Die sogenannte „Geldschöpfung aus dem Nichts“

Es ist eine weit-verbreitete und populäre Idee, dass Geschäftsbanken „Geld aus dem Nichts“ schaffen bzw. „schöpfen“ könnten. Doch leider ist sie falsch. Die Realität ist, dass sich Geldvermögen und Schulden fast spiegelbildlich gleichen. Bezugnehmend auf den Artikel „Geld aus dem Nichts“ von Paul Schreyer werden die verschiedenen Auffassungen nachgeprüft (heise).

1. „Geldschöpfung aus dem Nichts“

Paul Schreyer schreibt, dass „gewährte Kredite (…) ein Vielfaches der angelegten Gelder [umfassen ].“

„Was weitaus weniger Menschen bekannt ist: auch die privaten Banken schöpfen Geld. Sie drucken es zwar nicht, was ein Privileg der nationalen Zentralbanken ist, doch schaffen sie es über ungedeckte Kreditvergabe vergleichbar „aus dem Nichts“. Und zwar in großem Stil. „

Folgende Grafik beweist stattdessen, dass nicht einmal sämtliche Bankeinlagen (6809 Mrd. Euro) als Kredite (5943 Mrd. Euro) vermittelt werden. Laut Creutz wäre dieser Einlagen-Überhang, die Reduzierung der Kreditvergabe, einer „Risiko-Reserve“ geschuldet.

Grafik: Helmut Creutz, aus Buch “das Geld-Syndrom”, Neuauflage 2012

Wenn Geschäftsbanken „Geld aus dem Nichts“ schaffen könnten, warum können sie pleite gehen? Warum decken sie ihre Verluste nicht einfach durch selbst erschaffenes Geld, das sie gegen Zins verleihen? Das Gegenteil ist der Fall, im Zuge der Finanzkrise brauchen immer mehr Banken Unterstützung von Zentralbanken und Staat. Sie verpulvern durch leichtfertige Spekulationsgeschäfte die ihnen zugeflossenen Geldeinlagen:

„Banken wieder klar im Krisenmodus
(…)
Damit wird wieder deutlich, es hat sich nie um eine Liquiditätskrise gehandelt, sondern um eine Solvenzkrise des Bankensystems! Ergo konnte mittels der lockeren Geldpolitik nur Zeit gewonnen werden, dass zu Grunde liegende Problem, der miesen Qualität der Assets in den Bilanzen der Banken konnten die Liquiditätshilfen nicht verbessern. Viele hunderte Milliarden an faulen Krediten schlummern im System und harren weiter der Bereinigung.“
http://www.querschuesse.de/banken-wieder-klar-im-krisenmodus/

In der Tat zahlen Banken zwischen 75% und 80% ihrer Bankzinserträge an ihre Sparer aus (siehe Zinsaufwendungen)! Ein Großteil des verbliebenen Geldes wird zur Deckung der Personal- und Sachkosten verbraucht.

Grafik: Helmut Creutz, aus Buch “das Geld-Syndrom”, Neuauflage 2012

Mindestreserve

Weiter schreibt Herr Schreyer, dass die Kreditvergabe nur durch die „Mindestreserve“ beschränkt würde. Die Mindestreserve darf die Bank in der Tat nicht von der Einlage als Kredit vergeben. Von einer Einlage von 100 Euro muss die Bank 2 Euro zurücklegen. Den Rest kann sie als Kredit vermitteln. Nachdem der Kreditnehmer seine 98 Euro ausgab und nicht mehr hat, könnte der neue Geldbesitzer seine 98 Euro theoretisch wieder zur Bank bringen und anlegen. Die Bank müsste von den 98 Euro wieder 2 % zurücklegen, und könnte den Rest als Kredit vermitteln.

Grafik: Helmut Creutz, aus Buch “das Geld-Syndrom”, Neuauflage 2012

Daher ist Schreyers Darstellung, Geschäftsbanken könnten „fünfzigmal mehr Geld schöpfen (…), als sie real besitzen“ falsch:

„Begrenzt wird die Geldschöpfung lediglich durch die sogenannte „Mindestreserve“, das heißt, den Anteil der Einlagen, den eine Bank zur Sicherheit bei der Zentralbank hinterlegen muss. In der Eurozone waren das (zumindest bis zum Dezember dieses Jahres) zwei Prozent, was bedeutet, dass die Banken etwa fünfzigmal mehr Geld schöpfen konnten, als sie real besitzen. Solange dabei mehr Kredite ausgereicht als getilgt werden, steigt die Geldmenge im Land immer weiter an – völlig unkontrolliert von der Zentralbank oder gar der Regierung – bis zur Krise oder gegebenenfalls dem Crash.“

Hier unterliegt Herr Schreyer einer Verwechslung. Ein Transportmittel ist nicht-dasselbe wie die damit durchgeführten Transportvorgänge. Helmut Creutz:

„So wenig aber wie es durch eine wiederholte Verwendung von Waggons oder Lkw’s zu deren Vermehrung kommt, so wenig ist das bei einer wiederholten Verwendung von Geld der Fall, gleichgültig ob dies für Kauf- oder Verleihzwecke geschieht!“ (inwo)

Richtig ist, dass Geschäftsbanken soviel Geld als Kredit vermitteln, wie sie vorher als Einlage erhalten haben. Folgende Abbildung zeigt den Geldkreislauf und den Prozess der Vermögens- und Verschuldungsbildung:

Quelle: Helmut Creutz

2. „Bankrun“

Schreyer beschreibt die Folgen eines „Bankrun“, also ein Ansturm der Kunden auf ihre Bank, um alle Ersparnisse abzuheben.“

„Hätten nur genügend Bürger gleichzeitig ihr Geld in bar von Deutscher Bank, Commerzbank und Co. eingefordert, gäbe es diese Banken heute nicht mehr, weil deren Mindestreserve die Einlagen eben nicht deckte.“

Nur Sichtguthaben (Giralgeld, Buchgeld) könnte der Sparer jederzeit abheben. Sie vergrößerten sich in den letzten Jahren rapide, auf aberwitzige 915 Milliarden Euro! Die Banken sehen sie als Einlage an und vermitteln sie als Kredite weiter. Dagegen fallen die Mindestreserven der Banken mickrig aus, 51 Milliarden. Die Banken würden also tatsächlich während eines „Bankrun“ schnell zahlungsunfähig und würden in Existenznot alle verfügbaren Kredite schnellstmöglich kündigen – die Folgen lassen sich studieren in der Weltwirtschaftskrise 1929 (wiki)! Eine Weltwirtschaftskrise kann jederzeit wieder ausbrechen.

