Übersterblichkeit mit alternder Bevölkerung meist erklärbar

Samuel Eckert und sein Team analysierten die Sterbedaten der letzten fünf bis zehn Jahren von europäischen Ländern. Siehe Internetseite: https://odysee.com/@samueleckert:4/EP21_7:b Dabei wird deutlich: Je jünger das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Land, desto geringer ist die Sterblichkeit, ausgedrückt in den absoluten Zahlen.  Daher verglich Eckert die einzelnen Bevölkerungsgruppen, nach Alter aufgeschlüsselt, miteinander. Nicht die Zahl der Toten pro 1000 Einwohner ist entscheidend, sondern wieviel Prozent einer Altersgruppe gestorben ist. Es kommt bei vielen Länder zum Vorschein, dass die Entwicklung positiver ist als im ersten Blick angenommen.

Schweden

In dem Land gibt es immer mehr ältere Menschen. Diese Überalterung kann nicht durch einen Zuwachs an jüngeren Menschen ausgeglichen werden. Da ältere Menschen wahrscheinlicher sterben als jüngere, steigen deshalb auch die absoluten Zahlen der Verstorbenen an. Das heißt aber nicht, dass ältere Menschen früher sterben. Für über 70-jährige Menschen ist 2020 das zweitbeste Jahr der letzten 10 Jahren: Nur 2019 starben weniger über 70-jährige als 2020.

Luxemburg

Das Land erfreute sich in den letzten Jahren eines kräftigen Bevölkerungszuwachses jüngerer Menschen. Daher zeigen die wöchentlichen Sterberaten keine hohen Ausschläge nach oben. Die Sterberaten beruhen auf absoluten Zahlen der Gestorbenen pro Woche.

Es gibt allerdings „Ausreißer“: Das sind ausgerechnet die Länder mit dem härtesten „Lockdown“ – England, Spanien und Italien. Samuel Eckert führt die Übersterblichkeit hier auf rigerose Maßnahmen zurück, etwa auf Besuchsverbote von Altersheimen kombiniert mit mangelnder Pflege. Viele ausländische Pflegekräfte flohen panisch aus dem Land, so dass Alte tagelang in ihren eigenen Exkrementen lagen und zum Teil verdursteten.

Trotz der Übersterblichkeit in diesen Ländern hält sich das Gesamtbild weiter im Rahmen. Es gibt nirgends ein richtiges „Pandemiegeschehen“, wo etwas Extremes passieren würde.

7 Gedanken zu „Übersterblichkeit mit alternder Bevölkerung meist erklärbar“

  1. Dr. Gunter Frank erstellte einen „Bericht zur Coronalage vom 30.12.2020“. https://www.achgut.com/artikel/bericht_zur_coronalage_vom_30.12.2020
    Dort wies er auf eine Studie von Thomas Rießinger hin, die zum gleichen Schluss wie Eckert kommt. Frank schreibt: „Es besteht demnach der ganz normale Anstieg der Sterbezahlen, wie er schon seit Jahren bekannt ist. Ursache ist der immer höhere Anteil an alten Menschen in der Gesellschaft.“
    Hier wird die Analyse vorgestellt: https://reitschuster.de/post/ist-die-amtlich-verordnete-panik-uebertrieben/ Das Problem ist, dass beim Reitschuster-Blog immer mein Browser abstürzt. Vielleicht geht das auch anderen so.

  2. Obwohl Statistik-Professoren schon im Apil und Mai von einem unwissenschaftlichen Vorgehen sprachen, für das sie keine unvermeidlichen Sachzwänge o.ä. gelten lassen wollten, konnte man bei den europäischen Regierenden aber nicht im geringsten die Absicht zu verfeinerten Statistiken erkennen.

    Um „natürliche“ Schwankungen und Corona-Schwankungen auseinanderhalten zu können, müsste es nämlich endlich die grundlegende Unterscheidung geben, wer denn nicht nur „im Zusammenhang mit“, sondern tatsächlich „an“ Corona gestorben ist.

    Vielleicht hat man im stressigen Frühjahr keine Zeit, Mittel etc. gehabt, um genauer zu erfassen?
    Dann hätte man die europäische Statistik-Vorschrift wenigstens im ruhigeren Sommer – wenn schon nicht aufheben, so doch wenigstens ergänzen können um weitere Ziffern.

