Rettungssanitäter waren frühzeitig am NSU-Wohnmobil – warum kein Einsatz?

Ein Kommentator im „Parlograph“-Blog machte auf einen Rettungswagen aufmerksam, der frühzeitig am noch brennenden NSU-Wohnungmobil mit den toten Böhnhardt/Mundlos stand.

„Der Rettungsdienst war vor Ort. Sogar noch vor der BF Eisenach. In Akte 4-1-2 “Lage des Tatorts” auf S.25 oben erkennt man in der Verlängerung des Gehwegs die Frontpartie eines RTW des DRK Eisenach. Interessanterweise wird dies in keinem Bericht auch nur erwähnt, und die Feuerwehrleute haben nichts davon mitbekommen, d.h. die RTW-Besatzung war wohl nie am Wohnmobil. Das wirft noch viel mehr Fragen auf. Vielleicht sollte der UA mal beim DRK Eisenach anfragen. Deren Story ist sicher noch besser als die der Feuerwehr.“

Hier ist das betreffende Foto aus den Ermittlungsakten zu sehen:

rettungswagen-stregda-nsu

Quelle: nsu-leaks

Der Blogger Parlograph fragt:

„Also wann und von wem wurde der Rettungsdienst gerufen und wie verlief der Einsatz? Welche Informationen bekamen sie? Einer der beiden Fahrzeuginsassen (Wohnmobil, Böhnhardt?) soll nach dem Löscheinsatz nicht als tot festgestellt worden sein (…). Der schwer verletzte Bankräuber hätte in jedem Fall untersucht und versorgt werden müssen.“

Tatsächlich erwähnt der den Einsatz leitenden Polizist Michael Menzel im münchner NSU-Prozess nicht, dass ein Rettungswagen benachrichtigt worden wäre. Zuvor hätten jedoch Polizisten Schüsse aus dem Wohnmobil gehört.

„Die Feuerwehr sei verständigt worden. „Das war 12.05, 12.06 Uhr.“ Das habe auch ihn veranlasst, von Gotha nach Eisenach zu verlegen: “Ich musste annehmen, dass das Fahrzeug in unmittelbarem Tatzusammenhang steht und die Täter sich im Fahrzeug befinden. Es habe sich auch die Frage nach der Gefahr einer Geiselnahme gestellt, “da hat in Thüringen der höhere Dienst die Maßnahmen zu übernehmen”. Als er eingetroffen sei, sei der Brand schon weitgehend abgelöscht gewesen. Im vom Eingang aus linken Bereich hätten sich zwei tote, männliche Personen befunden.“ (nsu-watch)

Die eingesetzten Feuerwehrleute berichteten, dass ihr Einsatz von der Polizei abgebrochen wurde, nachdem sie die seitliche Tür hinten öffneten und einen Fuß von einer liegenden Person sahen. Ein Polizist hätte einen Schritt ins Wohnmobil getan, hätte kurz hineingeschaut und gesagt, dass dort ein Toter läge. Sie sollten keine Spuren zerstören, deshalb aufhören zu löschen.

“Herr Lindenlaub berichtet über eine “ganz normale Alarmierung: Wohnmobilbrand in Stregda”. Man sei mit wenig Personal dort hingefahren und habe die Berufsfeuerwehr unterstützt. Er habe nahe dem Eingangsbereich des Wohnmobils gestanden, als dann die Tür geöffnet wurde und die Beine erkennbar waren, kam der Befehl: “Halt, aufhören”, um Spurenvernichtung zu unterbinden und da “war für uns fast der Einsatz erledigt (…)

Ein Polizist ist vielleicht einen Schritt rein, aber nicht weiter, weil es ja noch gebrannt hat, der habe eher “reingelunst”.  (…)

Auf Nachfrage des Abg. Kellner (CDU), ob der Einsatz ganz normal ablief, gab der Zeuge an, dass man ganz normal gearbeitet habe, bis zu dem Zeitpunkt wo die Tür aufging und es zum Leichenfund kam. “Da wurden wir dann ein bisschen gebremst von der Kriminalpolizei”.(haskala)

„Er habe jedenfalls nicht gesehen, wie der Polizeibeamte den Tod festgestellt hat.“ (ebd)

„König: Ok sie sagten sie sind informiert worden ein Schuss ähm ein Toter im Wohnmobil befindet oder war das ihr Rückschluss ein toter.

