Teil 5) … und wenn es eine PLO-Ceska gewesen war?

Der abschließende fünfte Teil behandelt die Frage, ob es sich bei der Tatwaffe um eine der sogenannten „PLO“-Waffen gehandelt haben könnte. Es werden die verschiedenen dafür und dagegen sprechenden Punkte vorgestellt.

Der tschechische Hersteller stellte 55 Ceskas mit einem verlängerten Lauf her, so dass ein Schalldämpfer angebracht werden konnte. 28 der Ceskas verkaufte er an den schweizer Waffenhändler „Luxik“. Diese Waffen hatten alle ein Schraubengewinde, wo der Schalldämpfer angeschraubt wurde. 25 weitere Ceskas gingen an die „palestinensische Befreiungsorganisation“ (PLO).  Sie hatten zum Teil einen Bajonettverschluss. Dort wird mit einer Steck-Dreh-Bewegung der Schalldämpfer mit dem Lauf verbunden: Erst wird der Schalldämpfer auf die Waffe gesteckt, der Schalldämpfer „klickt“ sich ein, dann wird er auf den Lauf geschraubt.

Die Ermittlungsgruppe (EG) „Česká“ des Bundeskriminalamts (BKA) nahm am 23. Juni 2004 ihre Arbeit auf. Hier lag das Zentrum der Ermittlungen zur „Waffenspur“. Deren Leiter war ab 01.01.2006 Christian Hoppe. Er sagte dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) des Bundestages, dass der Sachverhalt unterschiedlicher Aufnahmemöglichkeiten des Schalldämpfers im Juli 2006 bekannt war, aus folgendem Grund:

Im Besitz des BKA waren zehn sogenannte „Stasi“-Waffen, die das BKA von der damaligen Staatssicherheit (Stasi) der DDR übernahm. Die PLO schenkte zehn der Ceskas der Stasi. Von diesen Waffen hatten einige Bajonettverschlüsse.

„Zeuge Christian Hoppe: Nein, weil – das wollte ich gerade fortführen – wir in der eigenen Waffensammlung Waffen des gleichen Typs hatten, was die Firma Ceska wiederum nicht wusste. Wir haben aus diesen zehn Waffen, die wir bei uns hatten, zwei Waffennummern abgefragt und haben daraufhin von der Firma Ceska die Mitteilung bekommen – das war im Juli 2006 meines Erachtens -: Ja, da gab es noch eine weitere Lieferung von 25 Waffen; die wurden von der PLO abgeholt. – Zehn davon sind ein Geschenk für das MfS gewesen. Und das waren die zehn Waffen, die bei uns in der Waffensammlung liegen, (…).“

„Und da war, wie gesagt – – Bei diesen 25 waren unterschiedliche Befestigungen des Schalldämpfers. Das waren teilweise Bajonettverschlüsse und teilweise auch Schraubverschlüsse.“ (BKA, Werner Jung (Bundestag))

Bei Ceskas mit Bajonettverschluss sind die Läufe wesentlich länger, als bei den Ceskas mit reinen Schraubverschluss und die Griffschalen sind spitzer geformt als bei den Luxik-Waffen.

Wolfgang Geier war Chef der „Besonderen Aufbaukoordination“ (BAO), die die Ceska-Ermittlungen zentral koordinieren sollte. Er stellte bei „Aktenzeichen XY-ungelöst“ am 03. August 2006 eine Ceska 83 mit Schalldämpfer vor und sagte:

„… die eine Besonderheit hat und braucht um nämlich den benutzten Schalldämpfer aufzuschrauben, braucht sie einen verlängerten Lauf.“

Aufschraubbare Schalldämpfer

Daher kann augenscheinlich darauf geschlossen werden, dass Geier im „zdf“ eine dieser 10 „Stasi“-Waffen mit Bajonettverschluss präsentierte. Die gezeigte Ceska hatte den längeren Lauf. Auf dem Schlitten befinden sich keine eingravierten Schriftzeichen des Herstellers!