    In diese Richtung tat sich aber nichts, im Gegenteil:
    „Ministerium stellt Zählweise bei Coronavirus-Todesfällen um / Bisher gab es zwei ausgewiesene Zahlen der Todesfällen, auf Bitte der AGES wird nun auf eine Zahl reduziert“ – lautet im August eine Meldung aus Österreich.
    Die zweite (jetzt gestrichene) Ziffer war zwar ähnlich gestrickt und ähnlich hoch wie die von den Europa-Statistikern angeforderte (löste das an-oder-nur-mit-Problem also nicht).
    Aber das Reduzieren von zu erhebenden Statistik-Ziffern in der Pause einer angeblich weltbewegenden Pandemie kann man weder als sinnvoll noch als wissenschaftlich bezeichnen.

    Da geht es doch ganz offensichtlich eher darum, mit weniger Wissen eine (Glaubens-)Gewissheit vor Erschütterungen zu bewahren.

    https://kurier.at/chronik/oesterreich/ministerium-stellt-zaehlweise-bei-coronavirus-todesfaellen-um/400991600

  3. Die entscheidenden Punkte werden vom Bundesamt für Statistik [1] selber gut zusammengefasst, was z.B. die FAZ [2] wörtlich übernimmt:

    „Zunahme der Sterbefälle vor allem in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen

    Die überdurchschnittlich hohen Sterbefallzahlen im November 2020 sind fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen (+8 192 Fälle oder +19 % über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019). Die Sterbefallzahlen der unter 80-Jährigen sind hingegen auf dem Niveau der Vorjahre. Laut den Zahlen des RKI treten Todesfälle durch COVID-19 gehäuft bei Menschen ab 80 Jahren auf.

    Langfristig betrachtet hat sich auch die Altersstruktur der Bevölkerung in den vergangenen Jahren verändert. Die Zahl der Menschen ab 80 Jahren ist von 2015 bis 2019 von 4,7 Millionen auf 5,7 Millionen gestiegen. Neben den direkten und indirekten Folgen der COVID-19-Pandemie können auch solche Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zu überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen beitragen. Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie können allerdings auch dafür sorgen, dass weniger Sterbefälle durch andere Infektionskrankheiten wie beispielsweise die Grippe verursacht werden, was sich ebenfalls auf die Differenz zum Durchschnitt auswirkt. Über die Häufigkeit einzelner Todesursachen können die Sterbefallzahlen jedoch keine Auskunft geben.“

    Wenn die über 80-jährigen sich um 21,3 % (d.h. von 4,7 auf 5,7 Mio) „vermehren“, dann ist die im (fast) gleichen Zeitraum um 19 % gestiegene Zahl der Toten dieser Altersgruppe erst mal keine (Corona-)Sensation, sondern etwas ganz Normales.

    Und zwar so normal, dass DESTATIS sich den „unkritischen“ Hinweis auf das RKI hätte sparen können. Oder soll man es lesen als versteckte Kritik an der Partnerbehörde, die bekanntlich nicht zwischen „an“ oder „nur mit“ gestorben unterscheidet und hier in flagranti ertappt wird beim Aufbau eines Potemkinschen Dorfes, bei dem ein angebliches Killervirus ganz offensichtlich nur die Begleitmusik gespielt haben kann?

    Der Münchener Soziologie-Professor Bernhard Gill hält „Höhere Todeszahlen Anfang 2021 nicht unwahrscheinlich“ (so war es nämlich meistens am Jahresanfang). Für 2020 erwartet er „Keine Übersterblichkeit trotz Covid“, [3].

    [1] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/12/PD20_536_12621.html
    [2] https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/uebersterblichkeit-steigt-auf-14-prozent-in-letzter-novemberwoche-17124336.html
    [3] https://www.heise.de/tp/features/Keine-Uebersterblichkeit-trotz-Covid-5001962.html

    1. Herr Prof. Gill leitet seinen Artikel wiefolgt ein:
      „Covid-19 ist ein Totmacher. Noch nie in der Geschichte der Republik sind so viele Menschen in so kurzer Zeit an einer einzigen Krankheit gestorben.“ Das behauptet die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt in der Weihnachtsausgabe der Süddeutschen Zeitung. Stimmt das?“
      Die Einleitung zeigt den Psychoterror, den Konsumenten der Systemmedien ausgesetzt sind.

      1. Auch die FAZ zitiert zwar ausgiebig die entscheidende und beeindruckende Stelle des DESTATIS-Berichts, leitet aber den Artikel ganz konform zum offiziellen Panik-Narrativ ein:
        „Übersterblichkeit steigt auf 14 Prozent in letzter Novemberwoche“

        Journalisten der Mainstream-Blätter können brisante Botschaften (selbst aus hochoffiziellen Quellen) wohl nur noch in derart „verpackter“ Form abliefern.
        Oder vielleicht werden alle Beiträge von der Schlussredaktion (=die für Schlagzeilen und Teaser zuständig ist) quasi automatisch-stur – und ohne groß auf den eigentlichen Inhalt zu schauen – aufs Panik-Narrativ „eingenordet“?

