Überwachte Polizei Kiesewetters Handy aufgrund Bedrohungslage?

Der Artikel analysiert die Unterschiede zwischen den Daten auf Kiesewetters Handyspeicher und des t-mobile-Verbindungsnachweises. Darauf aufbauend werden zwei mögliche Szenarium vorgestellt, was der Hintergrund gewesen sein könnte.

Als Erstes werden jedoch die Fakten vorgestellt: Folgende 12 Punkte sind aus polizeilichen Ermittlungsordnern entnommen, Ordner 6 kann hier eingesehen werden, Ordner 1 (hier), Ordner 9 (hier).

  1. Am Tattag benutzte Michele Kiesewetter ein Handy mit der „Telekom“-Rufnummer 0160 946 60 048. Sie erhielt drei Anrufe einer Person, die als „Bb 71“ in ihrem Handy abgespeichert war (Ermittlungsordner 6, S. 90), mit der Rufnummer: 0160 972 18 609. Im Gerätespeicher ihres Handy sind die drei Anrufe abgespeichert:Des
  2. Auf ihrem Schreibtisch in ihrer Wohnung lag eine Seite auf der verschiedene Handynummern aufgeschrieben waren. Daneben standen in einer anderen Handschrift Notizen, meistens Vornamen, aber auch „kenne ich nicht“. Dort steht auch die Nummer ihres Kollegen Daniel S., dessen DNA an ihrer Kleidung festgestellt wurde. Seine Nummer steht nicht im Telefonbuch ihres Handys. Auf der Seite steht auch die Handynummer von „Bb 71“, daneben steht „Geschäft“ (Ermittlungsordner 6, S. 376). 
  3. In dem Verbindungsnachweis (Ordner 6, S. 80) von „t-mobile“ sind gleichfalls diese drei Anrufe von „Bb 71“ aufgelistet. Da Kiesewetter eine Rufnummern-Übermittlung aktivierte, wurden jeweils auch die Verbindungsnachweise des Anrufers registriert. Der Vorgang ist von „t-mobile“ als „CLIP“ vermerkt, siehe Ausschnitt Verbindungsnachweis.
  4. Aufgrund des „CLIP“ kann zum Zeitpunkt des Gespräches sowohl der Standort des Kiesewetter-Handy nachvollzogen werden, wie gleichfalls der Standort des Handys von „Bb 71“. Im Verbindungsnachweis steht „LAC/Cell“ und „Länge/Breite/Richt.“ In dieser Spalte werden die Standorte der Funkzellen angegeben. Im Internet gibt es die Möglichkeit diese Daten („LAC/Cell“) einzugeben (http://cellidfinder.com), um den Standort der Funkzelle zu erhalten. Daher konnte ich beide Standorte der Funkzellen während der drei Gespräche identifizieren.
  5. Michele Kiesewetters Handy nutzte zwei Funkzellen, die die Theresienwiese abdeckten, um 11:48:53 und 11:51:58. Das Handy von „Bb 71“ war um 11:48:53 und 11:51:58 beide Male in der Funkzelle am Neckarturm in Bahnhofsnähe eingeloggt. Um 12:11:56 nutzte „Bb 71“ die Funkzelle, die  auch das Polizeipräsidium in der John-F.-Kennedy-Straße abdeckte. Kiesewetters Handy war während des Gesprächs in der Funkzelle in der Frankfurter Straße am Bahnhof eingewählt.
  6. Die Ermittlungsakten geben weder Auskunft über die Identität von „Bb 71“, noch über den Inhalt ihrer Gespräche. Die anderen Polizisten, die an dem Tag auch in Heilbronn eingesetzt waren, erwähnen keine Handygespräche mit Kiesewetter. Laut des Gerätespeichers ihres Handys versuchte „Bb 71“ sie bereits am 03.04.2007 (erfolglos) anzurufen, um 16:52:40, zu einer Uhrzeit, als Kiesewetter in Heilbronn eingesetzt gewesen war (Ordner 9. S. 246). 
  7. Laut der Verbindungsdaten war Kiesewetters Handy außerdem um 11:36:15, 11:45:10, 15:26:43 in der Funkzelle Theresienwiese eingeloggt, um 09:51:54 und 12:21:29 in der Funkzelle, die das Polizeipräsidium Heilbronn abdeckte, dergleichen Funkzelle wie um 12:11:56 auch „Bb 71“ nutzte. Die Verbindungsdaten bestätigen die Rekonstruktion ihrer letzten Stunden.
  8. Ihr Einheitsführer Thomas B. rief um 15:34:23 Kiesewetter an. Der Anruf ist als „verpasst“ im Handyspeicher abgespeichert, taucht jedoch nicht im „t-mobile“-Verbindungsnachweis auf. Dies ist bei allen Anrufen der Fall, die nach dem Überfall um 14:00 stattfanden. Das heißt: Wenn die Nummern im Gerätespeicher registriert sind, als „verpasst“, stehen sie nicht im Verbindungsnachweis. Beispielsweise rief sie um 14:35 ihr Freund Dominik W. an. Sein Anruf steht im Gerätespeicher als „verpasst“, im Verbindungsnachweis taucht der Anruf dagegen nicht auf. 
  9. Kollegen waren nicht darüber informiert, dass Kiesewetter zwei Handynummern gehabt hätte, ihr damaliger Freund Dominik W.: „In einem kürzlichen Gespräch mit der Mutter von Michele sind wir auch daraufgekommen, dass Michele wohl mehrere Handy hatte, ich selbst habe aber nur eine Handynummer gekannt.“ (Ordner 12, S. 73) Im Handyspeicher ihres Kollegen Uwe B. war Kiesewetters O2-Nummer abgespeichert. Im Kollegenkreis war ihr Nokia-Handy mit rosaroten Display bekannt. Ihr Gruppenführer Timo H. sah es am Tatort neben ihrer Hand liegen.
  10. Manuel B. schickte Kiesewetter am Tattag SMS, die letzte um 15:26. Im Verbindungsnachweis von „t-mobile“ wird als Absender seiner SMS eine Servicenummer von „O2“ angegeben. Sie schrieb ihm mit ihrer „Telekom“-Nummer zurück.
  11. Es galten mehrere Handys am Tattag als gestohlen. Die Kriminalpolizei Heilbronn suchte vergeblich nach den „Handys der Opfer“ und bereitete Anträge vor, die Telefongespräche abzuhören.

