Zschäpes Einlassungen sind genauso unglaubwürdig, wie ganze NSU-Geschichte

Rechtsextreme sollen (von ihnen geheimgehaltenen) Rechtsterrorismus über Jahre begangen haben, ohne dass einer der unzähligen Informanten/Spitzel was bemerkte und sie verraten hat, ohne dass ein „Nazi“ an den 29 Tatorten irgendwelche Indizien hinterließ (Wolfgang Wilfling: „NSU war nicht erkennbar„)!

Kein Problem, denn die Lehre des „NSU-Terrors“ ist, dass „Nazi-Mörder“ keine Spuren hinterlassen! 

Dann tauchen die Beweismittel ab dem 04.11.11 alle auf einmal auf, z. T. neben den toten Haupttätern, die sich nicht (mehr) verteidigen können. Die Comicfigur Paulchen Panther bekennt sich als NSU-Vertreter zu den Verbrechen und der Bundestag beschließt am 22.11.2011 einstimmig, dass eine „Neonazi-Bande“ die Täterin gewesen wäre. Seitdem suchen diverse Untersuchungsausschüsse erfolglos nach Indizien für diese Behauptung. 

2015 bestätigte Beate Zschäpe, dass die Morde von Mundlos/Böhnhardt begangen wurden, ohne dafür „Täterwissen“ preiszugeben. Im Gegenteil ihre Ausführungen enthalten Fehler, wie zum Beispiel die Brandstiftung mit Benzin oder, dass sie die Paulchen Panther-Filme in den Briefkasten vor der Türe geschmissen hätte. Sie erfuhr von den Verbrechen aber nur hinterher und drückte danach immer ihre Missbilligung aus. Daher fordern ihre Verteidiger Freisprüche vom Mord- und Bombenvorwurf, obwohl Beate Zschäpe mit den beiden Männern zusammenlebte, von deren Morden (nachträglich) erfuhr und ihre Filme am 04.11.11 verschickte hätte. 

Mit ihrer Aussage konnten erstmals die Verbrechen ernsthaft Böhnhardt/Mundlos zugeordnet werden, erst ab diesem Zeitpunkt muss sie als Mittäterin in Betracht kommen. Wie kommt eine Angeklagte dazu, sich massiv selbst zu belasten? Den Eindruck, dass sie ihre Seele entlasten wollte, macht sie auf mich nicht. 

Um an sowas zu glauben, muss Du dafür Geld bekommen, etwa als Politiker oder Journalist!

6 Gedanken zu „Zschäpes Einlassungen sind genauso unglaubwürdig, wie ganze NSU-Geschichte“

  1. Warum ist das entscheidende Kriterium bei der Urteilsfindung wohl die „subjektive Beweiswürdigung“? Man hat nichts Fassbares und weiss das genau. Deshalb auch dieses Pseudogeständnis, für das man Zschäpe mit Sicherheit alles Mögliche versprochen hat. Trotzdem wird sie zu lebenslänglich mit anschliessender SV verurteilt werden, weil das NSU Märchen Staatsraison ist und auch bleiben soll. Zschäpe wird daraufhin aufgrund der Aussichtslosigkeit ihrer Lage selbstgemordet aufgefunden werden, und damit haben auf jeden Fall die BAW mit ihrer Anklage und der OLG Senat mit seinem Urteil recht gehabt. Wetten, dass es genau so kommen wird ?

    MfG

  2. Ein NSU-Narrativ gibt es erst ab dem 04.11.2011.
    Aufgebauschte Akten-Shreddereien und vom Kiesewetter-Onkel spät publizierte, angeblich frühe Ahnungen muss man als gezielte Bausteine einer gewollten Rückdatierung sehen. Genauso wie die genannten Beweis-Berge in der Wohnung von angeblich spurenlos mordenden Tätern und die aufwändig produzierten, aber absurd spät verbreiteten Video-DVDs mit der Paulchen-Panther-Terror-Propaganda.

    Hektisches Akten-Shreddern hat ein fest im Sattel sitzender tiefer Staat nämlich gar nicht nötig. 120 Jahre Akten-Sperre tun es auch, wie die Hessen uns zeigen: Die unerträgliche Mordleichen-Nähe des Beamten Temme und die ebenso unerträglich eiserne Rückdeckung des Minister(-Präsidenten) Bouffier für eben diesen Temme wurden uns jahrelang kokett vor die Nase gehalten und entziehen sich uns jetzt quasi hinter einem simplen Vorhängeschloss.

