Buch-Zusammenfassung: “Oktoberfest, das Attentat”, Teil 2

Die Darstellung der Bundesanwaltschaft ist, dass die Münchner Bombe vom Oktoberfest 1980 das Werk eines Einzeltäters war. In seinem Buch „Oktoberfest, Das Attentat“ weist Autor Ulrich Chaussy auf die dünne Beweislage gegen Köhler hin und den Versuch, ein „Monster“ aus ihm zu machen.

„In die Leerstellen der kriminalistischen Beweisführung trat ein Psychogramm des Täters. Es sollte plausibel machen, dass Gundolf Köhler an einem Punkt der Verzweiflung und des Hasses angelangt war, an dem er ganz aus sich heraus einen so blutigen Bombenanschlag wie das Attentat auf das Oktoberfest beging.

Es schien mir immer deutlicher, dass in dieser Phase der Ermittlungsarbeit die Stunde des interessierten Dilettantismus schlug.“ S. 167

In Köhlers angeblicher Bomberwerkstatt, ein Kellerraum in Hause seiner Eltern, fanden Ermittler …

„… keine Reste des hochexplosiven Sprengstoffes TNT, der in München verwendet worden war.

Keine Aufzeichnungen, in denen die Bauweise der Münchner Bombe so vorgezeichnet war wie bei anderen Sprengkörpern, die Köhler im Laufe der Zeit gebaut hatte.

Die Beamten fanden auch kein Schriftstück, in dem diese Tat angekündigt, auf welch wirre Weise auch immer gerechtfertigt, oder ein mörderisches und selbstmörderisches Fanal irgendeiner Art auch nur angedeutet wurde.“ (S. 65)

Die Ermittler fanden zwar „Chemikalien, diverse Teile Fundmunition, Zündschnur, eine Anwürgzange für Sprengkapseln und 212 handschriftlichen Aufzeichnungen“ …

… aber keine …

„… konkreten Beweise für den Bau der Münchner Bombe.“ (S. 166)

Chaussy fasst zusammen, dass „kriminalistisch betrachtet (…) Tatausführung und Herstellung des Tatmittels durch den mutmaßlichen Täter nicht sicher bewiesen“ sind. (S. 167)

Die Darstellung der Bundesanwaltschaft stützt sich auf zwei Funde aus Köhlers Kellerraum: Angebliche Abdrücke des Bombenkörpers in Köhlers Schraubstock und Metallsplitter auf dem Werkstattboden, die vom Bombenkörper stammten. (S. 166) Die Splitter und Bombenreste enthielten beide den Stoff Mangan. Deshalb würde es sich um den gleichen Lack handeln, so die Schlussfolgerung der Ermittler.

Die Brüder von Gundolf Köhler widersprechen dieser Darstellung und gaben ein Gutachten in Auftrag. Christian Köhler argumentiert, dass jeder Gebrauchsstahl Mangan enthält, „eine Materialidentität könne so nicht bewiesen werden.“ (S. 175) Deswegen beauftragte er ein privates Institut für Lackforschung mit einem Vergleichsgutachten.

„Diese Gutachter kamen zu de Schluss, dass von einer Identität der verwendeten Lacke keine Rede sein könnte. Zudem sei eine sichere Analyse des Lackauftrages auf den wenigen, meist verunreinigten Metallsplittern aus der Werkstatt der Köhlers überhaupt nicht möglich.“ S. 175

Trotz dieses Gegen-Gutachtens steht im Schlussbericht der Bundesanwaltschaft, dass die Gegebenheiten zu dem Schluss „zwingen“, dass Köhler die Bombe in seiner Werkstatt baute, „Zweifel privater Gutachter (…) können dies nicht in Frage stellen.“ (S. 175)

Der andere sogenannte Beweis aus Köhlers Werkstatt waren die „rillenförmigen Einprägungen in den Aluminium-Schutzbacken des Schraubstocks“, der sich in Köhlers Werkstatt befand. „Diese Abdrücke stammten zum größten teil von der Treibgasflasche, die zum Bau der Münchner Bombe verwendet wurde.“ (S. 176)

Die Ermittler veranschaulichten die (angebliche) Identität anhand Fotos der Rillen im Schaubstock und in den Bombenresten.

