NSU: „Kleinstzelle“ oder Gladio-Netzwerk?

Ende November 2011 sprach BKA-Präsident Jörg Ziercke noch davon, dass die NSU-Gruppe  „zeitweise 170 oder 180 Mitglieder gehabt“ habe. „Das kann auf ein Netzwerk hinauslaufen.“ (fr-online). Jetzt im Jahr 2013 sprechen Bundeninnenministerium und Generalbundesanwaltschaft nur noch von einer „Kleinstzelle“ ohne „größeren Unterstützerkreis.“ (stern) Wann wird eigentlich der Untersuchungsausschuss gebildet, der die „Pannen“ der beteiligten Behörden aufklärt, die jetzt passieren? Nach dem Motto: Vor dem Untersuchungsausschuss ist nach dem Untersuchungsausschuss!

Dazu passend erklärte das Oberlandesgericht München den NSU für aufgelöst und genehmigte Hafterleichterungen für Frau Zschäpe. „Es sei naheliegend, dass sich der NSU durch den Tod von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos selbst aufgelöst habe (…).“(tagesschau) Laut des innenpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, wäre es möglich, dass Frau Zschäpe mangels Beweise “nur wegen Brandstiftung verurteilt wird“. Es gäbe zwar Indizien, aber keine Beweise auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Interessanterweise befinden bzw. befanden sich mehrere Personen im NSU-Umfeld in Zeugenschutzprogrammen: Carsten S., Carsten Szczepanski (Deckname. Piato), Thomas Richter (Deckname: Corelli).

Es gibt klare Zeichen, dass es sich um ein größeres Netzwerk handelte. Es gibt noch immer offene Fragen. Zum Beispiel:

– Wer erstellte den NSU-Bekennerfilm?

– Wer verteilte den NSU-Bekennerfilm im November 2011?

– Wo hielt sich Frau Zschäpe während ihrer Flucht vom 04.11-08.11 auf? (stern)

– Wo hielten sich die Herren Mundlos und Böhnhardt auf? Frau Zschäpe lebte überwiegend alleine in der Zwickauer Wohnung. Laut Aussage der Nachbarn wären die Beiden häufig abwesend gewesen (stuttgarter-zeitung). In der Tat fand man in der Wohnung kaum Männerbekleidung, auch der geringe Wasserverbrauch spricht dafür (swr).

– Wer war die Person, die laut Zeugen aus dem NSU-Wohnmobil flüchtete?

– Wer spionierte die NSU-Anschlagsziele aus?

„Die Anklageschrift der Generalbundesanwaltschaft (GBA), die der jungen Welt vorliegt, kann nicht erklären, wie die NSU-Terroristen, die mutmaßlich zehn Menschen erschossen haben sollen, auf ihre jeweiligen Opfer stießen.“ (jw)

– In der ausgebrannten Zwickauer Wohnung fand man einen Datenträger mit einer Todesliste in der …

“… etwa 10.000 Namen aufgelistet“ [waren].

– Wer waren die flüchtenden Personen, die von Zeugen während des Mordes an Michéle Kiesewetter beobachtet wurden?

V-Mann „Piato“

Es gutes Beispiel ist der Umgang der Generalbundesanwaltschaft mit dem Informanten Carsten S., „Piato“. Er steht im Verdacht, den flüchtigen Trio geholfen zu haben, etwa ein Schusswaffe besorgt zu haben. Außerdem teilte er dem Verfassungsschutz 1998 mit, dass ..

„… die „Frau einen Pass zur Flucht erhalten sollte, der von der Betreiberin eines Vertriebs für rechte Szeneartikel in Sachsen stammte. Später stellte sich heraus, dass es sich bei der Frau um Beate Zschäpe handelte. Im Frühjahr 1999, als das NSU-Trio untergetaucht war, wurde Piato von der Unternehmerin, also einer NSU-Helferin, angestellt. Dem Verfassungsschutz lieferte er aber keine Informationen mehr.“ (zeit)

In der Anklage gegen Frau Zschäpe wird „Piato“ jedoch nicht erwähnt, und das ist kein Einzelfall.

