Mediale Panikmache wiederholt sich

Die mediale Panikmache stützt sich auf den Anstieg positiv Getesteter auf Intensivstationen. Gleichzeitig wird nicht darüber informiert, das die Anzahl belegter Betten auf den Intensivstationen gleich hoch blieb. Was heißt das? Die Patienten kamen mit schweren Erkrankungen ins Krankenhaus. Seit Mitte September haben sie sich zusätzlich mit dem SARS-Cov-2 infiziert.

Der Anstieg spiegelt die „Durchseuchung“ der Intensivstationen und Gesellschaft wieder, weniger um vermehrte falsch-positive Testergebnisse. Das heißt konkret: Die Anzahl der „Coronatoten“ (mit oder an SARS-CoV-2) wird steigen. Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts könnten ab Anfang November 500 bis 800 Menschen pro Woche „im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion“ (welt) sterben.

Bisher war das etwas „normales“. Früher hieß es Grippewelle. Auch deswegen starben im Winter pro Tag 500 mehr Menschen als im Sommer. Dies wird jetzt skandalisiert und die Gefahr einer expontiellen Entwicklung konstruiert. Diese Gefahr besteht aber nicht, weil es an multi-morbiden „Opfern“ fehlt.

„Der Hamburger Pathologe Klaus Püschel, der alle in der Hansestadt Verstorbenen obduzierte,  sagt, alle seien bereits vor der Infektion so krank gewesen, dass kein einziger das Jahr überlebt hätte.“ (hinter-den-schlagzeilen)

10 Gedanken zu „Mediale Panikmache wiederholt sich“

  1. Es werden immer weniger freie Betten im „Intensivregister“ gemeldet. Heute veröffentlichte die welt.de eine Begründung. Es gibt zwar freie Betten, aber kein verfügbares Personal. Deshalb wird jetzt „nachgefragt“ werden:

    „Aufgefallen ist Karagiannidis die Entwicklung in den vergangenen zwei, drei Wochen. „Wir bekommen immer mehr Rückmeldungen von Notärzten quer aus Deutschland, die uns sagen: Ich habe Schwierigkeiten, meine Patienten in Kliniken unterzubringen, obwohl uns das Register in der Region Dutzende freie Betten anzeigt“, sagt der Intensivmediziner, der die Meldungen anschließend stichprobenartig in einzelnen Kliniken überprüft hat. (…)
    Er rufe daher alle Kliniken auf, „ganz ehrlich“ ihre freien Betten zu melden.“ https://www.welt.de/politik/deutschland/article219072078/Kliniken-Zahl-der-verfuegbaren-Intensivbetten-in-Deutschland-geringer-als-gedacht.html

  2. Nach einer aktuellen bayrischen Studie sind „Wohl sechsmal mehr Kinder und Jugendliche mit Corona infiziert als bekannt“, [1].

    Und angeblich „Für Aufsehen sorgte Anfang der Woche eine Studie aus Großbritannien“, die zum einen nur die wiederholte Feststellung liefert, dass die Zahl der Antikörper nach einer überstandenen Infektion abnimmt – bei einem gleichzeitig gestärkten Immun-Gedächtnis.
    Zum anderen enthält die Studie aber den im n-tv-Bericht etwas versteckten Hinweis, dass sich im mehr-monatigen Studienzeitraum zehnmal so viele Briten infiziert hatten wie damals bekannt, [2].

    Derzeit gibt der „Coronavirus-Monitor“ [3] für England bei rund 800.000 (seit März) „Infizierten“ rund 40.000 „Corona“-Tote an – also (wie schon vor Monaten) eine immer noch erschreckend hohe Quote von aktuell fast fünf Prozent, die sich demnach auf fünf Promille reduzieren – und noch weiter zu bereinigen wären um die nur „mit“ Corona Verstorbenen. Letzteres wird aber nicht geschehen, weil nach Vorgabe der Europäischen Statistikbehörde diese Unterscheidung gar nicht gewünscht ist, auch nicht bei vorliegender eindeutiger Obduktion. Nicht einmal, wenn diese „nur mit“-Quote ein Vielfaches höher ist als die Quote der tatsächlich „an“ Corona Gestorbenen, wie Prof. Püschel ja schon im April zeigte.

