Beate Zschäpe bestätigt NSU-Version der Bundesanwaltschaft

Der Anwalt von Beate Zschäpe verlas heute ihre Erklärung zur Anklageschrift. Die Angeklagte bestätigt darin im Grunde die Version der Bundesanwaltschaft. Für die Morde und Anschläge wäre die rechtsterroristische NSU-Organisation der Männer Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos verantwortlich gewesen. Sie hätten sich nach einem Banküberfall am 04.11. selbst getötet. Beate Zschäpe hätte die gemeinsame Wohnung in deren Auftrag angezündet und die NSU-Bekennerfilme verteilt.

Gleichzeitig versucht sie, ihren eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen: Sie hätte im Vorfeld nichts von den Taten gewusst und wäre in einem emotionalen Abhängigkeitsverhältnis zu Böhnhardt gestanden. Sie konnte sich trotz Gewissenbisse von ihm nicht trennen und wäre aber nicht Mitglied deren Zelle gewesen.

Das passt zur bisherigen Strategie ihrer Anwälte, trotz eklatanter Schwächen der Anklage die Täterschaft von Böhnhardt und Mundlos nicht in Frage zu stellen sondern indirekt zu bestätigen. Die Frage ist, warum Beate Zschäpe jetzt die Anklageschrift sogar aktiv bestätigt und sich damit selbst massiv belastet. Es erscheint, als ob die Anklage heute einen Trumpf ausspielte. Beate Zschäpe müsste sich damit wohl selbst lebenslänglich hinter Gitter gebracht haben, denn ihre Ausflüchte sind nicht glaubhaft. Die Hintergründe sind offen.

In ihren verlesenen Aussagen finden sich keinerlei Details der Anschlags- und Mordplanung, wie der Tatort und die Opfer ausgekundschaftet wurden. Auch kein Wort über Tathergang und Flucht.

Die Wohnung hätte sie am 04.11.11 mit Benzin angezündet, nachdem sie vom Tod Böhnhardts und Mundlos im Radio gehört hätte. Gab es am 04.11.11 vor 15.00 überhaupt Radioberichte über zwei Leichen in einem Wohnmobil in Eisenach? Der erste Meldung im Internet tauchte gegen 14:00 auf, (insuedthueringen.deAuch weitere offene Fragen der „Selbstenttarnung“ wurden von ihr nicht aufgeklärt, hier zusammengefasst: 

Die ungeklärte Rolle von Beate Zschäpe bei der NSU-Selbstenttarnung 

Die folgenden Meldungen sind von der „tagesschau„, „faz“ und „BR“ übernommen, sowie von Tweets verschiedener Prozessbeobachter. 

Jenaer Bombenattrappen

„Aus der Erklärung: Zwischen April 1996 und 1997 inszenierten wir mehrere Aktionen, an denen ich teilweise beteiligt war, etwa Bombenattrappen. Es sollte Ernsthaftigkeit betont werden. Dies war meine Motivation. Die Uwes kamen auf die Idee des Puppentorsos auf der B4. Meiner Erinnerung nach sollte der Verkehr für Stunden unterbrochen werden. Bei der Herstellung der Puppe war ich beteiligt, aber nicht bei der Bombenattrappe. Rückblickend betrachte ich die Aktion als unsinnig.“

„Aus der Erklärung: 1999 sei sich Zschäpe bewusst geworden, dass sie mit mindestens zehn Jahren Haft zu rechnen habe. Sie habe sich dann an den Gedanken gewöhnt, nicht mehr ins bürgerliche Leben zurückzukehren.“

„Mundlos und Böhnhardt hätten ihr zuvor auch nichts von Rohrbomben und Sprengstoff erzählt, mit denen sie hantierten.“

Banküberfälle

„Aus Zschäpes Aussage geht hervor, dass sie vom ersten Raubüberfall von Mundlos und Böhnhardt gewusst habe. Sie sei aber weder an der Vorbereitung noch an der Durchführung beteiligt gewesen. Sie hätte zu viel Angst gehabt, sich daran zu beteiligen. Und: „Sie wollten mich ganz bewusst nicht dabei haben.“

In der Aussage heißt es: Nach ihrem Untertauchen hätten die drei Ende 1998 in ständiger Angst gelebt, entdeckt zu werden. Das Geld sei ihnen ausgegangen. Böhnhardt habe daher vorgeschlagen, einen Bankraub in Chemnitz zu begehen. Zschäpe hatte nach eigenen Angaben zu viel Angst, sich daran zu beteiligen. „Sie wollten mich ganz bewusst nicht dabei haben.“

Ceska-Morde

„Zschäpe bestreitet, vom ersten Mord, der dem NSU zur Last gelegt wurde, gewusst zu haben. Sie habe erst drei Monate danach erfahren und kenne bis heute das Motiv nicht. Das erste Mordopfer war Enver Simsek, der am 9. September 2000 in Nürnberg erschossen wurde.“

„Sie habe erst drei Monate danach davon erfahren, ließ Zschäpe erklären. Bis heute kenne sie das Motiv für den Mord nicht. Sie habe den beiden erklärt, dass sie sich der Polizei stellen wolle. Daraufhin hätten Mundlos und Böhnhardt mit Selbstmord gedroht.“

„Zu den Morden an Abdurrahim Özüdoğru am 13. Juni 2001 in Nürnberg und an Süleyman Taşköprü, am 27. Juni 2001 in Hamburg – aus der Erklärung Zschäpes: Ich fühlte mich wie betäubt, hatte es nicht für möglich gehalten, dass sie nochmal auf einen Menschen schießen würden. Meine Frage nach dem Warum wurde mit inhaltlichen Floskeln beantwortet.“

„Die Erklärung ist inzwischen bei den Morden sechs bis neun. Zschäpe will im Vorfeld von all den Morden nichts gewusst haben. Mundlos und Böhnhardt sollen sich damit gebrüstet haben, dass sie «vier weitere Ausländer umgelegt hätten.»