Folgende Grafik Nr. 009 zeigt die verschiedenen Mengen Zentralbankgeld, Geldeinlagen und Geldvermögen. In dieser Grafik sind die Bankeinlagen (5.307 Mrd. Euro) wesentlich geringer als in Grafik 27. In einer anderen Grafik (Nr. 002) wird ebenfalls die Höhe der Einlagen (240% des BSP) und die ausgegebenen Kredite nach unten (auf 208 % des BSP) korrigiert. Herr Creutz erklärt:

„Die Unterschiede erklären sich einmal aus den herangezogenen Statistiken (Monatsberichte bzw. die einmal jährlich veröffentlichten Erfassungen der Geldvermögen und Schulden in den „Sonderveröffentlichungen Nr. 4″ der Bundesbank). Außerdem werden gerade die Monats-Endzahlen häufig noch mehrmals korrigiert. So z. B. der Ausreißer im Dezember 2010 in Nr. 027 – wie im Grafik-Text beschrieben – durch die Einbeziehung der Derivate in die Bankbilanzen. – Da es mir vor allem um die langfristigen Auseinanderentwicklungen zwischen BIP und den geldbezogenen Größen geht, sind diese Unterschiede nicht allzu wichtig.“

Grafik: Helmut Creutz, aus Buch “das Geld-Syndrom”, Neuauflage 2012

Jedoch liegt Schreyer in seinem Lösungsvorschlag falsch. Er schlägt eine höhere Mindestreserve vor; sie solle „10 Prozent (wie in den USA), oder auch 20 Prozent (wie in China)“ betragen. Sie wäre „im Interesse einer stabilen Ökonomie.“ Denn …

„Banken dürften de facto nicht mehr Geld verleihen, als ihnen real anvertraut wurde.“

Während eines wirklichen Bankrun würde jedoch auch eine höhere Mindestreserve den Sturm nur ein wenig mehr trotzen können als jetzt.

3. Ablenkungsmanöver

Von interessierten Kreisen wird propagiert, dass ursächlich für die Verschuldung eine Geldschöpfung aus dem Nichts vorläge, verursacht von Geschäftsbanken. Doch durch den oben aufgezeigten Teufels-Kreislauf gibt es keine „Vervielfachung“ des Zentralbankgeldes“, sondern eine „Vervielfachung“ von Guthaben und spiegelbildlich Schuld.

Nur Bargeld ist Zentralbankgeld. Daneben unterhalten Geschäftsbanken noch Konten direkt bei der Zentralbank. Die dort befindlichen Bestände sind garantiertes Zentralbankgeld. Wenn ein Bankkunde ein gefülltes Sichtguthaben hat und davon einer anderen Person Geld überweist, dann schreibt seine Bank der anderen Zentralbankgeld auf ihren Bestand bei der Zentralbank gut. 

„Beispiel: Bank A hat bei der Zentralbank ein Guthaben von 500.000.000 Euro, Bank B hat ein Guthaben von 600.000.000 Euro. Insgesamt sollen von Kunden bei Bank A 20.000.000 Euro zu Kunden bei Bank B überwiesen werden. Gleichzeitig sollen von Kunden bei Bank B insgesamt 22.000.000 Euro zu Kunden bei Bank A überwiesen werden. In diesem Fall bucht die Zentralbank nur 2.000.000 Euro (sog. Zentralbankgeld) um, so dass Bank A nach diesem Vorgang ein Guthaben von 502.000.000 Euro und Bank B ein Guthaben von 598.000.000 Euro bei der Zentralbank hat.“ (wikipedia)

Auch das „Clearing“, die Verrechnung von Zahlungsströmen zwischen Geschäftsbanken, ändert am Prinzip nichts. Ohne eine ausreichende Menge Zentralbank-Geld würde das Verrechnen von Überweisungen nicht funktionieren.

Das Guthaben (Buchgeld) auf einem normalen Bank-Konto ist kein Zentralbankgeld, sondern nur ein (zweifelhafter) Anspruch darauf. Bei einer Krise fällt deswegen die Verrechnung der Banken untereinander aus, da sich die Banken untereinander nicht mehr trauen, stattdessen legen sie es direkt bei der Zentralbank an (handelsblatt). Oder bei einem „Bank-Run“ – da würden Geschäftsbanken schnell ausbluten und zahlungsunfähig werden, da sie die Guthaben verliehen haben.

Was ist Buchgeld?

„Buchgeld (auch Giralgeld, Geschäftsbankengeld[1]) ist ein Begriff im Rechnungs- bzw. Bankwesen für einen Zahlungsanspruch auf Bargeld (Scheine oder Münzen), der als sofort liquidierbares Bankguthaben auf einem Konto geführt wird.(…)  Im Gegensatz zu Bargeld ist es aber kein gesetzliches Zahlungsmittel[2], sondern nur ein Zahlungsversprechen der Bank.“ (wikipedia)

Der „Milliardär“ ist also ein Phantast: Er kann nicht nur seine Geld-Bestände unmöglich gänzlich ausgeben, ohne sie gleichzeitig zu inflationieren, schlimmer: Seine Guthaben sind als Bargeld nicht vorhanden!