    Ersteres (die Verzehnfachung der „Infizierten“-Zahlen) wird man wohl mit pseudo-seriösem Getue (die Studien sein nicht repräsentiv genug etc.) ablehnen. Eine eigene, repräsentativ vorgehende Strategie haben die P(l)andemie-Manager aber offensichtlich weder vorzuweisen noch jemals angestrebt.

    Der Todes- und Infizierten-Ticker mit schwarz-grün-roten Kreisen, die sich optisch wie bedrohliche Pestbeulen über die Landkarte verteilen, täuscht daher auch bei den „Infizierten“ mit seinen täglich (oft nur einstellig) steigenden Zahlen seit einem halben Jahr eine Präzision vor, die er nie im entferntesten leistete. Neben falsch-positiv Getesteten wurden in etlichen Ländern anfangs alle irgendwie an Atemwegserkrankungen Gestorbene (oder auch nur Leidende) mit reingepackt.

    Die Ironie bei diesem Schwindel war, dass man auf diese Weise eigentlich gar nichts falsch machen konnte: Wenn sowieso neun Zehntel der Infizierten unentdeckt blieben, führten falsche Virus-Zuschreibungen ja zu einer Bewegung hin zur richtigen Zahl. Das Ergebnis inklusive Schwindelzahlen war zwar nur unwesentlich richtiger, aber weil die Richtung stimmte, wird wenigtens die nachträgliche Aufdeckung des Schwindels erheblich erschwert.

    Im Vergleich zum (beschränkten) Ausmaß der geschwindelten Erhöhung dominierte jedoch von Anfang bis heute eine konservativ-niedrige Zählung der Infizierten, d.h. die Weglassung der hohen Dunkelziffern, die man durchaus früh und verlässlich hätte ermitteln können, aber nicht wollte.
    Diese Unterlassung führt zur vermeintlichen Gewissheit, es gebe keine Agenda gezielter Panikmache.
    Jedenfalls oberflächliche Medien-Konsumenten (also die Mehrheit der Bevölkerung) verfallen leicht diesem Irrtum.
    Mit einfachen Dreisatz-Rechnungen oft schon überfordert, merken sie nämlich nicht, dass mit niedrig veranschlagten Infizierten-Zahlen sowohl die Quote der Toten als auch die Quote der schwer Erkrankten hochgefahren werden kann.
    Eher glauben sie, die Mächtigen würden das ganze Ausmaß des Schreckens entweder selber noch nicht kennen oder dem Volk aus fürsorglicher Vorsicht noch nicht verraten wollen.

    Die angeblich so kritischen Mainstream-Medien leisteten hier keinerlei Volksaufklärung, denn sie klebten wie das Volk am täglichen Todesticker und stellten nur selten Vergleiche an zu Alternativ-Ursachen (wie den eigentlich vermeidbaren Krankenhauskeimen), Vergleiche zu Vorjahren / Grippejahren oder zur Gesamtmenge der Sterbenden, von denen die zeitgleich „an“ Corona Sterbenden halt nur eine sehr kleine Teilmenge sind.
    Das weithin beschwiegene Grund-Thema, wieviel von den „mit“ Corona Verstorbenen tatsächlich auch ganz oder teilweise „an“ Corona starben, zeigt deutlich, dass die von Bill Gates unter der Medien-Meute verteilten Millionen-Beträge ein (für ihn) gut angelegtes Geld sind.

    Kein Licht in die Dunkelziffern zu bringen, war auch ein wichtiges Anliegen der Impfstoff-Lobby, die den Gedanken an eine (natürlich entstehende) Herdenimmunität hasst wie der Teufel das Weihwasser.
    Und es ermöglichte – bei einer somit anzunehmenden relativ gleichmäßigen Durchmischung des Volkes – dass mit dem Hochfahren der Testzahlen auch die sonst zum Sommer hin zwangsläufig sinkenden Zahlen der (getesteten) „Infizierten“ auf einer panik-trächtigen Höhe gehalten werden können.

    Die P(l)andemie-Manager wussten, dass solche Spielchen im Hochsommer an Grenzen stoßen, denn Grippe- und sonstige Erkältungsviren verstecken sich da auf eine wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärte Weise bis hin zur Unauffindbarkeit (=nur scheinbar, denn ihre Rückkehr im Herbst und Winter war ja bisher immer gesichert).