Kölner Bombenanschlag

„Zschäpe bestreitet auch, am ersten Kölner Bombenanschlag im Januar 2001 beteiligt gewesen zu sein. Aus der Erklärung: Ich erfuhr vom Bombenanschlag in der Probsteigasse erst, als ich sie auf Berichterstattung ansprach.“

„Zschäpe äußert sich auch zum Bombenanschlag in Köln. Sie habe davon nichts gewusst. Böhnhardt habe die Bombe in seinem Zimmer gebaut. «Es war Böhnhardt, der die Bombe in dem Koffer deponierte, während Mundlos vor dem Geschäft wartete.»

„Mundlos und Böhhardt sollen erklärt haben, dass sie «Bock darauf gehabt hätten». «Es kam mir der Gedanke, wie gefühllos die beiden waren.»

Begründung für Schweigen

„Aus der Erklärung Zschäpes: Ich musste feststellen, die beiden brauchten mich nicht, ich brauchte sie (…) Gegenüber Mundlos hatte ich große freundschaftliche Gefühle und Uwe Böhnhardt liebte ich. Die Morde lehnte ich ab. Ich ließ die weiteren Geschehnisse auf mich zukommen.“

„Aus der Erklärung: Nach dem Umzug in die Zwickauer Polenzstraße habe jeder sein eigenes Zimmer gehabt. Zschäpe habe wenig von dem gewusst, was die beiden taten. So habe sie auch immer erst im Nachhinein von den Morden erfahren. Sie sei von den Taten abgestoßen gewesen. Doch sie habe feststellen müssen, dass sie nicht ohne die beiden Männer leben wollte.“

Aus der Erklärung Zschäpes: Sie habe zunehmend Computer gespielt, drei bis vier Flaschen Sekt am Tag getrunken, die Katzen vernachlässigt, „was für mich total untypisch war“.

„Aus der Erklärung: Zschäpe habe immer erwogen, in die Legalität zurückzukehren und sich zu stellen. Das hätten die Uwes für sich abgelehnt. Sie wollten ihr Leben mit Überfällen finanzieren, evtl. nach Südafrika auswandern. Zschäpe habe in Deutschland bleiben wollen.“

„Aus der Erklärung: Das Handeln der beiden Uwes sei für Zschäpe unerträglich und inakzeptabel gewesen. Doch wenn sie sich gestellt hätte, hätten sich Mundlos und Böhnhardt selbst getötet. Deshalb habe sie sich gegen ein Aussteigen entschieden.“

„Aus der Erklärung: Das Klima zwischen Zschäpe und den Uwes sei eisig gewesen, es habe keine Kommunikation gegeben.“

„Die beiden waren meine Familie.“

Heilbronner Polizistenüberfall

Es sei den Uwes darum gegangen, Pistolen „ohne Ladehemmungen“ von den beiden Polizisten zu erbeuten. (Franz Feyder)

Zschäpe zu Motiv Kiesewetter Mord: Es ging nur um die Pistolen. (Holger Schmidt)

„Den Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter wollen Mundlos und Böhnhardt nur begangen haben, um an die Dienstpistolen der Polizeimeisterin und ihrem Kollegen zu kommen. Ihr eigenen Waffen hätten Ladehemmungen gehabt.“ (Tom Sundermann)

„Aus der Erklärung Zschäpes: Als die Uwes mir davon berichteten, zwei Polizisten ermordet zu haben, flippte ich regelrecht aus. Ich erhielt die Antwort, dass es nur um die Pistolen ging.“

Selbstenttarnung des NSU

«Vier Jahre passierte nichts, bis zum 7. September 2011.» Mundlos und Böhnhardt hätten sie informiert, dass sie ein Wohnmobil mieten würden und einen Überfall geplant hätten. «Die beiden waren überfällig. Sie wollten ein Objekt für einen Überfall auskundschaften.» Bei der Abholung des Wohnmobils am 25. Oktober soll sie dabei gewesen sein. «Ich erfuhr im Radio, dass ein Wohnmobil brennen würde und sich zwei Leichen darin befinden sollen.»

Aus der Erklärung: Zschäpe habe über Radio erfahren, dass sich zwei Leichen im Wohnmobil befinden würden. „In gewisser Weise war eine unglaubliche Leere in mir. Es war der Tag gekommen, vor dem ich mich immer gefürchtet hatte.“

«Ich hatte nur einen Gedanken: Ihren letzten Willen zu erfüllen.» Dass Zschäpe die von Mundlos vorbereiten DVD’s in den Briefkasten stecken, die Wohnung in Brand setzen und die Eltern informieren sollte. «Mundlos wollte, dass alle Beweise auf die Taten vernichtet werden“, Böhnhardt habe den Wunsch geäußert , „dass alle Beweise auf unser Leben vernichtet werden“.

Ich hatte nicht vor, Beweise gegen mich zu vernichten, das war mir völlig egal.

Zschäpe wiederholt: «Ich musste ihren letzten Willen erfüllen.»

Aus der Erklärung: Zschäpe habe Böhnhardt und Mundlos das Versprechen geben müssen, dass sie DVDs versenden sollte, wenn die beiden ums Leben kommen sollten. Außerdem sollte sie deren Eltern anrufen und die letzte Wohnung in der Zwickauer Frühlingsstraße in Brand setzen. Böhnhardt habe Beweise vernichten wollen.“

Brandstiftung Zschäpe

„Die Erklärung von Zschäpe geht nun auf die in Brand gesteckte Wohnung in Zwickau ein. «Im Abstellraum befand sich der Kanister mit Benzin, den Böhnhardt seit längerem dort deponiert hatte.»

Mit dieser Aussage gesteht Zschäpe, dass sie das Haus in Brand gesteckt hat. Den Vorwurf des  versuchten Mordes an ihrer Nachbarin weist sie aber zurück. «Ich klingelte mehrmals bei ihr, ohne dass sie sich rührte.Niemand war zu Hause. Tür nicht eingerastet. Ging nach oben. Klingelte und klopfte mehrfach. Setzte die Katzen in den Korb, nahm Tasche und stellte alles vor die Tür.»

