Die Ursache der nahenden Weltwirtschaftskrise

Die Weltwirtschaftskrise kann gebannt werden – doch müssten zuerst die Ursachen verstanden werden. Dazu erklärt der Artikel die Grundlagen der Volkswirtschaft und des Geldsystems. 

Die Grundlage der Volkswirtschaft ist Arbeit. Ohne Arbeit gibt es keine Produkte und Dienstleistungen (Arbeitserzeugnisse). Die Erzeugnisse werden nachgefragt und konsumiert. Ohne Konsum gibt es keine Arbeit, ohne Arbeit gibt es keinen Konsum. Ich arbeite nur deshalb, weil ich dafür Produkte und Dienstleistungen anderer konsumieren kann. Prof. Hanno Beck schreibt:

„Das klingt zunächst einmal etwas irritierend, aber dazu muss man sich nur überlegen, warum Menschen für andere arbeiten: nur, damit sie von den Einkommen selbst Güter kaufen können, die wiederum mit der Arbeit anderer produziert worden sind. (…) Niemand bietet seine Arbeitskraft an, ohne dafür eine entsprechende Gegenleistung in Form eines anderen Gutes oder einer anderen Dienstleistung zu erhalten.“ „Volkswirtschaftslehre“, Oldenburg Verlag, S. 394

„Das bedeutet, dass jedem Angebot immer eine entsprechende Nachfrage gegenübersteht. Damit kann es gar nicht zu einem Ausfall an Nachfrage kommen, da jedes Gut, das produziert und angeboten wird, immer auch Einkommen und damit Nachfrage in gleicher Höhe schafft.“ S. 395

Der Wettbewerb legt die Preise der Erzeugnisse fest. Geld dient als Wertmaßstab und Tauschmittel.

Professor Bernd Senf beschreibt diesen „Produktions-Einkommens-Kreislauf“. Durch Arbeit entsteht das Sozialprodukt (SP). Auf der anderen Seite steht in gleicher Höhe der Konsum des SP, das Volkseinkommen (VP). Grundlage dieser Theorie lieferte Jean Baptiste Say (1767-1832).

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Quelle: Prof. Bernd Senf, Geldfluss, Realwirtschaft und Finanzmärkte aus der Sicht verschiedener Wirtschaftstheorien“, pdf

In jeder Volkswirtschaften, wo Arbeitslosigkeit und Überproduktion vorhanden sind, ist dieser Kreislauf gestört. Es gibt einen Konsum-Ausfall. Obwohl Menschen arbeiten und konsumieren wollen, besteht keine Nachfrage nach ihren Erzeugnissen. Weil Unternehmen für Arbeitslose produzieren, die nicht ihre Erzeugnisse bezahlen können, kommt es zu Überproduktion. Es kommt zu Wirtschaftskrisen.

Prof. Hanno Beck fragt:

„Natürlich wissen Sie aus den Wirtschaftsnachrichten, dass es Arbeitslosigkeit und Rezessionen gibt – aber so naiv diese Frage auch klingt: warum eigentlich? Wie wir bereits diskutiert haben, wollen Menschen doch grundsätzlich mehr Wohlstand und nicht weniger, und wer mehr Wohlstand will, muss mehr arbeiten. Wie kann es sein, dass Menschen unfreiwillig arbeitslos sind, dass sie mehr Wohlstand schaffen wollen, aber nicht können?“ S. 393

Der Grund für die Nachfrage-Ausfälle liegt im Geldsystem. Das Geld ist das Binde- und Tauschmittel zwischen Arbeitserzeugnissen und Konsum. Wie kommt es, dass immer mehr Menschen kein Geld mehr in der Tasche haben, nicht mehr genügend konsumieren und es so zu Arbeitslosigkeit kommt?

