Ceska-Morde: Analyse der Schmauchspuren soll Verfassungsschützer belasten!

Die Zeitung „freie Presse“ veröffentlichte heute den Artikel „NSU: Neue Spuren belasten V-Mann-Führer“. Es wird offenbar aus den Ermittlungsakten berichtet. Bisher war nur bekannt, dass an der Kleidung des damaligen Verfassungsschützers und Tatverdächtigen Andreas Temme Schmauchspuren von Schusswaffen gefunden wurden. Das wäre aber nichts besonderes gewesen, da er derzeit bei einem Schützenverein war. Das entspricht anscheinend nicht der Wahrheit.

Jetzt berichtet die „freie Presse“, dass ein Schmauchpartikel a) eine „unübliche chemische Zusammensetzung“ gehabt hätte, die b) „exakt“ mit der Treibladung der Patronen identisch gewesen wäre, die bei den Ceska-Morde verwendet wurden! Es wäre ein „Schmauchpartikel der Mordmunition“ gewesen.

Die Spur wurde an Handschuhen gefunden, die im Elternhaus Temmes gefunden wurden. Die „freie Presse“ veröffentlicht auch ein Foto dieser verdächtigen Handschuhe .

„Eine weitere Spur ist ein Schmauchpartikel an einem Paar Handschuhe des Geheimdienstlers. Die grauen Lederhandschuhe hatte man 2006 bei T. als einstigem Verdächtigen im Kasseler Mordfall sichergestellt. Während die hessische Polizei die Spur als wichtig erachtete, wurden sie nach Rücksprache mit dem Bundeskriminalamt nicht weiterverfolgt. Das Argument lautete, Andreas T. sei Sportschütze, Schmauch an seiner Kleidung habe geringen Beweiswert.

Allerdings ließ man außer Acht, dass besagte Schmauchspur eine unübliche chemische Zusammensetzung aufwies. Sie entsprach exakt der Treibladung der bei den Morden verwandten Munition eines tschechischen Herstellers. In T.’s Sportschützenverein gehörte diese Munition nach „Freie Presse“-Recherchen nicht zu den üblichen Munitionstypen.“

… zum weiterlesen „freie-presse“ klicken.

handschuhe-temme

Quelle: freie presse

Im NSU-Prozess kritisieren Nebenkläger und Beobachter den gerichtlichen Umgang mit dem dubiosen ehemaligen Geheimdienstler. Es werden von Richter Manfred Götzl beispielsweise nicht alle Ermittlungsakten hinzugezogen und meist der Linie der Bundesanwaltschaft gefolgt.

20131204_NSU_Prozess_Richter_Goetzl_Andreas_Temme_Verfassungsschuetzer

 

Quelle: Goetz Wiedenroth (mit freundlicher Genehmigung)

16 Gedanken zu „Ceska-Morde: Analyse der Schmauchspuren soll Verfassungsschützer belasten!“

  1. So ist er, der vorbildliche VS-Beamte: Erschießt erst am hellichten Tage den Yozgat und bezahlt dann brav seine Internetsurferei. Doof ist er auch noch. Warum hat nicht einfach B&M gesehen oder irgendeinen Islamisten …

  2. In den Akten fehlt die Auskunft des Netzbetreibers von Temmes Handy(s) für den Mordtag Dortmund und Kassel.

    Es gibt keine Geodaten Temmes, obwohl die in den Netzbetreiber-Records enthalten sind.

    Das war bei Böhnhardt 1998 so, das ist bei Kiesewetter und Arnold 2007 ebenso.

    aber bei Temme fehlen diese Geodaten des Netzbetreibers, wie sie auch beim FEG-Diensthandy (lag im BMW) fehlen.

    Würde ich mal drüber nachdenken, was das wohl bedeuten könnte…

      1. Was sagt schon ein Partikel S&B-Schmauch aus, wenn es zig weitere Sorten Schauchpartikel anderer Hersteller auf Jacken und Handschuhen gab, die auf Schießständen benutzt wurden?

        PMC, Morde 1-4, das wäre ja noch einigermassen selten, aber doch nicht S&B, Allerweltskram.

        Temme hatte eine .45er H&K, eine Beretta 9*19 mm, einen .22er Revolver, KK auch noch irgendwas, und jede Menge legale Munition dazu.

        Die Temme-Macke überlassen wir Euch gern. Samt Gärtner. Das ist ein Pappdrache. Er verdeckt den Mörder. Weisungsgemäss.