Jörg T.: „Nachdem wir (…) dies getan hatten, sollten wir den Kollegen K. bei der Schaltung mehrerer TKÜ-Maßnahmen unterstützen. Zu diesem Zeitpunkt ging man noch davon aus, dass mehrere Mobiltelefone zusammen mit den Dienstwaffen entwendet wurden. Wir hatten die Aufgabe, die Überwachung dieser Geräte zu starten und entsprechende Beschlüsse zu erwirken.“ (Ordner 12, S. 45)

Bettina S.: „Dann sind Kollege T. und ich raus gefahren. Vor Ort war dann schon der Kollege S., als wir angekommen waren. Ich bin dann auf den Tatort zugelaufen und habe die Michele liegen gesehen. Ich war vielleicht so einen Meter von Michele entfernt. Ich habe auf jeden Fall nichts angefasst. Später war ich dann beim ED und musste mich um die Handys der Opfer kümmern. Wir sind dann zur Werkzeughalle, wo das Opferauto dann stand und haben nach den Handys gesucht. Ich weiß nur nicht, ob wir ins Auto gelangt haben oder ob wir die Handys angerufen haben und nichts geklingelt hat und wir deswegen die Türen gar nicht erst aufgemacht haben. Die Telefonnummern hat irgendjemand besorgt gehabt. “ (Ordner 11, S. 329)

12. In den Ermittlungsakten steht jedoch, dass das private Handy Kiesewetters neben ihrer Hand lag und dort sichergestellt wurde, siehe Ausschnitt Tatortfoto aus Ordner 1, S. 123. Das dienstliche Handy wäre erst in am Abend im Opferauto gefunden worden; durch Anwählen und den einsetzenden Klingelton hätte man es finden können. Dazu im Gegensatz sagte Bettina S., dass sie (nur) das private Handy suchte, und es auch durch das Anwählen/Anklingeln nicht im Opferauto auffindbar gewesen wäre.

Interpretation der Faktenlage

Das Problem ist, dass nur Bruchstücke der Realität vorliegen, teilweise stehen sie konträr zueinander. Die Lücken können nur durch Spekulationen geschlossen werden und sind daher fehlerbehaftet.

