Scholl-Latour zum Ukraine-Konflikt: “Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung”

Wenn ich in die Augen vieler Zeitgenossen sehe, wundere ich mich immer wieder über die biedermeierische Unbekümmertheit, angesichts der wegbrechenden wirtschaftlichen Basis unseres Wohlstandes, billiger russischer Energie. Es gibt keinen Widerstand gegen die selbstzerstörende Sanktionspolitik, das Vasallentum zum tiefen Staat der USA.

Manche Menschen haben nicht etwa Gottvertrauen, sondern Vertrauen in ihre Filterblase: Was sagt Ihr persönliches Umfeld und die Medien, die sie konsumieren? “Russland bombardiert selbst das besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja”, “Russland zerstört die eigenen Nordstream-Gasleitungen”, “Die in der Ost- und Südukraine lebenden Russen werden von Russland zu einem “Scheinreferendum” gezwungen”, “Kinder macht der Test- und Maskenterror in der Schule nichts aus”, “Corona-Impfung ist so gut wie nebenwirkungsfrei” etc. Manche Zeitgenossen wollen gar nicht, dass jemand ihr Weltbild in Frage stellt und sie gar verunsichert. Sie gehen zur Wahl und bestätigen die Einheitspartei “CDUCSUSPDGrüneLinke”, bis der Wirtschaftsstandort Deutschland für energieintensive Bereiche zerstört ist, bis die Rente nur noch die Hälfte wert ist. Wie weit geht die “Massenverblödung” noch, etwa “Wir müssen Putin jetzt die Eier wegschießen”?

Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung.

Wenn sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zur einer betrüblichen Provinzialisierung geführt.” (focus)

Peter Scholl-Latour, 2014

Immer wieder die Einstellung “Uns geht es doch gut”. Hier spielt eine Rolle, dass die Mehrheit der Bevölkerung in der Nachkriegszeit wirtschaftlichen Erfolg hatte und die Grund- und Bodenpreise im letzten Jahrzehnt steil angestiegen sind. Die Mehrheit der Erbengeneration glaubt, dass es einfach immer so weitergehen wird und verteidigen daher den politischen “status quo”. Wann werden sie verstehen, dass die Einheitspartei sie an den tiefen Staat verraten hat?

5 Gedanken zu „Scholl-Latour zum Ukraine-Konflikt: “Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung”“

  1. sehr zutreffend, leider.
    Ein Aufwachen ist bei Verblödung nicht mehr unbedingt möglich.
    Das ist das fatale der Situation.
    Sie lassen sich mit billigen Lügen dauerhaft an der Nase herumführen

    1. Wenn man “Psychologie der Massen” gelesen hat, dann weiß man, dass es die Schwarmdummheit der Menschen ist, welche uns in den Abgrund gleiten läßt.
      Das Wort “Schwarmintelligenz” sollte man besser den Bienen und Ameisen überlassen.

  2. Wenn dann mal ein Promi aus der Wirtschaft Klartext redet und sich gegen die Verblödung stemmt, dann fühlt der FOCUS sich „verwirrt“ bzw. er muss wohl so tun:

    https://www.focus.de/finanzen/news/ukraine-krieg-trigema-boss-wolfgang-grupp-der-amerikaner-steuert-alles-im-hintergrund_id_152986759.html

    Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat zum Ukraine-Krieg bezogen. Grupp sagte einem Portal: „Ich verstehe nicht, dass man 20 Jahre mit Herrn Putin bestens befreundet ist, sich 100 Prozent abhängig macht und innerhalb von zwei Monaten ist man Todfeind! Das gibt es nicht.“

    Da müsse schon länger etwas geschehen sein, so Grupps Vermutung. Der Firmen-Patriarch glaubt, dass „der Amerikaner im Hintergrund alles steuert, damit er Weltmacht bleibt.“

    Die USA seien der einzige Gewinner an diesem Krieg.
    Grupp sagt weiter in dem Interview: „Wenn wir mit einer Großspurigkeit für Milliarden Waffen in die Ukraine liefern und gleichzeitig sagen: Kein Problem, das müssen die Bürger und die Wirtschaft bezahlen. Das sind Aussagen, die ich nicht verstehen kann.“ Er habe noch nie erlebt, „dass man einen Streit beendet, indem man dem einen ein größeres Messer und dem anderen eine größere Axt gibt.“

    Grupp pocht stattdessen auf Verhandlungen mit Putin.

    Derweil hat ein Whistleblower Unterlagen an die NachDenkSeiten weitergereicht:
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=88618

    „Das Dokument gibt einen erhellenden Einblick in das Ausmaß der horizontalen und vertikalen Strukturen der, man kann es nicht anders sagen, bundesdeutschen Staatspropaganda, insbesondere was die behördliche Einbindung von Medien (z.B. Spiegel und Stern), westlichen Social-Media-Konzernen, Bildungseinrichtungen und den sogenannten .Faktencheckern’ angeht. Selbst Grundschulkinder werden ins Visier genommen. Aus all dem ergibt sich der konzertierte Versuch einer Informations-Gleichschaltung durch die Bundesregierung.“

    Als Motiv seiner Mitteilung nannte der Whistleblower sein Erschrecken; für ihn sei die im Dokument aufgezeigte Strategie „der konzertierte Versuch einer Narrativ-Gleichschaltung“.

    Das Dokument nur „die Spitze des Eisberges“ sei und die aufgeführten Projekte nicht vollständig seien. Alles was in diesem Dokument aufgelistet ist, wäre für die Bundesregierung ein noch verschmerzbares Leak, da es nur die im Zweifel kommunizierbaren Maßnahmen umfasse. Die deutsche Öffentlichkeit hätte keine Vorstellung davon, was sonst noch im Hintergrund dazu ablaufe.

  3. Ob solch eine “Publikumsbeschimpfung” hilfreich ist? Sie verkennt etwas Grundsätzliches, daß der Herdentrieb fest in dem menschlichen Basisprogramm seines Sozialverhaltens eingeschrieben ist: Da das Leben in der Herde die Überlebenschancen des Einzelnen erhöht, will man zur Herde gehören, nicht wie ein “Steppenwolf” (H.Hesse) außerhalb von ihr existieren. Um dazuzugehören, denkt jeder über alles, so wie alle -vermeintlich- in der Herde darüber denken. Denkt wer abweichend, sagt er es nicht. Ein banales Beispiel: Unmemgen von Liebesromanen werden gelesen- man schaue mal die Heftromane in jeder Bahnhofsbuchhandlung an: wie viel Liebesromane- aber wer hat schon je eine Frau bekennen gehört: Die lese ich! Jeder gut Sozialisierte weiß, was er zu sagen und zu meinen hat, wird er gefragt. Aber nicht jeder glaubt auch an das so Gesagte; es reicht ja, äußerlich im Sinne der Herdenmeinung sich zu äußern.

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