4. Taschenspieler-Tricks mit Buchungen

Die Geschäftsbank würde aber doch Zentralbank-Geld schaffen können. Das würde ihre Buchung bei einer Kreditvergabe auf das Sichtguthaben eines Krediteurs beweisen:

„Kredit (also Aktivseite) an Sichtguthaben (also Passivseite)“ (sozialökonomie)

Diese Argumentation blendet die vor- und nachgelagerten Buchungen aus. Obige Buchung setzt voraus, dass die Bank bereits das Geld hat, welches sie dem Krediteur auf dem Sichtguthaben gutschreibt.

Wenn der Krediteur das Geld nämlich bar abhebt oder damit per Überweisung eine Rechnung bezahlt, verringern sich gleich zwei Guthaben, eine „Aktiv-Passiv-Minderung“: Die Bank „verliert“ ihr eigenes Guthaben (Zentralbank-Bestände verringern sich), und die Bank „verliert“ das dem Schuldner gutgeschriebene Geld auf dem Sichtguthaben. Bei einer Kredit-Vergabe tauscht die Bank am Ende Zentralbank-Geld und Geld-Guthaben gegen einen Anspruch an den Krediteur auf Rückzahlung + Zins.

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Grafik: sozialökonomie

5. Warum vermitteln Banken Sichtguthaben?

… weil es ihre Aufgabe ist, den Geldkreislauf aufrecht zu erhalten. Ohne Kreditvergabe der Sichtguthaben käme es zu einer Wirtschaftskrise. Ohne ihre Weitervermittlung als Schuld, als Kredit, könnte das Geld nicht wieder in die Wirtschaft und Gesellschaft transferiert werden. Helmut Creutz:

„(…) die den Banken überlassene Kaufkraft auf den Sichtguthaben [SG], wenn nicht über Kredite weitergegeben, [würde] einer Massenhortung von Kaufkraft entsprechen (…)! Mit diesen Kreditvergaben aus den SG-Beständen wird also nur dafür gesorgt, dass die Leistungen die hinter diesen Guthaben stehen auch nachgefragt werden können!“

Bei den Sichtguthaben ist die Wurzel des Problems die Hortung.  Die Sichtguthaben werden von den Geld-Besitzenden nicht ausgegeben – und fließen nicht in den Geld-Kreislauf zurück. Die Sichtguthaben verbleiben stattdessen auf den Konten und vergrößern sich teilweise durch den Zinses-Zins Effekt weiter.

Daher können sie von den Banken verliehen werden, im Gegensatz zu privat im Tresor gehorteten Bargeld. Helmut Creutz:

„Denn durch die Möglichkeit der Banken, bei ihren Kreditvergaben auch auf die Sichtguthaben-Sockelbeträge zurückgreifen zu können, werden die Hortungen, die vorher bei der Bargeldhaltung möglich waren, zum Vorteil aller reduziert und damit auch die Unterbrechungen des Geldkreislaufs!
Das heißt, mit den Verlagerungen der Kaufkraft aufs Girokonto wird das erreicht, was wir beim Bargeld noch erreichen müssen: Eine regelmäßigere Nutzung der Zahlungsmittel, mit der alleine die Kaufkraft des Geldes kontrollier und deren Stabilität realisierbar wird!“
http://www.helmut-creutz.de/pdf/grafiken/a/creutz_009.pdf

Wenn Sichtguthaben nicht mehr verliehen würden, würde sich die Kredit-Vergabe entsprechend verringern. Geld wird jedoch gebraucht zum Handel. Die Geldmenge ist abgestimmt auf die Warenmenge. Geld darf daher nicht weiter Privateigentum sein sondern öffentliches Gut.

6. Vollgeld-Reform

Es gibt Vorschläge, dass Sichtguthaben nicht mehr als Bankeinlagen zu bewerten wären, sondern als Geld. „Das Geld auf den Konten wäre dann nicht wie das Giralgeld jemandes Schulden, sondern per Gesetz real vorhanden und ein Vermögenswert an sich.“ (heise) Dies wird als „Vollgeld“ bezeichnet.

Krisen-Szenarien

Angenommen im Zuge einer „Vollgeld“-Reform würden Sichtguthaben mit Zentralbankgeld hinterlegt. Wenn aufgrund einer Krise Sparer ihre Giralgeldkonten abheben würden, und ausgäben, müsste es zu einer Inflation kommen. Daher ist die momentane Praxis der Banken, Giralgeld-Guthaben als Kredit zu vergeben, eine „potentielle“ Geldschöpfung. Sie wird aber erst dann zur Geldschöpfung, wenn die Bankkunden ihre Girokonten plündern und ausgäben.

Auf der anderen Seite würde ein Bankrun heute den Zusammenbruch der Banken bedeuten, denn die Banken können das Giralgeld nicht bar auszahlen und wären augenblicklich zahlungsunfähig.

Auf diese Überlegungen antwortete Helmut Creutz:

„Im Zuge einer „Vollgeldreform“ würde die Bargeldmenge in den Händen der Wirtschaftsteilnehmer auf etwa das Fünffache ansteigen (und damit mittelfristig die Inflationsgefahren), während gleichzeitig das Kreditvolumen in Höhe der Sichtguthaben einbrechen würde. – Dass bei den heutigen Gegebenheiten eine Abhebung aller Sichtguthaben mit großen Nachschubproblemen verbunden wäre, ist richtig. Aber ein Verbot der Kreditvergabe aus den Sichtguthaben wäre noch gravierender und käme einer Massenhortung der Kaufkraft gleich!“

Helmut Creutz schrieb zu-treffend über die Überlegungen einer „Geldschöpfung aus dem Nichts“.