  3. Interessant was Wiki zum Thema Schmauspuren sagt:

    Seit Mai 2006 wird die Schmauchspur-Analyse beim FBI nicht mehr angewandt. Es wurde in einer Untersuchung nachgewiesen, dass eine hohe Anzahl von Personen, die nachweislich keine Waffe abgefeuert hatten, mit Schmauchspuren an Kleidung und Körperteilen kontaminiert waren. Schmauchspuren wurden z. B. durch den Kontakt mit Polizeibeamten bei der Abnahme von Fingerabdrücken übertragen.[1]

    In den USA hat diese Untersuchung dazu geführt, dass viele forensische Verfahren neu überprüft wurden. Im Zuge dieser Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Materialanalyse eines Projektils keinen Aufschluss mehr über seinen Herstellungszeitraum gibt. Diese Analyse galt bis dahin als sicherer Beweis, dass ein Vergleichsgeschoss aus dem Hause eines Verdächtigen zum selben Datum gefertigt wurde.[2]
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schmauch

    Meinst das wissen deutsche Ermittler nich? 😉

  4. Die deutschen Ermittlungsbehörden sind der Entscheidung des FBI bisher aber nicht gefolgt, hier bei Ermittlungen 2013:
    http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article119532328/Schmauchspuren-aber-keine-Spur.html

    Bei uns gelten Schmauchspuren zwar als problematisch, aber nicht als wertlos. Manchmal sind sie sogar Basis, um in Indizienprozessen eine lebenslange Haftstrafe zu fordern, wie 2011 beim “Babenhausener Doppelmord”:
    “Die Anklage sieht den 41-Jährigen auch durch Schmauchspuren überführt, die an seiner Hose gefunden wurden.”
    http://www.abendblatt.de/vermischtes/article108050146/Babenhausener-Doppelmord-Anklage-fordert-lebenslange-Haft.html

    Die Verurteilung stützte sich dann tatsächlich auf dieses Indiz (obwohl die Partikel anscheinend “nicht eindeutig der bei dem Mord verwendeten Munition zugeordnet werden” konnten) sowie ein zweites – ebenso fragwürdiges? – in Form von Surfspuren (Suche nach Schalldämpfern) am Firmen-PC, zu dem allerdings auch andere Personen Zugang gehabt haben sollen:
    http://www.doppelmord-babenhausen.de/

  5. Was haltet ihr von dem Gutachten bezüglich der Beulen am Kopf von Halit Yozgat?

    siehe:
    https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/06/13/mord-kassel-eine-zeitleiste-mal-anders-teil-4-um-1630-oder-um-17-uhr-erschossen/

    https://sicherungsblog.files.wordpress.com/2015/06/gutachten1.jpg?w=436&h=328

    https://i0.wp.com/fs2.directupload.net/images/150613/dabmox5g.jpg

    – Dort steht als Name „Yozbgab“ statt Yozgat.
    „Yozbgab“ wurde dann durchgestrichen und handschriftlich durch „Yozgat“ ersetzt.

    – Es wird kein Name des Gutachters genannt.
    Müssten da nicht eigentlich die Namen von Rechtsmediziner Prof. Dr. Klaus-Steffen Saternus und Neuropathologe Wolfgang Brück stehen?
    Die sagten am 42.Verhandlungstag am 2.Okotber 2013 im Prozess aus:
    https://www.nsu-watch.info/2013/10/protokoll-42-verhandlungstag-2-oktober-2013/

    – Es gibt kein Erstellungsdatum auf dem Deckblatt („Erstattet am:“ ist leer)

    – Es gibt kein Aktenzeichen („liegt nicht vor“)

    – Es gibt das Gutachten nicht als Download

    – In dem Gutachten steht angeblich: „der Patient mindestens 30 Minuten nach dem Ereignis noch lebte“

    Laut der Aussage des Neuropathologen in folgendem Artikel aber war Halit Yozgat sofort tot:
    Zitat:
    Das bestätigte Wolfgang Brück, promovierter Neuropathologe der Universitätsmedizin Göttingen. Er habe keinerlei Reaktion des Hirngewebes auf das durch den Schuss ausgelöste Koma feststellen können. Das Opfer war demnach sofort tot.
    http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Goettingen/Uebersicht/Goettinger-Mediziner-sagen-im-NSU-Mordprozess-zum-Fall-Yozgat-aus

    Wenn Halit Yozgat noch 30 Minuten gelebt hat, wie es im Gutachten steht, dann war die Aussage im Prozess bzw in dem Zeitungsartikel falsch, denn demnach war Halit Yozgat sofort tot.

    Andersrum: Wenn die Aussage im Artikel bzw im Prozess stimmt, dann ist das Gutachten gefälscht.

    Wenn Halit Yozgat bereits 30 Minuten vorher angeschossen wurde und aufgrund dieser Treffer sofortige Bewustlosigkeit eintrag, dann konnte Halit weder mit dem Gast Abu Tamam reden, noch konnte er zwischenzeitlich zur Toilette gehen.