Quelle: youtube

Auch im Jahr 2007 präsentierte Geier eine „Stasi“-Ceska mit Bajonettverschluss. Diesmal zeigte er sie von der anderen Seite. Es sind wieder keinerlei Eingravierungen des Herstellers zu sehen. Waffennummern, Beschussjahr und Beschusszeichen sind nicht erkennbar.

Quelle: youtube

Am 01.10.2006 trat Wolfgang Geier bei „Kripo live“ auf und stellte die Ceska mit Schalldämpfer als Mordwaffe vor. Auch hier können keinerlei Beschriftungen erkannt werden.  

Die „NSU-Waffe“

Im Schutthaufen vor Beate Zschäpes Wohnung fanden Ermittler eine Ceska 83, bei der ein Schalldämpfer angeschraubt war. Eine Untersuchung ergab, dass es sich um die Tatwaffe handelte. Es gibt jedoch Ungereimtheiten:

Punkt 1. Genauso wie die von Geier präsentierte Stasi-Ceska hat die Tatwaffe keine Beschusszeichen und kein Beschussjahr am Griffstück und Schlitten eingraviert!

Quelle: nsu-leaks

Die Waffennummern an Schlitten und Griffstück waren zwar ausgeschliffen, wurden aber vom BKA in einem besonderen Verfahren rekonstruiert. Die Nummer würde beweisen, dass die Waffe aus der Luxik-Lieferung stammt.

Auf dem Foto oben ist die Waffennummer tatsächlich auf dem Schlitten mit bloßen Auge erkennbar, im Gegensatz zur Nummer im Griffstück. Wenn bei den PLO-Waffen jedoch keine Waffennummern eingraviert worden wären, hätte der Täterkreis sie auch selbst nachträglich eingravieren und ausschleifen können.

Gegen diese These würde die Aussage von Hoppe sprechen, dass sie „zwei Waffennummern“ von ihren „Stasi-Waffen“ im Juli 2006 beim Hersteller abgefragt hätten. Es gibt jedoch auch hier eine Ungereimtheit:

Im Juni 2006 fragte das BKA beim Hersteller nach, welche Ceskas mit verlängerten Lauf produziert wurden. Kurz darauf informiert der Hersteller über die 28 Ceskas, die in die Schweiz geliefert wurden, laut Hoppe ohne die Waffennummern zu nennen. Daraufhin übermittelte das BKA die Waffennummern ihrer „Stasi-Waffen“. Erst danach hätte der Hersteller im Juli 2006 auch über diese Lieferung informiert. Er hätte über die „PLO-Waffen“ bei der ersten Anfrage im Juni 2006 nicht informiert, weil …

„… sie sie darüber keine Buchführung führen. Sie führen nur die Bücher über die Waffen als solche, nicht, ob die mit einem längeren Lauf versehen wurden oder nicht.“ 

Punkt 2: Die Luxik-Ceskas hatten alle gesetzlich vorgeschriebene Beschriftungen. Im Jahr 2010 präsentierte das BKA im schweizer Fernsehen eine der Luxik-Ceskas.

Quelle: nsu-leaks

Punkt 3: In der in Zwickau gefundene Tatwaffe waren Teile der Herstellerangabe im Schlitten fehlerhaft eingraviert! Diese fehlerhafte Eingravierung fiel auch dem schweizer Rechtsextremismus-Experten Heinz Kaiser  auf: Dem schweizer Fernsehen sagte er: „Waffen, die hintereinander hergestellt werden, sollten eigentlich dieselbe Beschriftungen haben.“ „Ich zweifle sehr daran, dass diese Waffe tatsächlich aus der Schweiz stammt.“ Er veranschaulichte die deutlich sichtbaren Unterschiede:

Quelle: srf

Die Ungereimtheiten könnten erklärt werden: Der Täterkreis benutzte eine PLO-Waffe, beschriftete sie jedoch derart, dass sie wie eine Luxik-Waffe aussieht. Dabei unterliefen ihm jedoch Fehler: Falsche Buchstaben und Ziffern bei der Herstellerangabe im Schlitten und komplett fehlende Beschusszeichen/Beschussjahr in Schlitten und Griffstück.