„Auffällig ist, dass Neonazis, die im Umfeld der Mörder agierten, nicht auftauchen. So fehlt Carsten Szczepanski, der als V-Mann »Piato« für den Brandenburger Verfassungsschutz nach dessen Aussage am dichtesten an den Terroristen war. Warum verschont man den Waffenbeschaffer Jan Werner? Max Florian Burghardt, der seine Dokumente hergab, sucht man vergebens – wie Kontakte nach Bayern oder Baden-Württemberg.“ (Neues Deutschland)

Fazit

Doch wie sollen die Sicherheitsbehörden jetzt die Morde aufklären, wenn sie vorher jahrzehntelang dazu nicht in der Lage waren? Es wäre an der Zeit, zumindest einen Untersuchungsausschuss zu gründen, der die aktuellen „Pannen“ der Sicherheitsbehörden aufklärt. Besser wäre eine unabhängige Untersuchung, aber wer sollte sie durchführen? Etwa die UNO?

10 Gedanken zu „NSU: „Kleinstzelle“ oder Gladio-Netzwerk?“

  1. „Wer erstellte den NSU-Bekennerfilm?“

    Aus dem BGH – Beschluss zur Haftbeschwerde des Andre Eminger kann man erstaunliche Details herauslesen:

    Für das NSU-Video brauchte der Hersteller unbedingt den Zeichensatz „COSMIC2N.ttf“, doch der fand sich auf keinem Computer, keiner Festplatte, keinem sonstigen Datenträger von Andre Eminger und auch nicht im sonstigen Umfeld der NSU in Zwickau oder sonstwo.
    Laut forensischer Analyse wurde der Zeichensatz auch nicht nachträglich wieder gelöscht.
    Also kann der Film eigentlich auch nicht dort hergestellt worden sein.
    Der Film muss woanders hergestellt worden sein und dann dorthin kopiert worden sein.
    Es konnte auch nicht nachgewiesen werden, dass die Computer des NSU-Trios oder von Andre Eminger zur Herstellung der DVDs benutzt wurden.

    Wer also hat die DVDs überhaupt hergestellt?

    Zitat:

    BGH – Beschluss Haftbeschwerde – Andre Eminger

    Auch der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hält es kriminal-technisch nicht für belegbar, dass der Videofilm unter Benutzung der beim Be-schuldigten sichergestellten Rechner und anderen Datenträger angefertigt wurde.

    (!!!!!) Zwar fanden sich auf einem Laptop Bilddateien, die Szenen aus diesem Film sowie Lichtbilder einzelner Tatopfer enthalten. Nach den weiteren Ermittlungen handelt es sich insoweit aber um Bildmaterial aus Presseveröffentlichungen nach dem 4. November 2011, das sich zwischen dem 4. und dem 18. November 2011 bei Recherchen im Internet selbständig im Cache-Ordner des Programms speicherte (!!!!!) (Bericht des Bundeskriminalamts vom 23. Dezember 2011, vorläufiger Auswertevermerk zu den beim Beschuldigten sichergestellten Datenträgern).

    (!!!!!) Weiter war der im Film für die Gestaltung der Texte verwendete Schriftzeichenvorrat „COSMIC2N.ttf“ weder auf den Rechnern des Beschuldigten installiert noch sonst auf den bei ihm aufgefundenen Datenträgern vorhanden;(!!!!!)

    ebenso wenig konnten unter Verwendung dieser Schriftart erstellte Text- oder andere Dokumente nachgewiesen werden (Untersuchungs-bericht des Kriminalistischen Instituts des Bundeskriminalamts Nr. 1 vom 23. Dezember 2011). Schließlich ergaben sich bei der Untersuchung der Da-tenträger auch keine Hinweise darauf, dass die auf den Videofilm bezogenen Dateien, wie sie auf der in der Wohnung F. straße 26 sichergestellten Festplatte gespeichert waren (dazu nachfolgend), mit der EDV-technischen Ausrüstung des Beschuldigten geöffnet oder bearbeitet worden wären (aaO).

    Es lässt sich auch keine hinreichend gesicherte Aussage dahin treffen, dass der am 27. Dezember 2007 auf die DVD kopierte Videofilm – sei es durch den Beschuldigten, sei es durch eine andere Person – unter Zuhilfenahme der in der Wohnung F. straße 26 vorgefundenen EDV-technischen Ausrüstung hergestellt wurde. Zwar war auf der dort asservierten Festplatte in den Ordnern „aktuelle version 1107“ und „NSU Video stand 140108“ mit Änderungsdatum 3. Dezember 2007 jeweils bereits der Videofilm in der aus der DVD ersichtlichen Fassung gespeichert; darüber hinaus finden sich dort mehrere Vorläuferversionen zu einzelnen Filmsequenzen, etwa unter „Altes Videomate-rial“ Videodateien mit den Änderungsdaten 9. März und 28. Oktober 2001 (Bericht des Bundeskriminalamts vom 5. Dezember 2011, Auswertung Asservat EDV11).

