Das „Wunder von Madrid“

Bekir schreibt:

„– Wie die Infektionen trotz „Highlife“ sinken, titelte vorgestern die WELT [1].

„Forscher staunen und finden keine richtige Erklärung für das Phänomen: Im einstigen Corona-Epizentrum Madrid gehen die Zahlen rapide runter, obwohl Bars und Restaurants voll sind. Was macht die Stadt anders?“

In Spanien haben nur Kanaren und Balearen sowie Galicien und Valencia bessere Werte, aber nirgendwo bessert sich die Lage so schnell wie in Madrid. Epidemiologe José Jonay Ojeda will sich noch nicht festlegen, tippt aber auf die Antigentests, von denen Madrid Ende September fünf Millionen kaufte. Sie sind zwar weniger sensitiv als die PCR-Tests. Aber nur sehr wenige positive Fälle würden nicht entdeckt und ansteckende Personen könne man einfacher erkennen und früher isolieren.

Aus Barcelona, Hauptstadt der aufmüpfigen Region Katalonien, kommen dagegen deutliche Zweifel: „Wir stellen den Optimismus in Madrid in Frage. Es ist klar, dass es dort einen Informations-Blackout gibt“, sagte der Gesundheitsminister von Katalonien, wo wegen anhaltend schlechter Zahlen gerade der Lockdown für alle Restaurants, Bars, Kinos und Theater bis zum 23. November verlängert wurde.

Zahlenspiele kann man nie ausschließen, aber:
„Die niedrigeren Zahlen bei den Aufnahmen von Covid-19-Kranken sind eine Realität“, sagt der Biotechnologie-Chef im Obersten Rat für Wissenschaftliche Forschung (CSIC). Lag Anfang Oktober die Zahl der Aufnahmen in Madrid noch bei deutlich über 2500 pro Tag, so wurden am Donnerstag nur noch 238 (bei 316 Entlassungen) gemeldet.

Weitere Erklärungen (nur kleinräumige Absperrungen statt großräumiger oder die bessere Disziplin der Madrilenen) stehen im Raum, können den durchschlagenden Erfolg aber kaum erklären. Heldin ist jetzt jedenfalls Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso, die monatelang wegen ihrer angeblich zu laxen Corona-Politik scharf kritisiert worden war.

„Madrid akzeptiert Abriegelung zähneknirschend“, meldete die WELT noch am 1. Oktober zur Anordnung der Zentralregierung, die ab da von der Regionalregierung vorläufig umgesetzt, aber bereits mit Rechtsmitteln angefochten wurde, [2].

War es am Ende doch so etwas Einfaches wie das Umschwenken auf schwedische Gelassenheit, die zum Erfolg verhalf? Oder das selbständige Wirken der Gompertz-Fuktion (siehe oben)?“

[1] https://www.welt.de/politik/ausland/article220084258/Corona-Wunder-von-Madrid-Zahlen-gehen-trotz-Highlife-runter.html
[2] https://www.welt.de/vermischtes/article216958372/Corona-Hotspot-Madrid-akzeptiert-Abriegelung-zaehneknirschend.html

2 Gedanken zu „Das „Wunder von Madrid““

  1. „Forscher staunen und finden keine richtige Erklärung für das Phänomen: Im einstigen Corona-Epizentrum Madrid gehen die Zahlen rapide runter, obwohl Bars und Restaurants voll sind. Was macht die Stadt anders?“ – Zitat Ende

    Madrid wird von der (scheinbar konservativen) Volkspartei (PP) regiert. Die habe es schlicht und einfach satt, sich von der kommunistischen Regierung – ein bekennender Kommunist ist immerhin stellv. Ministerpräsident im Kabinett Sanchez – die Wirtschaft kaputt machen und per Testwahn am Ring durch die Manege schleifen zu lassen.

    Da Gesundheit auch in Spanien Sache der Regionalregierungen ist, versuchen die Kommunisten um Sanchez, den schwarzen Peter für die zigtausend Toten, welche in den Altersheimen von Madrid im Frühjahr zu beklagen waren, der dortigen PP-Regionalregierung in die Schuhe zu schieben.

    Anzumerken ist, dass Spanien dabei ist Japan als Nation mit den weltweit ältesten Menschen zu verdrängen. Und Madrid ist die Region in Europa, in welcher die Menschen (bisher) am ältesten wurden. Kein Wunder also, dass die dort besonders anfällig für COVID-19 waren und auch weiterhin sind.

