Der NSU ist wirklich unser 11. September 2001

Beide menschenverachtende Kapitalverbrechen sind nach wie vor unaufgeklärt, die Hintermänner weiter unter uns. Die medial präsentierten Täter waren kleine Lichter eines mit Informanten unterwandernden und kontrollierten Netzwerkes, erlegte Sündenböcke, die sich aufgrund ihrer „Selbstmorde“ oder anderer Umstände nicht mehr wehren können. Die juristischen Einordnungen und medialen Vorverurteilungen basieren in beiden Fällen auf sehr zweifelhaften „Beweisen“. Die Schockwirkung beider Verbrechen wird in beiden Fällen schamlos politisch ausgenutzt.

Die Parallelen zwischen dem 11. September 2001 und der Verbrechensserie des sogenannten „National Sozialistischen Untergrunds“ (NSU) sind augenscheinlich.

Die Angriffspläne und- vorbereitungen der 19 Flugzeugentführer um Mohammed Atta sowie der „NSU-Kleinstzelle“ von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe sind nach offizieller Auffassung dem jeweiligen Sicherheitsapparat verborgen geblieben. Dies änderte sich nach dem „Auffliegen“ der Zellen regelmäßig sehr schnell, zu schnell.

Immer fanden sich nach Jahren der vorgeblichen Ahnungslosigkeit in unglaubwürdiger Schnelligkeit scheinbare Beweise, die die Täterschaft der Sündenböcke belegen sollen.

So habe das „NSU-Trio“ am 04.11.11 einen Banküberfall in Eisenach verübt. Das Fluchtauto, ein angemietetes Wohnmobil, sollen sie mit Beweismaterial vollgestopft haben: Geld früherer Banküberfälle, erbeutete Dienstwaffen vom Heilbronner Polizistenüberfall 2007, „NSU-Bekennerfilme“ und zahlreiches anderes Gerät.

Nachdem Böhnhardt und Mundlos Wohnmobil von zwei dicklichen Streifenpolizisten „entdeckt“ worden waren, schossen sich die (angeblichen) Terroristen selbst in ihre Köpfe [1. Polizei-Version], nachdem sie zuvor angeblich das Fluchtauto angezündet hatten.

Frau Zschäpe sei nach offizieller Auffassung am 04.11.11 von ihrer Wohnung in Zwickau „geflüchtet“. Sie hätte jedoch Beweismittel zurückgelassen, etwa die so genannte Ceska-Mordwaffe und scheinbare „NSU-Bekennerfilme“. Auch sie hätte Feuer gelegt, um Beweise zu vernichten.

Wenn sie Beweise vernichten hätte wollen, warum verteilte sie anschließend „NSU-Bekennerfilme“ und bezichtigte sich damit selbst? Das-gleiche gilt für die Brandstiftung im Wohnmobil. Wenn Böhnhardt und Mundlos Beweise vernichten hätten wollen, warum nahmen sie das Material überhaupt mit zum Banküberfall?

Was für eine „Terroristin“ ist Frau Zschäpe, wenn sie sich am 08.11.11 der Polizei stellt und dann vor Gericht schweigt? Haben sich so Terroristen verhalten in der deutschen Geschichte, etwa die der RAF? Was sind Böhnhardt und Mundlos für Terroristen, wenn sie nicht die Konfrontation mit der angeblich verhassten Staatsmacht suchten sondern sich lieber selbst erschossen?

Genauso unverständlich erscheinen die Verhaltensweisen von Mohammed Atta. Am 10. September fuhr Atta mit einem Mietwagen von Boston nach Portland [Maine], dann am frühen Morgen des 11. September flog er wieder zurück. In Boston stieg er eine Stunde vor Abflug um 6.45 Uhr auf jene Maschine um, die er entführen und in den WTC-Turm manövrieren hätte wollen.

Warum nahm Atta das Risiko in Kauf den Flug zu verpassen, fragte Prof. David Ray Griffin in seinem Aufsatz „Mohamed Attas Mitsubishi und sein Gepäck“.