    Da kommt auch ein von den MSM hochgelobter Richter Götzl nicht dran vorbei. Dessen Macht wird sowieso überschätzt, besonders im Vergleich zur BAW, die anders als in Italien keine richterliche Unabhängigkeit genießt, sondern der Exekutive untersteht. Wenn die BAW eine zentrale Figur wie Thomas Starke nicht anklagen will, dann kann ein Götzl sie nicht dazu zwingen. Und wenn die BAW den Starke zudem als belastet einstuft, dann gibt sie ihm (im Hinblick auf seinen künftig angeblich anstehenden eigenen Prozess) ein perfektes Schweigerecht für den laufenden NSU-Prozess. Wie zwecklos z.B. eine Zeugenvorladung wäre, wurde einige Male eindrucksvoll vorgeführt. Natürlich nicht am hochbrisanten Langzeit-V-Mann und Agent provocateur Thomas Starke, sondern an zweit- und drittklassigen Zuträgern.

    Ein mächtiger tiefer Staat hat allerdings nicht nur die Begleitmusik (Shreddern) nicht nötig, sondern das ganze Schauspiel des 04.11.2011. Jedenfalls, wenn sein einziges Ziel die Beseitigung zweier lästiger Uwes oder ihrer Leichen gewesen wäre. Es hätte einfach keine Leichen, keine Zeugen, keine Auffinde-Situation gegeben, sondern allenfalls das Streuen von ein paar Gerüchten (Uwes in fernen Ländern abgetaucht und womöglich schon tot). Wozu eigentlich zwei Leichen in den Justiz-Kreislauf einschleusen, wenn man sie erst mühsam (aber reichlich stümperhaft) von Mord auf Suizid umschminken muss?

    Wenn bei einem unnötig scheinenden Schauspiel auch noch absurd viele unnötige Fehler ins Auge stechen, dann geht es beim Zweck des Ganzen um etwas anderes als das zunächst naheliegende Vertuschen staatlicher Peinlichkeiten.
    Diese sind dann selber geplanter Teil des Schauspiels und das plötzlich aufgetauchte NSU-Narrativ dient nicht als Schluss-Stein unter eine alte Geschichte, sondern als Teaser und Auftakt für eine erst einsetzende Langzeitberieselung des Volks über die MSM.

    Das schuldbewusste Annähern – evtl. Anbiedern – eines Tätervolkes an ein Opfervolk – das kennen wir doch schon in Deutschland (wenn auch in etwas größeren Dimensionen und das will ich hier jetzt auch gar nicht bewerten).
    Der 04.11.2011 kommt zwar aus keiner Volksbewegung, aber er integriert immerhin (gewollt oder Nebeneffekt?) die staatskritischen Linken in den neuen staatlichen Anti-Nazi-Kurs. Und die Stoßrichtung seiner Regisseure zielt auch nicht so sehr auf die breiten Massen des anderen Volkes – sondern auf ihren wankelmütigen Sultan.

    Dessen Eitelkeit muss man nicht mögen, aber seine Empfindlichkeit wird verständlicher, wenn man bedenkt, dass die angeblich so friedlich-demokratische NATO seit seiner Machtübernahme vor 15 Jahren ihm immer wieder mal die Hand reicht, aber zugleich ständig an seinem Sturz arbeitet, zuletzt sichtbar beim misslungenen Putschversuch vor zwei Jahren. Gerne würde die NATO Erdogan verlieren, aber nicht sein Land als NATO-Mitglied, auf das Russen, Chinesen und Iraner schon warten.

    Das größte westeuropäische Land mit der größten türkischen Minderheit nutzt in dieser verfahrenen Lage mit einem Dauer-NSU-Prozess die Gelegenheit, den Türken sozusagen Respekt zu erweisen und „westliche Werte schmackhaft“ zu machen, indem man den Rassismus-Opfern ihres Volkes eine schier endlose Aufmerksamkeit zuwendet. (Dass unter den Türken viele Kurden sind, spielt keine Rolle; man will diese ja nicht ausrotten, sondern assimilieren.)

    Der Prozess beschäftigt sich seit fünf Jahren mit vielen Nebensächlichkeiten, etwa arbeitslosen Friseusen, um etwas über den Charakter der Köchin der toten angeblichen Täter zu erfahren. Zugleich wird die Rolle wichtiger Leute wie Starke gar nicht beleuchtet oder wie Temme nur lückenhaft – beides auf Wunsch der Exekutive.