    Es gibt also eine starke Vermutung, dass die Regionalregierung den Testzirkus einfach nicht mehr mitträgt. Denn das die Krankenhäuser bei weitem nicht an ihrer Belastungsgrenze arbeiten – so wie das dort im Frühjahr der Fall war – wurde bereits hier hinreichend deutlich:

    http://friedensblick.de/30855/angebliches-corona-risikogebiet-spanien-die-luegen-des-deutschen-gesundheitsministers/

    Die „Pandemie“ würde sofort zum Erliegen kommen, wenn das Testen eingestellt, bzw. die Ergebnisse der Test korrekt interpretiert würden. Madrid ist dafür wahrscheinlich ein schönes Beispiel. Da hat sich der Wind offenbar gedreht.

  2. Die Schweinegrippe endete 2010 auch sang- und klanglos mit dem Einstellen der Tests. Das gleiche Phänomen (ohne Tests keine „Pandemie“) kann man aber auch am Anfang des Viren-Hypes beobachten:
    Der erste laborbestätigte italienische Covid-Fall wurde am 20. Februar 2020 registriert – ab da geriet Italien in einen sich selbst verstärkenden Teufelskreis aus Panik, Pannen und noch mehr Panik. In Wirtklichkeit war jedoch das Virus bereits im September 2019 in Italien.

    Mailänder Forscher haben jedenfalls in nachträglich nochmals untersuchten Blutproben aus Lungenkrebs-Screenings jener Zeit Antikörper gefunden, die für SARS-CoV-2 spezifisch sind – in Proben von asymptomatischen Patienten aus ganz Italien, [1].

    Auch in einem Krankenhaus in Colmar im Elsass soll es bereits im November 2019 einen ersten Corona-Fall gegeben haben. Damit könnte die erste Coronavirus-Infektion in Frankreich (und direkt an der Grenze zu Deutschland) schon früher aufgetreten sein, als bisher vermutet, meldete bereits im Mai der SWR, [2].

    „Nicht mal 600 Ansteckungen verzeichnete Taiwan bislang – nicht täglich, sondern insgesamt. Seit April gab es keine inländischen Infektionen mehr, sondern nur noch von außen mitgebrachte Fälle“ staunte n-tv am 12.11.2020, [3].

    Die Insellage allein ist es nicht, die Taiwan zu diesem schier unglaublichen Erfolg verholfen hat. Zwar glänzt Inselstaat Japan ebenso und auch die Quasi-Insel Südkorea – dafür gibt es aber abschreckende Insel-Beispiele wie Großbritannien und die Philippinen.

    Taiwans wohl wichtigstes Erfolgsrezept sei laut n-tv überraschend einfach:
    „Ebenso wie Kontaktpersonen von Infizierten muss jeder Einreisende in Quarantäne, meist für 14 Tage. Damit man keinen Fuß vor die Tür setzt, wird das Mobiltelefon während dieser Zeit überwacht – ohne App oder GPS, sondern per Funkzellenortung. Entfernt es sich zu weit vom Fleck, wird es abgeschaltet oder beantwortet man einen täglichen Kontrollanruf nicht, klopft jemand an die Tür.“

    „Die ganze Zeit waren keine Lockdowns nötig, und abgesehen vom häufigeren Maskentragen ging das Leben für die meisten völlig normal weiter. Nur ganz wenige andere Länder – etwa Vietnam, Neuseeland und Südkorea – konnten die Kurve ähnlich flach halten“ – wobei allerdings zumindest Inselstaat Neuseeland (wie übrigens auch die „Großinsel“ Australien) auf lange schwere Lockdowns zurückblicken.