Quendt: Nein das sagte einer der ich weiß nicht mehr ob es zivile Beamte war“ (querläufer)

Anscheinend wurde der Rettungswagen nach dem Löschen einfach weggeschickt!

„Nach dem Rettungsdienst befragt, äußert er, der wäre vor Ort gewesen, zur Zeit des Löschens. Die Alarmierung erfolgte wohl zeitgleich mit der Alarmierung der Berufsfeuerwehr, so der Zeuge.“ (haskala)

Die Ungereimtheiten in der Darstellung von Menzel sind:

1. Nach dem Fund der ersten liegenden Person wurde der Löscheinsatz der Feuerwehreinsatz abgebrochen und offenbar keine Rettungssanitäter ins Wohnmobil gerufen. Woher wusste die Polizei, dass es keine Überlebende mehr gibt?

2. Der Feuerwehreinsatz wurde abgebrochen, damit keine Spuren vernichtet werden würden. Aber warum ordnete Menzel dann an, dass das Wohnmobil kurz darauf über eine 20 Grad geneigte Rampe auf ein Abschleppfahrzeug gezogen wurde, „so dass es im Innern zu einer völligen Zerstörung der ursprünglichen Spurenlage gekommen sein dürfte.” (bz)?

3. Michael Menzel sagte als Zeuge im münchner NSU-Prozess, dass er aufgrund der Schüsse vermutete, dass die Bankräuber im Wohnmobil seien und sogar eine Geiselnahme drohte. Warum wurden die Feuerwehrleute über diese Gefahr nicht informiert?

Ein Feuerwehrmann deutete an, dass wohl Vorwissen bei der Polizei bestand.

15 Gedanken zu „Rettungssanitäter waren frühzeitig am NSU-Wohnmobil – warum kein Einsatz?“

  1. Gab es – so ähnlich – vor Jahrzehnten schon einmal. Damals brannte in Berlin der Reichstag.

    Da die gesamte Welt und deren Medien damals auf Deutschland schaute, musste ein halbwegs rechtsstaatliches Verfahren durchgezogen werden. Das Ergebnis ist bekannt. Es wird in diesem Fall wohl nicht großartig anders ausgehen …

  2. Die Annahme, das das DRK vor der BF da war, leitet sich wie ab?
    Weil man kein Feuerwehrfahrzeug sieht?

    Im übrigen wäre der Wortlaut der Alarmierung oder Alarmierungen, klärend. In der Regel entscheidet dann die alarmierte Leitstelle, wer ausrückt.
    Gilt auch für die beiden Polizisten. Was haben sie vor und nach eintreffen mit wem über Funk kommuniziert.

    Diesen Punkt, Funk-Kommunikation, Alarmierung, Einsatzanweisungen, habe ich noch nirgends zusammengefasst recherchiert gelesen.
    Gibts das irgendwo?