„Aus der Erklärung Zschäpes: Ich begann, ihren letzten Willen in die Tat umzusetzen. Bevor ich das Benzin entzündete, begab ich mich zur Nachbarin Frau Charlotte E., um sie zu warnen. Hätte sie sich gesträubt und wäre nicht mitgegangen, hätte ich mein Vorhaben abbrechen müssen. Ich klingelte mehrmals, begab mich zur Wohnungstür, klopfte, klingelte … Nachdem nicht geöffnet wurde und ich keine Geräusche wahrnahm, ging ich wieder in meine Wohnung.“

Strategie Zschäpe

„Zwischenfazit: Zschäpe bestreitet ihre Beteiligung an allen zehn Morden, die dem NSU zugeschrieben werden. Auch die Beteiligung an zwei Bombenanschlägen streitet sie ab. Sie will jeweils erst im Nachhinein von den Taten ihrer Freunde erfahren haben.“

„Ich war weder an den Vorbereitungshandlungen noch an der Tatausführung beteiligt.“ Mit diesen Worten hat Zschäpe sich im NSU-Prozess verteidigt. Von den Taten ihren Kameraden Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos habe sie erst später erfahren: „Die Kraft mich zu trennen und mich der Justiz zu stellen hatte ich jedoch nicht.“

Existenz NSU

Zschäpe: «Ich habe mich weder damals noch heute als Mitglied einer solchen Bewegung gesehen.»

Es kann keine Rede davon sein, dass ich bei der Gründung eines NSU dabeigewesen sei. Der NSU war allein eine Idee von Uwe Mundlos.

Der Generalbundesanwalt wirft mir vor, als gleichberechtigtes Mitglied des NSU mitgewirkt zu haben. Diese in Zusammenhang mit dem NSU erhobenen Vorwürfe entbehren jeder Grundlage.

„Zschäpe hat die Mitgliedschaft im NSU bestritten. Sie habe sich weder damals noch später je als Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) gesehen, ließ sie vor dem Oberlandesgericht München von ihrem Verteidiger erklären. Der Name NSU sei alleine eine Erfindung von Uwe Mundlos gewesen, allenfalls könne noch Uwe Böhnhardt der Gruppe zugeordnet werden.“

NSU-Bekennerfilm

Thema NSU-Bekennervideo: Zschäpe will sie im Prozess erstmals gesehen haben. Sie bestreitet, den Inhalt der Paulchen-Panther-Videos gekannt und mitgeschnitten zu haben. Den Inhalt habe sie nicht gekannt, nur vermutet, dass Raubüberfälle und auch Morde Gegenstand des Films sein können.

„Habe mehrfach Paulchen-Panther-Melodie aus dem Zimmer von Uwe gehört, mir aber nie was dabei gedacht.“ 

Waffenfunde

Ich hatte gelegentlich eine Pistole in den Schrank geräumt, wenn sie herumlag. Ich gewöhnte mich daran, ab und zu eine herumliegend Pistole gesehen zu haben. Akzeptiert habe ich es nie.

Entschuldigung

„Ich entschuldige mich bei allen Opfern und Angehörigen der Opfer der von Mundlos und Böhnhardt beg Straftaten.“ (Mira Barthelmann)

31 Gedanken zu „Beate Zschäpe bestätigt NSU-Version der Bundesanwaltschaft“

  1. in dem zusammenhang ist sicher auch zschäpes „nervenzusammenbruch“ interessant sowie der umstand, dass der richter sofort nach zschäpes wunsch, auszusagen, alle zelte abbrach und die verhandlung unbestimmt vertagte. man tut alles, damit sie a) nicht direkt aussagen kann, b) das kasperletheater so weit bestätigt wird, als dass mundlos und böhnhardt allein verantwortlich sein sollen für dinge, die sich teilweise gar nicht getan haben können darunter c) der anschlag in der kölner probsteigasse, die nagelbombe in der keupstraße, der mord an kiesewetter, die „döner-morde“, an denen andreas temme überall rumturnte, der eigentlich schon überführt war, sowie die tötung von mundlos und böhnhardt selbst. der tod von zeugen und deren angehören noch jahre nach den taten wird auch konsequent unter den tisch fallen lassen. ein absoluter wahnsinn, was da in münchen abgeht. ich hatte schon starke befürchtungen, sie würde nach ihrer ankündigung tot am zellengitter baumeln. offenbar hat man sich auf die geschichtsklitterung-variante geeinigt…

  2. Ach das ist ja praktisch. 😀
    Kinderweltjustizkasperletheater. Das bekommt eigentlich selbst ein Affe als Drehbuchautor in einem B Movie besser hin. 😀

  3. Ich hätte nicht erwartet, dass sie so dick auftragen und praktisch 1:1 die Anklageschrift als Einlassung vortragen würden. Die Aussage ist ein bisschen sehr absurd geraten, weil sie einerseits für die Angeklagte objektiv ein Schuss in den Ofen, damit auch unglaubwürdig ist und andererseits auch die bereits erwiesenen Unstimmigkeiten in keiner Weise zu glätten hilft. Auch sehr viele NSU-treue Medien und Staatsschützer wie Funke, Binninger & Co sind bereits sehr weit in Richtung NSU 2.0 vorgeprescht und haben jetzt ein Problem: wenn sie damit weitermachen, müssen sie die Aussage und den ganzen Prozess als Farce bloßstellen. Auf die entsprechenden Wendemanöver darf man sich freuen. Wer lenkt ein, wer macht weiter? Es ist ja ganz klar, dass der NSU in dieser kleinen GBA-Variante von links viel leichter zu kippen ist als von rechts.
    Man muss diese Aussage als Notbremse lesen: die absurde Trio-Geschichte in all ihrer Lächerlichkeit eintüten und mit Macht zum Abschluss bringen, damit das Thema bald vom Tisch kommt.

    1. … mit Zschäpe lebenslänglich im Knast? Mit ihr als NSU-Hauptbelastungszeugin gegen Böhnhardt/Mundlos geht es nicht in ihrem Interesse auf! Mit ihrer heutigen Aussage belastet sie sich auch selbst oder glaubt sie an ihre absurde Version? So dumm kann sie nicht sein.

      Die andere Möglichkeit wäre, dass sie erpressbar ist. Vielleicht hat sie ein Kind, welches Schaden zu nehmen droht? Ein Kind sagte ja „Mama“ zu ihr, als sie das letzte Wohnmobil auslieh. Oder ist sie an der Ermordung „der Uwes“ mitschuldig?

      Auf alle Fälle geht diese ganze Geschichte nicht logisch auf.