    Taiwan habe dabei nicht einmal übermäßig gegen den bei uns hoch gehaltenen Datenschutz verstoßen und seinen (sowieso eher nicht renitenten) Bürgern mit wenig Aufwand Kooperations-Anreize gegeben:
    „Zwar hatten bislang mehr als 350.000 Menschen zwei Wochen lang weniger Freiheiten. Doch im Gegenzug konnten mehr als 20 Millionen ihr Leben ohne Gefahr und Einschränkungen weiterführen. Außerdem ende die Überwachung mit Ablauf der Quarantäne. Lebensmittellieferungen und ein Tagegeld für Taiwaner, die sich an die Regeln halten, sollen die Zeit erträglicher machen.“

    Der deutsche Autor, der seit mehr als zehn Jahren in Taiwan lebt und die ganze Epidemie vor Ort mitbekam, verweist auch auf einen Erfahrungsvorsprung, den dieses chinesische (Teil-)Land hat: „In der ersten Sars-Epidemie 2003 wurde Taiwan kalt erwischt und war mit 73 Toten eines der am stärksten betroffenen Länder. Als Folge dieses Schocks stellte es sein Krisenreaktionssystem neu auf. Notfallpläne für genau so einen Fall wie das aktuelle Coronavirus lagen bereit.“

    Ich habe Zweifel, ob es wirklich genau diese recht einfachen Methoden waren, die den Erfolg so schnell und so dauerhaft brachten. Vermutlich dürfte Corona in Asien (ähnlich wie eben in Europa, s.o.) viel früher begonnen haben als offiziell festgestellt wurde. Somit könnte die Infektionswelle in Taiwan beim Start der weltweiten Panik Ende Januar / Anfang Februar aber auch wieder bereits stark abgeklungen gewesen sein (und dies vor allem früher als außerhalb Asiens).

    Wenn (wie anzunehmen) das Virus sich bis dahin ungehindert (also zügig) unter den unbefangen-angstfreien Menschen hatte ausbreiten können, dann könnte Taiwan beim Einschalten des Todes-Tickers durch die allzeit hilfsbereite Johns Hopkins University bereits eine weitgehende Herdenimmunität gehabt haben.

    Unabhängig von dieser Frage ist aber ganz klar zu erkennen, dass Taiwans Erfolg ganz stark auf die Entschlossenheit der dortigen Mächtigen beruht, Erfolg auch wirklich haben zu wollen und mit einem klaren Konzept bzw. Exit-Strategie die Sache möglichst zügig hinter sich zu bringen.

    Diesen Willen kann ich bei unseren Mächtigen nicht erkennen:
    Unsere heutige Bundessorgenmutti war (wie sie es immer bei neuen heiklen Problemen macht) anfangs völlig untergetaucht und hat ihre Minister machen lassen. Erst als sie sich sicher war, dass zumindest fast die ganze westliche Welt nach der Viren-Pfeife ihres engen Freundes Bill Gates tanzt und auch noch eine ganze Weile tanzen wird, lief sie zur Höchstform auf und verwandelte sich in die fürsorglich-aufdringliche Quarantäne-Kanzlerin, als die wir sie seither kennen.

    In ihrem österlichen Urbi et Orbi verkündete sie uns im TV das (Viren-)Evangelium nach Bill Gates: Die Pandemie wird erst dann vorüber sein, wenn ein Impfstoff da ist.
    Es muss sich um ein Evangelium handeln, denn wäre es wissenschaftliche Erkenntnis, woher sollte die DDR-Physikerin diese erhalten haben? Viren-Papst Gates ist kein Wissenschaftler, sondern Studienabbrecher, auf Monopole spezialisierter Geschäftemacher und Oligarch mit geopolitischer Agenda („Great Reset“).
    Und mit einem Viehdoktor, einem von der Pharma-Lobby in Berlin abgestellten Bankkaufmann und dem als Schweinegrippen-Prognostiker kläglich gescheiterten Fledermaus-/Dracula-Experten und Hof-Wirrologen kann Merkel auch nicht wirklich Staat machen.

    Es muss sich auch deshalb um ein Evangelium handeln, weil man Evanglien nicht hinterfragen darf. Schon gar nicht mit lästigen Fakten aus der realen Welt. Taiwan kann daher gar nicht existieren – es ist eine Erfindung wie die angebliche deutsche Stadt Bielefeld aus der berüchtigten Bielefeld-Verschwörung [4].

    Taiwans Gesundheitsminister wurde gefragt, warum man dort nicht viel mehr anlasslos teste (offiziell gab es nicht mal 250.000 Corona-Tests, verschwindend wenige etwa im Vergleich mit Deutschland). Antwort:
    Wenn es in der Gesellschaft so gut wie keine unerkannten Fälle gebe, erklärte der Minister statistische Wahrscheinlichkeiten, dann überwiege die zu erwartende hohe Zahl falsch positiver Ergebnisse den Nutzen. Und gäbe es tatsächlich versteckte Ausbreitung, hätten sich längst symptomatische Patienten gemeldet und wären entdeckt worden.

