AfD-Kanditat Olaf Henkel kennt den ZinsesZins-Effekt nicht mehr

Im Europa-Wahlprogramm der Partei „Alternative für Deutschland“ (AFD) steht keinerlei Kritik am Geldsystem, nichts über den Zinses-Zins-Effekt. Das ist erst-mal nicht verwunderlich, da die anderen großen Parteien es auch nicht thematisieren. Jedoch hat die AfD einen Spitzenkandidaten, der als ehemaliger Wirtschaftsführer es besser wissen müsste; Olaf Henkel.

Die AfD klagt, im Gegenteil, sogar über zu geringe Zinsen für deutsche Sparer. Es wird die europäische Zentralbank als Schuldige ausgemacht, die billiges Geld für andere europäische Staaten ausgäbe.

„Da sich die Geldpolitik für alle Mitgliedsstaaten aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im EZB-Rat an den Notwendigkeiten in den Krisenstaaten orientiert, werden die deutschen Sparer bei Niedrigstzinsen systematisch enteignet.“

Die AfD zeigt damit, dass sie eine kapitalistische Partei ist, für die Geldbesitzer. Sie wirbt offen für höhere Zinsen für deutsche Bankkunden. Die Verlierer wären die Schuldner und alle Personen, die mehr Zinsen in den Preisen (Zinsanteil 40%) zahlen als sie selbst Zinsen von der Bank bekommen. Zinsverlierer sind 80% der Bevölkerung.

Die geringen Guthaben-Zinsen bei deutschen Geschäftsbanken sind auf das Überangebot an Buchgeld zurückzuführen, nicht auf Eingriffe der Zentralbank. Durch den Zinses-Zins-Effekt schnellten in den letzten Jahrzehnten die Geldvermögen und, spiegelbildlich, die Schulden in die Höhe und stehen in keinem rationellen Verhältnis zur Wirtschaftsleistung. Im Grunde müssten jetzt Minus-Zinsen auf Buchgeld die Schuldner entlasten, das Rad umgekehrt sich zurückdrehen. Dies ist jedoch nicht möglich, da die Geldbesitzer Bargeld zurückhalten können.

Mit dieser Aussage für höhere Zinsen macht die AfD klar, dass sie die Interessen der Geldvermögens-Besitzer vertritt, nicht die der Schuldner. Aber was passiert, wenn Banken nicht mehr genügend Schuldner finden, die den positiven Zins erwirtschaften können? Also was passiert bei Bank-Verlusten?

Im Programm steht, dass Bank-Verluste durch „Verzehr des Eigenkapitals und dann durch Umwandlung von Fremdkapital in Eigenkapital rekapitalisiert“ werden sollten. Das Eigenkapital der Banken ist dafür zu gering, es liegt bei 5% des Kapitals. Für Verluste müssten, marktwirtschaftliche Logik, die Anleger haften, also mit dem Buchgeld. Doch schränkt gerade hier die AfD ein, dass davon ausgenommen „fast unverzinslichen Sparguthaben und Girokontenbestände“ sind. Das Buchgeld, die Geld-Guthaben, machen jedoch den Löwenanteil des Fremdkapitals der meisten Banken aus. Die unhaltbaren Geldguthaben in Milliarden-Höhe sind Konsequenz hoher Zinsen in den letzten Jahrzehnten. Das wird verschwiegen.

Das Geld will sich AfD woanders holen. Ohne konkret zu werden, spricht sie über andere „Fremdkapitalgeber“. Welche das sind, bleibt offen.

Systemrelevante Banken müssen im Fall einer drohenden Insolvenz zunächst durch Verzehr des Eigenkapitals und dann durch Umwandlung von Fremdkapital in Eigenkapital rekapitalisiert werden. Die fast unverzinslichen Sparguthaben und Girokontenbestände sind davon unter allen Umständen auszunehmen. Dagegen sind Fremdkapitalgeber, die für das eingegangene Kreditrisiko höhere Zinsen erhalten haben, nicht zu schützen.“ (afd)

Die Frage ist, warum Olaf Henkel die AfD nicht über den Zinses-Zins Effekt informierte – der Grund für die eskalierte Vermögens- und Verschuldungskrise. Olaf Henkel nahm samt des damaligen Finanzministers Hans Eichel die Erklärungen von Dirk Müller („Mister Dax“) ohne Gegenrede hin. Henkel schätzte sogar richtig, dass der Zinses-Zins-Effekt „mehr Geld als überhaupt auf der ganzen Erde existiert“ schaffen würde. Dirk Müller: „Kurzum ein schlichter Wahnsinn.“ olaf-henkel-afd-europawahl

Quelle: youtube

Dirk Müller:

„(…) aber wir müssen das große Bild sehen, wir haben ein System, ein Zinses-Zins System, ein Schuldsystem geschaffen, das aus einer Anlage heraus langfristig so nicht funktionieren kann. (…) vom Beginn an hat unser System eine Halbwertzeit und eine begrenzte Lebensdauer. (…) Die Frage ist nur: “Wie lange geht das noch?” (…) Wir sind in einer sehr, sehr späten Phase dieses Systems (…) und die Verschuldung geht dramatisch nach oben, exponentiell und diese Verschuldung, diese Zinsen müssen ja von irgendwem aufgebracht werden, von den Bürgern, von den Menschen, die sie erarbeiten müssen und das wird immer mehr, immer steiler, müssen immer mehr Gas geben, immer mehr kriegen sie abgeschnitten für diese Zinsen (…) bis sie irgendwann das nicht mehr tragen können und sagen: “So jetzt gehen wir auf die Straße und dann wird das System “resetted”, d. h. die Schulden werden neu verhandelt, ob es über einen hair-cut ist, Neuverhandlung der Schulden, das ist ein ganz anderes Thema.”(…).” (Quelle: youtube)

Auch die Sparkasse Bad Aibling informiert über das zinsbedingt voraus-programmierte Ende des Geldsystems.

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Quelle: Sparkasse Bad Aibling

Anfangs wächst das verzinste Geld um sehr geringe Beträge, dann aber kontinuierlich schneller und schließlich verläuft die Wachstumskurve fast senkrecht. Geld verdoppelt sich in regelmäßigen Abständen durch Zins und Zinseszins.

Je höher der Zins, desto schneller, je niedriger der Zins, desto langsamer führt es zum Kollaps. Das gilt spiegelbildlich auch für die Schulden.“ (Sparkasse)

Die Eliten kennen im Grunde das Problem, nur wird die Bevölkerung verblödet. Gerade die AfD-Rhetorik unterscheidet sich dabei kaum von der der Partei „Nationale Partei Deutschland“ (NPD). Trotz besseren Wissens unterstützt Olaf Henkel diesen Wahlkampf, der gezielt einfach-strukturierte und unpolitische Menschen, die Zins-Verlierer, gegen den vermeintlichen Sündenbock „Europa“ aufhetzt. Der Sinn ist, dass die Leute weiter gegen ihre eigenen Interessen stimmen.

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Quelle: twitter, avorrath

 

Ein Gedanke zu „AfD-Kanditat Olaf Henkel kennt den ZinsesZins-Effekt nicht mehr“

  1. Für mich ist die AfD die installierte Auffangpartei der bösartigen NWO-Elite. Der Werdegang von Hans-Olaf Henkel spricht doch eine eindeutige Sprache.

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