Wie kommt es zu Wirtschaftskrisen?
Der Produktions- und Einkommens Kreislauf wird durch Sparen unterbrochen. Wenn das Geld im Kreislauf fehlt, kann es zu Nachfrage-Ausfällen kommen. Das Geld muss deswegen wieder in den Kreislauf zurück-gelockt werden, indem der Sparer sein Geld der Bank, dem Kapitalmarkt, übergibt. Für seine Ausleihung erhält er Zinsen. Die Bank verleiht das Geld. Der Schuldner gibt das Geld aus, es wird investiert oder konsumiert.
Nach Meinung der heutigen Wirtschaftswissenschaften könnte so der Kreislauf geschlossen werden. Folgende Grafik verdeutlicht diese Überlegung: I heißt Investitionen, S Sparen.
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Quelle: Bernd Senf, ebd.

Es kann gearbeitet werden, weil sich eine Person dafür verschuldete. Der Geldbesitzer sparte und der Schuldner kurbelte die Wirtschaft an. Aufgrund dieser Geld-Ausleihungen kam es zur heutigen Systemkrise.

Überschuldung und Übervermögen

Der Geldbesitzer verlangt Zinsen für sein angelegtes Geldvermögen. Es gerinnt bei einer kleinen Minderheit durch den Zinses-Zins Effekt. In den letzten 30 Jahren wurden 10% der Bevölkerung extrem reich.

Die Zinsen müssen sowohl die Inflation, wie auch die allgemeine Wirtschaftsentwicklung, übertreffen. Ansonsten wird das Geld nicht verliehen. Im Zuge der Marktsättigung gibt es immer weniger lukrative Anlagemöglichkeiten.

Folgende Grafik von Helmut Creutz beweist, dass sich die realen Geldvermögen,  spiegelbildlich die Schulden, in den letzten 30 Jahren um den Faktor 38 stärker entwickelten, als die Wirtschaftsleistung.

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„Der Überanstieg der Geldvermögen- bzw. Schuldengrößen wird vor allem durch den Zins- und Zinseszinseffekt ausgelöst, der in einer älter werdenden Wirtschaftsepoche immer wirksamer und damit  folgenschwerer wird. Denn weitgehend im Gleichschritt damit nehmen auch die Zinslasten zu, die aus der  Wirtschaftsleistung befriedigt werden müssen. Während dafür Anfang der 50er Jahre lediglich etwa 3 Prozent des BIP erforderlich waren, sind es heute etwa 15 bis 18 Prozent. (…)
Da aber mit diesen wachsenden an das Kapital fließenden Zinsströmen der verbleibende Anteil des Volkseinkommens für die Arbeit relativ immer mehr zurückfällt, müssen die sozialen Spannungen zwangsläufig zunehmen. Diese werden noch dadurch verstärkt, dass die Salden aus den empfangenen und gezahlten Zinsen bei rund 90 Prozent der Haushalte negativ sind. Das heißt, die Haushalts-Mehrheit trägt mit allen Ausgaben deutlich mehr Zinslasten, als sie selbst an Zinserträgen erhält. Diese Verluste der Mehrheit schlagen als positive Zins-Salden bei den reichsten 10 Prozent der Haushalte zu Buche, womit sich die zunehmenden Armuts-Reichtumsdiskrepanzen in allen Ländern erklären.“ (Helmut Creutz)
 

Die reichsten 10% konsumieren einen Großteil ihrer Zinseinnahmen  nicht. Es verbleibt auf dem Bankkonto und wird verliehen. Damit erhöht sich das Geldvermögen, welches wieder durch Verschuldung ausgeliehen wird. Das Sozialprodukt baut so zunehmend auf kredit-finanzierten Konsum auf! Volkswirtschaftlich gesehen haben Schuldner keine Möglichkeit, durch ihre Arbeit die Schuld abzubezahlen. Die Zinsen bezahlen alle:

Die Staatsverschuldung wird über Steuern und Abgaben finanziert, die Schulden der Unternehmen sind eingepreist und die Schulden von Privatpersonen müssen sowieso privat finanziert werden.

Helmut Creutz verdeutlicht den „monetären Teufelskreis“.