„Doch so verschieden die Aussagen und Beweisführungen auch sind, in einigen Punkten stimmen sie fast alle überein: Sie bewegen sich immer nur im theoretischen Raum und machen kaum einmal den Versuch, die vertretenen Auffassungen anhand der wirtschaftlichen Gegebenheiten zu überprüfen!“(inwo)

Empfehlung zum Thema „Geldschöpfung“

Humane Wirtschaft, Helmut Creutz, „Vollgeld“, 6/2012

Faireconomy, „Geldschöpfung und Umlaufsicherung“ (pdf-Dokument) Helmut Creutz, S. 4, 5, 2012

19 Gedanken zu „Die sogenannte „Geldschöpfung aus dem Nichts““

  1. Wie Sir Arthur Charles Clarke in „Profile der Zukunft“ vorhersagte (kein ernstzunehmender Wissenschaftler hat es je gewagt, an seinen prophetischen Worten zu zweifeln), wird die Zeit kommen, „wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten (Politik und Wirtschaft) uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten.“ Mit der Korrektur unserer seit jeher fehlerhaften Geld- und Bodenordnung durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform – und damit der Befreiung der Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus – wird diese Zeit anbrechen. Um sie hinauszuzögern und weiterhin mit Kinderkram beschäftigt zu bleiben, konstruieren studierte „Wirtschaftsexperten“ idiotische (ein Idiot ist jemand, der öffentliche und private Interessen nicht voneinander trennen kann) Gedankenexperimente bezüglich einer angeblichen „Geldschöpfung der Geschäftsbanken“, damit der wirkliche Fehler im „Geld, wie es (noch) ist“ (Zinsgeld) für alle, die sich von diesem Unsinn ablenken lassen, unverständlich bleibt, und damit das fehlerfreie „Geld, wie es sein soll“ (Freigeld) gar nicht erst angedacht wird. Die von der Masse gewählten „Spitzenpolitiker“ lassen sich wiederum nur zu gern von diesem Unsinn zusätzlich verwirren, denn auch sie wollen sich weiterhin mit „theologischen Debatten des Mittelalters“ beschäftigen.

    Die Gedankenexperimente dieser „Experten“ beruhen auf der gedankenlosen Verwechslung von Geld (Zentralbankgeld = Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) und Ansprüchen auf Geld mit unterschiedlicher Fristigkeit („Geldmengen“ M1, M2, M3…), was ebenso unsinnig ist wie etwa die Addition der Büchermenge in einer Bücherei mit der Summe der Buchausleihungen. Wer heute „moderne Volkswirtschaftslehre“ studiert, muss diesen Unsinn unreflektiert übernehmen, oder er darf seine Klausuren nicht bestehen.

    Geldtheorie

  2. Wolfgang Waldner „der Keynesianer“ meint, dass es eine Geldschöpfung aus dem Nichts seitens Geschäftsbanken gäbe.
    „1. Banken verleihen Geld, das vorher gespart worden ist (falsch)
    2. Wenn ich Geld spare, dann leiht die Bank es jemandem, der damit etwas kauft (falsch)“
    (waldner)

    Darauf antwortete ich ihm:

    Wie bringen Sie die Geldschöpfungs-Aussage, keine Einlagen würden zur Kreditvergabe benötigt, mit Ihrem letzten Blog-Eintrag in Einklang? Hier schreiben Sie …

    „Das Wachstum der Buchgelder wird tatsächlich von den Sparern bestimmt!

    Man kann das Problem also nicht damit lösen, dass die Schöpfung von Buchgeld durch Kreditvergabe der Geschäftsbanken beschränkt wird, sondern man müsste dann schon zuerst das Sparen von Geld beschränken. Denn es gilt immer:

    Schulden = Geldvermögen
    Woraus folgt:
    Neuverschuldung = Geldvermögensbildung“

    Darauf Waldner:

    „Bei der Kreditvergabe werden tatsächlich keine vorher eingezahlten Einlagen benötigt, weil diese durch die Kreditschöpfung entstehen. Sind diese Einlagen aber einmal entstanden und hat das Geld jemand verdient, dann kann dieses Geld auch gespart werden. In genau der Höhe der Ersparnisse existiert eine Verschuldung, die nie wirklich getilgt werden kann, sondern ein einzelner Schuldner kann nur seine Verschuldung durch einen Nachschuldner ablösen.

    (…)

    Im umgekehrten Fall aber, wenn das durch einen Kredit geschöpfte Geld nicht gespart wird, sondern die bisherigen Sparer ihre Ausgaben über ihre Einkommen erhöhen (einen Ausgabenüberschuss tätigen), dann erzielen die Schuldner einen entsprechenden Einnahmeüberschuss, mit dem sie ihre Verschuldung abbauen. Der Abbau der Gesamtverschuldung einer Ökonomie setzt also einen Ausgabenüberschuss der bisherigen Sparer voraus.“

    Meine Antwort:

    … aber was, wenn der Kreditnehmer, das geliehene Geld sich bar von der Bank auszahlen möchte? Die Bank wäre nach Ihrem Szenario zahlungsunfähig!“

    Darauf Waldner:

    „Die Bank leiht sich das Bargeld zur Barauszahlung in diesem Fall von der Zentralbank. Auch in dem Fall muss niemand vorher Geld sparen.“

    Meine Antwort:

    Die angeblich ohne vorherigen Einlagen vergegeben Kredite stiegen stark an. Von 1950 – 2010 um 360 % des BSP. Dagegen blieb die Bargeldmenge stetig bei 8 % des BSP. Zahlen von Helmut Creutz. Wenn man Ihre Antwort zu Grunde legt, dann müsste die Bargeldmenge in dem Zeitraum ja auch gestiegen sein, ist sie aber nicht! Sie blieb konstant. http://friedensblick.de/wp-content/uploads/2013/02/Bargeld-Geldmengen.jpg Für mich ist logisch, dass das vom Einleger eingezahlte Bargeld als Kredit wieder in die Wirtschaft und Geldkreislauf gepumpt wird.

  3. Hallo Georg,
    du schreibst:
    „Für mich ist logisch, dass das vom Einleger eingezahlte Bargeld als Kredit wieder in die Wirtschaft und Geldkreislauf gepumpt wird.“

    Wenn das so wäre, wie kann dann die Geldmenge ansteigen?
    Wo kommt das Geld her, welches die Geldmenge erhöht?