Der schweizer Waffenexperte László Tolvaj äußerte sich Mitte 2013 kritisch: Er bezweifelte, dass eingravierte, „nicht eingeschlagene“ Waffennummern, einmal weggeschliffen, wieder sichtbar gemacht werden könnten. Daher fragte er, ob die Ceska-Mordwaffe aus „jener Serie“ stammt, „welche die Tschechen direkt nach Deutschland (und unbeschossen) geliefert hatten?“ Handelte es sich bei den sichtbar gemachten Waffennummern um „Zauberei“ oder „Wunschdenken“?

Warum legte sich BKA auf Luxik-Waffen fest?

Im März 2010 stellte in der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ das BKA die Ergebnisse eines Gutachtens dar. Ruprecht Nennstiel legte sich auf die Luxik-Waffen fest. Bei der Abfeuerung der Patrone würden die Luxik-Waffen außergewöhnlich die Hülsenböden (gebogen) eindrücken.

Versteckter Text/Bild Zeigen

Am 12.02.2010 trat im schweizer Fernsehen der BKA-Ermittlungsleiter Uwe Deetz auf. Er erklärte, dass die Luxik-Waffen in einem speziellen Produktionsverfahren angefertigt worden wären.

„Es handelt sich hier also um ein ganz spezielles, eigenes Produktionsverfahren, und daraus resultiert auch diese ganz prägnante Spur.“

Log Deetz?

Seine Darstellung ist irreführend! Alle Ceskas mit Schraubgewinde (kein Bajonettverschluss) sind absolut baugleich und aus einer einzigen Produktionsserie. Es ist unerheblich, ob sie an die PLO oder an Luxik ausgeliefert wurden. Sie haben (höchstwahrscheinlich) nur einen einzigen Unterschied: Bei den PLO-Waffen gab es keine Eingravierungen!

Im Bundestag sagte BKA-Beamte Hoppe, dass es nur eine Wahrscheinlichkeit gab, aber Sicherheit „war aus unserer Sicht nicht gegeben.“

„Die Wahrscheinlichkeit, dass die Waffe von dieser Person aus diesem Kontingent unsere Tatwaffe war, hat sich konkretisiert erst im Laufe des Jahres 2008 mit der Feststellung, dass die Systemspuren vergleichbar sind. Das war auch nur eine Wahrscheinlichkeit. Sie reden immer von Sicherheit. Die Sicherheit war aus unserer Sicht nicht gegeben. Es war eine Wahrscheinlichkeit.“

Im Bundestag-Abschlussbericht steht, dass es laut der Steuerungsgruppe der Ermittler keine erhöhte Wahrscheinlichkeit“ gibt, dass die Tatwaffe aus der Luxik-Lieferung stammt.

„In der Steuerungsgruppe war im Vorhinein einvernehmlich beschlossen worden, dass zwar die Möglichkeit, jedoch keine erhöhte Wahrscheinlichkeit bestünde, dass die Tatwaffe sich unter den acht bis dato nicht ermittelbaren Waffen aus dem Luxik-Kontingent befinde.“ S. 599

Dass genaue Gegenteil erzählte der BKA-Mann Jung dem Bundestag, ohne dass es dort zu kritischen Nachfragen kam:

„Im Gegensatz zu allen anderen Ceska-Pistolen, auch zu den Stasi-Waffen, die bei uns in der Sammlung waren, hatten diese Luxik-Waffen ein bogenförmiges Spurenbild, welches auf der Patrone unten durch den Stoßboden hervorgerufen wird.“

Gelegte Trugspur zu Luxik?

Angenommen der Täterkreis hätte gewusst, dass die Ceskas-Waffen  mit Schraubgewinde im Hülsenboden einzigartige Spuren hinterlassen. Angenommen er würde nicht entdeckt werden wollen, was wäre zu tun?  

Er würde a) die Hülsenböden bei den Patronen abschleifen, b) nicht abgeschliffene, verwendete Hülsen in einer Plastiktüte auffangen und mitnehmen.