      1. Du hast völlig Recht: aus ihrer eigenen Sicht, macht diese Aussage keinerlei Sinn. Da war die Strategie der 3 ersten Pflichtverteidiger sinnvoller. Es entlastet niemanden als sämtliche Behörden von BKA über GBA bis zum VS. Und das war dann wohl auch der eigentliche Sinn der Aussage.
        Vermutlich hat sie für diese Aussage etwas bekommen: Entlastung von Drohungen und die Aussicht darauf, dass sie nur einen Bruchteil der fälligen Strafe absitzen muss. Man darf nicht vergessen: sie ist nur Klein-Beate und dem Staat auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, als V-Frau, als Gefangene. Wäre sie eines Tages erhängt in ihrer Zelle gefunden worden, hätte kaum einer gefragt, ob es wirklich Selbstmord war. Da haben wir leicht reden.

        1. Sie durfte nicht anders. Ich glaube ihr kein Wort. Offenbar wurde sie zu dieser Faschaussage gezwungen. Naja bevor sie „Selbstmord“ in ihre Zelle begeht. Schon die Morde selbst konnten NICHT alle von dem Duo begangen worden sein. Sie lügt und sie hat einen Deal mit der BKA und Gericht. Sie gibt alles zu, bekommt ein fremdes Identität und darf untertauchen irgendwo weit weg. Das Kriminelle verhalten der BKA und der BND werden damit vertuscht und schwamm drüber.

      2. „Ein Kind sagte ja “Mama” zu ihr, als sie das letzte Wohnmobil auslieh.“

        Kürzlich schrieb fatalist, er habe den Namen des Kindes in den Akten gefunden. Leider nannte er den Namen nicht und er zeigte auch keinen Beleg.
        Gibt es da etwas neues?

        1. es ist jedenfalls nicht das Mädchensandalenkind im Womo, wie Elsässer gerade bei Kopp schreibt.

          das richtige Kind ist im Vorschulalter, also 4-5 Jahre alt, kommt aus zwickau und ist blond.

          also genauso, wie es die Frau Arnold von der Fa. Knust beschrieb.

  4. Die Ceska 83, die Ceska 70, die Radom, die Tokarev und die beiden Pumpguns hatten Ladehemmungen?
    Deswegen wollte man sich neue Waffen besorgen?
    Der Plan war dann also, mit defekten Waffen ohne Schalldämpfer am Tag und auf einem belebten Platz zwei Polizisten zu ermorden, um an deren Polizeiwaffen zu kommen?
    Die erbeuteten Polizeiwaffen brauchte man so dringend, weshalb man sie danach auch niemals benutzte?
    Tatsächlich hatten diese Ceskas und die Pumpguns aber gar keine Ladehemmungen und brauchten auch nicht ersetzt zu werden.

    Diese Selbstbezichtigung für den Mord in Heilbronn ist umso unverständlicher, da ja inzwischen sämtliche Indizien ungültig sind.

    So sagte der Ermittler Axel Mögelin bwzüglich der Beweise gegen den NSU: „Bei den objektiven Spuren: nichts.“
    http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/NSU-Phantombilder-unter-Verschluss;art4319,3238521

    Sogar die Blutjogginghose konnte nicht als Beweis dienen, denn:
    Ein in der Hose gefundenes Haar von Uwe Böhnhardt könne „auf jeden erdenklichen Weg dorthin gekommen sein“, sagte die Forensikerin den Abgeordneten des NSU-Untersuchungsausschusses.
    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.nsu-ausschuss-staatsanwalt-wird-zum-psychologen.b73d5bed-1203-45ca-8cb2-e2756bec9e77.html

    Ebenso gab es kürzlich eine Doku im TV, wo sich ein Forensiker über das Taschentuch in dieser Hose lustig machte und sowas keinesfalls als Beweis gültig wäre.

    Heilbronn ist also „clean“ und was macht Zschäpe?
    Statt zu sagen „Mit Heilbronn hatten wir absolut nichts zu tun“, wo man ihr das Gegenteil nicht beweisen kann, gesteht sie trotzdem die Beteiligung.
    Aus Sicht einer Angeklagten macht das keinen Sinn.
    Aus Staatsschutzzgründen macht es aber Sinn, denn mit einem Geständnis kann man das kaputte Heilbronn tatörtchen noch retten.

    Die Situation vor dem Geständnis:
    Es gibt keine Beweise im Fall Heilbronn.
    Beate Zschäpe hatte eine Ausage angekündigt.
    Es stand zu befürchten, dass sie mit der simplen unwiderlegbaren Aussage, nichts mit Heilbronn zu tun zu haben, das gesamte NSU-Konstrukt kippen könne.

  5. Was mich auch wunderte:

    „Ich steckte die DVDs in den Briefkasten vor dem Haus. “
    http://www.bild.de/news/inland/nsu-prozess/heute-will-sie-ihr-schweigen-brechen-43720944.bild.html

    Dieser Briefkasten wurde doch von der Polizei auf Spuren untersucht und man fand nichts?
    Auf den Fotos des Brandes in der Frühlingstraße sieht man zuerst diesen Briefkasten noch und hinterher nicht mehr.
    Der wurde also zeitnah abmontiert, also noch mit diesen NSU-DVDs in seinem Inneren.
    Wie konnte die Polizei das denn übersehen?

    1. Die Polizei konnte in diesem Briefkasten nichts finden, weil die Briefe mit den Paulchen-DVDs ja schon in Leipzig-Schkeuditz waren wo sie dann ja laut Akten auch abgefertigt wurden.
      Wären sie (die DVDs) in Zwickau eingeworfen worden, wären sie im Briefverteilzentrum Reinsdorf abgestempelt worden.
      Das BKA hat fertig

    2. Da das BKA selbst festgestellt hat, dass das keine echten NSU-DVDs waren… sondern das Vorgängervideo… wir koennen es ja nicht aendern, dass das BKA das in die Akten reingeschrieben hat.

      Der BGH hat das uebernommen, am 28.02.2012, wie es ihm gesagt wurde: Alles echt, 15 Minuten Paulchen-Ton statt Noie Werte wie beim Vorgängervideo.