Es könnte sein, dass Michele Kiesewetter bedroht wurde, und sie sich an die Polizei wandte. Es sind zwei Szenarien vorstellbar:

  1. Michele Kiesewetter könnte sich ein zweites Handy und eine „Telekom“-Handynummer zugelegt haben. Ihr altes Handy mit der „O2“-Nummer verblieb bei der Polizei und wurde überwacht. Es wurde eine Rufnummern-Umleitung von „O2“ zu „Telekom“ geschaltet, genauso eine SMS-Weiterleitung. Dagegen spricht, dass ihre Kollegen sie weiterhin mit ihrem alten Handy mit rosaroten Display sahen.  
  2. Auch hier könnte sich Michele Kiesewetter eine „Telekom“-SIM-Karte und ein zweites Handy zugelegt haben. In ihr altes Handy legte sie die „Telekom“-SIM-Karte. In das neue (zweite) Handy legte sie die „O2“-SIM-Karte. Gleichzeitig wurde eine Rufumleitung von „O2“ zu „Telekom“ und eine SMS-Weiterleitung angelegt. Für diese Version spricht der Notizzettel. Im neuen Handy gab es kein Telefonbuch, so wusste die Polizei nicht, wer hinter der jeweiligen Nummer steht.

Auf diese Weise könnte der Notizzettel verstanden werden: Dort gibt es offensichtlich zwei unterschiedliche Handschriften. Die aufgeschriebenen Rufnummern hinterließ eine andere Person, als die Notizen neben der Nummer. Die Notizen neben den Nummern stammen offensichtlich von Kiesewetter, zum Beispiel „kenne ich nicht“. Die Polizei könnte die bei „O2“ eingegangenen Anrufe notiert und anschließend Kiesewetter gefragt haben, zu wem sie gehörten. Kiesewetter schrieb neben den Rufnummern stichwortartig dazu, was ihr dazu einfällt. Bei der Rufnummer von „Bb 71“ steht „Geschäft“.

Ihr Einheitschef Thomas B. dürfte deshalb ihre „O2“-Nummer um 15:34 angerufen haben, da sein Anruf nur im Gerätespeicher registriert ist, aber nicht im „t-mobile“-Verbindungsnachweis. Warum rief er ihre „O2“ Rufnummer an? Wollte er bei der Suche/Ortung des gestohlenen Handy behilflich sein? Wurde Kiesewetters private Handy als gestohlen angesehen, weil sein Anruf nicht durchgestellt wurde zum Handy, welches neben ihrer Hand am Tatort lag? Aber warum wurde sein Anruf nicht zur „Telekom“-Nummer weitergeleitet, anders als bei den vorherigen Anrufe von „Bb 71“? Kiesewetters Handy war weiterhin angeschaltet, um 15:26 stellte „O2“ eine SMS an die „Telekom“-Rufnummer weiter. Es wählt sich in die Funkzelle Theresienwiese ein. 

Gesichert ist für mich, dass die Rufumleitung sofort nach dem Überfall abgeschaltet wurde. Warum wurden ansonsten die Anrufe ab 14:00 nicht mehr weitergeleitet und davor schon? Diese Veränderungen hätten leicht von demjenigen vorgenommen worden sein können, dem ihr „O2“-Handy vorlag. Vergaß man die SMS-Weiterleitung ebenfalls abzuschalten? 

Die Unterschiede zwischen den Daten des Gerätespeichers einerseits und den Daten des Verbindungsnachweises andererseits könnten mit zwei Szenarien erklärt werden:

  1. Zum einen damit, dass Kiesewetter in Heilbronn ein Handy mitführte, welches bis heute verschwunden ist. Aus dem überwachten Handy könnte die Polizei die „O2-SIM-Karte“ entnommen haben; diese SIM-Karte wäre gleichfalls verschwunden. In dieses „leere“ Handy könnte die „Telekom“-SIM-Karte des Handys gesteckt worden sein, welches bei Kiesewetter nach dem Überfall gefunden wurde. Das private Handy, welches am Tatort lag, verschwand. Aus zwei Handys könnten so eins gemacht worden sein.
  2. Kiesewetter benützte während des Einsatzes in Heilbronn ihr altes Handy mit rosaroten Display, darin war die „Telekom“-SIM-Karte. Dies entspricht dem Tatortbefund. Aufgrund der Unterbrechung der Rufumleitung, jedoch nicht der SMS-Weiterleitung könnten sich die Unterschiede zwischen Gerätespeicher und Verbindungsdaten erklären lassen.