Die Mörder schossen mit der Ceska 30 Schüsse ab, es wurden jedoch nur 9 Hülsen gefunden. Von diesen Hülsen war eine unbekannte Zahl am Boden abgeschliffen. Im Abschlussbericht des PUA des Bundestages steht, ohne weitere Information:

V.1.1.1.3.1. Patronenhülsen
Die am Tatort aufgefundenen Patronenhülsen wiesen zum Teil Eigenheiten auf. Bei einem Mord wurde am Tatort eine stehende Patronenhülse aufgefunden. Bei anderen Taten waren Hülsen abgeschliffen.
[…]
Auch die Frage, warum die Hülsen abgeschliffen wurden, blieb unbeantwortet. Der Zeuge Ziercke verwies insoweit auf seine Waffenexperten, wusste aber selbst keine Antwort (Bundestag, Protokoll-Nr.21, S. 77).

Am 12.12.2013 fragte „Bolko“, warum nicht früher der einzigartig geformte Hülsenboden festgestellt wurde:

„Seltsamerweise hat man bei den ersten Morden diese ganz speziellen Markierungen (angeblich nur bei 30 Waffen insgesamt) am Hülsenboden angeblich nicht gesehen. Vielleicht gab es diese Markierungen gar nicht. Vielleicht wurden deswegen manche Hülsen am Boden abgeschliffen, um die Markierungen zu beseitigen bzw gar nicht erst entstehen zu lassen.“

Der Grund dürfte sein, dass erst am Ende der Mordserie (2006) die Hülsenböden nicht (mehr) abgeschliffen waren. 

Munitionswechsel 2004

Wenn der Täterkreis eine Spur auf die Luxik-Waffen legen wollte, dann hätte er gezielt auf die Verwendung eines Schalldämpfers hingewiesen. Auch dafür gibt es Hinweise:

Ab Anfang 2004 wechselten die Mörder die Munition, sie verwandten die gebräuchliche, handelsübliche Sellier-&-Bellot-Munition. Sie hinterließen beim fünften Mordfall, 25.02.2004 in Rostock, eine einzige Hülse am Tatort, die aufrecht am Boden stand.

„Im hinteren rechten Bereich der Küche befand sich eine Kühlzelle, unter deren vordererrechter Tür eine stark deformierte Patronenhülse stand (Spur V.3.6.).“

Eine Hülse kann nicht von der Schusswaffe ausgeworfen werden und dann am Boden aufrecht stehend liegen bleiben. Die Hülse sollte also gefunden werden! Anzumerken ist, dass die Mörder mehrere Male schossen. Das heißt, dass sie die anderen Hülsen mitnahmen, nur die aufrecht stehende nicht! Erst durch den Munitionswechsel war möglich, die Nutzung eines Schalldämpfers nachzuweisen.

Eine auf die Kasse gelegte Hülse

Beim siebten Ceska-Mord fanden Ermittler wieder nur eine einzige Hülse. Sie lag auf der Registrierkasse im Laden des Mordopfer Kubasik! In den Ermittlungsakten steht wörtlich, dass die „Hülse (…) im Rahmen der Sachbearbeitung bei KT21 außen abgewischt“ wurde.

„Herr Pfoser wies den AG (…) darauf hin, dass DNA- Mikrospuren und daktyloskopischer Spuren dann nicht mehr auswertbar seien. Der AG hielt derartige Untersuchungen für entbehrlich.

Im Nachhinein wurden daktloskopische und DNA-Untersuchungen an der Hülse gefordert. Derartige Untersuchungen sind jetzt nicht mehr möglich.“

Der tschechische Hersteller lieferte 25 Ceskas an einen bis heute unbekannten Libanesen, angeblicher Name „Samir Salah“, der sie für die PLO angekauft hätte. Zehn gingen an die Stasi und sind heute im Besitz des BKA. Von 15 fehlt bis heute jede Spur. Die Suche nach ihnen wäre jedoch nicht zielführend gewesen!