    Die hochgefahrenen Tests erbrachten im Hochsommer tatsächlich Treffer in so geringer Höhe, dass sie von der Quote der technisch unvermeidbaren Falsch-Positiven nicht mehr zu unterscheiden waren.
    Wenn wundert es da noch, dass in Deutschland die offiziellen Stellen, allen voran das RKI, diese „Quote der technisch unvermeidbaren Falsch-Positiven“ nicht beziffern wollten?
    Wer im April in der RKI-Position „Obduktionen nein danke – Einäscherungen ja bitte“ noch keinen verkappten Aufruf zur Tatspuren-Beseitigung sehen wollte, sondern wohlwollend eine gutgemeinte Dummheit, der müsste spätestens bei der sommerlichen Verschleierung durch RKI & Co. ins Grübeln geraten sein.

    Das Sommerloch ist jetzt aber überwunden und die ganz normale und banale Tatsache der herbstlich ansteigenden Infektionszahlen für Viren aller Art spielt den P(l)andemie-Managern in die Hände, macht also viele sommerliche Tricksereien überflüssig.

    Die Gefahr einer expontiellen Entwicklung (die u.a. laut Prof. Streeck nie bestanden hatte) wird dennoch wie beim letzten Mal erneut konstruiert werden: Am Anfang einer winterlich ansteigenden Kurve sind die Zahlen noch zu klein und das „Flackern“ zu stark, um irgendwelche Deutungen klar ausschließen zu können. Später zwar schon, aber da werden die Mächtigen und ihre Hofberichterstatter dann auf das „Präventions-Paradoxon“ verweisen – nur weil man selber und die eigenen Maßnahmen so schnell und toll gewesen seien, habe man das Allerschlimmste, die angeblich sonst unvermeidlich bevorstehende Fallzahlen-Explosion gerade noch so verhindern können.

    Auch würde ich eher nicht auf niedrige Todeszahlen wetten wollen, jedenfalls nicht aus einem Mangel an multi-morbiden Todes-Kandidaten, die so regelmäßig nachwachsen eben wie jeder von uns ständig ein bisschen älter wird. Der vergangene Winter war sehr mild und hat vermutlicha aus genau diesem Grund in Sachen Todeszahlen trotz Corona nicht besonders hart zugeschlagen – der bevorstehende Winter könnte meteorologisch und damit infektiologisch härter werden.

    Dann müsste man mit einem Sterben rechnen, das sich nicht auf die „mittel-morbiden“ beschränkt, die jetzt „statistisch dran“ sein werden, sondern es käme zu einem „nachholenden“ Sterben der im letzten Winter nochmals davongekommenen (die inzwischen eher „stark-morbide“ sind) und es käme zusätzlich zu einem „vorgezogenen“ Sterben der „schwach-morbiden“, die diesen Winter sonst noch überstehen würden (wenn er erneut mild ausfiele).

    Die interaktive Landkarte mit den falschen Relationen belügt uns also seit Monaten. Und ihre Verzerrungen werden uns vermutlich als amtliche (Fake-)News erhalten bleiben, weil unsere Mächtigen uns offensichtlich in einem langfristigen Panik-Modus halten wollen, mögen die fachlich versierten Statistik-Professoren Antes und Bosbach noch so wutschnaubend ihre Missbilligung äußern.

    Bill Gates, der lange von ca. anderthalb Jahren sprach, hat im NBC-Interview am 11. Oktober seinen neuen „Fahrplan“ vorgestellt:
    Er gehe davon aus, dass die Corona-Maßnahmen – samt Lockdowns, Verhaltensregeln und Maskenzwang – noch etwa weitere vier Jahre bestehen bleiben sollen, bis „das Virus ausgelöscht ist“. Der Wiederaufbau – eigentlich ein Umbau nach den Vorstellungen von Gates, Weltwirtschaftsforum und Co. – könne zehn Jahre oder mehr in Anspruch nehmen, [4].