Attas Koffer wurde im Flughafen Boston „versehentlich“ nicht in das Flugzeug geladen, und so fanden Ermittler dort viele scheinbare „Beweise“, etwa „Anweisungen für die Terroranschläge in New York und Washington“ oder Attas angebliches „Testament“. Konnte Atta davon ausgehen, dass sein schriftliches Testament nicht vom Einschlag in den World Trade Center zerstört und verbrannt werden würde?

… so unbeschädigt das Inferno überstehen könnte wie der Pass des „Entführers“ Satam al Suqami? Ein Mann hätte dessen Pass am 11. September 2001 auf den Straßen von New York gefunden und einem Polizisten einer speziellen Anti-Terror-Einheit ausgehändigt. Dann wäre der bis heute unbekannte Finder weggelaufen (911blogger).

Die als unzerstörbar geltenden Flugschreiber der zwei Flugzeuge überlebten offenbar das WTC-Inferno nicht und pulverisierten wie die drei (!) WTC-Stahlkolosse, WTC – 7 mitgezählt!

Auch in Zwickau wurden viele Beweise auf wundersame Weise im Brandschutt gefunden. Ein Feuerwehrmann kommentierte dies so:

“Nach dem, was ich während dieses Einsatzes gesehen habe, muss ich mich sehr wundern, was dort zwei Tage danach noch alles in der Brandruine gefunden wurde.” (friedensblick)

Fazit

Es zeugt keineswegs von Sympathie zu den perversen „religiösen“ und politischen Ansichten der präsentierten Sündenböcke, wenn Zweifel über die „Entdeckungen“ der angeblichen Beweise ihrer Täterschaft geäußert wird.

Zweifel zeugen vielmehr vom Bewusstsein des aufgeklärten Bürgers, der nicht an staatliche Magie glaubt sondern an seine Fähigkeit, den kritischen Verstand selbstständig zu benützen und  an seine Stärke, sich dem destruktiven Gruppenzwang zu widersetzen.

14 Gedanken zu „Der NSU ist wirklich unser 11. September 2001“

  1. “ Was sind Böhnhardt und Mundlos für Terroristen, wenn sie nicht die Konfrontation mit der angeblich verhassten Staatsmacht suchten sondern sich lieber selbst erschossen?“

    Der Charakter dieser Schein-Frage ist als solcher inzwischen amtlich beglaubigt:
    Immerhin bezweifeln in Thüringen Regierung und Parlament – parteiübergreifend! – die im Abschlussbericht durchgängig so genannte „Selbstmord-These“. Und sie beschränken sich nicht aufs Zweifeln, sondern nennen eine Reihe guter Argumente / Belege gegen die These sowie Argumente / Belege gegen die Ausreden der an der Selbstmord-These festhaltenden Behörden. Auch das u.a. für „Neueinsteiger“ oder die „Tagesschau-Öffentlichkeit“ besondes griffige Argument der „Kaltblütigkeit“ fehlt natürlich nicht.

    Ob Zschäpe – aus welchen Motiven auch immer – gezündelt hat (oder evtl. diejenigen, die sie zur schnellen Flucht animierten, um die Brandruine mit „Beweisen“ möblieren zu können)? Nix genaues weiß man nicht.

    Als Verteiler der Pink-Panther-DVDs kommt sie bei zumindest einem Empfänger nicht in Betracht und bei den übrigen fragt man sich, warum ihre Fingerabdrücke fehlen. Sorge um die Anonymität kann es nicht (mehr) gewesen sein.
    Denn falls sie die DVDs verteilt hat (bzw. verteilen ließ), dann wohl deshalb, um mit „PR“ eine stillschweigende Komplett- Entsorgung des Trios (sprich ihre ausstehende Verselbstmordung) zu verhindern. Vor der sie sich demnach offensichtlich nicht einmal in den Händen der Polizei völlig sicher wähnte.