Christian Köhler maß die Abstände der Rillen aus und kam zum Ergebnis, dass …

„… die Maße der Drehriefen an den Bombensplittern nicht mit den Maßen der Abdrücke in den Schaubstöcken übereinstimmten.“ (S. 176)

Um jedoch eine sichere Aussage zu treffen, benötigte ein beauftragter unabhängiger Gutachter „exakte Abdrücke der beschlagnahmten Schraubstockbacken und der Oberfläche der Bombensplitter.“

„Die Genehmigung für diese Abdrücke wurde aber erst Monate nach dem endgültigen Abschluss der Ermittlungen erteilt.“ (S. 176)

Die Familie Köhler widerspricht nicht nur der Behauptung Gundolf Köhler hätte die Münchner Bombe gebaut, die Familie betont auch das er ein lebenslustiger Mann mit vielen Plänen war.

Dies spiegelt sich auch in seinen letzten Unternehmungen wieder. Im Juli, August macht er drei-wöchige „Interrail“-Bahnreise durch Griechenland.

Gundolf Köhler hatte einen Ferienjob, gründete eine Rock-Band und gab dazu am 10. September 1980 eine Zeitungsanzeige auf. Daraufhin meldeten sich Interessierte. Sie trafen sich regelmäßig für Musikproben, „zuletzt am Mittwochabend, dem 24. September, zwei Tag vor dem Attentat. Am Samstag, dem 27. September, war Gundolf Köhler zur nächsten Probe verabredet.“ (S. 180)

Am 14. September besucht er eine Veranstaltung von Franz Josef Strauß. Er organisiert den Druck einer „Sagensammlung“, besuchte am 25. September einen Vortrag über NS-Konzentrationslager in Baden-Württemberg. Bei der anschließenden Diskussion beteiligt er sich. Dem Referenten Dr. Heinz Lörcher fiel nichts besonders auf. (S. 181)

Identifizierung Köhlers als Tatverdächtiger

Gundolf Köhler wurde am nächsten Tag des Anschlages als Verdächtiger identifiziert. Sein Körper war so zerfetzt, dass er neben der Bombe gestanden haben musste. Sein Personalausweis wurde „sechs Meter südlich des Explosionszentrums“ gefunden.

„Trotz des entstellten Gesichts, glaubten die Ermittler, eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem menschlichen Torso ohne Arme (…) und dem jungen Mann auf dem Passbild zu entdecken.“ (S. 35)

So gab es bereits am nächsten Tag um 09.20 einen Tatverdächtigen. Dem Bruder Klaus Köhler „brannte sich ein Satz ein, der ihm ein leitender Staatsanwalt am Sonntag, dem 28. September 1980, zwei Tage nach dem Attentat, sagte:

„Ihr Bruder war es mit 99-prozentiger Sicherheit. Wir haben Zeugen und wir haben Fachleute, die können das jetzt schon sagen.“ (S. 174)

Die Wehrsportgruppe (WSG) Hoffmann

Um 09.35 wurde Köhlers Name in das „Nachrichtendienstliche Informationssystem“ (NADIS) eingeben, welches die deutschen Geheimdienste unterhalten. Um 10.03 stand fest, dass Köhler „Anhänger der Wehrsportgruppe Hoffmann“ war. (S. 36)

Er stand 1976 mit dem Führer der Gruppe, Karl-Heinz Hoffmann, in Briefkontakt, um einen Ableger zu gründen. Köhler war …

„… laut vertraulicher Mitteilung 1977 und 1979 in der wsg-kartei als aktiver anhaenger erfasst, nach einer notiz des hoffmann auf der karteikarte 1979 hat er an zwei uebungen teilgenommen.“ (S. 37)

Karl-Heinz Hoffmann bestritt, am Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Er räumte jedoch ein, Köhler gekannt zu haben. Deshalb wurden er und weitere Mitglieder kurz nach dem Anschlag festgenommen und verhört. Es fanden Durchsuchungen statt.