    1. Es wäre interessant zu erfahren, wer den Rettungswagen rief. Offenbar hat die Feuerwehr-Einsatzplanung sie nicht benachrichtigt. Es wäre nur ein „normaler“ Fahrzeugbrand gewesen.
      „Die Abg. König (DIE LINKE) fasst zusammen, dass gegen 12.16 Uhr/12.19 Uhr die Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr da ist und 12.36 Uhr laut Brandprotokoll das Feuer gelöscht ist. Der Zeuge Claus kommt jedoch erst zwei Stunden später, 14.26 Uhr, an. Der Zeuge Claus erwidert: “Richtig. Für den Einsatzleiter war es ein normaler Fahrzeugbrand”, dieser hätte keinen Anlass gehabt, die nächste Führungsebene anzufordern.“
      „Die Abg. Pelke (SPD) fragt weiter zur Alarmierung eines Rettungsdienstes. Herr Quendt gibt an, dass dieser eigentlich schon durch das 1. Fahrzeug der Berufsfeuer hätte angefordert werden können. Aber er hätte es mit seinem Wissen auch nicht gemacht, denn erstmal war es nur ein Fahrzeugbrand, ohne dass es um Personen ging.“
      „Der Zeuge erinnert sich: “Der Einsatz kam von der Rettungsleitstelle und der Einsatz hieß: PKW Brand”. Nach der Ankunft ging er als Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr direkt zum Fahrzeug der Polizei, welche sie eingewiesen haben. Das Feuerwehrfahrzeug haben sie in unmittelbare Nähe zum brennenden Wohnwagen gestellt. Von Personen oder Schüssen war bis dahin nichts bekannt.“

    2. „Die Annahme, das das DRK vor der BF da war, leitet sich wie ab?
      Weil man kein Feuerwehrfahrzeug sieht?“

      Ja. Das leitet sich aus der Abfolge der Aufnahmen ab. (Rauch-, Brandentwicklung). Die Feuerwehr wird ja auch kaum wieder weggefahren und noch mal zurückgekommen sein.

      1. „Die Feuerwehr wird ja auch kaum wieder weggefahren und noch mal zurückgekommen sein.“

        Darum geht es nicht brain freeze.
        Es geht um methodisch sauberes Nachfragen.

        Eine Feststellung eines Dritten begründet man nicht mit eigenen Plausibilitäten. Egal ob sie gut passen oder nicht.
        Grund, es gibt immer auch andere Möglichkeiten. In unserem Fall könnte das Kenntnis von Zeugen oder Fundstellen in Dokumenten/Internet sein.
        Deshalb hinterfragt man die Quelle nach ihrer Begründung.

        Das ist methodisch einfach so, ok?

        Im übrigen schreibt Lotz in seinem Bericht, die ersten Fotos zur Auffindesituation erst 12.45 gemacht zu haben. Selbst wenn man das spitzfindig auf Innenaufnahmen zum Womo auslegt, was der Begriff eigentlich nicht hergibt, andere Aufnahmen finden in seinem Bericht nicht statt!?

        Im Grunde hat er eine dicke unterlassene Hilfeleistung an der Backe, wenn er am brennenden Womo vorbeifährt, den Sanka ignoriert und Panoramafotos macht.

        1. „Im Grunde hat er eine dicke unterlassene Hilfeleistung an der Backe, wenn er am brennenden Womo vorbeifährt, den Sanka ignoriert und Panoramafotos macht.“

          Gut beobachtet.
          Allerdings müsste es „hätte“ heißen statt „hat

          Bei Polizisten ist das nämlich ein vegetativer Vorgang, erst mal nach Personenschäden zu schauen.
          Wenn ein Polizist zu einem Unfall (oder anderem Gewaltereignis) kommt, die erste Frage ist: Verletzte?
          Immer. Das ist polizeiliche Routine, das steckt denen in Fleisch und Blut, die können gar nicht anders.

          Will sagen:
          Die ganze Geschichte stimmt nicht. Es kann so nicht gewesen sein. Lotz ist nicht am WoMo vorbeigefahren, in dem 2 leblose Menschen liegen, wo die sich nur bei einem sicher sind, dass er tot ist.
          So war es nicht, so kann es nicht gewesen sein!

          Es sei denn, jemand hat Lotz schon vorher gesagt, dass B&M tot sind.