    Creutz irrt gewaltig.
    Lies einfach, was die Bundesbank zu dem Thema schreibt:
    http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Service/Schule_und_Bildung/geld_und_geldpolitik_kapitel_3.pdf?__blob=publicationFile

    Oder hier bei den Piraten:
    http://wiki.piratenpartei.de/AG_Geldordnung_und_Finanzpolitik/AG_Konsens_Geldsch%C3%B6pfung

    Gruß
    Rudi

  4. „Wo kommt das Geld her, welches die Geldmenge erhöht?“

    Ausschließlich von der Zentralbank.

    „Creutz irrt gewaltig.“

    Um den Kenntnisstand von Helmut Creutz zu erreichen, müssen die „Experten“ der Bundesbank noch sehr viel lernen, von den „Piraten“ ganz zu schweigen.

    Wem es „seltsam“ erscheint, dass bisher nur ganz Wenige die im Grunde einfachen makroökonomischen Zusammenhänge verstehen, während Millionen vorgeblicher „Experten“ nur Unsinn verbreiten und die restlichen Milliarden viel lieber den Unsinn glauben, muss sich zuerst bewusst machen, dass unsere „moderne Zivilisation“ nicht aus der Vernunft entstand, sondern aus der Religion:

    Einführung in die Wahrheit

  5. „Daher ist Schreyers Darstellung, Geschäftsbanken könnten “fünfzigmal mehr Geld schöpfen (…), als sie real besitzen” falsch“

    Diese Darstellung von Schreyer ist im Prinzip ist schon richtig, weil im angefuhrten Creutz-Beispiel n u r auf die Einlagen der Sparer (und deren Verleihung durch die Banken) bei den Banken abgehoben wird (desweiteren von Creutz Schulden als „Einlagen“ deklariert werden) und n i c h t auf das billige Geld, welches die Banken bei den Zentralbanken bekommen und weiterverleihen, Bezug genommen wird! Fuer Zentralbankkredite muessen die Banken Wertpapiere als Sicherheit hinterlegen, die wiederum z.B. als Staatsschuldenpapiere ( B.-Schatzpapiere, bonds , Staatsschuldverschreibungen) null Besicherung haben.
    Die Sicherheiten, die Schuldner der Banken fuer ihre Kredite hinterlegen, koennen darueberhinaus von den Banken bei der Zentralbank fuer billiges Zentralbankgeld (zum lukrativen Weiterverleihen) benutzt, bzw. abgetreten, werden.

  6. creutz irrt in seinen gegenthesen bezüglich giralgeldschöpfung. Erstmal hätte er den Kaufkraftsverlust des dollars um 88% seit 1970 erwähnen sollen. Dann behauptet er die Banken würden alle kreditgeschäfte mit Zentralbankgeld absichern. Er meint es gitb nur Theorien über die Geldschöpfung aus dem nichts. Ja warum hat er dann keine Bilanz einer Geschäftsbank in seinem Buch untersucht??? Realer kann man etwas ja nicht darstellen siehe dazu diesen Vortrag an der Uni Mannheim: https://www.youtube.com/watch?v=IVQtV2lT58s

    Am Ende wird eine Sparkassenbilanz analysiert.
    624Mio gegenüber 19Mio Zentralbankgeld. Ja bankrun lässt grüßen.
    noch ein tipp geld ensteht durch die bilanzverlängerung genauso verschwindet es wieder durch die bilanzverkürzung.

  7. @barbaresco
    volle Zustimmung.

    Das wir mit unserem (super) kapitalistischen Geldsystem so ziemlich am Ende angelangt sind zeigt dieser Artikel mit den passenden beiden Kommentaren am Schluss.

    http://www.gegenfrage.com/hsbc-chefoekonom-weltwirtschaft-steht-vor-einem-titanic-problem/

    Der Creutz Vorschlag (ohne Geld-bzw. Bankenreform) wie „Umlaufsicherung“ (sprich Besteuerung von Bargeld) ist schlicht unbrauchbar und das gegenwärtige Betrugssystem der Banken unterstützend.

  8. „… und nicht merkt daß „Einlagen“ auch Creditoren sein können! …“

    Diese Aussage (siehe oben) ist definitif falsch! Eine „Einlage“ besteht immer nur aus Zentralbankgeld, also „richtigem“ Geld und nicht aus irgendwelchen Buchgeldern (Forderungen und Verbindlichkeiten), die eben kein richtiges Geld sind. Man sollte „Geld“ und „Forderungen auf Geld“ schon in der Theorie fein säuberlich voneinander trennen können oder sich einfach mit etwas anderem beschäftigen. Näheres dazu: ( http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html )

    MfG
    Bernd van Straelen
    Wuppertal

    1. Ein Bankguthaben (Einlage) wird von der Bank nur als Guthaben gutgeschrieben, wenn der Einzahler dafür Zentralbankgeld auf den Tisch legt (Bareinzahlung auf sein Konto) oder wenn er veranlasst, dass eine andere Bank Zentralbankgeld auf das Konto der Bank einzahlt (Überweisung).
      Danach, ab dem Zeitpunkt, wo das Zentralbankgeld auf dem Konto gutgeschrieben ist, ist die „Einlage“ nur noch eine Forderung auf Zentralbankgeld, die der Einleger an seine Bank hat. Auch dann wenn das Guthaben auf einer Sichteinlage sich befindet und vom Kunden teilweise als Zahlungsmittel verwendet wird. Heute ergeben die summerierten Sichtguthaben ein mehrfaches der realen Bargeldbestände.

    2. Herr Straelen,

      meine Aussage „daß „Einlagen“ auch Creditoren sein können! …“
      interpretieren Sie völlig falsch als angeblich „defintiv falsch.“
      und verweisen auf einen unverständlichen link, statt Argumente zu bringen.