    So eine laxe Einstellung kann man im Machtbereich von Bill und Angie natürlich nicht dulden. Die Leute des Viehdoktors haben daher in der sommerlichen Viren-Flaute die technisch bedingte Mindestquote an falsch positiven Test-Ergebnissen konsequent wie ein Beichtgeheimnis streng gehütet, auf dass das Volk nicht vom richtigen Viren-Glauben abfalle. 2020 gilt, nur wer testet, existiert (oder in Anlehnung an einen alten Philosophen: „Testeo ergo sum“ – und dass die nicht testenden Taiwanesen gar nicht existieren können, erweist sich also auch an diesem Umstand aufs Neue).

    Dem Viehdoktor ist übrigens gerade eingefallen, dass man die positiv Getesteten mit CT-Zahl über 30 künftig von der Quarantäne befreien könnte, [5]. Das hätte er zwar auch schon im Sommer wissen und umsetzen können, aber da hielten die positiv Getesteten sich so rar, dass man diesen wenigen Glücklichen den Event einer Quarantäne nicht wegnehmen wollte. Vielleicht macht er sich zwischenzeitlich aber einfach nur Sorgen um die „Verfolgungsketten“: Die braucht nämlich keiner mehr, wenn plötzich alle sich infizieren und binnen 14 Tagen immun werden – und das wäre nicht im Sinne des großen Bill, der nämlich weiterhin großen Wert auf (digitale) Verfolgungsketten und weitere per Panik zu fördernde Spielchen legt.

    Damit diese nützliche Panik nicht erschlafft (die italienische Militär-Sarg-Laster-Fotos sind ja schon entlarvt), sollten wir mit Grusel an die möglichen Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung denken: An der Grenze zum französischen Elsass (dort wo vor genau einem Jahr Corona bereits unentdeckt umherging) starb im Juli ein 20-jähriger nachts im Bett den Herztod, was für Familie und Freunde bestimmt ein schreckliches Ereignis war (das – so selten es ist – aber auch schon vor Corona gelegentlich vorkam).

    Warum das die Lokalzeitung [6] erst vier Monate später thematisiert, bleibt ihr Geheimnis – wichtiger ist die Botschaft des Artikels: Corona ist schuld!
    „Es war im März dieses Jahres, als Pascal bei seiner Arbeit im Emmendinger Kreiskrankenhaus von einem Patienten mit Sars-CoV-2 infiziert wurde. Die darauf folgende Covid-19-Krankheit zeigte sich von ihrer milden Seite, etwas Fieber, ein vorübergehender Verlust des Geschmackssinns – schon nach einer Woche hatte Pascal die Krankheit auskuriert, ging nach einer zweiwöchigen Quarantäne wieder zur Arbeit. Die Monate vergingen, an die vorangegangene Corona-Infektion dachte kaum noch jemand“.

    Verschleppte Viren können aufs Herz schlagen – das gilt aber auch für andere Viren, auch für eigentlich eher harmlose.
    Der Obduktionsbericht nannte aber nicht diesen Umstand als Ursache, sondern hielt fest:
    „Todesursache: makroskopisch unklar. Todesart: ungeklärt.“ Auch die daraufhin in Auftrag gegebene Untersuchung des Gewebes gab keinen wirklichen Aufschluss.

    Während für den Hausarzt der Fall rätselhaft ist, hat die Zeitung einen Herzspezialisten aufgetrieben, der mit ihr „den Zusammenhang zwischen der vorangegangenen Covid-19-Erkrankung und dem späteren Tod hier nicht nur für möglich, sondern sogar für wahrscheinlich“ hält.

    [1] https://www.heise.de/tp/features/Covid-Origins-Vielleicht-doch-kein-China-Virus-4966241.html
    [2] https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/meldung-47104.html
    [3] https://www.n-tv.de/politik/Was-Taiwan-bei-Corona-besser-gemacht-hat-article22163913.html
    [4] https://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeld-Verschwörung
    [5] http://friedensblick.de/31204/robert-koch-institut-positiver-test-heisst-nicht-unbedingt-infektiositaet/
    [6] https://www.badische-zeitung.de/im-maerz-hatte-er-covid-19-im-juli-starb-er-im-schlaf

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