          1. Die Annahme muss sein, Lotz wusste vorher Bescheid.
            Sonst hätte ihm Menzel nicht dem Speicherstick überlassen. Der darf nicht außerhalb seiner Kontrolle sein. Geht nur Chefsache oder Mitwisser.
            Menzel brauch auch den eingeweihten Schreiber der Berichte. Die müssen auf die Story NSU frisiert werden.

            Denke Lotz ist dem nächsten Automatismus Dokumentation Tatort gefolgt. Der für die Rettung wurde dank freudscher Verarbeitung Vorwissen übersprungen.

            Deshalb hat er Monate später nicht nur in dem Punkt seinen Bericht klar frisiert.

  3. Warum wohl wurden die Anlieger nie „richtig vernommen“?
    Wer von denen rief 112 an?

    Warum fehlen die Anrufprotolkolle in den Akten, wer an jenem Tag 110 oder 112 anrief?

  4. Anwohner gehen laut STERN “inzwischen davon aus, Mundlos und Böhnhardt seien schon tot gewesen, als das Wohnmobil erneut in ihrem Wohngebiet geparkt und schließlich angezündet wurde. Es hatte dort schon in der Nacht zuvor gestanden und war am frühen Morgen nur etwa eine Stunde nicht da.”

    Damit stehen die Anwohner im Widerspruch zu den zwei Streifenpolizisten mit ihren „gehörten Schüssen“, von denen wiederum die Anlieger nichts wissen wollen: “Schüsse sind keine gefallen, das hätte ich gehört”
    http://www.stern.de/politik/deutschland/zwickauer-terrorzelle-das-raetsel-von-eisenach-3442950.html

    Der „Vertrauensvorschuss“, den Uniformierte in der Öffentlichkeit gewöhnlich genießen (gegenüber beliebigen Anwohnern), ist allerdings bereits gründlich verscherzt – durch mehrfach geänderte offizielle Tathergangs-Varianten:
    Mal Umzinglung mit Schußwechsel, mal nur Schüsse vom Wohnmobil her gehört (=von einem quasi „spazierenden“ Polizisten-Duo und ohne die Urheber zu sehen, die angeblich binnen schlappen 20 Sekunden Doppel-Suizid samt Brandstiftung beschließen und ausführen).

    Vor und nach einem Bankraub auffällig im gleichen („fremden“) Wohngebiet zu parken, spräche (wenn es genau so gewesen wäre) nicht gerade für Profi-Bankräuber mit nahezu perfekter Spurenvermeidung.

    Eine Stunde Abwesenheit lässt übrigens kaum Spielraum für mehr als nur ein reines Leichen-Abholen, wodurch
    a) das Thema Vorwissen auf den Vorabend zurückreicht und
    b) auch die Tatortpräparation keine größeren (zeitlichen) Fragen mehr aufwirft (Pannen und Chaos sind – wie die vielfältige Aktenvernichtung – viel eher als gewollter Teil der Inszenierung denn als vermeintlich ärgerliche Querschläger zu betrachten) und
    c) der flüchtende dritte Mann für den Plot nicht in der Rolle des schießenden Vor-Ort-Doppelmörders gebraucht wird, sondern reiner „Leichenspediteur“ bleiben kann.

    Den von Anliegern gesichteten dritten Mann kann die Polizei nämlich sowieso nur leugnen, wenn er beim angeblichen polizeilichen Hören von Schüssen noch anwesend gewesen sein muss.
    In einer Rolle als reiner Leichen-Transporteur können die Anwohner seine Flucht gesehen haben, bevor die Polizisten hinzukamen und ihre Phantom-Schüsse hörten.