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 Quelle: Helmut Creutz

Die Schuldner spielen zwar eine unersetzliche Rolle im Produktions-Einkommens Kreislauf, doch sind sie die ewigen Verlierer. Die Schulden müssen immer weiter steigen, sonst ist die Zinswirtschaft am Ende. Die Gesellschaft im Kapitalismus muss immer über ihren Verhältnissen leben. Das ist die Schuld des Geldsystems und nicht die der Schuldner.

Der Aktienhändler Dirk Müller erklärte es während einer Talksendung:

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Quelle: youtube

“(…) aber wir müssen das große Bild sehen, wir haben ein System, ein Zinses-Zins System, ein Schuldsystem geschaffen, das aus einer Anlage heraus langfristig so nicht funktionieren kann. (…) vom Beginn an hat unser System eine Halbwertzeit und eine begrenzte Lebensdauer. (…) Die Frage ist nur: “Wie lange geht das noch?” (…)

Wir sind in einer sehr, sehr späten Phase dieses Systems (…) und die Verschuldung geht dramatisch nach oben, exponentiell und diese Verschuldung, diese Zinsen müssen ja von irgendwem aufgebracht werden, von den Bürgern, von den Menschen, die sie erarbeiten müssen und das wird immer mehr, immer steiler, müssen immer mehr Gas geben, immer mehr kriegen sie abgeschnitten für diese Zinsen (…) bis sie irgendwann das nicht mehr tragen können und sagen: “So jetzt gehen wir auf die Straße und dann wird das System “resetted”, d. h. die Schulden werden neu verhandelt, ob es über einen hair-cut ist, Neuverhandlung der Schulden, das ist ein ganz anderes Thema.”(…).” (youtube)

Die Schulden wurden hart erarbeitet. 80 % der Bevölkerung leistet mehr Zinszahlungen, als es Zinsen einnimmt. Wie Windenknechte in Tretmühlen strampeln sich die Bürger für ihre Verpflichtungen ab, ohne dabei Land zu sehen, im Gegenteil. Durch die wachsende Verschuldung kommt auch der Wirtschaftskreislauf „Produktion-Einkommen“ zunehmend in Schwierigkeiten.

Prof. Christian Kreiß fasst die momentane volkswirtschaftliche Krise zusammen.

„Massenproduktion ist nicht ohne Massennachfrage und diese nicht ohne Masseneinkommen möglich. Die Medianeinkommen sind in praktisch allen Ländern dieser Welt deutlich langsamer gewachsen als die tatsächlichen Produktionskapazitäten.

Die Lücke wurde durch Kredite geschlossen: Viele hundert Millionen Menschen weltweit haben in den letzten 30 Jahren mehr gekauft, als sie selbst verdientes Geld hatten. Dieser Keil beträgt vermutlich mehr als ein Drittel der Weltkapazität (…). Das ist eine ganz gewaltige Nachfragelücke, die sich da aufgebaut hat und die nur vor einer Bereinigung steht.“ Faireconomy, Nr. 1, 2013, S. 5

Inflationionäre Spekulationsblasen

Durch die so eingetretene Überschuldung finden Banken immer weniger potente Schuldner. Geldvermögen sammelt sich in Bankkonten an, dadurch sinken die Zinsen. Vermögende investieren Geld verstärkt in inflationäre Spekulationsblasen in den Finanzmärkten.

Folgende Grafik von Bernd Senf veranschaulicht, wie Geld (L) aus dem Produktions-Einkommens-Kreislauf entweicht. Auf der Suche nach Renditen befindet es sich im Aktienmarkt, Rentenmarkt, Devisenmarkt, Finanzderivatemarkt und auch im Immobilienmarkt.

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 Quelle: Bernd Senf

Warum bilden sich Blasen?