Gelöschte Daten im Verbindungsdaten-Nachweis des Streifenpartners Martin Arnold

Seltsam ist das Fehlen der Daten „LAC/Cell“ von vier Verbindungen des Handys des Streifenpartners Kiesewetters, Martin Arnold. Scheinbar gezielt fehlen die entscheidenden Daten der eingewählten Funkzellen im Dokument „eplus-Verbindungsdaten“ (Ordner 8, S. 16), siehe Auszug links. Es besteht der Verdacht, dass Arnold am Vormittag nicht der Streifenpartner Kiesewetter gewesen ist, sondern erst später nach Heilbronn kam. Einer der Datensätze (10:12) betrifft den Vormittag. Wählte sich sein Handy in der Zeit in eine Funkzelle außerhalb Heilbronns ein?

Im Telefonbuch von Arnolds ausgelesenen Handy fehlt Michele Kiesewetter, dafür steht sie im Telefonbuch seines Computers, mit ihrer „Telekom-Nummer“. Im Handyspeicher von Manuel B. ist gleichfalls ihre „Telekom-Nummer“ abgespeichert. Warum kamen seine SMS nicht direkt von seinem Handy zu ihrer „Telekom-Nummer“, sondern über den Umweg „O2“? Schickte er seine SMS vielleicht an ihre „O2-Nummer“? Desweiteren wusste auch die Kollegin namens Bahadir S. über diese „Telekom-Nummer“ Bescheid. Sie rief Kiesewetter zweimal bei ihrer O2-Nummer an (Gerätespeicher), 15:06:35 und 15:29:10, sowie zweimal bei ihrer „Telekom“-Nummer, 15:10:43 und 15:10:49. 

Die Hintergründe des Heilbronner Polizistenüberfalls sind ungeklärt. Es ist für mich offensichtlich, dass die Behörden und Polizisten mehr wissen, als sie zugeben. Das Motiv für etwaige Manipulationen an den Handys bleibt unklar, auch der Zusammenhang zum Überfall. Warum hätte die Rufumleitung sofort nach dem Überfall hätte gestoppt werden sollen? Wollte die Polizei vertuschen, dass sie Michele Kiesewetter nicht schützen konnte? Vor wem?

6 Gedanken zu „Überwachte Polizei Kiesewetters Handy aufgrund Bedrohungslage?“

  1. Falls sie es erlauben, noch eine kleine Korrektur meinerseits.
    Sie schrieben zur Aussage des Timo H. : „Ihr Gruppenführer Timo H. sah es am Tatort neben ihrer Hand liegen.“
    Das ist so nicht ganz richtig, sondern er sagte:
    „Was mir noch als Besonderheit in Erinnerung ist, ist die Hand von Michele, mit der sie noch ihr rosa Handy festgehalten hat.“
    Das ist schon ein Unterschied! Deshalb ist die Aussage des angeblichen Erstpolizisten am Tatort, des Herrn Thomas auch unglaubwürdig. Er sagte, dass das Handy während der Umlagerung, von ihrem Schoss neben die Hand fiel. Ich halte dies für gelogen. Nach meiner Meinung hielt sie das rosa Nokia 6111 „Schiebehandy“ noch in ihrer Hand, danach wurde die SIM- Karte ausgetauscht und das Handy neben das Opfer gelegt.
    Deshalb auch kein DNA/Fingerabdruck Ergebnis auf dem Gerät!

    1. da bin ich anderer meinung, warum? die „t-mobile“ verbindungsdaten (funkzellen) der im Handy gesicherten „Telekom“-SIM-Karte stimmen mit der Rekonstruktion ihres Arbeitstages in Heilbronn überein. Nach Ihrer Einschätzung hätte sie ja das „O2“-SIM-Karte im Handy gehabt und sie wäre ausgetauscht worden mit der „Telekom“Sim-Karte.

      Die Frage ist bezgl. Timo H. eine andere: Wenn er am Tatort war und das private Handy identifizierte, warum bewertete die Kriminalpolizei Heilbronn das private Handy Kiesewetters als gestohlen? Warum rief Einheitschef Thomas B. Kiesewetters Handy um 15:34 dann an?

      Es könnte sein, dass Timo H. lügt. Entweder, dass er am Tatort war oder, dass er das Handy in ihrer Hand liegen sah. Thomas B. sagte, dass er niemanden von der BFE 523 am Tatort sah, aber er kam erst nach 15:00 zum Tatort. Ich habe auch sonst keine Aussagen (außerhalb der BFE 523) gefunden, die BFE-523ler frühzeitig am Tatort waren. Die ersten Polizisten vor Ort waren alles Heilbronner. Vielleicht lügt er auch nicht – vielleicht war er da, aber bevor die erste „offiziellen“ Polizisten zum Tatort kamen, also zwischen 14:00 und 14:22? Es könnte auch sein, dass das private Handy erst in dieser Zeit gestohlen wurde, aber später wieder auftauchte, wie ihr Taschenmesser.

