Schrieb der NSU der Partei des demokratischen Sozialismus in Halle, um eine Trugspur zu legen?

Am 04.11.11 fanden Ermittler drei USB-Sticks in einem Wohnmobil mit den erschossenen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Der abgespeicherte Inhalt war der sogenannte „Bekennerfilm“; er wurde einen Tag später von der Spurensicherung „gesichtet“. Beate Zschäpe hätte parallel nach dem Tod der Männer die Filme per Post verschickt, um dem „Vermächtnis“ ihrer Freunde gerecht zu werden. In dem Film übernehmen die zwei Männer indirekt die Verantwortung für verschiedene Verbrechen, ohne dass sie selbst dort auftreten oder hörbar sind.

Der Film belastet das Trio und den NSU stark, ohne dass die Urheberschaft des Filmes klar wird. In einem Fall wird sogar Uwe Böhnhardt als einer der fahrradschiebenden Bombenleger der Keupstraße bezeichnet, obwohl er wesentlich größer ist als der aufgenommene Mann.

Am 06.11. wurde die Post Zschäpes im Briefverteilungszentrum abgestempelt, am 07.11. wurde ein Film dem Wahlkreisbüro eines linken Landtagsabgeordneten in Halle ausgeliefert. Das Auffallende ist der Adressat: PDS-Halle. Die Partei des demokratischen Sozialismus. Sie hieß ab Juli 2005 in ostdeutschen Landesverbänden „Linkspartei.PDS“. Ab Mitte 2007 nannte sie sich nur noch „Die Linke“.

Damit könnte der Täterkreis eine Trugspur gelegt haben: Ermittler sollten darauf schließen, dass der Film bereits 2007 fertig gestellt und versandfertig gemacht wurde, in der Zeit als „die Linke“ noch „PDS“ hieß. Laut Analyse der Zeitstempel der Videodateien war er tatsächlich Anfang 2007 so gut wie fertig!

Es gibt jedoch einen schwerwiegenden Fehler, der darauf hindeutet, dass der Film erst nach 2007 erstellt wurde. Im Film wird auf die Wohnadresse von Beate Zschäpes letzter Wohnung angespielt, der Frühlingsstraße. Im Film löst Paulchen Panther in einem Haus eine Bombe aus, die explodiert, genauso wie Zschäpes Wohnung im November 2011. Die Botschaft: Der Frühling bringt den NSU.

Auch das Cover der CD-Hülle ist mit „Frühling“ bedruckt. Das Problem: In der Frühlingsstraße lebte Beate Zschäpe erst ab April 2008! Wie konnte das Trio Anfang 2007 wissen, dass sie 2008 in der Frühlingsstraße leben würden?

Noch seltsamer wird es mit den sogenannten Vorgängerversionen des Bekennerfilmes. Damit wollten die Film-Ersteller vermitteln, dass bereits im Jahr 2001 Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos an ihrem Film gearbeitet hätten, um ihn bei ihrem Ableben durch Zschäpe verschicken zu lassen. Laut Analyse des Bundeskriminalamtes wird schon 2001, im „Intro zum Video“, der „Frühling“ angedeutet!

fruehling-nsuSiehe Ausschnitt aus Ermittlungsakten, „ST 14  – 140006/11“, 22.02.2012, ganzes Dokument, nsu-leaks

Spekulation

Eine einleuchtende Erklärung wäre, wenn die Zeitstempel der Videodateien gefälscht wurden. Tatsächlich kann die Datumsangabe in Computer gefälscht werden. 

„Götzl fragt, ob sich De. mit Zeitstempeln als solches befasst habe. De.: „Das war aufwändig. Zeitstempel sind grundsätzlich manipulierbar, z. B. wenn man die Uhrzeit im Rechner verstellt.“ (nsu-watch)

Es könnte also sein, dass der Film wesentlich später erstellt wurde, als bisher angenommen. Damit hängt der Verdacht zusammen, dass Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos erst am Ende ihres Lebens Verbrechen angehängt werden sollten, dass die beiden erschossenen Männer keineswegs ein nachträgliches Bekenntnis abgeben wollten. 

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