      Zum Briefkasten, seit 2012 bekannt:

      Ermittlungen des Bundeskriminalamts bei der
      Post haben sodann ergeben, dass sechs der versandten DVDs am 6. November 2011 im Briefzentrum 4 in Leipzig abgefertigt worden waren und sich somit unter den ab dem Abend des 5. November 2011 nach dem Tod von Böhnhardt und Mundlos in Briefkästen in Sachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen eingeworfenen Sendungen befunden hatten.

      ____

      Nach
      „bgh 1/12 beate zschäpe“
      werdet ihr ja wohl noch googeln koennen…

      1. Ich lese zwar den NSU-Leaks-Blog, mir kam aber bis jetzt kein Aktenauszug vor Augen, dass das „BKA selbst festgestellt“ hätte, „dass das keine echten NSU-DVDs waren“.

        1. da musst Du halt mal in die Akten reinschauen…

          Beispiel: DVD Phoenix. Akte ist geleakt. Asservat 43.
          da steht:

          Anmerkung:
          Die vorliegende DVD war am 08.11.2011 beim Fernsehsender PHÖNIX postalisch
          eingegangen. Diese befand sich in einem weißen DIN A 5 Umschlag. Der Umschlag trug
          einen Poststempel vom 06.11.2011 des Briefzentrums 04. Auf der Vorderseite des Umschlags
          war eine Briefmarke mit dem Motiv ,1100 Jahre Limburg an der Lahn“ aufgeklebt. Ein
          Absender war auf dem Brief nicht vorhanden.
          Umschlag2, DVD3 sowie Briefmarke4 wurden gesondert einer kriminaltechnischen
          Untersuchung zugeführt und ausgewertet. Die nunmehr folgende Auswertung hat
          vornehmlich die inhaltliche Bewertung des erwähnten Datenträgers zum Gegenstand.
          4. Auswertung:
          Die Auswertung erfolgte mittels entsprechendem Auswertetool (hier: vlc media player).
          Es bestätigte sich die Annahme, dass der vorliegende Datenträger die bereits bekannte
          Vorgängerversion des später verfahrengegenständlichen ,Paulchen Panther“-Bekennervideos
          zum Inhalt hat (gleicher Inhalt, gleiche Laufzeit).
          ______

          Seite 40 der Akte.

  6. „Beate Zschäpe bestätigt NSU-Version der Bundesanwaltschaft“
    Das war das Einzige was sie sagen durfte.Offenbar mit allen beteiligten Dienststellen abgesprochen.Ansonsten ….
    Ob und was sie weiß ,wird ihr Geheimnis bleiben.
    Daß sie verurteilt werden mußte war von Anfang an klar,da führt kein Weg dran vorbei.Auf ein paar Jahre mehr oder weniger kommt es doch nicht an.

  7. NWO1984 :“Der wurde also zeitnah abmontiert, also noch mit diesen NSU-DVDs in seinem Inneren. Wie konnte die Polizei das denn übersehen?“
    Die Polizei hat so manches übersehen , z.B. auch die beiden Gehirnhauptanteile der beiden Uwes am Wohnmobilboden direkt unterhalb der Spüle.
    Die beiden Uwes konnten sich damit auch aus diesem Grund, nicht einseitig bzw. selbst erschossen haben wie die offizielle Version lautet.
    Die vorformulierten verlesenen Einlassungen von Tschäpe, ohne Möglichkeit der Nachfrage, des Kreuzverhörs, zeigen auch ob ihrer Widersprüchlich- und z.T. Lächerlichkeit, ein (offensichtlich) erzwungenes Abkommen mit den Staatsorganen.

  8. Beim heutigen „Geständnis“ ist die Faktenbasis genauso dünn wie es die Faktenbasis der Anklage die ganzen dreieinhalb Prozess-Jahre über war. Punkt für Punkt das offizielle Narrativ bestätigen (sei es noch so fragwürdig) und zugleich die eigene Rolle kleinreden: Das ist die klassische Win-Win-Situation, die zu einem Deal gehört, den man hier mit Händen greifen kann.

    Glaubwürdigkeitsfragen werden die zahmen Mainstream-Medien vermutlich nicht allzu lange behandeln. Und vor allem nicht allzu tief, sondern auf „Zschäpes tatsächliche Verstrickung“ reduziert, statt auf das Narrativ der bösen Uwes, das heute doch so wunderbar bestätigt wurde.

    Erbrachte Beweise, nachgeliefertes passendes Geständnis und nach Themenwechsel schreiende Prozessmüdigkeit – was braucht man mehr für einen Schlussstrich? Jedenfalls keine endlosen Details mehr, keine „Verschwörungstheorien“ und insbesondere keine Belästigungen unserer Sicherheitsbehörden, die in Zeiten der Flüchtlingsflut Besseres zu tun haben als sich für braune Flecken zu rechtfertigen. Kann es unter der Herrschaft der gütigen Mutter Teresa Merkel solche Flecken überhaupt (noch) geben? Alles atmet doch den Geist der Willkommenskultur, alle Behörden setzen Merkels „Wir schaffen das!“ tatkräftig um. Sultan Erdogan macht auch keinen Ärger mehr in Sachen NSU, sondern hat mit Syrienkrieg und Ölschmuggel genug zu tun und wurde zusätzlich von Merkel kürzlich mit 3 Milliarden Euro besänftigt.

    Einziger Schönheitsfehler: Zschäpes „Geständnis“ enthält keinerlei „Täterwissen“ (auch kein „nachgelagertes“, von den Uwes erfahrenes).
    Das dümmliche Kiesewetter-Mordmotiv 1:1 von der GBA abzuschreiben, bezeugt am besten die Phantasielosigkeit des Zschäpe-Papiers.

