Ist im NSU Bekennervideo ein Polizeifoto?

Es geht um eine Luftaufnahme im NSU Bekennervideo. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um ein Foto, welches am Tattag von der Polizei aufgenommen wurde! Wie kommt ein Polizeifoto in den NSU Bekennervideo? Wurde das Foto an die Medien weitergereicht und veröffentlicht?

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Ausschnitt aus NSU-Bekennervideo, siehe „Spiegel„.

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Aus dem Ermittlungsbericht des Heilbronner Polizistenüberfalls, S. 107

Hinzufügung 21.08: Dieser Sachverhalt ist geklärt, da die Aufnahme bei Aktenzeichen XY ungelöst gezeigt wurde!

Im NSU-Prozess

„Zumal es weitere Ungereimtheiten gibt. Namentlich rund um eine Luftbildaufnahme, die den Tatort in Baden-Württemberg zeigt und durchaus den Eindruck erweckt, als ob es sich hier um eine polizeiliche Aufnahme handelt: da es sich anders als bei den anderen Morden um eine „deutsche Polizistin“ handelte, waren Kollegen sprichwörtlich auf allen Wegen auf der Suche nach den Tätern. Auch von der Luft aus. Nach Ermittlungen 2012 scheint festzustehen, dass dereinst niemand außer Behördenvertretern über dem Tatort kreiste:

„In der Folge wurde versucht herauszufinden, ob möglicherweise zum Tatzeitpunkt vom Tatort Satellitenaufnahmen gefertigt wurden. Die hierbei in Frage kommenden zivilen und militärischen Dienststellen teilten jedoch mit, dass zum fraglichen Zeitpunkt vom Tatort keine Satellitenaufnahmen gemacht wurden. Über das Landesvermessungsamt konnten mehrere private Unternehmen ausfindig gemacht werden, die ‚normale‘ Luftaufnahmen für wissenschaftliche und kommerzielle Zwecke herstellen. Von keinem der angeschriebenen Unternehmen waren Luftbilder zum fraglichen Zeitpunkt gefertigt worden.“ (zob)

Beim ersten Opfer Herrn Simsek machten Polizisten Polaroid-Fotos als er noch im Transporter lag!

„Anschließend wurden die Bereitschaftsdienste K 33 und K 11 verständigt. Von der Situation zum Zeitpunkt unseres Eintreffens am TO wurden zwei Polaroidaufnahmen gefertigt; diese wurden später am TO an KHK Nössner (K 33) übergeben.“

Die Darstellung eines Polizisten vor Ort:

„Der Kollege habe die Tür des Wagens geöffnet, und da habe Şimşek gelegen, im Gesicht blutverschmiert. Şimşek habe noch gelebt, er habe noch gehechelt. Sie hätten dann die Einsatzzentrale, Notarzt und den Kriminaldauerdienst informiert. Was dann weiter abgelaufen ist, wisse er nicht, denn er habe den Funk für Rückfragen besetzt. Das habe alles nach 15 Uhr stattgefunden. Sie seien dann eingerückt und der Kollege habe den Bericht geschrieben. Er könne nichts dazu sagen, ob die Lage des Verletzten verändert wurde. Als er zum Fahrzeug gegangen sei, sei der Verletzte noch drin gewesen. Der Kollege und der Mitteiler seinen nicht im Fahrzeug gewesen.nsu-watch

Anschließend wurde das Mordopfer von Polizisten und Rettungssanitäter aus dem Transporter verbracht.

„H. sagt, er habe sein Equipment aus dem Fahrzeug geholt. Der Sprinter sei zu eng gewesen, er habe daher Şimşek mit einem Polizisten nach draußen gebracht. Zur zeitlichen Einordnung sagt H, es sei nachmittags gewesen.“ ebd.

Im NSU-Bekennerfilm sind Fotos des Opfers im Transporter integriert. Deshalb wäre von Interesse, ob sie identisch mit den polizeilichen Fotos sind, aber:

„Besagte Polaroidaufnahmen befinden sich aber nicht in der Hauptakte – an keiner Stelle!“ (zob)

2 Gedanken zu „Ist im NSU Bekennervideo ein Polizeifoto?“

  1. Beim ersten Opfer Herrn Simsek machten Polizisten Fotos als er noch im Transporter lag!

    „Anschließend wurden die Bereitschaftsdienste K 33 und K 11 verständigt. Von der Situation zum Zeitpunkt unseres Eintreffens am TO wurden zwei Polaroidaufnahmen gefertigt; diese wurden später am TO an KHK Nössner (K 33) übergeben.“

    Die Darstellung eines Polizisten vor Ort:

    „Der Kollege habe die Tür des Wagens geöffnet, und da habe Şimşek gelegen, im Gesicht blutverschmiert. Şimşek habe noch gelebt, er habe noch gehechelt. Sie hätten dann die Einsatzzentrale, Notarzt und den Kriminaldauerdienst informiert. Was dann weiter abgelaufen ist, wisse er nicht, denn er habe den Funk für Rückfragen besetzt. Das habe alles nach 15 Uhr stattgefunden. Sie seien dann eingerückt und der Kollege habe den Bericht geschrieben. Er könne nichts dazu sagen, ob die Lage des Verletzten verändert wurde. Als er zum Fahrzeug gegangen sei, sei der Verletzte noch drin gewesen. Der Kollege und der Mitteiler seinen nicht im Fahrzeug gewesen.nsu-watch

    Anschließend wurde das Mordopfer von Polizisten und Rettungssanitäter aus dem Transporter verbracht.

    „H. sagt, er habe sein Equipment aus dem Fahrzeug geholt. Der Sprinter sei zu eng gewesen, er habe daher Şimşek mit einem Polizisten nach draußen gebracht. Zur zeitlichen Einordnung sagt H, es sei nachmittags gewesen.“
    ebd.

  2. „Zumal es weitere Ungereimtheiten gibt. Namentlich
    rund um eine Luftbildaufnahme, die den Tatort
    in Baden-Württemberg zeigt und durchaus den
    Eindruck erweckt, als ob es sich hier um eine polizeiliche
    Aufnahme handelt: da es sich anders als
    bei den anderen Morden um eine „deutsche Polizistin“
    handelte, waren Kollegen sprichwörtlich
    auf allen Wegen auf der Suche nach den Tätern.
    Auch von der Luft aus. Nach Ermittlungen 2012
    scheint festzustehen, dass dereinst niemand
    außer Behördenvertretern über dem Tatort kreiste:

    „In der Folge wurde versucht herauszufinden, ob
    möglicherweise zum Tatzeitpunkt vom Tatort Satellitenaufnahmen gefertigt wurden. Die hierbei in Frage
    kommenden zivilen und militärischen Dienststellen teilten
    jedoch mit, dass zum fraglichen Zeitpunkt vom Tatort keine Satellitenaufnahmen gemacht wurden. Über
    das Landesvermessungsamt konnten mehrere private
    Unternehmen ausfindig gemacht werden, die ‚normale‘
    Luftaufnahmen für wissenschaftliche und kommerzielle
    Zwecke herstellen. Von keinem der angeschriebenen Unternehmen waren Luftbilder zum fraglichen Zeitpunkt
    gefertigt worden.“ das_ZOB_2_jahre_nsu_prozess.pdf

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