    Beachtlich auch die vielfältigen Tempo-Rekorde:
    Nicht nur die Uwes suizidieren blitzschnell, auch Super-Menzel steht fast sofort am Tatort, den die alarmierte örtliche Feuerwehr nach 5-10 Minuten erreicht.
    http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/NSU-Prozess-Verschwoerungstheorie-oder-Ermittlungsergebnis-374745289

    Noch erstaunlicher: Laut Aufnahmen „eines Kamerateams“ wurde beim Wohnwagen die “Tür bereits vor dem Löschen geöffnet ”,
    http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/NSU-Ausschuss-soll-klaeren-Was-geschah-wirklich-am-Wohnmobil-1631083368

    Schneller fast als die Feuerwehr mit ihren Kameras vor Ort – und ihre Kameras beschlagnahmt Menzel nicht, anders als die Kamera der in Ahnungslosigkeit gehaltenen, obwohl amtlich anwesenden Feuerwehr?

  5. Es gab schon mal die Überlegung, dass die Wohnmobile während der “Fehlstunde” ausgetauscht wurden (inkl. Nummernschilder). Es ist unwahrscheinlich, dass ein präpariertes Wohnmobil über Nacht unbeaufsichtigt im Wohngebiet stand. Ein leeres Wohnmobil parkte am Vortag, um die Anwohner an das Fahrzeug zu gewöhnen.

  6. Die Anwohner sahen den 3. Mann, bevor die Polizei dort eintraf. Das haben sie uns so gesagt. Seit 1 Jahr ist das bekannt. Tun sich Einige immer noch sehr schwer damit… ebenso wie mit dem Notruf, der in den Akten fehlt. Und der den Krankenwagen erklärt?

    1. Mit dem wörtlichen Zitat, dass die Anwohner „inzwischen“ davon ausgehen, Mundlos und Böhnhardt seien „schon tot gewesen, als das Wohnmobil erneut in ihrem Wohngebiet geparkt und schließlich angezündet wurde“ (siehe STERN-Artikel) wollte ich nicht auf eine aktuelle Neuigkeit verweisen, sondern auf einen von Anfang an öffentlich bekannten Widerspruch zwischen Behörden und Anwohnern – der STERN-Artikel ist vom 20.11.11!

      „Berichte von einer dritten Person, die kurz vor dem Eintreffen der Polizei das Wohnmobil verlassen haben soll, verstummen im Eisenacher Neubaugebiet Wartburgblick dennoch nicht“ – auch diese Passage des STERN-Artikels zeigt, dass NSU-Leaks vor einem Jahr nichts Neues erfuhr, sondern nur längst Bekanntes bestätigt bekam.

      Wenn Anklage und Münchner OLG trotz dieser anfänglichen Nachrichtenlage sich nicht für die Anwohner interessieren, dann dürfte es sie auch wenig beeindrucken, was NSU-Leaks vor einem Jahr mit den Anwohnern besprochen hatte.

      Skandalöser ist da schon, dass beide sich auch nicht mit den Details eines ebenfalls ein Jahr alten, aber hochoffiziellen Dokuments beschäftigen wollen:
      Der Schlussbericht des Thüringer U-Ausschusses erhebt einen umfassenden Sabotage-Verdacht, prangert den erfundenen und viel zu spät dementierten Lungenruß an und hat detaillierte Selbstmordzweifel. Und er zerpflückt das polizeiliche Leugnen des „dritten Mannes“.

  7. Die Forensiker, welche die Leichen untersuchten haben hoffentlich (?) eine Todeszeitbestimmung durchgeführt, oder haben die das unterlassen weil „klar“ war, dass Selbstmord vorlag?

    „Zur Feststellung des Todeszeitpunktes oder der Leichenliegezeit stehen der Rechtsmedizin verschiedene Methoden zur Verfügung. So geben die Beurteilung der Totenstarre und der Leichenflecken grobe Richtwerte (Beginn der Totenstarre nach 2–4 Stunden, volle Ausprägung nach 6–8 Stunden, Lösung nach 2–3 Tagen). Als eine der genauesten Methoden gilt die Bestimmung der Körperkerntemperatur, die unter Berücksichtigung der Außentemperatur, des Körpergewichtes und der Auffindungsumstände zur Berechnung der Abkühlzeit benutzt werden.“

    Exakt Letzeres hätte gemacht werden müssen, von den Leipziger Forensikern, um die offizeille Selbstmordthese zu untermauern! Vermutlich wurde das lunterlassen, als weiterer Hinweis, dass die beiden Uwes ermordet wurden.