    1. ich kann mir nicht vorstellen, dass Halit Yozgat eine längere Zeit (15-30 Minuten) unbemerkt in seinem Internet-Cafe am Tisch sass, obwohl er angeschossen wurde. Das Gutachten ist jedoch Realität. Es ist so ähnlich wie beim Rostocker Mord, wo im Hals des Opfers eine Klinge gefunden worden wäre. Die ist später komplett verschwunden, stattdessen wars die Ceska. Ich habe keine Ahnung, was ich von diesen Gutachten halten soll.

      1. Ja, ein Gutachten gab es.
        Die Gutachter haben im Prozess ausgesagt.

        Die Frage ist aber, was genau da drin steht bezüglich der Überlebensdauer.
        a) sofort tot (wie im Prozess und im Artikel gesagt)
        b) 30 Minuten überlebt (wie man im Screenshot aus dem angeblichen Gutachten lesen kann)

        Falls a richtig ist und b falsch, dann wurden die Akten von fatalist versalzen / gefälscht.

  6. Andreas Temme bei der Tatortbegehung in Kassel (Video):

    http://www.welt.de/videos/article137910331/Andreas-Temme-bei-der-Tatortbegehung-in-Kassel.html

    es fällt auf:

    – Andreas Temme schaut gar nicht in Richtung Schreibtisch, obwohl er eigentlich bezahlen will. Er schaut stur geradeaus und mal kurz nach oben links, aber nie dorthin, wo eigentlich Halit hätte sitzen sollen. Als er Geld herausholt, da wendet er dem Schreibtisch sogar den Rücken zu.

    – obwohl er die Tür mit der rechten Hand aufmacht und mit der rechten Hand das Geld aus der Geldbörse holt, also vermutlich Rechtshänder ist, legt er das Geld mit der linken Hand auf den Tisch. Dabei beugt er sich auffallend weit seitlich nach unten. Bei aufrechtem Stand hätte er nähe am Tisch gestanden und bei seiner Größe von 189 cm hätte er dann mehr gesehen.
    Diese unnatürliche Hexenschussfördernde Körperhaltung ist nicht authentisch, sondern das hat Temme eingebaut, um das Nichtsehen des Opfers zu erklären.

    – er bezahlt nachträglich.
    Die beiden anderen Zeugen Emre E. und Ahmed Saleh Said A. haben im Voraus bezahlt.

    – Die Tür macht quietschende Geräusche beim Öffnen und Schließen. Die Zeugen Emre E. und Ahmed Saleh Said . haben keine Türöffnung gehört.

    – Der Boden ist auffallend laut. Man hört jeden einzelnen Schritt.

    Meine Meinung:
    Andreas Temme hat etwas gehört und gesehen.

  7. Szenario:
    Faiz Hamadi S. aus der Telefonzelle Nr3 war der Schütze.
    Wäre ein anderer Täter in das Internetcafe gekommen, dann hätte man die Türe hören müssen. Das war aber nicht der Fall.
    Außerdem passt der Winkel zwischen Telefonzelle 3 und dem Schreibtisch perfekt zum Winkel des ersten Treffers, nämlich von rechts nach links seitlich in den Kopf.
    Die Telefonzellen sind schallgedämmt. Zumindest haben sie rundherum und auch nach oben eine dünne Wand/Decke. Das kann das Geräusch des Schusses gedämpft haben.
    Die Wände zwischen dem vorderenund dem hinteren Raum sind verwinkelt, so dass der Schall um die Ecke musste. Dadurch entsteht eine Art Schallschutzwand.

    S. und T. stecken unter einer Decke (V-Mann und sein Führer).
    T. passt hinten auf, dass keiner die Aktion stört.
    T. steht direkt nach der Tötung von Halit durch S. auf, übernimmt die Waffe von S. und lässt diese verschwinden, indem er sie einfach mit nach draussen nimmt und davonfährt.
    S. bleibt am Tatort und fragt noch scheinheilig, ob jemand da wäre, weil er „bezahlen“.
    Ein paar Tage oder Wochen später reist er zurück in den Irak und ist aus dem Schneider.

    1. Was hältst Du davon: Wenn es ein Auftragsmord war (Inkasso o.ä.), dann hat den Job mutmaßlich ein Externer erledigt; niemand aus dem näheren Umfeld.

      Der Mord wäre dann nicht am hellichten Tage während des Geschäftsbetriebes mit Publikumsverkehr verübt worden. Ein Externer wählt Geschäftszeiten, weil die Chance groß ist, die Zielperson anzutreffen. Er ist ja nur kurz da. Jemand aus dem Umfeld wählt günstigere Bedingungen, er hat Zeit.

      Aber es ist stark davon auszugehen, dass der Iraker etwas mitbekam, wahrscheinlich den Täter sah.

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