    Für die alles miteinander verkittende (aber „leider“ im Ruch der geheimdienstlichen Herkunft stehende) Ceska hat man mit Carsten Schultze einen dubiosen „Kronzeugen“ aufgetrieben, dessen Erfindung jeden Krimiautor wegen Realitätsferne arbeitslos machen würde. Holger Gerlach (als Dauer-Unterstützer des Trios bis zum bitteren Ende) half nicht nur mit Waffen aus, sondern auch mit seiner eigenen Identität bzw. seinen Papieren, wird aber als eher kleines Licht behandelt – weit hinter Wohlleben, der jedoch evtl. schon vor dem ersten „Dönermord“ keine entscheidenden Kontakte mehr zum Trio pflegte und dessen „Anstiftung“ zur Beschaffung einer einzigen der vielen Waffen alles andere als bewiesen ist.

    Die für Zschäpe angestrebte Sicherungsverwahrung setzt eigentlich eine „Wiederholungsgefahr“ voraus – nur für welche Art von Tat eigentlich? Für das Sich-Verlieben und Bekochen mordlustiger Neonazis? Gibt es solche Exemplare in Zschäpes Altersgruppe (fünftes Lebensjahrzehnt) überhaupt noch in nennenswerter Zahl und mit entsprechendem Interesse an einer nicht mehr so jungen Köchin? Wird man für die Urteilsfindung Heiratsmarkt und Zschäpes Heiratschancen sorgfältig genug analysieren?

    Wohin man schaut: Absurditäten. Aber nur bei den inhaltlichen Details dieses in endlose Längen gestreckten Prozesses. Für das „Am-Köcheln-Halten“ gibt es klare Gründe und klare Zielgruppen.
    Die Strippenzieher für die „Endlosigkeit“ sind hierbei höchstwahrscheinlich die gleichen, die eine echte Aufklärung – insbesondere der staatlichen Verwicklungen – verhindern wollen.

  3. Kleine Korrektur: Das Schauspiel in Stregda am 04.11.2011 dient zwar vorrangig als Teaser und Auftakt für eine erst einsetzende und bis heute dauernde Langzeitberieselung aus immer noch aktuellen geopolitischen Gründen.

    Nachrangig dient es allerdings doch auch als endgültiger Schluss-Stein unter zumindest eine alte Geschichte, nämlich den Geheimdienst-Bezug der Ceska, der mit der „Entdeckung“ des Seriencharakters der „Dönermorde“ 2005 geschickt unters (zugewanderte) Volk lanciert worden war:
    Der Tatwaffen-Typ (die Waffe selber hatte man ja noch nicht) gehörte zu einer rund vier Dutzend starken Miniserie, die mindestens zur Hälfte in Händen des deutschen Geheimdienstes war. Türkisch-kurdische Dissidenten in Deutschland konnten (und sollten?) ab 2005 glauben, dass einerseits trotz Erdogans Machtübernahme der NATO-affine, kemalistische tiefe Staat ihrer Heimat nicht vor Auslands-Morden zurückschreckt und dass andererseits der deutsche Staat dies duldet bzw. mit Waffen-Bereitstellung sogar fördert.

    Nachdem die NATO bereits ab 2006 / 2007 sich doch auf eine Langzeit-Kooperation mit dem ungeliebten, aber fest im Sattel sitzenden Charismatiker Erdogan eingestellt hatte, musste der tiefe Staat (türkischer wie deutscher) aus dem Narrativ der Ceska-Döner-Serie verschwinden. Ab da bekam die Serie einen braunen Anstrich – schon mit dem letzten Ceska-Mord in Kassel mit Klein-Adolf Temmes Anwesenheit, der als Staatsdiener bereits den isolierten Brauen spielen musste, bevor er 2011 die Täter-Rolle an die (ebenfalls „isolierten“) Uwes abgeben durfte, die jetzt eine beamtenfreie „völlige Staatsferne“ der Morde garantieren sollen.

    Zu Zschäpes Rolle:
    Sie hat nicht erst Ende 2015 mit ihrem (anwaltlich vorgefertigten und vermutlich mit der Anklage abgestimmten) „Geständnis ohne Täterwissen“ sich als intensiv betreute Unterstützerin des offiziellen Narrativs erwiesen.

