Teil 1) Der heilbronner Polizistenmord und die Manipulation der Opfer-Handys

 

Die offizielle Darstellung lautet:

  • Die Soko-alt wertete die privaten Handys der Opfer aus, auch das mitgeführte dienstliche Handy. Sie listete in zwei Excel-Tabellen namens „SMS-Daten“ die geschriebenen und erhaltenden SMS auf. Die Nachrichten stützen die Version, dass die letzten Tage vor der Tat harmlos gewesen seien, genauso wie der Einsatz am 25. April. Der Inhalt sei etwa „flapsiger / spaßiger Natur“1 gewesen, im Einsatz sei laut MK „nix los“ gewesen. Die Handyauswertung ergab also keine Hinweise auf Einsatzkommunikation und den Täterkreis. Die Aussagen der Polizisten, mit denen die SMS ausgetauscht wurden, bestätigen den Inhalt.

Dagegen steht meine alternative Hypothese:

  • Beide Opfer nutzten ihre privaten Handys zur Einsatzkommunikation. Ermittler werteten die Handydaten ab dem Tattag aus und manipulierten den Inhalt in den folgenden Tagen. Sie löschten die eigentlichen Nachrichten und ersetzten sie mit erdichteten Inhalten. Die am SMS-Verkehr beteiligten Bereitschaftspolizisten sagten falsch aus, um den manipulierten Inhalt zu bestätigen.

Es werden verschiedene Ungereimtheiten ausgeführt und diskutiert, welche Version wahrscheinlicher ist.

Einsatzkommunikation erfolgte mit privaten Handys

Gruppenführer Thomas K. (BFE 522) bestätigte, dass dienstliche Kommunikation während Einsätze „hauptsächlich“2 über private Handys erfolgte. Carolin L. berichtete vom Einsatz von SMS-Nachrichten: Der Zivilbeamte hätte zum Beispiel „zu jeder viertel bis halben Stunde eine leere SMS geschickt, um „mitzuteilen, dass alles in Ordnung war.“3 Gruppenführer Timo H. (BFE 523) erklärte die Handygespräche damit, dass es schwierig wäre, „überall Funkkontakt zu haben.“4 Neben den privaten Handys der Opfer ist auch das dienstliche Handy der Streife, welches die heilbronner Fahndungs- und Ermittlungsgruppe (FEG) den einzelnen Streifen übergab.

Die Soko-alt beantragte lediglich für den Tattag Einzelverbindungsnachweise (EVN) bei den Providern Telekom (privates Kiesewetter-Handy), E-Plus (privates Arnold-Handy), Telekom (dienstliches FEG-Handy). Am 30. April lagen zwei EVN der Soko-alt vor.

Einzelverbindungsnachweis

Der Handyprovider erstellt eine aufgeschlüsselte Übersicht, welche Verbindungen die Handynummer mit welchen anderen Rufnummern, in einem bestimmen Zeitraum hatte. Darunter fallen empfangene und ausgehende Gespräche und SMS-Nachrichten.

1O. 8, S. 6, Vermerk vom 26.09.07

2O. 10, S. 372, A. a. 06.10.10

3O. 10, S. 431, A. a. 24.11.10

4Landtag Baden-Württemberg, NSU-UA, 22. Sitzung, 06.07.15, S. 142

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