„25 Waffen plus Schalldämpfer, angeblich als Sonderanfertigung – die Firma hat gesagt, sie stellt diese Schalldämpfer nicht serienmäßig her -, wurden am 23.05.1984 in Brünn von einem Libanesen abgeholt. Dieser Libanese – so hatten weitere Ermittlungen dann ergeben – war PLO-Mitglied,
und diese zehn Waffen, die dann beim MfS in der Waffenkammer lagen, wurden dem MfS von der PLO zum Geschenk gemacht. (…)

Bis dahin, bis zu diesen Befragungen, Ermittlungen in der Schweiz, hatten wir es mit zwei Produktionschargen von Ceska 83 mit Schalldämpfern zu tun. Das eine waren die sogenannten Stasi-Waffen; das waren 25 Stück. Davon hatten wir, wie gesagt, zehn ermitteln können. Die wurden ja auch alle beschossen. 15 waren natürlich noch offen. Keiner wusste, wo die waren. Da habe ich Ermittlungen angestellt; das soll aber hier mal keine Rolle spielen. Die waren natürlich auch sehr interessant; aber letztendlich waren die nicht zielführend.“ (BKA, Werner Jung (Bundestag))

Laut Nennstiels Aussage vor Gericht hätte es „sich später ja auch bewahrheitet“, dass die Tatwaffe aus der Luxik-Lieferung kam! (nsu-watch)

4 Gedanken zu „Teil 5) … und wenn es eine PLO-Ceska gewesen war?“

  1. „Samir Salah“, Waffenbeschaffer der 25 PLO-Ceska könnte ein Mitglied der „Hepp-Kexel-Gruppe“ gewesen sein.
    Odfried Hepp und Walther Kexel arbeiteten zu dieser Zeit als die 25 PLO-Ceska besorgt wurden (1984) sowohl mit der Stasi als auch mit der PLO zusammen, sie beschafften Waffen und sie gaben sich arabische Tarnnamen.

    Zitat:
    […]
    langjährigen und intensiven – Zusammenarbeit des MfS mit Hepp
    […]
    Das MfS war auch in die interne Struktur der Terrorgruppe eingeweiht, deren Ziele primär im Kampf gegen die USA, für einen NATO-Austritt der Bundesrepublik sowie die Schaffung eines neutralen Gesamtdeutschlands lagen. Dabei wusste das MfS nicht nur, dass Hepp die „politische und agitatorische“ Leitung und Kexel die „militärische“ Leitung der Gruppe innehatte, sondern auch, dass sich die „Hepp-Kexel-Gruppe“ am Vorbild der PLO orientierte und teilweise mit arabischen Decknamen arbeitete: Walther Kexel (Nabil), Dieter Sporleder (Gundolf), Odfried Hepp (Jussuf), Hans-Peter Fraas (Achmed), Ulrich Tillmann (Nidal), Helge Blasche (Mahmond). Hepp verwendete seinen Decknamen auch später weiter, als er mit Unterstützung des MfS für die PLO arbeitete.[10]
    […]
    Die Ausreise von Hepp wurde für den Mai 1983 durch das MfS vorbereitet, bis dahin plante das MfS konkrete Maßnahmen, um Hepps äußeres Erscheinungsbild (Frisur, Vollbart, Brille) anzupassen.
    […]
    so erfolgte es auch in Absprache mit dem MfS, dass sich Hepp der palästinensischen Terrorgruppe Palestinian Liberation Front (PLF) unter Führung von Muhammad Zaidan (Kampfname: Abu Abbas) anschloss. In den Jahren 1983/84 unterzog sich Hepp zahlreichen ärztlichen Behandlungen in der DDR, blieb also auch in fortlaufendem Kontakt zum MfS.[17] Bei einem konspirativen Treffen des MfS mit Hepp in Budapest im Herbst 1984 berichtete Hepp dem MfS darüber, dass Mohamad Ghadban (4-Sterne-Offizier bei der PLF) Hepp angewiesen hatte, Kontakte der PLF zur rechten Szene der BRD herzustellen
    […]
    Hepp selbst war seit Juli 1984 auch PLF-Mitglied mit der Mitgliedsnummer 5036, führte den Kampfnamen „Taarig Omar Saád“

    http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/224934/die-stasi-und-der-westdeutsche-rechtsterrorismus-drei-fallstudien-teil-ii

    Nichts spricht dagegen, dass jemand aus der Hepp-Kexel-Gruppe von der Stasi nach Brünn geschickt wurde, um dort 25 Ceska abzuholen, von denen 10 Ceska an die Stasi und 15 Ceska an die PLO gegeben wurden.