    Eigentlich war sie dies schon von Anfang an alleine durch ihr Schweigen – was juristisch zwar sinnvoll sein kann, aber bestimmt nicht in Verbindung mit der unverständlichen Dauer-Passivität ihrer Verteidiger gegenüber den Lücken des Narrativs. Den Streit mit ihren Verteidigern über die Strategie sollte man als Fake zur Tarnung der Kooperation mit der BAW sehen, was sich gegen die geschlossenen Reihen der Kooperierenden allerdings schlecht beweisen lässt und eher untermauert werden muss mit den weiteren Indizien dieser Kooperation.

    Unauffälliger (obwohl aktiver und eindeutiger), aber ebenfalls ganz am Anfang des Prozesses, im Juni 2013, hat sie dem amtlichen Narrativ aus einer Erklärungsnot herausgeholfen: Ihr 26-seitiger Brief an den Dortmunder Neonazi-Häftling Robin S. schuf eine spekulative Brücke vom isolierten Mini-„NSU“-Trio zur Szene in Dortmund, wo nur zwei Tage vor dem Kasseler Mord der Kioskbesitzer Kubasik erschossen worden war.

    Unsichtbar mordende Uwes in Kassel, wo ein sehr sichtbarer und dubioser Verfassungsschützer Sekunden später schier über die frische Leiche stolperte, ohne angeblich irgend etwas Ungewöhnliches zu bemerken sind nämlich die Zutaten eines Märchens, das ohne Vor-Ort-Helfer der Uwes völlig unplausibel klingt. Und bei zwei perfekten Morden innerhalb von 48 Stunden in weit voneinander entfernten, den Uwes „fremden“ Städten verlangt der gesunde Menschenverstand nach Auftraggebern und / oder Helfern an beiden Orten.

    In Kassel konnte das Narrativ solche Helfer allerdings kaum zulassen, ohne die brisante Rolle des Verfassungsschützers Temme noch mehr ins Scheinwerferlicht zu rücken. Auch anderswo sollte die Mär vom NSU als isoliertem Trio nicht grundlegend erschüttert werden.

    Mit dem langen Brief von Knast zu Knast an einen Brieffreund, den sie „angeblich erst seit zwei Monaten“ kannte (n-tv: „nach einem Schreiben des NRW-Innenministeriums könnte der ,außergewöhnliche‘ Briefverkehr jedoch Anzeichen dafür geben, dass sich die beiden in Wirklichkeit schon länger kennen“), schuf Zschäpe selber zumindest für Dortmund und den Kubasik-Mord eine Grundlage für Helfer-Spekulationen, die in den Medien ausgeschlachtet werden konnten (und wurden), ohne dass die Justiz diesen Spekulationen intensiv nachgehen musste.

    Denn je mehr Dortmund sozusagen gerüchteweise zum Selbstläufer umgestuft war, den das Trio quasi im Vorübergehen erledigen konnte, desto weniger brauchte man sich den Kopf zerbrechen, ob für Kassel ein isoliertes Trio überhaupt den nötigen zeitlichen Vorlauf für aufwändige „Vorarbeiten“ gehabt hatte.

    Dass Briefe aus dem Knast einer Zensur unterliegen und der Inhalt gegen sie verwendet werden kann, erfuhr sie bestimmt entweder von JVA-Beamten oder jedenfalls von ihren Anwälten, die ja auf die Schweige-Strategie fixiert waren und ihre Mandantin dahingehend berieten. Die Öffentlichkeit erfuhr nur von diesem einen, fürs Narrativ überaus nützlichen Brief-Erguss der Zschäpe und weiß auch sonst nichts von einer irgendwie schreibe-freudigen Hauptangeklagten – der Zweck war ja erreicht.

    1. Die „Dönermorde“ (Schuss ins Gesicht, Opfer sind Geschäftsleute) sahen anfangs nach Mafia aus und somit nach Landsleuten der Getöteten. Täter wurden kaum gesichtet oder sahen jedenfalls nicht einheimisch aus.

      2005 wurden mit der „Entdeckung“ des Seriencharakters und des nach deutschem (!) Geheimdienst riechenden Waffentyps (Ceska) noch keinerlei Zweifel an der ausländischen Täterschaft gestreut, aber (wohl zu Einschüchterungszwecken gegenüber „Dissidenten“ unter den hier lebenden türkischen Staatsbürgern) der Ruch einer deutschen (staatlichen!) Patronage oder Rückendeckung für die Täter.