Köhlers Vertrauter Gärtner berichtete, dass für Köhler „die Wehrsportgruppe Hoffmann“ und sonstige rechte Splittergruppen ebenso wie die NPD nicht schlecht seien, da diese einen Führerstaat wollten.“ Köhler befürwortete eine „nationalsozialistisch-faschistische Diktatur.“

„Gundolf zitierte hierbei Hoffmann, der mehrmals gesagt hat, dass je größer das Ziel und die Werte desselben seien, desto mehr Opfer es geben könne. Ein gewaltsamer Umsturz sei ohne Tote nicht möglich. Zivilisten sollten geschont werden.“ (S. 141)

Auf der anderen Seite scheint es, dass Köhler sich von der Gruppe abwandte. Sein Bruder sprach Gundolf Ostern 1980 wegen einer Schlägerei an, in der WSH-Mitglieder beteiligt waren. Daraufhin distanzierte sich Gundolf von der Gruppe! (S. 177) Bereits im September 1978 erzählte er seiner damaligen Freundin Petra, dass er „nicht mehr dabei“ sei und seinen „Uniformssack“ verbrannt habe (S. 88).

Eine Verbindung der Gruppe zum Anschlag konnte nicht nachgewiesen werden. Alle Personen wurden wieder freigelassen. Der Führer der Gruppe Karl-Heinz Hoffmann gab Alibizeugen an, …

„… die ihn den Tag über bis in die Nacht gesehen hatten (…). Auch die anderen überprüfbaren Hoffmann-Anhänger konnten für die Tatzeit Alibis nachweisen. Das Abfallprodukt der Hausdurchsuchungen waren, wie so oft und gewohnt, Sprengstoff- und Waffenfunde und Stapel von Nazi-Progagandamaterial. (…)

Aber kein Fundstück, kein Verhör ließ für die Fahnder einen direkten Bezug zum Attentat am Vortag erkennen.“ (S. 41)

Schnell „erlahmte“ das Interesse der Ermittler an der Gruppe. Die fehlenden Beweise für eine Verwicklung der WSH diente dazu, das Motiv „in Köhlers privatem Bereich“ zu suchen. „Die Individalpsychologie der Verzweiflung wird bemüht.“ (S. 39)

Jedoch gibt es zwei Aussagen, die nahelegen, dass das rechtsextreme Umfeld doch beteiligt gewesen sein könnte. Zum einen gab es den Geheimdienst-Informanten Walter Ulrich Behle. Laut Karl-Heinz Hoffmann hätte sich Behle erst zwei Wochen vor dem Anschlag bei ihm gemeldet. „Der Behle war in Deutschland niemals Mitglied der WSG.(…) und da hatten wir einen Transport organisiert (…) und der Behle hat gesagt: „Da würde ich auch gerne mitmachen. Da habe ich gesagt: „Kannst Du machen.“ (youtube) Der Transport ging in den Libanon. Nach dem Anschlag gab er einem Barkeeper in Syrien eine Beteiligung am Anschlag zu, mit den Worten: “Ja, deswegen kann ich nicht mehr nach Deutschland zurück, wir waren das selbst.” Behle dementierte diese Aussage, er wäre im Suff gewesen „und wisse nicht mehr, was er geredet habe.“ Dem schloss sich die Bundesanwaltschaft an. (S. 42)

Die andere Aussage stammt vom Wehrsportler Stefan Wagner.

„Ab Januar 1980 darf er nicht mehr üben, Kamerad Hoffmanns Truppe ist verboten und damit auch sein Frankfurter „Sturm 7″. Es wird ruhig um Stefan.“ (S. 43)

Nachdem er jedoch im Fernsehen „antideutsche Gräuelprogaganda“ gesehen hätte, läuft er Amok. Er zieht seine Uniform an, „schwarz und mit Adler und Hakenkreuz auf der Brust“ und schießt vom Balkon aus wild um sich. Als die Polizei sein Haus umstellt, wendet er sich an Nachbarn und sagt:

„Die Polizei ist hinter mir her. Lebend bekommen die mich nicht. Wenn die mich greifen, kriege ich mindestens zehn Jahre Zuchthaus. Ich war bei der Aktion gegen das Oktoberfest in München dabei.“ (S. 44)