      1. Da haben sie natürlich Recht! Da bin ich einem Denkfehler
        unterlegen. Die wahrscheinlichste Variante ist vermutlich die, die sie auch schon mal in einem anderen Artikel beschrieben haben. Michele K. hat zunächst ihr 6111 Handy mit D1- Sim-Karte dabei. Auf diesem liefen auch zunächst über eine Weiterleitung, SMS und Anrufe des O2 Anschlusses auf.
        Wenn wir davon ausgehen, dass es neben dem offiziellen BFE 523 Auftrag „Sichere City“, noch einen geheimen Auftrag an diesem Tag gab, dann könnten die Anweisungen dazu über SMS gegeben worden sein. Ich gehe definitiv davon aus, dass ihr Chef Thomas B. nicht am Bärensee radeln war, sondern sich auch in Heilbronn aufhielt und diesen Einsatz verfolgte. Um dies zu vertuschen, musste das Handy von Kiesewetter verschwinden. Deshalb auch der Anruf von Thomas B., um das „Einsatz-Handy“ zu lokalisieren. Es könnte wirklich so sein wie sie vermuten, dass man das dienstliche Handy der PD Heilbronn (mal FEG Siemens, dann FEG Nokia) kurzzeitig zum privaten Handy machte und im Austausch neben Kiesewetter legte. Das 6111 wurde dann als vermisst erklärt und Kollegen versuchten dieses durch anklingeln, abends kurz vor sieben, zu finden. Die Behauptung, man hätte das dienstliche Handy zunächst unter einem Notitzbuch in der Mittelkonsole nicht gefunden, ist natürlich absurd.
        Nun hatte man Zeit, gewisse SMS am 6111 zu löschen und andere über edtitierte Excel Listen zu erfinden. Am 27.04 kam dieses Handy mit einem gebrochenen Akku wieder zurück und das FEG Handy wurde wieder zum dienstlichen Handy. Das würde Sinn machen! Seltsam ist in meinen Augen auch, warum man für das Handy der FEG mit der Nummer 0173/3280442, dass mit einer Vodafon D2 Karte betrieben wurde eine Anfrage bei der Telekom gemacht hat.
        Nur ein Versehen?

        1. … die Daten des dienstlichen Handys wären (angeblich versehentlich) „verschollen“ gegangen.

          „Vom Provider Vodafone D2 für dieses Handy angelieferte Verbindungsdaten gingen auf dem elektronischen Postweg verschollen oder wurden möglicherweise versehentlich gelöscht.“

          Im Antrag, die Verbindungsdaten des dienstlichen Handys abzuschöpfen, steht:

          „Im Dienstfahrzeug wurde das von KIESEWETTER und ARNOLD benutzte dienstliche Mobilfunktelefon mit der Rufnummer 0173/3280442 aufgefunden werden.“ „0173/3280442 (Anschlussinhaber: Polizeidirektion Heilbronn, (…) Provider: Vodafone D 2)“

          Im Beschluss des Amtsgerichtes vom 26.04.2007 steht, dass die Verbindungsdaten bei „Vodafone/D2,(…)“ beantragt werden dürfen.

          Am 30.04.2007 schreibt auf einmal die „Telekom“, dass die Suche „zu keinem Ergebnis“ geführt hat.

          „Sehr geehrter Herr M.,
          leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Suche zu
          Rufnummer: +49(173)3280442
          zum Zeitraum vom 25.04.2007 00:00 bis 26.04.2007 23:59
          in unseren Datenverarbeitungssystemen zu keinem Ergebnis geführt hat.“

          Warum fragt die Heilbronner Polizei die Verbindungsdaten bei „Telekom“ an, wenn im Beschluss des Amtsgerichtes klar „Vodafon, D2“ steht?

          Nach meiner Einschätzung fragte die Soko niemals die Verbindungdaten des dienstlichen Handys ab. Es gibt keinerlei Hinweise darauf. Die „Geschichte“, dass irgendwie was verschollen wäre, ist wohl nur eine Ausrede.

          Ich bin auf noch was interessantes gestoßen.