    1. Zitat:
      „Im Gegenzug berichtete Hepp dem MfS über sein Wissen der rechtsextremen Szene der Bundesrepublik. Danach setzte sich seine Flucht durch Europa und den Nahen Osten fort. Dort kam er unter anderem in Kontakt mit der palästinensischen Terrorgruppe PLF, für die er Waffenverstecke in Mitteleuropa anlegen und, nachdem er 1984 in ihrem Auftrag nach Marseille zog, beim Aufbau einer westeuropäischen PLF-Gruppe mitwirken sollte.“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Odfried_Hepp

      „Waffenverstecke in Mitteleuropa“ für die PLF (Untergruppe der PLO) passt doch perfekt zu den in einem italienischen PLO-Waffenlager versteckten 25 PLO-Ceska aus der gleichen Charge wie die 10 Stasi-Ceska.

  2. Zu dem parallelen Spurenbild am Hülsenboden der Stasi-Ceska und dem gebogenen Spurenbild am Hülsenboden der Luxik-Ceska ein ZItat von Nennstiel:

    „In der Zentralen Tatmunitionssammlung würden 92 Prozent aus der Ceska 83 diese parallelen Spuren tragen und nur 8 Prozent gebogene Spuren.“
    http://www.nsu-watch.info/2014/06/protokoll-114-verhandlungstag-21-mai-2014/:

    Die parallelen Spuren am Hülsenboden sind also keinesfalls auf diese Stasi-Ceska beschränkt, sondern 92 Prozent aller Ceska haben dieses Merkmal. Die 30 Luxik-Ceska bilden auch keine 8 Prozent aller hunderttausenden produzierten Ceska.
    Es gibt mehrere tausend Ceska mit dem gebogenen Spurenmerkmal am Hülsenboden. Der wird durch den Stoßboden am Verschlusstück verursacht und es ist auch kein Problem einen Lauf der einen Waffe in das Griffstück einer anderen Waffe einzusetzen. Dann hätte man sowohl gebogene Spuren am Hülsenboden und gleichzeitig Alu-Abriebspuren am Geschoss, was einen leicht verbogenen Schalldämpfer und damit einen verlängerten Lauf voraussetzt. Man hätte aus zwei Waffen eine neue gemacht und dadurch deren Identität verschleiert. Nach dem Schuss demontiert man wieder den Lauf und setzt ihn in eine andere Waffe ein.

    Zu den 10 ehemaligen Stasi-Waffen in der Waffenkammer des BKA:

    Zitat:
    U.a. habe es neun Pistolen aus Beständen des MfS [Ministerium für Staatssicherheit, DDR] gegeben, zum Teil mit verlängertem Lauf für Schalldämpferaufnahme, und es habe noch aus der „Luxik-Serie“ 14 Waffen gegeben, die man ihnen besorgt habe, die einen verlängerten Lauf und die Aufnahmemöglichkeit für einen Schalldämpfer hatten.
    http://www.nsu-watch.info/2014/06/protokoll-114-verhandlungstag-21-mai-2014/

    Es wurden 9 Stasi-Waffen untersucht. Warum wurden nicht 10 Stasi-Waffen untersucht, wenn doch angeblich 10 Stasi-Waffen im BKA-Besitz sind?

    Hat sich da jemand verplappert und es fehlt eine Ceska aus Stasi-Beständen?

    Die Ceska, die in der Frühlingstraße gefunden wurde, die ist doch mitsamt aufmontiertem Alu-Schalldämpfer angeblich aus dem 1.Stock runtergefallen und Ziegelsteine sind drauf gefallen. Wie kann dann das weiche Aluminium nicht verbogen und zerdellt sein angesichts des Aufpralls und des Trümmerschlages? Also wurde die Ceska nachträglich dort hingelegt.

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