      Erklärung: es ging mir um diese Abbildung von Creutz
      http://friedensblick.de/wp-content/uploads/2013/02/geldkreislauf.jpg
      wo der monetäre Teufelskreis erklärt wird, und wo auch Ihnen klar sein sollte, daß daß hier Geldvermögen über sukzessive Verschuldung aufgebaut wird. Letzlich besteht dann dieses vermeintliche Geldvermögen (welches sich aus „Einlagen“ die zum Grossteil aus Schulden aufgebaut sind ständig vergößert) aus Schulden und ist nur durch weitere Schuldenaufnahme am Laufen halten.
      Die Sache platzt (mit Pleite)spätestens dann , wenn die Zinsen für die Schulden nicht mehr bezahlt werden können bzw. keine Kreditwürdigkeit mehr für weitere Schuldenaufnahme besteht. Dies gilt für Private , Unternehmen , Banken und auch Staaten.
      Georg:
      „Ein Bankguthaben (Einlage) wird von der Bank nur als Guthaben gutgeschrieben, wenn der Einzahler dafür Zentralbankgeld auf den Tisch legt (Bareinzahlung auf sein Konto) oder wenn er veranlasst, dass eine andere Bank Zentralbankgeld auf das Konto der Bank einzahlt (Überweisung).“
      Der erste Fall im Satz ist die ausnahme, die Regel ist, daß die Bank einem Kreditnehmer den eingeräumten Kredit als guthaben auf ein Konto gutschreibt und der Kreditnehmer mit Bankkarte, Schecks, Überweisungen den Kredit in Anspruch nimmt. Sehr selten wird heutzutage ein Kredit als Bargeld ausbezahlt.
      Unter normalen Umständen wird dann der Kredit im nomalen Giroverkehr zwischen den Banken abgerechnet, wo dann (falls die teilnehmenden Banken in ähnlicher Höhe Kredite vergeben haben und Ausgaben von den Kreditnehmern getätigt werden) sich die Dinge ausgleichen, also Giralgeld von den Banken geschöpft wird.
      Falls eine der beteiligten Banken zuviel Kredite ausgegeben hat gibt es den Ausgleich der Giralgeldforderungen der Banken untereinander entweder per Interbankenhandel und Kreditgewährung einer Bank an die andere oder und das ist n i c h t der Regelfall, die „Schuldnerbank“ im Giralgeldverkehr leiht sich Geld bei der Zentralbank und gleicht den Saldo aus.

      Daraus folgt, daß die Aussage „Ein Bankguthaben (Einlage) wird von der Bank nur als Guthaben gutgeschrieben, …….. oder wenn er [der Einzahler] veranlasst, dass eine andere Bank Zentralbankgeld auf das Konto der Bank einzahlt (Überweisung)“

      falsch ist und die Giralgeldschöpfung der Banken n i c h t berücksichtigt wird.

      1. Daraus folgt, daß die Aussage „Ein Bankguthaben (Einlage) wird von der Bank nur als Guthaben gutgeschrieben, …….. oder wenn er [der Einzahler] veranlasst, dass eine andere Bank Zentralbankgeld auf das Konto der Bank einzahlt (Überweisung)“

        falsch ist und die Giralgeldschöpfung der Banken n i c h t berücksichtigt wird.

        Das sind vordergründige Scheingefechte.

        Falsch ist die Aussage nicht, nur unvollständig: Ein Kreditnehmer bekommt vom Kreditinstitut den Kreditbetrag auf dem Sichtguthaben gutgeschrieben, obwohl der Kreditnehmer vorher nichts einzahlte. Vordergründig kann also gesagt werden, „Geldschöpfung aus dem Nicht“, aber:
        Das Guthaben kann das Kreditinstitut nur deshalb dem Kreditnehmer einräumen, weil es vorher Zentralbankgeld, bar oder per Überweisung auf dem Guthaben-Konto, selbst bekommen hat. Warum ist das wichtig?
        Wenn der Kreditnehmer sein Guthaben ausgibt, bar oder Überweisung, dann muss das Kreditinstitut Zentralbankgeld haben, Bargeld auszubezahlen oder Überweisungen verrechnen zu können.

  9. Herr Straelen:
    “ Eine „Einlage“ besteht immer nur aus Zentralbankgeld, also „richtigem“ Geld und nicht aus irgendwelchen Buchgeldern (Forderungen und Verbindlichkeiten), die eben kein richtiges Geld sind. “
    Falsch.
    Merke: Zentralbankgeld ist entweder Bargeld (Geschöpft allein von der Zentralbank) oder (Buch)Geld was an die Banken (und allein die Banken!!) von der Zentralbank gegen Besicherung ausgegeben wird.

    „Zentralbankgeld ist die Bezeichnung für das von Zentralbanken geschaffene Geld. Es setzt sich aus dem vollständigen Bestand der umlaufenden Banknoten sowie dem Sichtguthaben der Banken bei den Notenbanken zusammen.“

    Zur Geldchöpfung der Banken, wiki:
    “ Geldschöpfung, teilweise auch hinsichtlich der Schöpfung von Buchgeld Giralgeldschöpfung genannt, bezeichnet den Prozess der Schaffung neuen oder zusätzlichen Geldes. Dabei wird von dem Träger des Währungsmonopols Basisgeld emittiert – in der Regel ist das heute in den demokratischen Ländern mit marktwirtschaftlich organisiertem Wirtschaftssystem eine Zentralbank. Zudem wird in einem Mindestreserve-System Buchgeld durch Geschäftsbanken geschöpft, die dabei verschiedenen Regulierungen unterliegen.“

    Betonung auf: „Zudem wird in einem Mindestreserve-System Buchgeld durch Geschäftsbanken geschöpft, die dabei verschiedenen Regulierungen unterliegen.“
    W i e das funktioniert mit sog. Giroabgleich und im sog. Interbankenhandel hatte ich erklärt.