          Bei den letzten gewählten Rufnummern des dienstlichen Handys taucht die private Nummer von Janette R. auf. Sie ist mir bereits dubios aufgefallen.http://friedensblick.de/27670/polizistenmord-an-michele-kiesewetter-15-ungereimtheiten-in-der-offiziellen-darstellung/ Sie war auch am 25.04. mit Kiesewetter in Heilbronn eingesetzt gewesen:

          „Die gespeicherte und angewählte private Rufnummer 0176/206(…) gehört Janette R. (…). Sie wurde im Rahmen der Bearbeitung der Spur Nr. 63 (Vernehmung der Kollegen) zur Sache vernommen.“

          Ihre Befragung fand am 26.04.2007 statt, aber sie wurde nicht auf den Anruf angesprochen! Sie informierte auch nicht von selbst darüber. Im Jahr 2010 wird sie wieder vernommen. Sie erwähnt den Anruf wieder nicht.
          „Frage:
          Mit wem hast Du am Tattag telefoniert?
          Antwort:
          Meine frühere Handynummer war 0176206 (…). Ich habe damals mit Kollegen telefoniert, mit meiner Freundin und meinen Eltern.“

          Das Problem ist, dass in der Handyspeicher-Auswertung nicht dabei steht, wann der Anruf auf ihr Handy erfolgte, siehe Order 8, S. 53.

          1. Das könnte sein, dass die Daten nie wirklich abgefragt
            wurden. Das mit Jeanett R. ist mir auch aufgefallen.
            Vor allen dingen ist sie die einzige, die nachher handschriftlich in den offiziellen Einsatzbefehl der 514 reingeschrieben wurde. Was noch interessant ist:
            Die Nummer von „Bp71“ ist ja die 016097216609.
            Ich gehe mal davon aus, dass die Zuordnung von Nummern und Namen des Handys gleich bleiben, macht ja auch sonst keinen Sinn. Komischerweise ist bei der letzten Einspeicherung im Gerät die obige Nummer des „Bp 71“ als „Bp 90“ eingespeichert. War mir nur so aufgefallen……

  2. Beim Anrufer „Bb71“ handelt es sich wahrscheinlich um ein dienstlich ausgegebenes Handy der Bereitschaftspolizei Böblingen, dass von verschiedenen Personen genutzt werden
    kann. Es gibt ja auch glaube ich noch Bb90, Bb40 und ähnliche.
    Wahrscheinlich muss man sich morgens in Listen eintragen und nimmt dann bei Einsätzen und Bedarf ein freies Telefon mit.
    Deshalb auch der Hinweis „Geschäft“ für Geschäftsstelle.
    Für mich sieht es so aus, dass sich beim Bb71 laut „Imei“ um ein Nokia 6610 handelt, wo eine Weiterleitung auf das Kiesewetter Handy 6111 programmiert ist. Das komische ist nur, das die Imei Nummer Kiesewetters auf der T-Moblie Liste korrekt dargestellt wird , aber die des Nokia 6610 nicht. Das müsste am Ende auch eine 0 haben. Die 53 ist auf jeden Fall falsch! Die Richtigen Prüfziffern sind beim Kiesewetter Handy eine 5 und beim Nokia 6610 eine 2, diese werden aber normalerweise auf den Verbindungsnachweisen als Null geführt. Bei der Überprüfung der Geo, bzw. Handyzelldaten komme ich zu einer anderen Einschätzung.
    Ich sehe hier nicht, dass sich Kiesewetter oder zumindestens ihr Handy zwischen 11 und 12 auf der Theresienwiese befunden haben soll. Dafür gibt es ja auch eigentlich keinen einzigen harten Beweis! Vielmehr ist über die Daten eine Anfahrt zum Europaplatz über die Zelle an der Weinsbergerstraße (11:24)darstellbar. Dann hat das Handy zwischen 11:36 und 11:48 sich
    dauernd in einer Zelle in der nähe Europaplatz/Media Markt/Hochschule befunden(Beobachtung?), um sich dann nach dem Anruf 11:48 in Bewegung zu setzen und über die Hafenstrasse, Richtung Kaiserstrasse und anschließend dem Polizeirevier zu bewegen. Das 6610 befand sich bei den Anrufen um 11:48 und 11:51 im Bereich Sülmer City (Sendemast Tito Strasse) um sich dann auch Richtung Polizeirevier zu bewegen. Vielleicht hat sie auf der Fahrt zum Revier „Bb71“ unterwegs eingesammelt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.