    Nur echtes „Täterwissen“ könnte jedoch das Narrativ stützen bzw. einem Härtetest unterziehen:
    – Wie gelang denn nun die Brandstiftung ohne Eigenschaden?
    – Warum überhaupt „Testamentsvollstreckung für Tote“, wenn doch der Brand nicht nur das eigene Leben gefährdete, sondern auch das Gelingen der Flucht (Vorsprung!) und (zusammen mit der DVD-Verteilung) ihren „Unschulds-Status“?
    – Warum eine (nach Todesangst aussehende) Flucht, wenn sie sich doch sowieso stellen (und als Kronzeuign andienen) wollte?
    – Wie verlässlich war die „Radionachricht“ vom Tod der (amtlich doch noch gar nicht identifierten) Uwes?
    – Wie intensiv hielt sie denn Kontakt zu den Uwes, wenn sogar Behörden und Medien aus dem geringen Wasserverbrauch des letzten Jahres in der Frühlingsstraße auf eine weitgehend allein wohnende Person schlossen, die von ihren Uwes deren Untaten ja immer erst im nachhinein erfahren haben will?
    – Was hatte es auf sich mit den vielen Anrufversuchen aus dem „Innenministerium“ bei (V-Frau?) Zschäpe?
    – Wann endeten wirklich die Kontakte zum (Ex-?)Lover, Sprengstoff-Lieferant, Fluchthelfer (1998) und V-Mann (bis 2011) Thomas Starke, der 2011 in der Frühlingsstraße noch seine „Abkömmlings-DNA“ hinterließ?

  9. Wenn sie die Wahrheit sagen würde, hätte sie sich am nächsten Tag geselbstmordet.
    Die kämpft doch nur um ihr Leben.
    Das würde an ihrer Stelle auch jeder von uns tun.
    Basta.

  10. Im Juli 2014 hatte der Strohmann Matthias D., über den das Trio jahrelang Wohnungen anmietete, von der Abwicklung der Mietzahlungen über ihn berichtet: Die Mieten, die er als offizieller Mieter weiterleitete, bekam er immer von Uwe Mundlos (alias „Max-Florian Burkhardt“), nie von Zschäpe. Überzahlte Betriebskosten gab er umgekehrt auch nur an Mundlos, nie an Zschäpe („Liese“).
    http://www.tagesspiegel.de/politik/nsu-prozess-125-prozesstag-seltsame-verwandte/10175062.html

    Wenn das verlesene Zschäpe-Papier jetzt meldet: „Die Miete zahlte meistens ich“, dann dementiert es sogar entlastende Zeugenaussagen, denen bisher nicht einmal die Anklage etwas Gegenteiliges entgegen halten konnte.
    http://www.bild.de/news/inland/nsu-prozess/heute-will-sie-ihr-schweigen-brechen-43720944.bild.html

    Wer immer in diesem Papier so bemüht das offizielle Narrativ nachzeichnet – zumindest aus diesen Worten des Papiers spricht nicht eine sich erinnernde Zschäpe, sondern jemand, der den Wunschkatalog der Anklage abarbeitet.

  11. In der Summe kann man Beate Zschäpe keine Tatbeteiligung nachweisen (als Mutter eines Kleinkindes würde das auch schlecht passen) und eine Mitwisserschaft kann zwar vermutet, aber eben auch nicht bewiesen werden.
    Bleibt: Zurückrudern mit all den Vorverurteilungen und endlich freilassen. Hatte das Kind überhaupt ein Besuchsrecht?

  12. Drei Tage vor dem Brand in der Frühlingsstraße besuchte Zschäpe letztmalig ihre Bekannte Heike R. in der Zwickauer Polenzstraße, dem Standort der vorletzten Trio-Wohnung.

    Nach Meinung dieser Heike R. wirkte Zschäpe unruhig bzw. verändert und verabschiedete sich mit einer langen Umarmung und Tränen in den Augen. Sie vermutet (aber wohl erst im Nachhinein), dass Zschäpe ihr etwas sagen wollte und die Drei miteinander abgestimmt aus dem Leben scheiden wollten.

    Die Sorge oder Verzweiflung, die Zschäpe umtrieb, kann sich jedenfalls nicht auf den bevorstehenden x-ten Routine-Banküberfall bezogen haben (von dem sie ja im Zweifel immer erst im Nachhinein erfuhr). Die Uwes könnten am 1.11.11 aber schon in den Händen oder im wenigstens Dunstkreis ihrer späteren Mörder gewesen sein – und Zschäpe mehr über Mordgefahr bzw. Mordkomplott gegen die Uwes gewusst haben und vor allem viel früher als die sowieso ominöse “Radionachricht” glauben machen soll. Neben den vielen präsentierten Pannen in Eisenach-Stregda fehlt ja bekanntlich ausgerechnet die wichtige Todeszeitpunkt-Feststellung.
    Eine Feststellung, die aber amtlicherseits wohl nicht ohne Grund wie etwas Nebensächliches, Selbsterklärendes behandelt wird.

    Der überlange Prozess hat einfach zu viele lästige Details ans Licht gebracht, die das Zschäpe-Papier offensichtlich nicht alle wegbügeln konnte oder schlicht übersehen hat.

  13. Es gibt keine Heike R. in der Polenzstrasse 2 in Zwickau.

    Schaut doch mal in die Akte rein…

    Der letzte Abend verlief dann ganz anders. Sie war das letzte Mal am Dienstag, den 1.11. 2011
    bei mir. Ich war unterwegs mit Falc-Rene und meine Tochter Lisa-Mary war bei Frau Resch,
    meiner Nachbarin. Meine Tochter kam zur gleichen Zeit wie die Lisa an und wurde von Frau
    Resch reingelassen. Und beide warteten dort auf mich. Ich kam gegen 17.30 bis 17.45 Uhr
    Zuhause an und nahm die beiden mit zu mir.
    Sie hatte kein Fahrrad dabei. Sie hat nicht gesagt, wie sie zu mir kam. Wir aßen zusammen mit
    den Kindern Abendbrot. Sie hatte keinen Wein mit. Sonst hat sie eigentlich immer den Wein
    mitgebracht. Sie war sehr ruhig an diesem Abend und wirkte in sich gekehrt. Sie fragte bei mir
    nach, ob ich die Sachen mit meinen Kindern klären konnte. Der Fernseher liefnebenbei. Dann rief
    meine Freundin Andrea Eckhardt aus der Polenzstraße 4 an und fragte, ob ich runter komme in
    den Hof, eine Zigarette rauchen. Das könnte so gegen 20.00 Uhr gewesen sein. Die Andrea raucht
    in ihrer Wohnung nicht und ich bis dorthin auch nicht. Deshalb haben wir uns jeden Abend um
    diese Zeit getroffen und eine Zigarette zusammen geraucht. Die Lisa sagte, dass sie gleich mit
    geht und los macht. Normalerweise verabschiedet sich mit einem kurzen Drücker und einem
    Kiüsschen auf die Wange. Aber an diesem Abend hat sie mich richtig fest gehalten und ihr standen
    die Tränen in den Augen. Das ging bestimmt eine ganze Minute. Sonst war das nie so!
    Ich fragte sie, was los ist und sie sagte zu mir, dass nichts sei. Im Treppenhaus rief sie ein Taxi an.
    Wir haben dann zu dritt eine geraucht, dann kam das Taxi. Dann hat sie sich komischerweise noch
    einmal verabschiedet, ist schnell um die Ecke und in das Taxi. Ich hatte den Eindruck, dass sie
    regelrecht weg rennt, nur fort von hier. Irgendwas war an diesem Abend anders.
    _______