Die Geldanlage muss dem Sparer mindestens die Liquiditätsprämie einbringen. Wenn die Bank die Prämie im Zins nicht bietet, dann wird Geld problemlos bar oder auf Sichtguthaben zurückgehalten. So behält der Besitzer den Vorteil, jederzeit sich Arbeitserzeugnisse kaufen zu können, zu spekulieren oder zu investieren. Es beschreibt Jürgen Probst die Vorgänge:

„Langfristige Geldanlagen werden auf immer kürzere umgeschichtet, Sichtguthaben wachsen und sogar die Bargeldhaltung steigt an. Aktien- und Devisenspekulationen nehmen zu. Es wird immer vorteilhafter, liquide zu bleiben anstatt sich für zu geringe Zinsen langfristig festzulegen. Die Tauschgeldmenge wird zunehmend blockiert, und das Angebot an Liquidität verringert sich. Das Sinken der Zinsen wird dadurch gestoppt und schlägt in Kürze wieder in einen Anstieg um.“ „Perspektiven Fliessenden Geldes“, INWO

Deflationäre Wirtschaftskrisen

Während Spekulationsblasen sich aufblähen, platzen und sich wieder aufblähen, fehlt das Geld im Produktion-Einkommens Kreislauf. Nachfrage-Lücken und Arbeitslosigkeit entstehen.

Folgende Grafik von Prof. Bernd Senf zeigt, wie heute Zentralbanken durch Geldschöpfung den Produktions-Einkommens Kreislauf vorübergehend stabilisieren. Es wird billiges Geld gedruckt. Durch Staatsausgaben fließt Geld in die Volkswirtschaft. Der Grund für diese Intervention ist unten zu sehen. Geld entweicht weiter aus dem Kreislauf aus Spekulationszwecken (Ls).

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Neustart durch Weltwirtschaftskrise oder Krieg

Es könnten sich lukrative Anlagemöglichkeiten für das Kapital dann wieder bieten, wenn die aufgebauten Produktionskapazitäten zerstört würden. Krieg ist gut für die Wirtschaft. Prof. Christian Kreiß:

„Wir haben auf der Erde viel zu hohe Kapazitäten, real. Auf irgendeinen Fleck müssen diese Kapazitäten rausgenommen werden (…). Rausgenommen werden heißt physische Vernichtung oder 10-20 Jahre keine Investition. (…) Von 1914 bis 1945 hat man gesehen, wo reduziert worden ist. Europa war 1945 den Erdboden gleichgemacht. (…)

Könnte es sein, dass die gemeinsame Währung „Euro“ geschaffen wurde, um von der Systemkrise abzulenken und die Europäer gegeneinander aufzuhetzen? Der Euro könnte für Prof. Kreiß eingeführt worden sein, um …

„… Enttäuschung herbeizuführen, um nationale Ressentiments, um Hass und Zwietracht zu säen, so dass diese Idee des Euros, die als der Friedensbringer gefeiert wurde, möglicherweise genau zum Gegenteil führen könnte.“ (youtube, 50:07)

Christian Kreiß wurde vom Magazin „Fairconomy“ gefragt, ob heute die Zentralbanken die Systemkrise besser meistern würden als 1929. Damals wurde eine strengere Geldpolitik durchgeführt, die Leitzinsen nicht gesenkt, sondern teilweise sogar erhöht. Die Geldmenge verringerte sich mit furchtbaren sozialen Folgen.

„Faireconomy: Anfang der 30er Jahre wurde dies- und jenseits des Atlantiks die Geldmenge reduziert, wodurch alles noch viel schlimmer wurde. Heute machen die Notenbanken das genaue Gegenteil, sie versuchen durch niedrige Zinsen und ungewöhnliche Maßnahmen die Liquidität der Banken zu erhalten und die Kreditversorgung der Wirtschaft sicherzustellen. Beweist das, dass sie doch aus der Vergangenheit gelernt haben?“

Seine Antwort: „Ja, in diesem Punkt ja. So richtig diese Maßnahmen auch sind, so übersehen sie jedoch den eigentlich entscheidenden Punkt bzw. die entscheidende Ursache des großen Debakels von 1929 – 1940: die stark gestiegene Ungleichverteilung von Vermögen und Einkommen. Hier liegt die eigentliche Wurzel des Problems. (…) Die Situation heute ähnelt der, wie sie der spätere Ökonomie-Nobelpreisträger Paul Samuelson formulierte, als er 1931 in den USA Volkswirtschaft studierte: „Was wir hier in den Hörsälen hören, hat absolut nichts zu tun mit dem, was wir draußen in der Wirklichkeit sehen.“ Heute ist die Situation ähnlich: Was die gängige Mainstream-Ökonomie erzählt, hat sehr wenig mit der ökonomischen Wirklichkeit draußen zu tun.“