    „Was für eine ‚Terroristin‘ ist Frau Zschäpe, wenn sie sich am 08.11.11 der Polizei stellt und dann vor Gericht schweigt?“

    Diese Frage dürfte hingegen geklärt sein: Sie hat sich nach anwaltlicher Beratung gestellt und wohl fest auf die Anwendung der Kronzeugen-Regelung gehofft. Der Generalbundesanwalt, ganz Moralist, „zögerte“ in den ersten Wochen noch, das unmoralische Angebot anzunehmen, hat es also zumindest ernsthaft in Erwägung gezogen.
    http://www.n-tv.de/politik/Range-tut-sich-schwer-article4857316.html

    Gab es außer „Moral“ noch andere Faktoren, die dann doch Ranges letztendliches Nein bewirkten?
    Wieso hatte sie und ihr Anwalt (und auch Range!) überhaupt ernsthaft an eine Kronzeugen-Regelung gedacht? Der letzte Überlebende einer Bande ist doch der einzig verbliebene, anklagbare „Haupttäter“ – gegen wen könnte er noch (Kron-)Zeugenaussagen machen? Keine Justiz der Welt lässt doch einen lebenden Täter laufen, nur um tolle Infos über bereits tote Täter zu bekommen!

    Und i.d.R. wird ein „großer“ Fisch nicht als Kronzeuge genutzt, um „kleine“ Fische zur Strecke zu bringen, sondern umgekehrt. Die Ausnahme (der „große“ Fisch ist „nebenberuflich“ so was wie V-Mann etc. ) verkörpert in Sachen NSU niemand so eindrücklich wie Tino Brandt.

    Das führt zur zwei großen Fragen-Komplexen:

    1. Könnte Zschäpe über eine mordende Gruppe berichten, der die Uwes nicht oder zumindest nicht als einzige bzw. nicht als führende Köpfe angehörten?

    2. War Zschäpe V-Frau?

    Die Bejahung von Nr. 1 ist schon fast Mainstream-fähig, zumindest bei Teilen der Medien bzw. Politiker. Bei Nr. 2 müsste man unbedingt den Anrufer aus dem „Sächsischen Innenministerium“ befragen, der vielfach (aber vergeblich) Zschäpe am Todestag der Uwes anrufen wollte.
    Hätte er sie erreicht: Wäre Zschäpes Flucht anders verlaufen, sie z.B. spurlos mit neuer Identität im Ausland verschwunden, keine DVDs und keine NSU-Enthüllung fürs Volks? Oder in Haft und vor Gericht, aber mit erfolgreich durchgeboxter Kronzeugen-Rolle?

    Schon Thomas Starke, ihr damaliger „Techtelmechtel“-Freund und TNT-Lieferant (1997), war vor und nach dem Abtauchen des NSU (und sogar bis 2010 / 2011 !) langjähriger V-Mann.
    2007 hinterließ ein Mensch, der zu ca. 99,85 % genetisch sein Kind sein könnte (müsste?), DNA-Spuren in Zschäpes Wohnung (aber nein, es waren letztendlich nur die Pfoten eines „zufällig“ schlampig arbeitenden Ermittlers mit „zufällig“ ähnlicher DNA).

    Die als TNT-Lager dienende Garage mietete Zschäpe ausgerechnet von einem Polizisten (namens Apel, wie Zschäpes Geburtsname), der im Prozess, wie so viele, mit großer Unwissenheit glänzte.
    Und nicht zuletzt das Wegschauen über viele Jahre hinweg, das die Thüringer nicht mehr mit „Pannen“ durchgehen lassen, sondern als „Sabotage“ bezeichnen: So bereitet man nicht den ganz großen Zugriff vor, sondern so schützt man V-Leute.

    1. … und wenn es doch einen „Deal“ gibt? Dafür spräche das Durchwinken hanebüchener „Beweise“ aus Wohnmobil und Brandruine durch ihre drei Anwälte. Wen verteidigen die Drei eigentlich? Dass Zschäpe solange mit denen still gehalten hat und weiter nicht auspackt, sich wehrt, könnte auch dafür sprechen.
      Die Frage für mich ist, warum Zschäpe überhaupt auf einen „Deal“ angewiesen wäre, was gegen sie wirklich vorliegt, wie sie unter Druck gesetzt würde. Dasgleiche gilt für Wohlleben.