    So gut befreundet Merkel mit Gates ist (und dessen Vorgaben bisher übernommen hat, was sie natürlich nie gestehen wird), lässt das üble Ahnungen aufkommen. Die Frage, warum Asien und sogar Afrika Corona schon längst und im Vergleich zu uns quasi spielerisch leicht überwunden haben, blendet Gates aus und so wird vermutlich unsere Sorgen-Mutti Angela samt ihren Hardliner-Boys Lauterbach, Spahn, Söder und Co. sie nie im Rampenlicht der 20-Uhr-Tagesschau beantworten müssen, denn kein Hofberichterstatter wird sie sich je zu stellen trauen.

    Die methodisch einfachste (aber organisatorisch evtl. sehr aufwändige?) Weise, nicht nur repräsentativ zu testen, sondern zugleich das Virus schnell loszuwerden, wäre:
    ALLE Bewohner durchtesten, Positive in Quarantäne schicken und so ohne Lockdown in wenigen Wochen Corona-frei zu werden.
    Wer das für undurchführbar hält, lauscht vielleicht lieber „Experten“ wie Karl Lauterbach, der einen jederzeit möglichen polizeilichen Zutritt in alle deutsche Wohnungen einführen will. Oder „Experten“ wie Jens Spahn, der trotz bisher fehlender Erfolge es eine gute Idee findet, seine bisher befristeten Vollmachten (mit denen er die Mitsprache des Parlaments umgeht) in unbefristete Vollmachten umwandeln zu lassen.

    Alle anderen sollten einen Blick in die nahe Slowakei werfen:
    „Die Slowakei startet ein großes Corona-Experiment: Das Land testet seine komplette Bevölkerung auf das Virus und schickt die Positiv-Fälle sofort in Quarantäne. Premier Matovic hofft auf ein Exempel, das der Welt zeigt, wie man in der zweiten Welle den Lockdown vermeidet“, [5].

    Zwar werden Antigen-Tests verwendet, die als weniger zuverlässig als PCR-Labortests gelten und erst 91 Prozent aller Teststellen konnten geöffnet werden, weil es unter anderem an medizinischem Personal mangelte. Dennoch scheint die Sache einen Versuch wert zu sein (nach dem Motto, lieber ein Ende mit mildem Schrecken als ein Schrecken ohne Ende).

    Man ahnt schon: Unsere staatsnahe Tagesschau verkneift sich jegliche positive Äußerung, [6]:
    – „Die Aktion ist umstritten: Wer nicht mitmacht, ist im Nachteil“ (Ist das etwa nicht genauso bei der schon bestehenden Langzeit-Maskenpflicht und Lauterbachs angekündigten Wohnungs-Razzien?)
    – „In Europa haben bisher nur kleinere Länder wie Luxemburg und Monaco flächendeckende Tests angekündigt. In China wurden bereits die Einwohner ganzer Städte getestet.“ (Soll das heißen, für unser großes Land als Ganzes sei die slowakische Vorgehensweise sowieso nicht machbar?)

    [1] https://www.welt.de/wissenschaft/article219046878/Coronavirus-Sechsmal-mehr-Kinder-und-Jugendliche-mit-Corona-infiziert.html
    [2] https://www.n-tv.de/wissen/Antikoerper-Schwund-kein-Grund-zur-Sorge-article22130800.html
    [3] https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/
    [4] https://www.rubikon.news/artikel/der-grosse-neustart-2
    [5] https://www.n-tv.de/panorama/Slowakei-sucht-Alternative-zum-Lockdown-article22137899.html
    [6] https://www.tagesschau.de/ausland/coronavirus-slowakei-massentests-101.html