„Wir haben die Wahl: Entweder es kommen starke Unruhen, Kataklysmen, soziale Verheerungen, indem wir das System einfach weiterlaufen lassen, wie es derzeit geschieht, oder wir gehen die Situation mit Vernunft an. Mit Vernunft heißt: Die Exponentialfunktion der letzten vielleicht 30 Jahre sanft rückabwickeln. Konkret: die Ungleichverteilung rückabwickeln, Nicht-Arbeitseinkommen aus Bodenrenten, Dividenden und Zinseszins bzw. die diesen zugrunde liegenden Vermögen zum Tragen sozialer Lasten heranziehen und im Gegenzug Einkommen aus Arbeit entlasten. Dann gäbe es keine dramatisch Depression.“ Faireconomy, Nr. 1, 2013, S. 5

Folgende Grafik des Wirtschaftsanalytikers Helmut Creutz verdeutlicht die Folgen von steigenden Zinsen und einer strengeren Geldpolitik der Zentralbanken.

Die Grafik zeigt den Anstieg der Zinszahlungen und den Zusammenhang zur Arbeitslosigkeit. Je höher die Zinsen, desto größer ist die Nachfrage-Lücke und damit die Arbeitslosigkeit. Creutz kommentiert:

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 Quelle: Helmut Creutz
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„Die enge Beziehung zwischen den Ausschlägen der Zinslastquote und jener der Arbeitslosigkeit, die nach zwei bis drei Jahren den Zinssatzanstiegen folgt, ist unübersehbar.

Das gilt vor allem für die Auswirkungen der drei Hochzinsphasen zwischen 1970 und 1995. Die nachfolgende historisch einmalige Niedrigzinsphase, sowie die staatlichen Eingriffe in den Arbeitsmarkt sowie die Reduzierungen der Lohneinkommen, haben diese engen Beziehungen zu den Zinssätzen in den letzten zehn Jahren etwas verwischt. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass der nächste Zinsanstieg wieder seine Spuren hinterlassen wird. (…)

Ein erneuter Anstieg der Arbeitslosigkeit kann unter diesen sich ständig verschärfenden Bedingungen nur noch über weitere Reduzierungen der Löhne und Ausweitungen der Exporte verhindert werden. Dadurch aber sind die Arbeitsleistenden im Inland immer weniger in der Lage, die Produkte ihrer eigenen Arbeit selbst zu erwerben. Die Nachfrage kann dann nur noch über höhere Kredite geschlossen werden, was über die Zinseffekte die Einkommensumschichtungen nochmals beschleunigt.“ (helmut creutz)

6 Gedanken zu „Die Ursache der nahenden Weltwirtschaftskrise“

  1. Warum wird stets nur über den Kreditüberbau, nochmals: Kreditüberbau, und nie über die Basis, die eigentumsbasierte, profitorientierte, private Konkurrenzwirtschaft gesprochen. Dort beginnt die Ausbeutung. Woher hatte denn der Finanzmarkt die Kohle mit der gezockt wurde? Aufgeschatzter, den hart arbeitenden Menschen abgepresster Mehrwert!

    Das Spiel heist Kapitalismus, soweit Einigkeit. Ziel der ganzen Veranstaltung, moment, da lass ich einen sprechen der es wissen muß: „Ob es Ihnen gefällt oder nicht, es geht immer und überall nur darum aus Geld mehr Geld zu machen.“ (Hilmar Kopper in einem Spiegelinterview Heft 52/2011)

    Und eben dieses G-G`funktioniert nicht mehr. Es kann nur noch gewaltsam durch das Kreditsystem aufrecht erhalten werden, wobei auch das in 2007 zu Ende ging.
    Es reicht einfach nicht nur das Kreditsystem zu brandmarken, das Übel muss an der Wurzel gepackt werden, am Eigentum, aber darüber darf man in diesem System nicht reden, ja nicht mal nachdenken…