  2. Es spricht schon einiges für einen Deal. Allerdings scheint mir, Zschäpe habe ursprünglich einen viel größeren, günstigeren erhofft – und vielleicht auch erhoffen dürfen / versprochen bekommen. Der dann aber durch irgendwas oder irgendwen unerwartet vermasselt wurde.

    Das ganze Trio wurde über 10 Jahre staatlicherseits vor Verfolgung geschützt und zumindest zeitweise wohl auch finanziert (die Uwes sind jedenfalls mit dem „amtlichen“ Bankräuber-Duo nicht identisch, wie Aust / Laabs überzeugend aufzeigen). Dass nach so langer, überwiegend wohl „tadelloser Dienstzeit“ dann zwei der drei dienstbaren Geister plötzlich ermordet werden, war sicher ebensowenig auf dem Plan ihrer „Dienstherrn“ wie ein Prozess gegen Zschäpe.

    Andererseits tummeln sich in der Unterwelt nicht nur politische Täter und ihre Jäger (Schlapphüte etc.), sondern auch die organisierte Kriminalität verschiedenster Couleur. Auch hier ist Tino Brandt wieder das ideale Beispiel, diesmal für seine nach-politische „Karriere“, die ab seiner Enttarnung begonnen haben mag oder vielleicht schon viel früher.

    Wenn allerdings die Uwes von irgendeiner Mafia „nur“ wegen irgendeines (unpolitischen) Vertrags- / Vertrauensbruchs liquidiert worden wären, dann hätte man das behördlicherseits ungerührt als Mafia-internen Doppelmord abtun können. Man hätte kurz auf die braune Vergangenheit verweisen können, sowie darauf, dass alles Politische längst verjährt war und die Uwes seit mindestens 2000 nur noch unpolitische Straftaten begingen.

    VS-Kontakte hätte man gar nicht erwähnt oder bei Nachfrage einfach geleugnet. Und ohne die offensichtlich präparierten „Beweis-Container“ Wohnwagen und Brandwohnung hätte niemand einen Bezug zur Ceska-Serie herstellen können (wie denn auch, das Gericht schafft es ja kaum mit den präparierten Beweisen).

    Sagte ich niemand? – Niemand außer die Uwes selbst! Bzw. die Komplizen, die das „Testament“ der Uwes verwahren, also z.B. eine schriftliche oder gefilmte Dokumentation über das Wissen der Uwes, mit dem sie zu Lebzeiten evtl. „Kasse machen“ wollten . . .

    Die hektische Angst der Akten-Schredderer unter den Schlapphüten galt bestimmt nicht vorrangig den in Wohnwagen und Brandwohnung gefundenen Beweisen (deren Platzierung sie höchstwahrscheinlich freundlichen, aber ebenso hektischen Kollegen zu verdanken haben), sondern einer ganz großen Enthüllung. Vielleicht liegt hierin auch der Grund für das plötzliche nachträgliche Sterben mancher Zeugen, V-Leute oder was auch immer diese Menschen noch waren?

    Angst vor einer brisanten Enthüllung scheint mir jedenfalls der plausibelste Grund fürs Präparieren von Wohnwagen und Wohnung. Zwei unpolitische Mafiosi (oder kleinkriminelle Mafia-Opfer), die plötzlich mit einer heißen politischen Geschichte daherkommen (oder posthum ihre „Erben“), sind viel glaubhafter (und damit gefährlicher) als zwei politische Untergrund-Fanatiker, deren grausames Morden nur noch Abscheu, Kopfschütteln und die Etikettierung als „hirnkrank“ auslöst.

    Die Ceska-Serie lag jedenfalls fünf Jahre zurück und war im öffentlichen Bewusstsein sowas von gegessen – viel mehr als das 20 Jahre ältere Oktoberfest-Attentat. Und das trotz Temmes Anwesenheit beim Schluss-Mord und des schützenden / verschleiernden Eingriffs der politischen Ebene (Innenminister).