  8. das wurde mit Sicherheit auch getan, es gibt sogar ein Video des Notarztes am Wohnmobil. Rettungsdienst steht auf seinem Overall hinten drauf, und er steht direkt an der Womo-Tür.

  9. Am 24.11.11, drei Tage nach dem Auftritt von Ziercke / Range, „wandte sich die Leiterin der Rechtsmedizin an die Polizei. Beim Sichten der Akten sei ihr aufgefallen, dass Mundlos und Böhnhardt ’nicht auf der Rückseite geöffnet‘ worden waren(…)
    Das BKA konnte die bereits geplante Einäscherung gerade noch stoppen, die Bundesanwaltschaft veranlasste die erneute Untersuchung der Leichen.“
    Der Focus (Nr. 38/2012) stellte beruhigend fest, dass „sich am Gesamtergebnis nichts änderte“, was hauptsächlich darauf bezogen wurde, dass keine weiteren Verletzungen (sprich: äußeren Einwirkungen durch z.B. einen 3. Mann) festgestellt werden konnten und dass damit Verschwörungstheorien endgültig und quasi in letzter Sekunde der Boden entzogen worden sei.
    http://www.focus.de/politik/deutschland/nazi-terror/tid-27475/report-beerdigung-gestoppt-beerdigung-gestoppt-seite-2_aid_826370.html

    Wofür der Focus 2012 noch keine Antenne hatte, war natürlich das Thema „Rußlunge“. Ist der „Irrtum“ bei der ersten, schlampigen Obduktion am 5.11.11 entstanden und von Ziercke / Range am 21.11.11 an die Öffentlichkeit transportiert worden, um dann ab 24.11.11 (aber vorerst nur ganz „intern“) korrigiert worden zu sein?

    Oder hatte die Rechtsmedizin-Leiterin evtl. nicht wegen der „übersehenen Rückseite“ Alarm geschlagen, sondern weil schon bei der ersten Obduktion der Lungenruß fehlte und damit die Uwes bei der Brandstiftung bereits tot gewesen sein müssen? Und weil ihr nicht nur auffiel, dass der erste Bericht keine evtl. notwendigen Schlüsse aus dem Fehlen des Rußes zog, sondern dass Ziercke / Range zur Abrundung ihrer Suizid-Geschichte diesen fehlenden Ruß gezielt herbeilogen?

    Ihr Sichten der Akten bzw. der Alarm war nämlich reichlich spät: 6 Tage nach Freigabe der Leichen am 18.11.11.
    Hatte sie bis über den 18.11.11 hinaus nur ein ungutes Gefühl, aber nicht die Absicht, Alarm zu schlagen? Wurden ab 21.11.11 aus dem unguten Gefühl evtl. „Gewissensbisse“, die am 24.11.11 zum Alarm führten?

    Eine solche Annahme würde allerdings voraussetzen, dass die Dame zwischenzeitlich „gebrieft“ wurde, damit sie die Füße stillhält, wenn über ihren wahren Alarmierungsgrund Falsches veröffentlicht wird.
    Wie auch immer, auf ihren Alarm hin wird ihr das Ergebnis der zweiten Obduktion vorgelegt worden sein – und sie ging mit der dort definitiv fehlenden Rußlunge ebensowenig korrigierend an die Öffentlichkeit wie alle anderen, Ziercke und Range voran.

    Nach der ersten „schlampigen“ Obduktion war es jedenfalls bei der zweiten längst zu spät, um zum exakten Todeszeitpunkt noch eine brauchbare Aussage zu erhalten.

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