    Die Kapitalseite hatte das Wort, dann ist jetzt – na klar – deren schärfster Kritiker dran: „Überwindung der Lohnsklaverei, oder gemeinsamer Untergang.“ (Karl Marx)

  2. Der Bericht erklärt die Mechanik, die immer wieder zu den Verwerfungen im Geldsystem führt für Laien brauchbar. Indes ist es in der arbeitsteiligen Weltwirtschaft schon etwas komplizierter.

    Dem Bericht fehlt die Feststellung, dass ein Zinses-Zins-System, sofern es mit positiven Zinsen geführt wird, als Liquditäts-Verzichtsprämie des Investors immer zu einem Zeitpunkt X unumkehrbar in die Liquditätsfalle gerät.

    Dieser Zeitpunkt , an dem die private und industrielle Verschuldung nicht mehr aufzublähen ist und deshalb die Staaten über Verschuldung den Markt zunehmend machen,
    ist bereits 2008 gekommen.

    Seitdem versuchen die Zentralbanken erfolglos mit Tricks die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zu erhöhen und mit Negativzinsen die notwendige Verschuldung anzukurbeln.

    Das kann nicht funktionieren und wird in den nächsten Tagen oder Jahren, wer weiß das schon, mit einem kleinen Auslöser zur größten Katastrophe der Menschheit führen.

    Ein System ohne Zinseszins, jedoch mit Liquditätsverzichtsprämie ( Urzins ) Trennbankensystem und Vollgeldideen könnten für eine bessere Zukunft sorgen.

    1. Zunächst danke für diese durchgängig korrekte Darstellung
      des gegenwärtigen sich dem Ende nahenden Systems.

      hubi stendahl schrieb:
      „Dieser Zeitpunkt , an dem die private und industrielle Verschuldung nicht mehr aufzublähen ist und deshalb die Staaten über Verschuldung den Markt zunehmend machen,
      ist bereits 2008 gekommen.“

      Volle Zustimmung
      „Ein System ohne Zinseszins, jedoch mit Liquditätsverzichtsprämie ( Urzins ) Trennbankensystem und Vollgeldideen könnten für eine bessere Zukunft sorgen.“

      Ebenfalls volle Zustimmung bis auf die Frage was unter Vollgeldideen verstanden wird.

  3. nun.
    wenn theoretisch nicht wirklich ist:

    also,
    ersteinmal kann jeder produkte erzeugen oder bereitstellen.
    ein markt entsteht erst wenn es eine nachfrage zu diesen erzeugnissen besteht, klar kann man eine künstliche nachfrage erzeugen, doch tatsächlich reguliert der markt diese überproduktion an nichtbenötigten was auch immer.

    doch eines wird hier maßgeblich übersehen, geld ist nur eine tauschware die von jedem akzeptiert wird und nicht mehr. geld steht stellvertretend für was auch immer und hat erst einen wert wenn geld in ein produkt getauscht wurde.

    hier liegt das problem der meisten menschen arbeit ist erst ein produkt welches gegen irgendetwas getauscht wird und mittelfristig übergangstechnisch erst einmal in eine währung verwandelt wird.

    ein apfel ist ja auch nur so lange etwas wert so lange man diesen verkaufen kann und ein markt dafür existiert.

    beamte haben diesbezüglich sehr waage vorstellungen von werten. sie üben ihre macht durch die verteilung von werten andere an anderer. was schon extrem markt manipulierend ist und die ökonomie ab absurdum führt.

    aber weiter.

    geld ist also ein apfel und dieser wird nicht faul, und jeder will essen also braucht den apfel.

    diese kurzdenkerei hilft da nicht weiter als ein kirschkern gespuckt werden kann.

    also da ist ein produkt dieses produkt hat einen wert so lange dieser von einem markt gebraucht wird.
    der wert fällt und steigt mit dem zustand dieser währung.

