaktion sein würden. Dass die befürchteten Unruhen letztendlich ausblieben und das Elend sich auf die südlichen EU-Staaten beschränkte, konnte damals noch niemand wissen – wir Deutschen wissen jetzt schließlich auch nicht, ob wir beim nächsten Finanzcrash nochmals so glimpflich davonkommen und welche Kräfte für welchen Fall der Fälle welche brisante Vorkehrungen treffen werden.

    Bereits bei der 3. RAF-Generation ging es nicht mehr darum, Pamphlete herauszugeben sowie (wie dies ein V-Mann Peter Urbach noch bei der 1. Generation getan hatte) Täter anzustiften. Alfred Herrhausen (Deutsche Bank) und Detlev Karsten Rohwedder (Treuhandanstalt) mussten nicht sterben, weil sie der „Weltrevolution“ im Wege standen. Mit ihren sozialen Anwandlungen (Schuldenerlass für die 3. Welt, Rettung der DDR-Betriebe) waren sie aber der Wall Street ein gewaltiger Dorn im Auge.

    Egal wie aktiv diese staatlich gegründeten bzw. gelenkten Terror-Gruppen sind oder ob sie nur als Sockenpuppen dienen: Vor, hinter und neben ihnen tummeln sich Leute, die ein OStA Weingarten nicht sehen darf und nicht sehen will.

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