  10. Georg L.
    “ Vordergründig kann also gesagt werden, „Geldschöpfung aus dem Nichts“, aber:

    Das Guthaben kann das Kreditinstitut nur deshalb dem Kreditnehmer einräumen, weil es vorher Zentralbankgeld, bar oder per Überweisung auf dem Guthaben-Konto, selbst bekommen hat. Warum ist das wichtig?
    Wenn der Kreditnehmer sein Guthaben ausgibt, bar oder Überweisung, dann muss das Kreditinstitut Zentralbankgeld haben, Bargeld auszubezahlen oder Überweisungen verrechnen zu können.“

    Vorab , für Bargeld ist das richtig, aber gerade n i c h t für Überweisungen. Interbankenhandel/markt beachten!

    Hatte ich doch erklärt.
    Dem Kreditkunden wird schlicht ein Kreditbetrag X auf sein Kreditkonto gebucht, welches dieser in der Regel(!) per Giralgeld, Schecks, Überweisungen, Kreditkarte, in Anspruch nimmt.
    Haben die Banken die am Giralgeldverkehr teilnehmen, in etwa die gleiche Summe an Krediten auf die jeweiligen Kreditkonten der Kreditnehmer gebucht, so gleichen sich die ausgegebenen Summen auf längere Sicht in etwa aus, es muß nur selten bzw. vorübergehend über (kurzfristige) Kreditaufnahme einzelner Banken via dem Interbankenkrediten für Ausgleich gesorgt werden, oder (langfristiger) eben über Zentralbankgeld (was derzeit für lau, zu 0 % von den Banken (gegen Besicherung), abgerufen werden kann.
    Der Kredit-Schuldner zahlt (mit seiner Hände oder seines Kopfes Arbeit) ja regelmäßfig Zinsen und Tilgung.
    Während der Tilgung wird der einfach so angeschriebene Kredit sukzessive wieder auf dem Kreditkonto ausgebucht, er verschwindet buchhalterisch genauso wie er vorher angeschrieben war. Die Bank ist allerding um Tilgung , also dem Kreditbetrag und um Zins und Zinseszins reicher geworden und hat dadurch Giralgeld geschöpft, welches durch die (harte im Vergleich zur Leistung der Bank!) Arbeitsleistung und die Zinszahlungen des Kreditnehmers zu echtem, die Giralgeldmenge insgesamt vergrößerndem Geld geworden ist.

    Daraus folgt klar, daß dies hier
    „Das Guthaben kann das Kreditinstitut nur deshalb dem Kreditnehmer einräumen, weil es vorher Zentralbankgeld, bar oder per Überweisung auf dem Guthaben-Konto, selbst bekommen hat“
    f a l s c h ist, weil die Bank/ das Kreditinstitut per Giroabgleich und Ausgleich im sog. Interbankenhandel gerade nicht auf Zentralbankgeld angewiesen ist. Erklärung zum wiederholten Male oben.

    Natürlich darf die Kreditvergabe insgesamt (gilt für alle Banken) nicht ausufern, dafür gibt es (z.B.neben den Basel Kriterien) den Mindestreserve Satz, der allerdings derzeit im EU Raum keine echte Beschränkung für Kredit“anschreibung“ Gewährung darstellt.

    Wäre nett endlich einzusehen, daß die Banken über den vorgenannen Giroabgleich und Interbankenhandel/kredite eben doch real , erheblich und tatsächlich Geld schöpfen und für diese Fälle nicht auf die Zentralbank angewiesen sind.

    1. „weil die Bank/ das Kreditinstitut per Giroabgleich und Ausgleich im sog. Interbankenhandel gerade nicht auf Zentralbankgeld angewiesen ist.“

      Stell Dir vor: Du verkaufst Äpfel, ein anderes Geschäft verkauft auch Äpfel. Es kommt ein Kunde und kauft dort 10 Äpfel, nimmt sie jedoch nicht mit. Er hat aber ein Dokument, indem steht: „Anspruch auf 10 Äpfel“. Der Kunde kommt zu Dir. Du zahlst ihm die 10 Äpfel aus, er isst sie.
      Jetzt musst Dir das andere Geschäft 10 Äpfel ersetzen, aber: Ein Kunde von Dir machte das gleiche, nur umgekehrt. Dein Kunde ging ins Geschäft des Konkurrenten und holte sich die 10 Äpfel.
      Was passiert? Statt das Du 10 Äpfel dem Geschäft gibst und das Geschäft Dir 10 Äpfel, rechnet ihr einfach auf.
      Die Behauptung, niemand bräuchte Äpfel bei obigen Prozess, ist also falsch. Du brauchst Äpfel, sonst kannst Du nichts aufrechnen.

      „Die Bank ist allerding um Tilgung , also dem Kreditbetrag und um Zins und Zinseszins reicher geworden und hat dadurch Giralgeld geschöpft, welches durch die (harte im Vergleich zur Leistung der Bank!) Arbeitsleistung und die Zinszahlungen des Kreditnehmers zu echtem, die Giralgeldmenge insgesamt vergrößerndem Geld geworden ist.“

      Angenommen die Äpfel waren nur geliehen:
      Der Kunde muss nicht 10 Äpfel zurückzahlen, sondern 11 Äpfel. Der zusätzliche Apfel ist der Zins. Aber woher kommt der zusätzliche Apfel? Zum Beispiel, dass der Kunde sich den weiteren Apfel erwirtschaftet. Es sind ja 10 weitere Äpfel im Umlauf! Es gibt 20 Äpfel (10 von Dir, 10 vom Konkurrenten).
      Das Problem ist: Es sind zuwenig Äpfel im Umlauf, dass beide Kunden ihre 10 Äpfel mit Zinsen zurückzahlen können. Es wären ja 22 Äpfel. Lösung? Mindestens einer der Kunden muss sich mit 2 Äpfel verschulden. Das ist das Grundproblem im Kapitalismus.
      Schulden bzw. Anspruch auf Äpfel sind ungleich real existierende Äpfel. Weder Du noch das Geschäft schaffen neue Äpfel, ihr handelt nur damit. Die Äpfel werden vom Bauern geliefert.