    1. Naja, das ganze Land testen …?
      Warum sollte das zielführend sein?
      Hier mal meine Punkte dagegen:
      1. Der Zeitraum der Testdurchführung wäre (wenn PCR-Test verwendet werden) nicht hinreichend kurz, so dass die „Positiven“ das Virus schon lange wieder an die bereits getesteten „Negativen“ weitergegeben haben könnten.
      2. Das Virus kann so nicht ausgerottet werden, da es auf wieder importiert werden kann oder sich einfach aus Punkt 1. genannten Gründen nicht ausrotten lässt.
      3. PCR-Tests liefern lt. dt. Ärzteblatt eine falsch Positivenrate ab, die in diesem Fall komplett unbegründet in Quarantäne schickt. Gleichzeitig erkennt der Test aber nicht 100% aller tatsächlich Positiven.
      4. Der PCR-Test erkennt Virus-Material. Es gibt hierbei keine Unterscheidung zwischen noch lebenden vermehrungsfähigen Viren, welche noch ansteckend sein könnten und toten, bereits vom Körper bekämpften Viren, deren Reste noch einen (bewießendermaßen) längeren Zeitraum ausgeschieden werden. Damit wären dann auch Menschen positiv, die bereits eine Covid-Erkrankung hinter sich haben und damit zu hohem Teil resistent sind.
      5. Das Verwenden von Antigen Tests würde o. g. Punkte durch die noch unzuverlässigere Erkennung sogar noch negativ beeinflussen.
      6. Sogar Drosten hat im Jahr 2014 von der Methodik abgeraten, PCR Tests für das Messen einer Pandemie zu verwenden: https://www.wiwo.de/technologie/forschung/virologe-drosten-im-gespraech-2014-der-koerper-wirdstaendig-von-viren-angegriffen/9903228-all.html
      Nur leider kann er sich an seine Aussagen gerade nicht mehr erinnern. Wird halt auch älter – der Gute.
      7. Die aktuellen Zahlen aus Schweden zeigen, das es einfach zielführend ist, einen Weg zu gehen, den wir in den letzten Jahren jährlich einmal gegangen sind – und zwar im Rahmen einer Grippewelle: „Vitamin C, Wellness, Immunsystem stärken und ohne in Panik auszubrechen, das ganze aussitzen.“ Und glauben Sie mir: Die Grippeimpfung hat noch nie etwas zum Bezwingen einer Grippewelle beitragen können.

  3. @Joe Schwarz:
    Allen Ihren Punkten kann ich zustimmen und die meisten davon habe ich selber in dem einen oder anderen Beitrag auf diesem Blog angeführt.

    Meine Grundposition ist noch immer die, die Dr. Wodarg schon sehr früh vertrat: Wenn man nicht nach Corona suchen würde, würde man nicht nur kein Corona finden, sondern insgesamt nichts Auffälliges.
    Denn Erkältungs- und Virenkranke gibt es jeden Winter, mal mehr mal weniger, mal dieser Virus mal jener. Auch gestorben wird an Atemwegserkrankungen jeden Winter; wir hatten im 1. Halbjahr 2020 aber keine Übersterblichkeit – ganz anders als 2018 bei der Grippewelle, die damals nicht in die Schlagzeilen kam und an die sich jetzt kaum jemand erinnern würde, gäbe es nicht die ständigen Hinweise und Vergleiche.

    Diese gelassene Sicht ist aber nicht das Ding unserer Mächtigen. Sie sehen bzw. heucheln einen dringenden Handlungsbedarf und überbieten sich in fragwürdigen Maßnahmen und Vorschlägen zur Gängelung der Bürger.
    Nicht nur Querdenker sehen uns auf dem Weg in einen autoritären Staat – das Regieren mit Notverordnungen am Parlament vorbei wird auch von den Parlamentariern selber mit wachsendem Unbehagen und Misstrauen beäugt als ein sich verfestigender Dauerzustand, den es zu verhindern gilt.

    Der in Deutschland und den USA ausgebildete Wirtschafswissenschaftler Max Otte (bekannt geworden als Crash-Prophet, obwohl er diesen Namen und Ruf nicht mag) weist darauf hin, dass in westlichen Oligarchen-Kreisen nicht nur die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung eine merkwürdige Einstellung zur westlichen Demokratie und ein merkwürdiges Interesse an Viren hat:
    2010 veröffentlicht die Rockefeller-Stiftung ein Papier über die Auswirkungen einer Pandemie, die fast als Blaupause der aktuellen erscheint. Es geht davon aus, dass die Asiaten eine Pandemie besser bewäligen (sic!) und der Westen nach einem anfänglichen Niedergang dann die (autoritärere) Lebensweise der Asiaten übernehmen werden (=sprich sollen). Die Bücher und Aufsätze über einen entstehenden Überwachungs-Kapitalismus sind also keineswegs Verschwörungs- oder sonstige Theorien, sondern haben ein ganz konkretes Pendant in den Überlegungen unserer wirtschaftlich und politisch Mächtigen, wie sie ihre Macht sichern können – über den beginnenden westlichen Abstieg bzw. Chinas Aufstieg hinaus.