Er entkommt „in der Dunkelheit aus dem von der Polizei umstellten Haus“, doch dann legte er „sich ein paar Häuser weiter zwischen einem Springbrunnen und einer Bank auf den Boden, steckte sich den Gewehrlauf in den Mund und drückte ab.“ (ebd)

Laut der Bundesanwaltschaft hätte Wagner jedoch „ein eindeutiges Alibi“ für den 26.09.80 gehabt. Dem widerspricht wiederrum ein hoher Beamte des Bundeskriminalamtes. Man habe das Alibi des Stefan Wagners „aus taktischen Gründen nie überprüft. Hier steht bis heute Aussage gegen Aussage.“ (S. 44)

Im Schlussbericht des Generalbundesanwaltschaft sind Wagner nur 20 Zeilen gewidmet. Fazit: „Seine Selbstbezichtigung (…) ist indessen nachweislich unwahr.“ (ebd)

Heinz Lembke

Im Zuge der Oktoberfest-Ermittlungen wurden zwei inhaftierte Rechtsterroristen befragt: Sibylle Vorderbrügge und Raymund Hörnle, Mitglieder der „Deutschen Aktionsgruppen“. Die Gruppen verübten Bombenanschläge aus Asylbewerberheime.

„Schon einen Tag nach dem Anschlag, am 27. September, erhielt die Soko Theresienwiese von Hörnle und Vorderbrügge einen Hinweis.“ (S. 214)

Sie berichteten über Kontakte zu Heinz Lembke. Während eines Treffens bot Lembke Hörndl „eine Kiste mit militärischen Sprengstoff an. (…) Hörndl, der „Bombenbastler der Deutschen Aktionsgruppen, lehnte jedoch ab, weil ihm der Sprengstoff zu gefährlich erschien.“ (S. 215)

Darauf durchsuchten Ermittler das Haus Lembkes, mit „mageren Ergebnis“: Keinerlei Sprengstoff. „Heinz Lembke bleibt unbehelligt und auf freien Fuss.“ (ebd)

Ulrich Chaussy hinterfragt dieses Vorgehen:

„Warum aber hatten sich die Lüneburger Polizisten auf die Durchsuchung von Lembkes Haus beschränkt? War ihnen nicht alles berichtet worden, was Sibylle Vorderbrügge und Raymund Hörndl ausgesagt hatten?“

Vorderbrügge berichtete, dass Lembke von „Depots mit Sprengstoff im großen Wald“ sprach. (ebd)

„Es ist unerklärlich, warum bei der Razzia drei Tage nach dem Münchner Anschlag daraufhin nicht auch nach Erddepots mit Wald gesucht wurde, erst recht, weil jene Kiste voller Sprengstoff und Zündern (…) bei der Durchsuchung von Lembkes Haus nicht gefunden worden war.“ (S. 216)

Der Fall Lembke wird im Schlussbericht der Bundesanwaltschaft „nie erwähnt.“ Dabei, kritisiert Chaussy, kam Lembke nur durch die Oktoberfest-Ermittlungen „in das Blickfeld der Ermittler.“ Es wäre …

„… sachlich geboten gewesen, alle mögliche Quellen aufzuführen, aus der der Sprengstoff der Münchner Bombe gekommen sein könnte. Schließlich war davon im Besitz (…) des angeblichen Alleintäters Köhler nie die mindeste Spur gefunden worden.“ (S. 216)

Im Oktober 1981, „über ein Jahr nach der dilettantischen Razzia bei Lembke“, fand ein Waldarbeiter eines von Lembkes Waffen-Depots darunter waren „erhebliche Mengen von Sprengstoff (…).“ (S. 217) Darüber gibt es mehr zu berichten, siehe „Gladio NSU Terror„.

Generalbundesanwalt Kurt Rebmann führte das eingeleitete Verfahren „gegen Unbekannt wegen Vergehens nach §129 StGB u.a., Funde von Waffen, Sprengstoff, Munition, Giften und Schriften im Oechtringer Forst bei Uelzen.“ (S. 216)

Das Verfahren wurde eingestellt und der in der Haft verstorbene Lembke als Einzeltäter hingestellt. Chaussy kritisiert, dass im Ermittlungsbericht „nirgendwo“ folgender Frage nachgegangen wurde.