    (!!!!!) Der Zeichenvorrat „COSMIC2N.ttf“ war indes nach dem oben zitierten Untersuchungsbericht Nr. 1 auch auf den hier vorgefundenen Datenträgern nicht auffindbar.(!!!!!)

    Mehrere Lücken ergaben sich auch beim Nachweis der Graphikdateien, die in die Endfassung des Films Eingang fanden und deshalb bei der Bearbeitung vorliegen mussten.

    Um einen digitalen Videofilm in der vorliegenden Qualität herstellen, ins-besondere wie geschehen Zeichentrickfilme, Nachrichtensendungen und Bei-träge aus Printmedien zusammenfügen zu können, bedürfe es umfassender Kenntnisse und Erfahrungen. Einer Person, die sich nur gelegentlich mit der Mediendigitalisierung beschäftige, sei dies nicht möglich. Im Umfeld des „Nati-onalsozialistischen Untergrunds“ verfüge – aufgrund seiner beruflichen Tätig-keit – allein der Beschuldigte über die erforderlichen Fähigkeiten.
    (!!!!!) Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe seien selbst nicht in der Lage gewesen, die Videosequenz herzustellen.(!!!!)

    nsu-watch.apabiz.de/files/2012/06/bgh-beschluss-haftbeschwerde-andre-e-ak__17-12.pdf
    Seite 11

    – Der Zeichensatz zur Herstellung der DVDs fehlte auf sämtlichen untersuchten Computern
    – Das Film- und Fotomaterial war kein Täterwissen, sondern es war frei im Internet und über TV-Sendungen für jeden verfügbar

    Der Anwalt von Beate braucht nur auf diese Fakten hinzuweisen und schon hat die Anklage ein Problem, aber das weiß die Anklage auch selber, da sie es in ihren eigenen Dokumenten steht.

    Zweitens:
    Wohnmobil-Anmietungen

    Bei den ersten drei Morden konnte die Polizei bisher nicht ermitteln, wie die Täter zum Tatort gekommen sind. Trotz intensivster Ermittlungen konnten keine Anmietungen von Fahrzeugen festgestellt werden.

    http://www.sabah.de/de/wie-kamen-die-nsu-morder-an-die-tatorte.html
    http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,813340,00.html

    Drittens:
    Die Phantombilder, mit dem damals nach dem Mord an Süleyman Tasköprü die Polizei den Täter suchte:
    http://www.spiegel.de/fotostrecke/neue-spuren-der-raetselhafte-fall-der-doener-morde-fotostrecke-75041-4.html
    Der sieht den Uwes kein bisschen ähnlich, sonder der sieht eindeutig türkisch aus.
    Ein weiteres Phantombild findet man in Bild 2.

    Viertens:
    Mehrere Zeugen sagten aus, die späteren Opfer hätten sich wenige Stunden vor ihrem Tod heftige Wortgefechte mit Unbekannten geliefert. An diesen Streitereien waren die Uwes nicht beteiligt.

    Fünftens:
    gemeinsame Bekannte

    Die Opfer hatten gemeinsame Bekannte, nämlich Mitarbeiter einer türkischen Im- und Exportfirma, die sich auf Menschenhandel und Waffenschmuggel spezialisiert hatte.

    „Mehrere Opfer hatten zu denselben Menschen Kontakt“
    „Es liegen zwischenzeitlich Hinweise auf einen möglichen Bezug der Opfer zur Drogenszene vor“, hieß es im Oktober 2002 in einem Bericht des Polizeipräsidiums Mittelfranken. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Opfer in Verbindung mit türkischen Drogenhändlern aus den Niederlanden standen.“
    „Nicht ausgeschlossen, dass sie in der Drogenszene aktiv waren. Die Opfer sind kleine Lichter am Ende einer Kette.“
    Ein anderer Beamter schien genauere Kenntnis von Kontakten der Opfer zu einer Im- und Export-​Firma in der Türkei zu haben und nannte sogar Details: „Ihnen wurden Renditen von bis zu 15 Prozent versprochen, wenn sie bei illegalen Geschäften wie Waffenschmuggel und Menschenhandel mithalfen.“
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-86570557.html

    Wie wahrscheinlich ist es denn, wenn die angebliche NSU ausgerechnet diejenigen Türken ermordet, die alle die selben Bekannten haben und die irgendwie in illegale Geschäfte verwickelt sind und wo die Opfer kurz vor ihrem Tod heftige Streitereien mit Personen hatten, die nicht die Uwes waren?