      Diese Täter konnte man somit als türkisch-tiefenstaatliche Kräfte sehen, die Rückendeckung nötig hatten, weil sie den neuen Machthaber Erdogan durch einen NATO-freundlicheren Nachfolger ersetzen sollten. Ihr entsprechender Putsch-Wille hierzu genoss westlicherseits jedenfalls durchaus offene Sympathien.
      Genauer gesagt: So sollte man die Täter sehen, denn nur auf die Wirkung kam es an. Es könnten weiterhin (relativ) unpolitische Mafia-Mörder gewesen sein, die vom damals benötigten Narrativ sozusagen einfach „adoptiert“ wurden. Einen Protest der eh schweigsamen und traditionell weltweit mit tiefen Staaten verbandelten Mafia war jedenfalls nicht zu befürchten.

      So richtig „blondiert“ wurden die Täter erst ab November 2011, als das neue offizielle Narrativ braune einheimische Täter benötigte sowie Fahndungs-Versager, die sich für ihre vormalige angebliche Blindheit auf dem rechten Auge zu schämen bzw. zu rechtfertigen hatten.

      Neben den „Dönermorden“ im engeren Sinne (Schüsse auf Einzelpersonen) werden dem „NSU“ allerdings auch Sprengstoffanschläge zugeschrieben, bei denen es keine klare (einzelne) Zielperson gab, dafür aber viele Verletzte. So traf es 2001 in der Kölner Probsteigasse ein iranisches Geschäft, das äußerlich „deutsch“ wirkte („Lebensmittel Getränkeshop Gerd Simon“), weswegen der Täter gute Ortskenntnisse bzw. Helfer vor Ort gehabt haben musste. Seine schon damals als blond beschriebenen Haare könnten tatsächlich auf einen fremdenfeindlichen Täter hindeuten, waren aber zu lang, um zu einem der Uwes zu passen – was die Regisseure des aktuellen amtlichen Narrativs allerdings nicht davon abhielt, auch die Probsteigasse in die „NSU“-Serie zu integrieren.

      Der nie gefasste Täter könnte evtl. ein V-Mann unserer „Dienste“ gewesen sein, siehe
      https://www.heise.de/tp/features/NSU-Anschlag-von-2001-War-der-Bombenleger-in-der-Koelner-Probsteigasse-ein-V-Mann-3464462.html?seite=all
      Durch die „Umpflanzung“ der Täterschaft wird somit einerseits eine peinliche alte Geschichte entsorgt und andererseits das NSU-Märchen ein bisschen undurchsichtiger und komplexer gemacht.

      Noch stärker als in der Probsteigasse muss man beim Heilbronner Polizistenmord hinter dem angedichteten NSU-Bezug den Entsorgungsbedarf sehen: Polizisten hassen Polizistenmörder und haben hierbei ein langes Gedächtnis. Wie sollen sie loyal zu ihrem Staat bleiben, wenn dieser nicht aus dem Verdacht rauskommt, Polizistenmördern Deckung (oder evtl. sogar einen Auftrag?) gegeben zu haben?
      Falls es aber ein gut befreundeter ausländischer Staat war, der in Cowboy-Manier deutsche Beamten wegpustete, dann ist unser Staat geradezu gezwungen, falsche Spuren aller Art (auch gegen sich selbst) zu legen, damit aus der Arroganz eines kleinen James Bond keine weltpolitische Entfremdung zweier Bündnispartner wird. Da hilft nicht die eine kleine Lüge, da müssen Versionen überreichlich unters Volk gebracht werden.

      Während anfangs die Konzentration auf eine allmächtig scheinende Verbrecherin (die später als Wattestäbchen-Frau identifiziert wurde) die Spurenauswertung blockierte, wurde später nach dem Motto „Viel hilft viel“ die Theresienwiese zum angeblichen Zielbahnhof des weltweiten Verbrechertums gemacht: alle Arten von Agenten, Doppelagenten, Banken-Mafia, Russen-Mafia, Islamisten und Neonazis sollen sich schier hordenweise am Mord-Tag dort und im nahen Umkreis getummelt haben. Ab da kann jede neue Nachricht über Verdächtige als alter Hut bezeichnet werden, wodurch Diskussionen über „schützenswerte“ echte Täter unauffällig im großen Strudel der Vermutungen untergehen.

