Russland-Experte Cohen: Außenminister Steinmeier mitschuldig an Krise

Der US-amerikanische Russlandforscher Stephen Cohen äußerte sich sehr kritisch zur Rolle von Außenminister Steinmeier (SPD) in der Ukraine-Krise. Cohen ist Professor emeritus der Universitäten New York und Princeton. Für den Russland-Experten ist klar, dass die USA die Ukraine in die NATO bringen wollten. Seit den 90er Jahren haben Clinton, Bush und Obama eine Politik gemacht, die Russland umzingelt.“ Diese Politik brächte uns in Kriegsgefahr, Schuld trägt auch Außenminister Steinmeier!

Nach Cohen hätte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Krise eskaliert, als er den Putschisten den Weg in das Regierungsviertel ebnete. Steinmeier und zwei weiter EU-Außenminister handelten zuvor mit dem damaligen Präsidenten Wiktor Janukowitch einen EU-Friedensplan aus. Doch nachdem Janukowitch gemäß des Abkommens seine Milizen von den Straßen abzog, brach die rechtsextreme Opposition („rechter Sektor“) das Abkommen und erstürmte das Regierungsviertel in Kiew. Schnell wurde das neue Regime anerkannt und mit Krediten versorgt. Siehe Artikel „Ukraine: Frank-Walter Steinmeier half Putschisten an die Macht.“

Cohen äußerte sich zu diesem Sachverhalt wie folgt:

„Wenige Stunden vor der Flucht von Janukowitsch aus Kiew waren drei europäische Außenminister in Kiew und haben mit ihm gesprochen. Einer davon war der deutsche. Sind nicht auch die drei – Steinmeier inklusive – mit gescheitert?

Die drei hatten ein Abkommen ausgehandelt, das Janukowitsch bis Dezember als Präsident im Amt gelassen hätte und eine Regierung der Aussöhnung beinhaltete. Russland hatte nichtöffentlich zugestimmt, Geld zu geben. Es sah wie der beste Weg aus. Ohne Gewalt. Das Abkommen wurde von den Radikalen auf der Straße zerstört.

Was hätten die drei europäischen Minister tun sollen?

Sie hätten den drei Typen, den ukrainischen Führern Tjagnybok, Klitschko und dem komissarischen Prermierminister Jazenjuk sagen können: Wenn ihr unsere Unterstützung wollt, müsst ihr Janukowitsch schützen und die Straße stoppen. Stattdessen sind sie abgehauen. Nachdem sie gescheitert waren, haben sie eine neue, nicht gewählte, illegitime Regierung umhegt, die nicht auf der Grundlage ihres Abkommens an die Macht gekommen ist. Das ist ein Skandal. Und sie haben die ganze Sache an den polnischen Außenminister übergeben. Das Mindeste, was man über den sagen kann, ist, dass er, in Sachen Russland ein Radikaler ist. Jetzt haben die Polen und die Radikalen auf den Straßen, unter denen auch Neofaschisten sind, das Sagen. Und die Geschichte entwickelt sich auf einen Krieg hin. Ich weiß nicht, warum Merkel nicht interveniert hat. Sie steht unter enormem Druck. Ich vermute, sie hat kapituliert. (…)

Noch wäre eine diplomatische Lösung möglich. Gleichzeitig fragt sich Cohen, ob …

„… zwei Ukrainen besser wären als eine Ukraine im Bürgerkrieg. Eine Teilung der Ukraine, vergleichbar mit Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber vielleicht ist die Ukraine zu kompliziert dafür. Und es würde auf jeden Fall zu Bürgerkrieg führen. Der wahrscheinlich zu einem Krieg zwischen dem Westen und Russland führen würde. (taz)

2 Gedanken zu „Russland-Experte Cohen: Außenminister Steinmeier mitschuldig an Krise“

  1. Die Schlussfolgerung, dass es im Zusammenhang mit einem Bürgerkrieg wahrscheinlich zu einem europäischen Krieg kommt, ist nicht von der Hand zu weisen. Ein Nato Bündnisfall ist sicher einfacher zu konstruieren, als zwei Türme mitten in einer Weltstadt zum Einsturz zu bringen.

    Die dringendsten 2 Fragen sind aber deshalb nicht gelöst:

    1) Wer hat den größten Nutzen von einer Destabilisierung des
    Landes?

    2) Konnte die Entwicklung bis heute vorausgesehen werden?

    Der Versuch der Destabilisierung der Ukraine hat seine Wurzeln in der Brzezinski Doktrin aus den 80iger Jahren.
    Ziel ist es die Ukraine als Vorgarten Russlands in den Westen einzubinden, um dem eigentlichen Ziel, Russland zu filetieren näher zu kommen. Unter dem Säufer Jelzin, der Russland bereits einmal zum Abschuss freigegeben hat, wäre eine kalte Enteignung mittels Oligarchen wie Chodorkowski beinahe gelungen.

    Was wir jetzt sehen ist der dritte Versuch, nach der misslungenen “ oranagenen Revolution “ mit Timoschenko.

    Dass man die Entwicklung im Westen vorausgesehen hat ist sicher jedem klar, der die Poltik kennt und weis, dass nichts ohne Kalkül passiert.
    Plan A wäre die kalte Übernahme der Ukraine und eine Nato Integration innerhalb von 2 Jahren gewesen, wie dies vielfach vor gescheiterter Unterzeichnung des EU Abkommens durch Janukowitsch von westlichen Protagonisten heraus posaunt wurde.

    Wir befinden uns also im Plan B, der diesen Bürgerkrieg voraussieht und eine etwaige Eskalation in Europa mit einschließt. Denn merke; die zuständigen Politiker sind allesamt Internationalisten und haben mit ihren Ländern nichts gemein. Sie sind Marionetten des Geldadels, der das aktuelle Geldsystem neu aufsetzen muss. Ausnahme Putin als Nationalist, der in Russland die Oligarchen versucht zusammenzuhalten.

    Es wird nicht lustig! Danke für den Beitrag.

    Es wird nicht lustig.

    1. Das die Ukraine ein schlüsselstaat darstellt, das war schon in den 80ern klar, als Brezinski sein Buch geschrieben hatte, auch das fragile geflecht des friedens in der Ukraine, das war alles bekannt, den bis heute ist Brezinski berater im weißen haus!

      Es gab keinen Plan B, in deem sinne, sondern etweder Janukowisch spielt mit oder er geht unter, und wenn das mit einem Putsch passiert, spielt dabei keine rolle, er hätte ja auch einen flugzeugabsturz haben können!

      Auch der Krieg in der Ukraine ist gewollt, er kommt zwar etwas zu früh aber dafür sind die USA/NATO gerüstet, denn die Aushebungen aus Europa, sind schneller vor ort, als wnn man erst Soldaten Rekrutieren muss, und diese ausbildet!

      Ebenso sieht es mit kriegsgerät aus, man kann innerhalb von 2 tagen, 10.000 Panzer und Munition inklusive Soldaten an der Front!

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