    Solche Zufälle gibt es doch nicht.

    Daher könnte ein alternatives Szenario neben der NSU-Verschwörungstheorie (denn nichts anderes ist das) geben.

    Zum Beispiel türkische Auftragskiller (wozu die Phanombilder passen).
    Motiv der Auftragskiller: Ausschaltung von Abtrünnigen, die irgendwie aus der Reihe der organisierten Kriminalität ausscherten oder aber der türkische Staat hat von diesen Machenschaften im Dienste der PKK Wind bekommen und die Akteure ausgeschaltet. Davon wiederum hat der deutsche Verfassungsschutz erfahren und aus Gründen der Staatsräson hat man die Taten dann der NSU in die Schuhe geschoben. Wer die Artikel aus der Zeit vor dem 4.November 2011 kennt, der findet das plausibel, denn warum sollten plötzlich all die damaligen Erkenntnisse ungültig werden?

    Stichwort: „Familienclan in Diyarbakir“

    1. Bolko Schuster: „Das Film- und Fotomaterial war kein Täterwissen, sondern es war frei im Internet und über TV-Sendungen für jeden verfügbar.“

      Allein das ist schon falsch, denn entsprechende Bilder finden sich in dem Video. Der ganze Versuch, die „Döner-Mord“-These wieder aus der untersten Schublade zu holen, kann nur von ganz rechtsaußen kommen. Das der NSU existiert hat als reale Struktur von Böhnhardt/Mundlos/Zschäpe steht anhand der bekannten Fakten außer Frage.

      Eine staatliche Verstrickung in deren Strukturen ist wahrscheinlich, eine reine Fiktion ist aus deren Köfferlein aber der Wunschtraum von Nazis.

  2. Im Tatort „Puppenspieler“ vom 24.Februar 2013 geht es auch um die Dönermorde:

    Dialog ab Zeitindex 1h 22m:
    „Die führen sie vor. Wie alle Ermittler, die in den Mordfällen ermitteln. Es gibt LKWs mit fünf mobilen Teams, die ständig in Deutschland umherfahren, die ständig einsatzbereit sind. Alles was da geschieht hat System. Ist perfekt organisiert. Die waren penibel vorbereitet. Mit den passenden Waffen. Der passenden DNA. Alles was man bei Aktion so braucht. Es ist immer ein anderer Söldner, der den Auftag ausführt, aber es ist immer dieselbe DNA. Sie hinterlassen nicht nur DNA. Sie hinterlassen auch Spuren im Netz, aber zu fassen sind sie nicht. Es sind Avatare, die da geschaffen wurden. Virtuelle Menschen. Wie Werbeagenturen, um Kaufverhalten zu testen, Marionetten, nicht mehr. Und die Strippenzieher setzen sie ein, wo immer das BKA und somit auch die Politik es für notwendig hält. Um ihr Vertrauen in die Demokratie zu stärken und zu erhalten, denn es gibt Menschen, die sich bestimmten Interessen in den Weg stellen.“

    „Wissen sie wann man auf die Idee kam? Die Döner-Morde.
    Als es plötzlich hieß, die weibliche Täter-DNA, die man überall gefunden hatte, stamme von einer Frau in der Firma, die die Testwattestäbchen herstellt. Als bei uns in Leipzig die Politik und Justiz vom Rotlicht erpresst wurde, da wurde dieses System zum ersten Mal eingesetzt. Es war faszinierend. Ich dachte, es würde die Firma schützen.“

    „Vielleicht hat sich ja seit der NSU doch etwas geändert.“
    „Wenn sie wüssten, wer da noch alles mit drin hängt.“

    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/602916_tatort/13511246_puppenspieler-fsk-tgl-ab-20-uhr-?buchstabe=T

    Vielleicht hat da ein Insider verdeckt aus dem Nähkästchen geplaudert.

  3. Zitat:

    Gesuchte Nazi-Braut Zschäpe hatte festen Job

    Tatsächlich aber hatte Nazi-Braut Beate Zschäpe (38) vier Jahre vor ihrer Entdeckung im Jahr 2007 einen geregelten Job.