    Ein passendes Virus ist ja jetzt da, aber der angestrebte Umbau ist eine langfristige Sache, die nicht zu einer schnellen und gründlichen Virus-Beseitigung à la China passt. Denn, so der Rockefeller-Plan, wir sollen ja nicht kurzfristig den aktuellen chinesischen Erfolgsweg in Sachen Virus übernehmen, sondern das Virus soll gründlich und dauerhaft – und daher langfristig erfolgreich aus Sicht unserer Oligarchen – uns den chinesischen Kadaver-Gehorsam „einimpfen“. Folgt man dieser Theorie, dann versteht man, warum die Gates-Freundin Merkel in nicht endender Dauersorge ist, „Öffnungsorgien“ verhindern und ständig aufs Neue „die Zügel anziehen“ will. Und warum es weder ein klares Konzept gibt noch eines angestrebt wird.

    Folgt man der Theorie jedoch nicht, bleibt trotzdem der Befund, dass die Regierung kein Konzept hat und auch nicht einmal Ansätz erkennbar sind, sich ein solches zu verschaffen:

    Die Regierung hat weder eine vernünftige Kommunikations-Strategie noch eine Corona-Bekämpfungsstrategie.
    Statt Kommunikation mit Erklärungen, „Ampeln“ etc. galt früh gemäß Seehofer-Papier, mit Panikmache selbst Kinder so zu verstören, dass sie gefügig werden. Erwachsenen hat man antrainiert, selbständiges Denken und Nachfragen zu unterlassen und durch blinden Gehorsam auf Zuruf zu ersetzen (Alltagsmasken war erst unnötig und schädlich, zwei Wochen später dann – aus dem Mund der gleichen „Experten“ – waren sie nützlich, unvermeidlich und verpflichtend).
    Nicht mehr der Staat rechtfertigt sich für einzelne Eingriffe in die Freiheitsrechte, sondern der Bürger muss ständig ermitteln, was zwischen all den Verboten noch erlaubt sein könnte und ob Mutti Merkel und ihre Schergen vielleicht gnädigerweise die weitere eigene wirtschaftliche Existenz doch noch zulassen werden.

    Auch ich bewundere das schwedische Modell und hatte nicht die Absicht, Werbung für das slowakische zu machen.
    Fakt ist aber, dass Merkel & Co. nicht nur die formale Macht haben und diese kräftig missbrauchen, sondern dass sie die übergroße Mehrheit des überrumpelten Volkes überzeugen konnten für ihr Narrativ und ihre Strategie, die in Wahrheit eine Nicht-Strategie ist, wenn man ergebnisorientiert denkt.

    Man müsste Merkel & Co. daher beim Wort nehmen:
    Wenn ihr schon den schwedischen Weg ignoriert, was sagt ihr zum slowakischen? Auch nur Schweigen, weil ihr so toll seid und den Vergleich verschiedener anderer Strategien mit der eigenen nicht nötig habt? Oder weil ihr eben keine richtige Strategie habt, wie u.a. die Statistik-Professoren Antes und Bosbach beklagen?

    Eine richtige Strategie (richtig im Sinne des Volkes, nicht der Oligarchen) wäre eine Exit-Strategie. Dieses in der ersten Welle häufig bemühte Wort ist merkwürdigerweise bei der anrollenden zweiten Welle nicht mehr im Gebrauch – beginnen wir uns schon an den Dauerzustand zu gewöhnen?

    Und daran, dass einerseits schwedisch-slowakische Ansätze ignoriert werden, aber andererseits Spanien und Italien ständig erwähnt werden? Deren (Dauer-)Zustände will hier keiner haben – aber bewegen wir uns nicht genau in diese falsche Richtung, wenn das einzig rudimentär erkennbare Konzept unserer Regierung darin zu bestehen scheint, das spanisch-italienische (Miss-)Erfolgsrezept nachzuahmen, wenn auch in abgeschwächter Form?

  4. @Joe Schwarz:
    Zu Ihrem Punkt 7 (Grippeimpfung hat noch nie etwas zum Bezwingen einer Grippewelle beitragen können) erhellen sich aktuell einige interessante Zusammenhänge.

    Mal heißt es „Coronavirus hat das Grippevirus verdrängt“ [1],
    mal umgekehrt (aber ergänzend, nicht abweichend!):
    „Grippe und Schnupfen könnten vor Corona schützen“, [2].