Gab es Materialen im Besitz Lembkes, …

„… aus denen die Münchner Bombe konstruiert worden sein konnte? Und wenn ja, über welche Kontakte konnte dieses Material in die Bombe gelangt sein, die in den Köhlers Händen explodierte?“ (S. 219)

Für Chaussy ist klar, dass die Bundesanwaltschaft eine „kritische öffentliche Diskussion“ über mögliche politische Hintergründe vermeiden wollte und deshalb Lembkes Waffen-Depots von der Münchner Bombe  strikt trennte. (S. 223)

„Der Generalbundesanwalt führt zwei Ermittlungsverfahren, ein Stapel sozusagen auf der linken Seite, einer auf der rechten Seite des Schreibtisches. Er achtet darauf, dass sie nichts gemeinsam haben.“ (ebd)

Dazu passt, dass …

„… offenbar nicht der Versuch unternommen (…) [wurde], die mögliche Herkunft der in München verwendeten Materialien für die Bombe, insbesondere des Sprengstoffes, aus den im Lembkes Depot gefundenen Beständen kriminaltechnisch zu untersuchen.“ (ebd)

Teil 3 folgt.

2 Gedanken zu „Buch-Zusammenfassung: “Oktoberfest, das Attentat”, Teil 2“

  1. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Feindes- und Todeslisten von BDJ, NSDAP/AO, Anti-Antifa (Der Einblick) und NSU auch eine zeitgemäße Entsprechung haben.

    http://www.jungewelt.de/2013/01-11/042.php
    https://www.documentcloud.org/documents/549518-fbi-ows-documents.html

    Diese Strukturen (nebst anderen) sollen sicherstellen, dass Demokratie nicht allzu ernst genommen wird, also eine Rückfallversicherung für eskalierende Protestbewegungen.

    Langley Rück 😉

  2. http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2120546/Die-Schattenkrieger-der-NATO
    Zinn zitierte aus den Einsatzplänen des BDJ: „Dieses Dokument trägt die Überschrift ‚Maßnahmen zur Bekämpfung innerer Unruhen‘. Nimmt eine Menge eine feindselige Haltung ein, dann Handgranaten und Leuchtpatronen auf die meist hinten stehenden Einpeitscher richten. Zielen auf Beine hat größte moralische Wirkung. Frühes Blut vermeidet viel Blut.“

    http://www.jungewelt.de/2013/01-11/042.php
    Bei dem belastenden FBI-Memorandum, in dem alle Namen geschwärzt sind, handelt es sich um 122 Seiten umfassende Dokumente, deren Freigabe PCJF jüngst erstritten hat. Aus den Papieren geht ganz klar hervor, daß das »Federal Bureau of Investigation«, also die Bundespolizei der USA, von Plänen für einen gewaltsamen Angriff auf die friedliche Protestbewegung gewußt, aber nicht einmal versucht hatte, die Betroffenen und die Öffentlichkeit zu warnen. In dem als »Geheim« gestempelten FBI-Dokument heißt es auf Seite 61: »Ein identifizierter [geschwärzt] Oktober geplant, mit Scharfschützen gegen Demonstranten in Houston, Texas, vorzugehen, falls dies für notwendig erachtet werden sollte. Ein identifizierter [geschwärzt] hatte erfahren, daß Demonstranten in New York und Seattle ähnliche Proteste wie in Houston, Dallas, San Antonio und Austin, Texas beabsichtigten. [Geschwärzt] plante, die Anführer des Protestgruppen nachrichtendienstlich zu bearbeiten und Fotos zu machen und dann einen Plan auszuarbeiten, um die Führung [der Protestbewegung, jW] mit schallgedämpften Scharfschützengewehren zu töten.«

    https://www.documentcloud.org/documents/549518-fbi-ows-documents.html S.61
    „Sniper attacks against protestors in Houston … if deemed necessary.“

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