    Nach BILD-Informationen arbeitete sie während ihrer Flucht bei einem Medien-Unternehmen, verkaufte in Zwickau an Haustüren Zeitungs-Abos.

    Ihr früherer Arbeitgeber sagt, Zschäpe sei sympathisch, zuverlässig gewesen. Er habe nichts von ihrem Doppelleben und der Fahndung gewusst.

    http://www.bild.de/news/inland/nsu/gesuchte-nazi-braut-zschaepe-hatte-festen-job-29324436.bild.html

    Fragen:
    Unter welchem Namen hat sie diesen Job ausgeübt?
    Unter ihrem richtigen Namen oder unter einem Decknamen?

    Falls es ein Deckname war, dann hätte man bereits vorher von einem „echten gefälschten“ Ausweis oder Sozialversicherungsnummer auf ihren Namen hören müssen. Soweit mir bekannt ist galten diese echten falschen Papiere aber bislang nur für Mundlos und Böhnhard. Habe ich da eine wesentliche Meldung verpasst, die sich auf einen „echten gefälschten“ Ausweis etc von Beate Zschäpe bezieht?

    Falls Beate einfach die Daten von Mandy Struck oder Susanne Emminger oder von Liesa Dienelt benutzt hat, dann hätte der Lohn für diesen Job aber auch auf deren Konto überwiesen werden müssen und dann hätte man einen Beweis gegen diese Personen, was aber wohl nicht der Fall ist, da keine Festnahmen erfolgten.

    Falls es ihr richtiger Name war, warum ist dann ihr geregelter Job nie den Behörden aufgefallen?

  4. “Wunderlich klingt auch, was Wießner darüber berichtete, wie er vom Auffliegen der NSU-Terrorgruppe erfahren habe. Kurz nach Auffinden der Leichen von Mundlos und Böhnhardt am 4. November 2011 habe bei ihm, dem damals schon pensionierten Verfassungsschützer, das Festnetztelefon geklingelt. Der Leiter der Polizeidirektion Gotha habe ihm von den beiden Toten erzählt und ihn gefragt, ob er wisse, wo Zschäpe sei. Wießner behauptet, den Polizeidirektor an den NPD-Kader Ralf Wohlleben verwiesen zu haben, der wegen seiner engen Verflechtungen zum NSU-Trio aktuell in Untersuchungshaft sitzt. Die Episode ist rätselhaft. Bevor die Leichen von Böhnhardt und Mundlos gefunden wurden, lebte das Trio bereits 13 Jahre im Untergrund, von den Fahndungslisten war es längst verschwunden. Wie konnte also ein einfacher Polizeidirektor so schnell die Verbindung von zwei männlichen Toten zu Beate Zschäpe herstellen? Und warum wurde ausgerechnet der Pensionär Wießner noch vor den aktuellen Spitzen des Thüringer Verfassungsschutzes informiert? Die erfuhren erst drei Tage später von dem Wohnwagenbrand.” Zeit Online 18.2.2013

    1. „Kurz nach Auffinden der Leichen von Mundlos und Böhnhardt am 4. November 2011 habe bei ihm, dem damals schon pensionierten Verfassungsschützer, das Festnetztelefon geklingelt“.
      Eine Zeitangabe wäre natürlich noch schöner.

      Bei kontextwochenzeitung gibt es einen neuen, guten Beitrag zum Thema NSU von Thomas Moser, der u.a. weitere Informationen zu diesem Anruf von Menzel an Wiesner liefert.
      „Angerufen hat mich Menzel, weil wir uns aus meiner Zeit im Landeskriminalamt kannten. Er wusste, dass ich davor im Landesamt für Verfassungsschutz tätig war. Er hat noch hinzugefügt, dass er das LfV nicht unterrichten werde. Er hat gedroht, notfalls zum Amt zu gehen und die Akten zu beschlagnahmen.“ Kriminaldirektor Menzel ging offensichtlich davon aus, dass das LfV die ganze Zeit wusste, wo sich das Trio aufhielt. “
      Eine Zeitangabe zum Anruf liefert der Beitrag aber auch nicht.

      Moser wirft dann die Frage auf: Rief der Gothaer Kriminaldirektor tatsächlich Wohlleben an und der wiederum informierte Zschäpe?

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