    Am Freitagabend zwischen 16 und 17 Uhr kam dann die Polizei und fragte mich, ob ich die
    Susann kennen würde. Da gab ich den Polizisten das eine Foto, was ich von ihr hatte, das vom
    Hof. Sie fragten mich, ob ich etwas zum Aufenthalt der Susann sagen könnte. Sie fragten auch bei
    den anderen Mietern nach. Als ich dann abends im Internet und später im Fernsehen vom dem
    Brand in dem Haus in Pölbitz, Frühlingsstraße, erfuhr, hatte ich Angst, dass die Lisa in dem Haus
    verbrannt ist. Ich wusste aber nicht, ob sie dort überhaupt gewohnt hat. Ich brachte es nur in
    Verbindung, Weil es keine andere Schlagzeile an diesem Tag gab.
    Am Freitagabend, so gegen 18 bis 19 Uhr kamen die gleichen Polizisten noch einmal vorbei und
    stellte mich einer jungen Frau gegenüber und ich sollte sagen, ob es sich dabei um die Lisa
    handelt. Auch Frau und Herr Jahn wurden der Frau gegenübergestellt. Bei der jungen Frau
    handelte es sich nicht um die mir bekannte Lisa.
    ______

    Die haben schon am freitag Abend (4.11.2011) auf dem ALDI-Parkplatz eine Gegenueberstellung einer Frau mit Heike Kuhn und den Jahns gemacht.

    War aber nicht Zschäpe…
    Wer denn dann? Und welche Polizisten waren das?
    Kamen mit 2 Autos, und liessen 3 Bewohner der Polenzstrasse 2 eine Frau in einem der Autos „begaffen“.

    Die Akte ist geleakt. Schaut doch mal rein 🙂

  14. Es gab dort schon eine Heike. Allerdings mit Nachnamen K. wie Kuhn. Medien machten das „K“ halt gelegentlich zum optisch ähnlichen „R“; die Tagesschau z.B. verwendete beide Versionen parallel in einem einzigen (Schluss-)Absatz,
    https://www.tagesschau.de/inland/zschaepeportraet100.html

    Und egal, wer die am Abend des 4.11.11 von der Polizei mitgebrachte Frau war, die für Heike K. weder „ihre Susann“ noch „ihre Lisa“ war – spätestens im Prozess wusste Heike K., dass die ihr wohlbekannte, am 1.11.11 mit Tränen von ihr gegangene „Lisa“ eindeutig die Angeklagte Zschäpe ist.

    Wenn die „zum Begaffen“ vorbeigebrachte Unbekannte auch sonst nicht mit anderen relevaten Personen / Orten verknüpft werden kann, dann ist es sinnlos, über den Zweck der Vorführung und die Identität der „Vorführer“ nachzudenken. Wird wohl unter den vielen Pannen eine der eher „echten“ gewesen sein. Zu Zschäpes „Geständnis“ und der Aufklärung ihrer wahren Rolle trägt die Unbekannte jedenfalls nichts bei.

  15. Am 8.11.11 meldete die Presse, dass nach einer Zschäpe gefahndet wird und diese sei in Zwickau-Weißenborn „als Susann Dienelt – Spitzname Lise – bekannt. Aber auch den Namen Mandy Struck hatte sie in Gebrauch“ [1].

    Da hinter den Pseudonymen reale Personen stehen, die Zschäpe ihre Identität liehen und sich auch in Zwickau tummelten, konnte man also schon sehr früh ausgiebig spekulieren oder untersuchen, wer denn nun am 4.11.11 als Katzenfrau vom Brandort floh und wo Zschäpe sich aufhielt. Braun waren in diesem Bäumchen-wechsel-dich-Spiel jedoch alle und zumindest die Eheleute Dienelt V-Leute.

    Entscheidend ist nur, dass niemand anderer als Zschäpe im offiziellen Narrativ die Rolle der Uwe-Mitbewohnerin und damit der Brandstifterin einnehmen darf. Nur sie ist die langjährige Bekannte der Uwes, die die Mär vom isolierten Trio garantieren kann. Merkwürdigkeiten lassen sich natürlich auch mit ihr in dieser Rolle nicht vermeiden, aber es geht ja nicht um Zschäpe oder die Wahrheit, sondern um die Dämonisierung der ermordeten Uwes. Die eigentliche (für den Zündler selber hochgefährliche) Brandlegung dürften sowieso „gesichtslose“ Profis erledigt haben, also keine Katzen- und sonstigen öffentlichkeitswirksamen Frauen. Die Rolle der zündelnden Angeklagten hat sie jetzt aber selber durch ihr spätes „Geständnis“ für die amtlichen Geschichtsbücher zementiert.

    Auch dass die Wohnung in den letzten Monaten vor dem Brand kaum noch bewohnt war, spielt keine große Rolle. Wichtiger ist, dass 6 Tage nach dem Brand (Zschäpe hatte sich inzwischen gestellt) die Presse berichtete: „Rechtsextremes Material sei hingegen bei der Sichtung noch nicht entdeckt worden. Allerdings könne sich dies ’sekündlich ändern‘.“ [2]
    Offener (wenn auch vermutlich ungewollt) kann man kaum ausdrücken, dass die Beweis-Platzierungen im vollen Gange sind.