  4. Jahrelang fuhr das Trio im Sommer zum Campen nach Fehmarn, zuletzt 2011, im Todesjahr der Uwes. Dies wurde ab November 2013 (der Prozess war erst ein halbes Jahr alt) ausführlich beleuchtet. Camping-Bekanntschaften bezeugten den quasi familiären Zusammenhalt des Trios und verschafften so der Öffentlichkeit den Eindruck, die Uwes hätten bis zum November 2011 auch außerhalb des Urlaubs bei ihrer Beate gewohnt. Die Köchin verwaltet die „Kasse“ (das Haushaltsgeld?) der drei Urlauber und zeigt ein gewisses Selbstbewusstsein? Gleich wurde dies der schweigenden Hauptangeklagten als „Dominanz“ und somit „Mit-Leitung“ auch der „Terrorzelle“ angekreidet.

    Dass es viele Urlaubs-Cliquen gibt, die regelmäßig gemeinsam reisen, obwohl sie im Alltag getrennt wohnen, geht da schnell mal unter. Obwohl die Verbrauchsabrechnungen der letzten offiziellen Zschäpe-Wohnung das regelmäßige Wohnen dreier Erwachsener gerade in 2011 zweifelhaft erscheinen lassen und wegen der DNA-Spuren eines Abkömmlings von (Ex-?)Lover Thomas Starke auch die „Herrenbesuche“ nicht mit Gewissheit den Uwes zugeordnet werden können (aufmerksame Nachbar/innen sahen in Zschäpe sowieso eine Prostituierte, kein auf Heimkehrer wartendes Hausmütterchen).

    Zschäpes Schweigen, jedenfalls in Verbindung mit der Passivität ihrer Verteidiger, kann hier nicht als angemessene (Verteidigungs-)Strategie betrachtet werden – und wie gesagt: das war schon 2013, nach 6 Monaten Prozess.

    Überhaupt, die Wohnung am 04.11.2011: Beweis-Berge, am ungeeignetsten Ort gehortet und durch einen Benzinkanister „geschützt“, der sehr schön Problembewusstsein und böse Absichten symbolisiert, aber schon gegen eine plötzliche Razzia keinerlei Schutz bietet – soll das die Wohnung der perfekt-spurenlos mordenden Genies gewesen sein?

    Und warum haben Zschäpe samt Verteidiger keinerlei Bedürfnis, wenigstens für die vorgeworfene Brandstiftung einen Ablauf-Beweis einzufordern? Ohne Fernzünder lässt sich eine schwere Eigenverletztung kaum vermeiden; von einem Fernzünder oder einer geeigneten Alternative ist aber in fünf Prozess-Jahren nie die Rede gewesen! Auch ohne den ins Spiel gebrachten Alkoholkonsum kann niemand wendig genug sein, um da einfach ein Streichholz zu schmeißen und unverletzt davonspringen.

    Wenn sie die „ganze Geschichte“ hätte erzählen wollen, dann hätte sie allerdings Dinge erklären müssen, für die im Prozess ein allseitiges Desinteresse bestand (evtl. Nebenkläger ausgenommen, aber die müssen / wollen ja nicht unbedingt um Zschäpes Entlastung besorgt sein).

    Hat sie eine Ahnung, welche(r) Geheimdienstler sie am 4. Nov. so früh (nach dem Tod der „noch nicht identifizierten“ Uwes) und so hartnäckig anrufen wollte(n)? Welcher Absicht dienten die Anrufe bzw. welche Vorgeschichte hatten sie und die doch naheliegende Bekanntschaft mit diesen Schlapphüten?

    Woher und welches Zukunftswissen hatte sie wenige Tage vor dem 4. Nov., als sie sich tränenreich und endgültig von einer Freundin verabschiedete? Teilten die Uwes dieses Wissen ebenso früh oder waren sie damals überhaupt noch in der Lage, Nachrichten mit ihr zu teilen? Wartete sie mit ihrer Flucht aus der Wohnung Frühlingsstraße bis zum 4. Nov. oder war das an ihrer Stelle die „Katzenfrau“?

    Falls sie es war, die so lange wartete: warum? Und was war nun das wahre Fluchtsignal? (Eine unklare Radio-Meldung über zwei tote Bankräuber kann es eigentlich nicht gewesen sein.)
    Warum trotz Vorlauf / Vorwissen dann die kopflos-ziellose Flucht? Gab es die überhaupt oder tarnt die nur einen anderweitigen Aufenthalt?

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