    der zustand ist abhänging von der equivalenz und daruas ergibt sich der mehrwert.

    ein apfel bleibt ein apfel ein euro ein euro.

    wenn also der bauer einen apfel verkaufen will un dsumasumarum mit allen kosten der produktion der apfel 50 cent wert ist, der bauer auch noch einen mehrwert haben. und so weiter.

    bis dahin mag dieses oder jenes nicht wirklich falsch durchdacht zu sein doch wird hier etwas maßgebendes vollkommen ingoriert.

    die equivalenz des wertes ist was die ökonomie ausmacht und die volkswirtschaft hat damit reichlich wenig im ansatz zu tun. (tun und machen der deutschen sprachen untergang)

    volkswirtschaft ist was der essel beim egehen verliert, dünger oder eben misst.
    volkswirtschaft ist ein abfallprodukt der ökonomie und darum kann eben auch eine bürokratie nie wirklich funktionieren und deswegen hat geld auch keinen bleibenden wert.

    ökonomie ist der schonende umgang mit den resourcen und der nutzbringenede gebrauch dieser. in der ökonomie wird wie in der elektrizität energie nie verbraucht sondern in einen anderen zustand versätzt der wiederum genützt werden kann.
    darauß entstehen synergien und das ist die equivalenz.

    volkswirtschaft ist letzten endes nur der misst nicht die ökonomie also ein abfallprodukt welches benutzt und gebraucht wird . da wird aber nicht ökonomisch gearbeitet.

    und arbeit ist wie man so schön sagt eine dienstleistung die moden und technischen fortschritt unterworfen ist.

    mit arbeit schafft man nichts sondern erzeugt bestenfalls etwas was als dünger der ökonomie dienen kann aber nicht muss.

    und nicht die arbeit selber erzeugt arbeit und auch nicht die nachfrage nach einer dienstleistung zur veredelung von produkten sondern ein geschäft welches in der lange ist einen markt zu finden oder zu schaffen.

    homer legte odyseus folgende worte in den mund: wenn ich eines rates bedürftig bin, gehe ich auf den sklavenmarkt und kauf mir einen gelehrten.

    das ztum thema theorie und wirklichkeit.

  4. An Patrick und Styxfahrer: Nur weil die Exponentialkurve des Zinseszinses steil nach oben geht, welches nur logisch ist, sollten wir hier im aufgeklärten Westen nicht zu vorindustriellen und islamistischen Methoden greifen!
    Denn dazu zähle ich das Zinsverbot. Das Zinsverbot führt zur sofortigen Verarmung der Bevölkerung und deshalb zur sofortigen Diktatur! Oder wie soll ein Sparer gezwungen werden einen Teil seines Geldes der Bank oder einem anderen zinslos und ohne Vergütung zu stellen? Nur mit nackter Gewalt! Selbst die Kommunisten in der DDR hatten ein funktionierendes Zinssystem. 3 % Habenzins und 4 % oder
    4,5 % Sollzins. Die wussten genau: wenn wir das ohne Zinsen machen, dann bricht die Wirtschaft zusammen.
    Muss man denn alles fünfmal erklären?
    Es gibt keinen rechtlichen Unterschied zwischen dem Zins aus einem Darlehen und dem Zins aus einer vermieteten Wohnung. Demnach müssten Mietwohnungen kostenlos, also ohne Vergütung „vermietet“ werden. Das führt sofort zum Zusammenbruch jeder Neubautätigkeit. Würden statt dessen Eigentumswohnungen und Villen gebaut, dann würde ein jeder, da Zinsen nicht existieren, den anderen mit Prunk und Luxus zu übertrumpfen suchen. Das gibt es schon lange; aber dann erhöht um den Faktor zehn.
    Außerdem: Die aufgeblähte Geldmenge an „Guthaben“ wurde zu 90 % nicht gedruckt und ist insofern nicht wertgedeckt.
    Und selbst diesen Guthaben, die die Begehrlichkeit der alten und der neuen Kommunisten weckt, stehen weit höhere Gesamtschulden gegenüber! Also bitte: welche Guthaben?

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