    Die Früchte dieser Fleißarbeit können sich sehen lassen: 11 Tage nach dem Brand konstatierte der SPIEGEL „Die Rätsel von Zwickau“ – geschmolzene Waffen neben „unversehrten Bekenner-DVDs“ [3].
    Unter den vielen „belastenden“ feuerresistenten Papieren ein ganz besonderer Leckerbissen: „Im Schutt des von Zschäpe nach dem Auffliegen des NSU in Brand gesetzten Hauses in Zwickau fanden die Ermittler dann seltsamerweise eine Vernehmungsakte zu Jan W. Auch er ist ein mutmaßlicher Unterstützer des Trios gewesen.“ [4]
    Problemlos dem Feuer widerstanden hatten auch „1424 Schuss scharfe Munition“. [5]

    Wie gesagt: All diese großen Absurditäten zum Thema „Beweisdeponie Trio-Wohnung“ gab es überwiegend ganz schnell nach dem 4.11. und vor allem offen in den Mainstreammedien. Mühsam geleakte Akten mit endlosen Details zum Verzetteln waren nicht nötig.
    „Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat.“

    [1] http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Polizistenmordfall-Heilbronn-Fahnder-suchen-verschwundene-Frau;art4306,1203791
    [2] http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Das-grosse-Raetselraten;art4306,1206799
    [3] http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ermittlungen-gegen-neonazi-terroristen-die-raetsel-von-zwickau-a-797771.html
    [4] http://www.sueddeutsche.de/politik/neonazi-als-informant-im-bett-mit-thomas-s-1.1468823-2
    [5] http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-terroristen-legten-depots-mit-1424-schuss-munition-an-a-828329.html

  16. „(…) wenn die Begaffte die Katzentante war und Susann hiess, dann“ könne sie schon zu Zschäpe wahrer Rolle beitragen?

    In Verbindung mit den schlecht bezeugten Sichtungen der Zschäpe am Brandort („Selbst die Katzenretterin sah nach Zeugenaussagen genau wie Susann E. aus“ [1]) hatte die (ahnungslose Lokal-?)Polizei also evtl. beide Frauen auf dem Schirm. Beide wohnten ja in Zwickau, waren rechts, besuchten sich regelmäßig und zumindest für eine polizeiliche Zeugenaussage 2006 (Einbruch in der Nachbarschaft) lieh Susann Eminger ihren Ausweis der Freundin Zschäpe aus. [2]

    Oder waren höhere Stellen mit nicht so lauteren Motiven zu Gange? („Informanten Susann und André Eminger wurden vom BKA geschützt“ [3] )
    Polenzstraßen-Bewohner wie Heike Kuhn wurden gebraucht, um Zschäpes Zwickauer Aufenthalt von „nomalen“ Zeugen beschreiben zu lassen, die also weder rechts noch V-Leute waren. Wenn Susann Eminger laut Drehbuch und warum auch immer die „Katzenfrau Zschäpe“ zu spielen hatte, dann musste ausgeschlossen werden, dass andere Zschäpe-Bekannte – wie eben die ahnungslose Heike Kuhn – die Platzhalterin irgendwie auch kennen und öffentlich mit Zschäpe und / oder der Frühlingstraße 26 in Verbindung bringen.
    Denn sonst würden im „worst case“ die Brandzeugen zwischen einem Zschäpe-Foto und einem Eminger-Foto entscheiden müssen und evtl. auf die „falsche“ Katzenfrau zeigen.

    Dies könnte die „Vorführung zum Begaffen“ erklären. Ganz nebenbei kann man im Rahmen der Vorführung unauffällig und „unverbindlich“ den Wissensstand und die Plauderfreude der Polenzstraßenbewohner aushorchen, was für die Aktualisierung des Drehbuchs auch nicht ganz unwichtig ist.

    Dennoch sind all diese Fragen in der aktuellen Situation relativ unwichtig. André Emingers Rolle als V-Mann steht ja schon länger und klarer im Raum als bei seinen Mitangeklagten Holger Gerlach und Carsten Schultze. Jene zwei sind dafür in einem Zeugenschutzprogramm und dienen als (dubiose) Kronzeugen gegen Wohlleben, was bei Eminger offiziell wohl nicht der Fall ist. Alle drei sind dagegen längst aus der U-Haft entlassen, was bei Zschäpe und Wohlleben wiederum nicht der Fall ist, obwohl deren V-Leute-Status alles andere als widerlegt ist.

    Eine große „Katzenfrau-Entlarvung“ (Susann E. statt BZ) würde auf diesen Prozess der vielen Merkwürdigkeiten kaum noch Einfluss haben. Zschäpe und Wohlleben haben die Arschkarte bekommen und vollständiger als „objektiv“ notwendig auch angenommen. Die Bedeutung einer Heike Kuhn liegt jedenfalls nicht in der Katzenfrau-Frage, sondern in der Aussage zu Zschäpes Vorwissen drei Tage vor dem 4.11.11.

    [1]
    http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/04/20/der-nsu-komplex-leicht-gemacht/
    [2] http://www.zeit.de/2013/16/nsu-helfer-eminger-zwillinge/seite-4
    [3] http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/04/11/hat-das-zdf-andre-eminger-als-v-mann-geoutet/

  17. Es ist wirklich schade, dss beim Begaffen der Susann X am 4.11.2011 nicht Nadin Resch dabei war, eine Schulfreundin von Susann Eminger.

    Wirklich sehr schade…

    1. Hallo? Habe ich das so richtig verstanden – die Brandzeugin und (Katzenretterin) Nadin R. hat den gleichen Nachnamen wie Nadine R., die eine Nachbarin von Zschäpe war? Und die Nadin R. war „Schulfreundin“ von Susann E.?

      „Vor Gericht gab die Zeugin Nadin R. an, Frau Zschäpe zuvor noch nie gesehen zu haben.(freie-presse) In einer wdr-Dokumentation wird jedoch eine ehemalige Nachbarin und Freundin von Beate Zschäpe interviewt, die zufälligerweise Nadine R. heißt.

      Der Kontakt wäre auch nach dem Umzug nicht abgebrochen (fr-online). Laut wdr würde Frau Nadine R. und eine andere Nachbarin von Frau Zschäpe “ihre Kinder alleine erziehen.” (youtube, 15.50) http://friedensblick.de/6628/was-suchte-zschaepes-handy-im-brandschutt/

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