    Wenn behördlicherseits die Ceska-Serie dennoch aufgerührt und in Wohnwagen und Wohnung „eingearbeitet“ wurde, dann muss es einen ganz wichtigen Grund dafür gegeben haben. Entweder die befürchtete / angekündigte „Enthüllung“ geht sowieso in Richtung Ceska-Serie oder ein ganz großes Fass würde aufgemacht (Gladio, staatliche Todesschwadronen, US- und Türkei-Killer in Deutschland?). Jedenfalls so groß, dass dagegen das Eingeständnis „Wir haben die Ceska-Mörder beschattet aber nicht als solche erkannt und daher ihre Verhaftung verpennt“ nur noch eine Lappalie ist.

    Das Verbrennen der Uwes und der Zschäpe-Wohnung sowie das Verbrennen des Florian Heilig dürfte möglichen Erpressern allerdings endgültig klargemacht haben, dass sie das heiße Teil nicht vermarkten, weitergeben oder auch nur im Freundeskreis erwähnen dürfen.

    Zschäpes „Schuld“ (oder Pech?) ist vermutlich, dass sie „ihre“ Uwes nicht von deren Dummheit abgehalten hat / abhalten konnte und die Behörden (die ihr eigentlich eine „Apanage schulden“) somit gezwungen sind, 1 – 2 Sündenböcke öffentlich jahrelang in einem ermüdenden Endlos-Prozess zu präsentieren.

  3. Zur Festigung der offiziellen Geschichte ist Zschäpe auf der Anklagebank natürlich unverzichtbar – aber Wohllebens Rolle ist ein echtes Rätsel. Die schon bisher überlange U-Haft deutet allerdings unverkennbar auf ein hartes Urteil für beide hin.

    Von den 5 Angeklagten waren schon kurz nach Prozess-Beginn die übrigen 3 schon nicht mehr in U-Haft: die beiden „geständigen“ (aussagewilligen) Carsten Schultze und Holger Gerlach sowie der trotzig schweigende André Eminger. Alle drei werden in der Mainstream-Presse mit abgekürztem Familiennamen genannt – wegen Resozialisierung und so.

    Aber was liegt Belastendes gegen Wohlleben vor, außer den lücken- und lügenhaften Aussagen eines Carsten Schultze (und die nicht viel besseren des Holger Gerlach)?

    Deren „brisantes“ Wissen über Waffenbeschaffung durch Wohlleben beruht zunächst mal auf ihrer eigenen (ausführenden) Mittäterschaft an genau diesem Tatbestand – belastet also sie selber zunächst sogar stärker als ihn. Mit der Bezichtigung Wohllebens als Anstifter liefern sie dann aber genau die Aussage, die die Anklage eigentlich vorrangig hören will.

    Eine Aussage, die in einem normalen Prozess erst mal auf ihren naheliegenden Schutzbehauptungs-Charakter abgeklopft und mit zusätzlichen Belegen untermauert werden müsste, wird hier nicht nur sofort gerne geglaubt, sondern (mutmaßlicher Kronzeugen-Deal) zusätzlich mit einer vorab ausgehandelten Wohlverhaltens-Prämie belohnt.
    Welch überzeugende Methode, die „Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ aus jemandem herauszuholen!

    Erst viele Prozesstage später und eher nebenbei bescheinigt ein Tino Brandt, dass Schultze echte Führungsqualitäten hatte, also beileibe nicht das willenlose Würmchen war, als das er einem dominanten Wohlleben gedient haben will.
    Dass ein stellvertretender Landeschef der Jungen Nationaldemokraten nicht einfach ein Mitläufer gewesen sein kann, hätte sich allerdings schon von Anfang an durch einfaches Nachdenken erschließen müssen. Ob die Anklage dies im Schlussplädoyer oder der Richter im Urteil angemessen würdigen werden? Einen hohen Geldbetrag würde ich darauf nicht wetten . . .