      1. Georg,

        Äpfel und Birnen helfen uns bei der Frage ob Banken Geld ohne Zentralbankgeld schöpfen können, nicht weiter.
        Bitte auf das eingehen was ich schrieb.

        Daß Geldschöpfung der (privaten) Banken (und gerade nicht der Zentralbank, die das exklusiv machen sollte) eine Tatsache ist , schreibt sogar wikipedia (obwohl da natürlich nicht alles stimmig ist) Und diesen Teil der Geldschöpfung allein der Banken (o h n e Zentralbankgeld) kannst Du doch nicht negieren und durch Äpfelbeispiel aus der Welt schaffen wollen.

        Die Banken decken einen guten Teil ihrer locker vom Hocker angeschriebenen Kredite zum einen über den Interbankenmarkt (der nur den Banken offensteht und nichts mit der Zentralbank zu tun hat) die allfälligen Girosalden ab.
        Des weiteren werden diese Girosalden durch die erheblichen Girokontobestände der Kunden (Geld was auf den Girokonten rumliegt) abgedeckt bzw. ausgeglichen.
        Auch damit hat die Zentralbank ( mit Zentralbankgeld!) nichts am Hut.

        Von daher i s t Deine Aussage( um die geht es):

        „Das Guthaben kann das Kreditinstitut nur deshalb dem Kreditnehmer einräumen, weil es vorher Zentralbankgeld, bar oder per Überweisung auf dem Guthaben-Konto, selbst bekommen hat. “
        v ö l l i g falsch.

        Die Guthauben auf den Kreditkonten werden von den Banken mit einem Federstrich bzw. mit der Tastatur generiert.
        Die Überweisungen, Schecks, Abbuchungen, Kreditkarten- inanspruchnahmen der Kreditnehmer werden im Giralgeldverkehr täglich zunächst über die Girokontobestände der Kunden (Einlagen) bei den Banken aus/abgeglichen u n d falls das nicht ausreicht über kurzfristige Kredite der Banken untereinander (via Interbankenhandel) aus/abggeglichen.
        Erst wenn das nicht ausreicht, aber erst dann, kommt der von Dir oben genannte Mechanismus über Zentralbankgeld was sich die Banken bei der Zentralbank (für derzeit 0 % !) leihen in Gang.

        Unterhalb dieser Schwelle findet eben die von zig Wirtschaftswissenschaftlern bestätigte, reale, tägliche G e l d s c h ö p f u n g der (privaten) Banken o h n e Zentralbankgeld statt.

        1. Schau, Du schreibst ja selbst, dass Kredite aus „Girokontenbeständen (…)(Geld was auf den Girokonten rumliegt“ vergeben werden. Nichts anderes sage ich. Erst Zufluss von Zentralbankgeld durch Einlage, zur Not via Kredit am Interbankenhandel, dann Kreditvergabe an Kunden.

          „Die Überweisungen, Schecks, Abbuchungen, Kreditkarten- inanspruchnahmen der Kreditnehmer werden im Giralgeldverkehr täglich zunächst über die Girokontobestände der Kunden (Einlagen) bei den Banken aus/abgeglichen u n d falls das nicht ausreicht über kurzfristige Kredite der Banken untereinander (via Interbankenhandel) aus/abggeglichen.“

          Diese Kreditvergabe wird „Geldschöpfung aus dem Nichts“ genannt. Weil, der Krediteur vorher keine Einlage tätigte, aber trotzdem den Kreditbetrag als Guthaben bekommt. Du schreibst: Es wird „mit einem Federstrich bzw. mit der Tastatur generiert“. Okay.

          Aber:

          Wenn die Bank kein dementsprechendes Guthaben an Zentralbankgeld hätte, würde der Kredit platzen. Siehe oben Äpfel-Beispiel.

  11. Georg: „Schau, Du schreibst ja selbst, dass Kredite aus „Girokontenbeständen (…)(Geld was auf den Girokonten rumliegt“ vergeben werden. Nichts anderes sage ich. Erst Zufluss von Zentralbankgeld durch Einlage, zur Not via Kredit am Interbankenhandel, dann Kreditvergabe an Kunden.“

    Andersrum. Zuerst einfaches anschreiben der Kreditsumme auf ein Kreditkonto. Dann warten auf allfällige Giroverkehrab/ausgleiche.

    Girokontenbestände sind zum größten Teil eben kein Zentralbankgeld wie Du schreibst! Nur der kleinste Teil der Girokontenbestände kommt aus Bargeld Einzahlungen, der Grossteil der Girokontenbestände resultiert aus dem Girokreislauf/dem Giroverkehr, ist damit also Buch/Giralgeld.

    Damit ist klar, daß Deine Annahme „Erst Zufluss von Zentralbankgeld durch Einlage,“ falsch ist.

    Es handelt sich bei den Girokonteneinlagen um Zufluss von Giral/bzw. Buchgeld und gerade n i c h t um Zufluss von Zentralbankgeld.

    Dein Äpfelbeispiel ist völlig unpassend, weil wir hier von Geldschöpfung, d.h.quasi der Erzeugung von „Äpfeln“ und gerade nicht den Apfelbestand der Zentralbank betrachten!

    Und diese Erzeugung von neuen Äpfeln (welche sich die Banken aneignen) , mithin die Geldschöpfung der privaten (Geschäftsbanken) plus Zinsen und Zinseszinsen (Pflaumen und Johannisbeeren) aus dieser Apfelerzeugung erfolgt a u s s e r h a l b des Apfelbestandes der Zentralbank.

    Desweiterung geschieht diese Erzeugung von Geld (Geldschöpfung) wie erklärt mithilfe der Girokontenbestände der Bankkunden (und natürlich auch deren Sparguthaben bei den Banken ) und mit Hilfe von kurzfristigen Krediten im von Zentralbankgeld ebenfalls unabhängigen Interbankenhandel, via Giroab/ausgleich.

    Ist das Alles wirklich so schwer zu verstehen?

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