      2. Ein Artikel der Neue Zürcher Zeitung setzt sich ausführlich mit dem Thema Übersterblichkeit 2020 auseinander:
        https://www.nzz.ch/schweiz/covid-19-wie-schlimm-ist-die-hohe-sterblichkeit-2020-ld.1597142

        – Steigerung der Gesundheit und Lebenserwartung,
        – Bevölkerungswachstum,
        – ungleichmäßiger und im Zeitablauf sich verschiebender Aufbau der Bevölkerungs-Pyramide,
        – ständige Schwankungen der Todeszahlen aus vielerlei und oft nicht klaren Gründen,
        – zu kurze und nur scheinbar problemlos vergleichbare Vergleichs-Zeiträume

        Durch diese vielen Aspekte wird – aber erst im Artikel-Text sowie in den zahlreichen Leserkommentaren – deutlich, dass Normal- und Über-/Untersterblichkeit weder einfach noch eindeutig auseinander zu halten sind.

        Vieles ist Deutung und Gewichtung anhand einer selektiven (Teil-)Berücksichtigung von Kriterien, die meist ungenannt bleiben und die jedenfalls ein vielschichtiges Hintergrundwissen voraussetzen. Dessen Ausblendung (falls aus Unwissenheit) führt zu willkürlichen Ergebnissen bzw. ermöglicht vielfältige Manipulations-Möglichkeiten (falls es gezielt geschieht).

        „2020 starben 11 Prozent mehr Personen als statistisch zu erwarten war“
        … – auch hier zeigt sich (wie bei der FAZ, s.o.), dass die gewählten (Unter-)Überschriften meist das offizielle Narrativ bedienen, im eigentlichen Text dann aber zerpflückt werden und sich bis ins Gegenteil drehen.

        Der Teaser folgt (am Ende) ebenfalls dem offiziellen Narrativ, beginnt aber zumindest schon etwas differenzierter:
        „Letztes Jahr zählte die Schweiz so viele Tote wie nie seit 1918, dem Jahr der Spanischen Grippe. Sagt dieser Vergleich etwas aus? Kaum. Ebenso wenig hilfreich sind aber auch die Statistiken der Corona-Verharmloser. Richtig ist: Seit 1974 berechnet der Bund die Übersterblichkeit. Sie war noch nie so hoch wie 2020.“

        „Die reine Sterblichkeit war 2020 gleich hoch wie 2003“ – der Grafik unter dieser Teil-Überschrift kann man zudem entnehmen (was so nicht im Text steht), dass von 1970-2000 die jährliche Anzahl Todesfälle pro 1000 Einwohner (ohne einen eindeutigen Trend nach oben oder unten zu zeigen) jedenfalls immer höher war als seither – und auch 2020 insoweit noch kein Ausreißer ist.

        Wählt man die Zeitabschnitte kürzer, ergibt sich aus dieser Grafik eine weitere bzw. etwas anders klingende Aussage:
        Die „reine“ Sterblichkeit in der Schweiz schwankte 1970-1990 auf gleichbleibend hohem Niveau, verringerte sich dann kontinuierlich bis 2011 und verharrt seither auf gleichbleibend niedrigem Niveau mit einem leichten (2016) und einem etwas größeren (2020) Ausschlag nach oben.

        Wird man in ein paar Jahren die beiden „Ausreißer“ als kleine und große (aber separate) „Katastrophen“ betrachten? Oder als Vorzeichen einer Trendumkehr zurück zu einer langfristig wieder steigenden Sterblichkeit?
        Oder als etwas ganz anderes deuten?

        Für diese Fragen ist es nicht nur zu früh – es gibt zwei drängendere Fragen, die bisher ungeklärt sind:
        a) die fehlende Unterscheidung, ob jemand 2020 „an“ oder nur „mit“ Corona starb
        b) die Zahl der Toten, die „wegen“ eines (nicht-medizinischen) Corona-Bezugs netto hinzukamen, d.h. als „Kollateral-Schaden“

        („Netto“ ist diese Zahl, weil immer wieder darauf hingewiesen wird, dass Lockdowns ja weniger Verkehr und damit Unfall- und Überfall-Tote etc. mit sich bringen. Einmal wurde sogar darauf verwiesen, dass unterbliebene OPs auch zu weniger Toten durch ärztliche Kunstfehler führen.)

        Anstelle der im Teaser ungenau, aber abwertend erwähnten „Statistiken der Corona-Verharmloser“ sollten wir daher erst mal von den unerledigten Hausaufgaben der amtlichen Statistiker sprechen.

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