    Aber mal angenommen, Gerlach und Schultze wären wirklich hilfsbereite liebe Menschen und daher nahezu „willenlose Werkzeuge“ eines dominanten Wohlleben gewesen:
    Warum war dann einerseits ihre Waffen-Übergabe an die Uwes schuldbefreiend „naiv“ und „unwissend“, wenn andererseits bei Wohlleben (als Anstifter der Waffenübergabe) dessen Wissen um geplante Straftaten mit den noch zu übergebenden Waffen gerade (und nur) durch diese zwei angeblichen Naivlinge bezeugt werden kann?

    Und wie entnimmt man den dunklen Andeutungen, die die beiden Naivlinge gehört haben wollen, konkretes Wissen um Mordpläne (statt z.B. „bloß“ Banküberfall-Pläne)?
    Wieso fixiert man sich überhaupt so selbstverständlich auf den „Ceska-Beschaffer“? Die Uwes wurden inmitten vieler Waffen gefunden, die teils verheerendere Wirksamkeit haben (MG, Pumpgun) und auch von anderen Lieferanten als nur Wohlleben stammen dürften – dass „seine“ Waffe Lieblings-Mordinstrument werden sollte kann doch bei Lieferung noch nicht absehbar gewesen sein?

    Angenommen, ein Sündenbock werde halt unbedingt gebraucht – warum gerade er? Im NPD-Verbotsverfahren (bis 2003) war er als V-Mann für die Behörden tätig, was 2012 ein beteiligt gewesener Bundesanwalt enthüllte:
    http://www.stern.de/investigativ/projekte/terrorismus/ex-npd-funktionaer-mutmasslicher-nsu-helfer-soll-v-mann-gewesen-sein-1900564.html

    Der Dank für ehemalige Mitarbeit kann natürlich nicht endlos dauern, aber die mühsam gebastelte „Beihilfe zum Mord“ sieht schon sehr nach staatsanwaltlicher „Verzweiflungstat“ aus: So wie eine verurteilte Zschäpe das Wunschbild „Uwes gleich Ceska-Mörder“ fixieren wird, so wird ein verurteilter Wohlleben die Schweizer Herkunft der Mord-Ceska garantieren und damit die Inhaber der Stasi-Ceskas entlasten – musste er daher um jeden Preis reingezogen werden, egal ob er will oder nicht? Aber konnte das Spiel mit den zwei dubiosen Zeugen überhaupt gelingen, wenn man sich nicht auf ein bleibendes (d.h. verabredetes?) Schweigen Wohllebens verlassen konnte?

    Und wieso sollte ein Familienvater wie Wohlleben sich für einen Deal hergeben, der ihn jetzt schon jahrelang von der Familie trennt? Warum bricht er dennoch nicht das Schweigen, das (entgegen normalen Prozessen: „Schweigen darf nicht zu seinen Ungunsten ausgelegt werden“) hier mit größter Selbstverständlichkeit für das unwidersprochene Durchwinken der Schultze-Märchen missbraucht wird?

    1. Genau das geht mir auch durch den Kopf. Keine Ahnung! Könnte vielleicht etwas Schlimmeres, etwas gesellschaftlich noch Geächteteres gegen Wohlleben und Zschäpe vorliegen, dass sie sagen: Lieber wegen Beihilfe zum Mord verurteilt werden und das Schlimmere wird vertuscht? Andreas Hauß spekuliert über einen Kinderporno-Ring.

      1. Hinweise in diese Richtung gibt es ja einige:
        – Kinderporno-Funde auf Zschäpes PC,
        – Böhnhardts Jugendfreund, der immer noch irgendwie eines Kindesmordes in der damaligen gemeinsamen Zeit verdächtig scheint,
        – bandenmäßige Kinderprostitution durch das Organisations-Talent Tino Brandt.

        Und der nie geklärte Sachsensumpf befand sich in räumlicher und zeitlicher Nähe.

