Militärischer Abschirmdienst kannte NSU-Aufenthaltsort!

Die Vorgeschichte des Trios Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt in den 1990er Jahren legt den Schluss nahe, dass ihr „Untertauchen“ eine Geheimdienst-Nummer war, mit Unterstützung von Teilen der Polizei. Dort wurden erfolgreiche polizeiliche Sonderkommissionen gegen Rechts aufgelöst, Informationen nicht an die eigene Zielfahndung im Haus weitergegeben. Währenddessen gründeten und unterhielten die Geheimdienste den damaligen „Thüringer Heimatschutz“ und protegierten Informanten vor polizeillicher Verfolgung (NSU-Vorgeschichte) im Rahmen der „Operation Rennsteig“.

Dann kommt 1998 die Durchsuchung von Zschäpes Garage, in der TNT gefunden worden wäre vom „langjährigen Vertrauensmann“ Thomas S. geliefert (Friedensblick). Deswegen wurde Haftbefehl ausgestellt, das Trio musste „flüchten“ .

Dabei war es richtig „umstellt“ von Informanten. Prof. Dr. Siegfried Mundlos spricht zurecht von einem „VerfassungsschutzNetz, welches sie umgab.

Es gab Fluchthilfe. S. nahm sogleich das Trio im Chemnitz auf. Auf Mundlos Adressen-Liste, die in der Garage gefunden wurde, stand er und ein Polizist schrieb daneben „Thomas S. Unterschlupf?“. Niemand hätte den Hinweis der Zielfahndung weitergegeben!

„Aber für all die anderen Adressen, bundesweit, sind Sie als BKA doch da. Das wäre ein Volltreffer gewesen“, sagte Binninger. Zumal Brümmendorf gar eine Notiz machte: „Thomas S.s Unterschlupf?“ Damit traf er – wie man inzwischen weiß – ins Schwarze: Bei Thomas S. aus Chemnitz kam das Trio nach seiner Flucht aus Jena unter.“ (spiegel)

Ein anderer „Gewährsmann“ des Sicherheitsapparates brachte sogar ihr Fluchtauto, welches mit einer Panne liegen geblieben war, wieder zurück nach Thüringen!

“Am Untertauchen der mutmaßlichen NSU-Rechtsterroristen 1998 ist einem Medienbericht zufolge auch eine Quelle des Thüringer Landesverfassungsschutzes beteiligt gewesen. Wie “Der Spiegel” gestern berichtete, half ein sogenannter Gewährsmann, das auf dem Weg nach Sachsen offenbar mit einer Panne liegen gebliebene Fluchtauto wieder zurück nach Thüringen zu bringen. (otz)

Natürlich wusste man, wo sie sind!

Der Militärische Abschirmdienst der Bundeswehr gab es dem Parlamentarischen Kontroll-Gremium (PKG) des Bundestags „in geheimer Sitzung“ auch zu.

„Der Militärische Abschirmdienst (MAD) wurde kurz nach dem Verschwinden der rechtsradikalen Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe im Jahr 1998 über den Aufenthaltsort des Trios informiert. Wie FOCUS berichtet, hatte dies der Präsident des MAD, Karl-Heinz Brüsselbach, den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontroll-Gremiums (PKG) des Bundestags in geheimer Sitzung am vergangenen Dienstag mitgeteilt. Ein V-Mann des MAD hatte diesen Tipp an eine Außenstelle der Behörde in Leipzig gemeldet.“ (focus)

Die Information wurde „zwar in die MAD-Zentrale nach Köln weitergereicht“, aber sie wäre unerklärlicherweise dort liegengeblieben. Der MAD-Chef Brüsselbach „konnte diesen Vorgang im PKG nicht aufklären.“ (ebd)

Das wirkliche Trauerspiel ist, dass die parlamentarische Demokratie sich als hilflos erweist aufzuklären, und sogar selbst die Idee vertritt, das Trio hätte sich im Untergrund von 1998-2011 förmlich in Luft aufgelöst. Der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages betonte, es wären “keinerlei Anzeichen dafür gefunden [worden], dass staatliche Stellen die Terrorzelle bewusst gedeckt haben.” (Friedensblick) In Deutschland gibt es wirklich eine sehr große „große Koalition“.

3 Gedanken zu „Militärischer Abschirmdienst kannte NSU-Aufenthaltsort!“

  1. Hier werben ganz offen US-Geheimdienste für „VP’s“ :
    “ Die Jobmesse Sindelfingen …Neben der Rezeption steht ein Schild: „Intelligence Jobs“. Auf der AUSA-Jobmesse suchen US-Geheimdienste und private amerikanische Firmen einmal im Jahr neue Mitarbeiter für Deutschland. Das US-Verteidigungsministerium ist da, die Firma Booz Allen Hamilton – bei der auch Edward Snowden angestellt war – und eine Firma, die für CIA und NSA arbeitet…Die Jobs, für die sie werben, fallen unter die Bezeichnung „Intelligence Analyst“. Die Bewerber hier haben alle den amerikanischen Pass und eine Sicherheitseinstufung erhalten, eine sogenannte „Top secret clearance“… Insgesamt 207 amerikanischen Firmen hat die deutsche Regierung Sondergenehmigungen erteilt, dass sie auf deutschem Boden sensible Aufgaben für die US-Regierung übernehmen dürfen. “
    http://www.ndr.de/geheimer_krieg/geheimerkrieg101.html

    Die BFE523 von Kiesewetter dürfte hier sitzen, ca 3km entfent :
    https://maps.google.de/maps?ie=UTF-8&q=b%C3%B6blingen+bereitschaftspolizei&fb=1&gl=de&hq=bereitschaftspolizei&hnear=0x4799e0833ed3d32b:0x570fde3c380e768b,B%C3%B6blingen&ei=8XmKUuLvDsGXtQbhi4H4Cg&ved=0CKQBELYD

    In dem Zusammenhang vielleicht interessant :
    “ Allein in Baden-Württemberg musste technische Ausstattung im Wert von mehreren hunderttausend Euro beschafft werden, um den Ermittlungserfolg zu sichern. “
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/terrorfahndung-schwierige-ermittlungen-gegen-sauerland-gruppe-1492866.html
    Es könnte also gut sein das die BFE’s aus BaWü am „War against Terror“ beteiligt waren, denn diese sollen ja auch SEK’s unterstützen. ( Die 500 Beamten, die an den demonstrativen Überwachungsmassnahmen beteiligt worden sein sollen müssen ja irgendwo hergekommen sein. )

  2. Sehr geehrter Herr Lehle, seien Sie mir nicht böse, aber sind Sie sicher, dass Sie das richtig dargestellt haben? Wenn die Fakten verifizierbar sind, ist das doch eine unglaubliche Schweinerei, das Ende der ganzen NSU- Story. Man hat gewusst, wo sie sind und V-Leute haben die Autos verschoben. Wahnsinn.

  3. @Norbert Brunner

    Siehe mein Senf vom 17.11.2013: http://friedensblick.de/1100/vorgeschichte-des-trios-bis-zur-nsu-gruendung/

    Es ist schlicht unmöglich, dass sich in dieser Konstellation ein Terrornetzwerk aus dem THS ausgegründet hat, ohne dass die Inlandsgeheimdienste das bemerkt haben.

    Bleibt die Frage, wie das zu werten ist. Ich tendiere immer noch zu Variante 2.
    Sollte jedoch tatsächlich ein NSU existiert haben (wofür ich noch keinen Beweis gesehen habe), liegt Georg Lehle 100% richtig. Ohne den geringsten Zweifel.

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