  4. Das Rätsel des Ralf W. erklärt sich vielleicht auch aus seiner persönlichen Situation. Jahrelang in annähernder Einzelhaft, universelle Verteufelung auf allen Kanälen, Verdacht um Verdacht auch durch die eigenen Leute, katastrophale Familienverhältnisse durch die Haft, übermächtige Verblödung durch die Medien, die selbst die eigenen Anwälte betrifft.
    Zu wenig Ressourcen für ein sinnvolles Aktenstudium und schwerste Depressionen.
    Ich würde wohl einfach zusammenbrechen und auf Dauer die Schnauze halten. So ist es ja auch gedacht.

    1. Glaubst Du das wirklich? Vollständige Isolation und Unterwerfung sind nicht möglich. Nicht in der realen Welt. Wobei die Dinge die Du ansprichst, wahrscheinlich so zutreffen.

      Das ist aber nicht des Rätsels Lösung.

      Das eigene Scheitern bzw. der Verlust aller Strukturen, der Fall ins Bodenlose also, all das würde eher in ein Beharren und Beteuern eigener Unschuld umschlagen, wo er sich seiner noch sicher sein kann, also zu Unrecht angeklagt wird, weil der Rest Selbstachtung auf dieses Beharren einer einzigen Wahrheit zusammengeschrumpft ist und dem übermächtigen Feind entgegengeschleudert wird:

      „Ich möchte erklären …“

      1. Was man so hört, tun die Propaganda und der überlebensgroße Haufen an „Ermittlungsergebnissen“ sogar bei der Verteidigung ihre Wirkung. Da soll es AnwältInnen geben, die sich von der Schuld der Angeklagten überzeugen haben lassen.
        Und die Unschuld ist da ja nicht die Unschuld vom Lande. Der W. hat denen schon eine Waffe besorgt. Nur halt nicht die Tatwaffe…
        Was, wenn er sich nicht mehr genau daran erinnern kann oder die Waffe gar nicht gesehen hat?
        O.T.: Du könntest ruhig mal im neuen Forum vorbeischauen. Da würde sich keiner ein Bein brechen.

    1. Du bringst da falsche Prämissen zusammen. Die große Lüge ist nicht abstoßend, das war sie nie.
      Der Bauchladen ist abstoßend.
      Vergleiche sind also Blödsinn.
      Dass in der Politik keine ästhetischen Maßstäbe gelten sollten, dazu kann man sich schon durchringen, wenn es um den Restbestand an Ehre geht.

      1. Wahrheit und Ästhetik sind eins. Ich habe kein Problem, mich notfalls im Gestank zu bewegen. Darum geht es nicht.

        Du benutzt Rechtsfindung für politische Ziele und hast auf unglückliche, wenngleich vermutlich ehrenhafte Weise groteske Selbstdarstellung befördert. Selbst das wäre noch kein Problem, wenn es einen Ausgleich gäbe, um den Eindruck einer egomanischen Dominanz zu vermeiden. Dieser ECHTE Ausgleich ist nicht in Sicht und es ist mglw. auch zu spät dafür.

        Es ist deshalb auch Politik, um nicht zu sagen Propaganda, an Ehrenhaftigkeit zu appellieren. Mit der Gefahr der Abstumpfung übrigens, aber das nur am Rande.

        Ein Varité oder eine Drückerkolonne der „Wahrheit“ werden eher schaden als nützen. Bestenfalls hält es sich die Waage.

        Wenn das System über den NSU stürzen oder sich reformieren muss, ist das das eine. Ein anderes ist es, über das Vehikel NSU das System zu Fall bringen zu wollen. Beim Letzteren – der Politik mittels NSU-Aufklärung – kann beides verspielt werden. Das ist nicht meine Intention.

  5. Dem ist nicht viel hinzuzufügen.
    Schade, dass du das Varieté hinter dir gelassen hast.
    Aufgeblähte Backen und Halbseidenes gehören da einfach dazu, im Zweifelhaften und Unhaltbaren kündigt sich der Ernst des Lebens an (…)
    Machs gut

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