    Ausgerechnet Christian Drosten stimmt der These der wechselseitigen Verdrängung zu, während Hendrik Streeck ein aktuelles Gegenbeispiel (Rhinoviren) nennt und das Phänomen nicht ausschließen, aber selber demnächst weitere Untersuchungen machen will.
    Der MERKUR, der hierüber berichtet [3], scheint mit anderen Experten davon auszugehen, dass einfach die gesteigerten Hygienemaßnahmen Viren aller Art (also Corona und Grippe gleichzeitig) zurückdrängen – oder empfehlen Coronavirus-Risikopatienten die Grippeschutzimpfung (nicht wegen einer evtl. Kreuzimmunität, sondern einfach, um nicht zu vielen verschiedenen Viren ausgelierfert zu sein).

    Im Rahmen einer wechselseitigen Verdrängung kann man jedenfalls sagen: Von den „mit“ Corona Verstorbenen ist zwar ein (kleiner) Teil tatsächlich „an“ Corona gestorben.
    Aber selbst diese Minderheit wäre bei einem Fortbleiben des Coronavirus kaum später (und kaum virenfrei) gestorben:
    Das Coronavirus hat nämlich einfach den Killerjob übernommen, den sonst der (von ihm jetzt eben verdrängte) Grippevirus ausgeübt hätte!

    Und zu Punkt 4 (mehr oder weniger erfolgreiches Erkennen-Können von ansteckenden Menschen durch PCR-Tests) ist anzumerken, dass man das wenige, was die PCR-Tests aussagen können, aber auch nutzen müsste, wenn man Corona ernsthaft bekämpfen will.

    Daran gibt es Zweifel:
    Die CT-Zahl gibt an, wieviel „Runden“ die PCR laufen muss, um anzuschlagen, d.h. Virenfragmente zu finden. Je höher die Zahl, desto weniger ansteckend ist der Virusträger.
    Allerdings erhalten die Gesundheitsämter nicht die entsprechenden Laborwerte, wie sogar die öffentlich-rechtlichen Medien meldeten.
    Und wohl auch daher liefern die Labore einfach Positiv-Ergebnisse ab, bei denen die Maschinen z.B. 40 „Runden“ liefen, obwohl oberhalb 30 der Proband kaum mehr vermehrungsfähige Viren in sich hat.

    Wenn man letzteres aus übertriebener Vorsicht noch hinnehmen wollte, dann müssten die Gesundheitsämter doch eigentlich brennend interessiert sein, zumindest die Testergebnisse mit niedrigen CT-Wert ausdrücklich mit CT-Wert geliefert zu bekommen, da man doch angeblich an „Superspreader“ glaubt – hier könnte man sie bequem, relativ früh und vollständig ermitteln, scheint darauf aber keinen Wert zu legen! [4]

    [1] https://www.srf.ch/news/schweiz/viren-saison-2020-coronavirus-hat-das-grippevirus-verdraengt
    [2] https://www.srf.ch/news/schweiz/corona-verdraengt-alles-grippe-und-schnupfen-koennten-vor-corona-schuetzen
    [3] https://www.merkur.de/welt/drosten-streeck-coronavirus-grippe-jan-boehmermann-deutschland-ansteckung-virus-herbst-winter-zr-90057289.html
    [4] http://friedensblick.de/31003/positiver-coronatest-heisst-nicht-automatisch-erkrankung/

  5. Selbst zwei staatsnahe Seiten gönnen sich eine kritische Beleuchtung des „deutschen Weges“ bzw. der deutschen Nabelschau:

    „Erfolgreicher als die anderen? / Der deutsche Corona-Selbstbetrug“ – titelt t-online [1] und zieht ganz anders als unsere Mächtigen einen vernichtenden Ländervergleich:
    „Deutschland glaubt noch immer, besser als andere durch die Pandemie zu kommen. Das stimmt aber nur im Vergleich zu Ländern, die im Kampf gegen Corona versagen. An den erfolgreichsten Staaten gemessen, ist die Bilanz ernüchternd.“

    Zu den Versagern zählt dieser Bericht westliche Nationen, „also etwa den USA, Frankreich und Großbritannien“ und zu den erfolgreichsten vor allem solche in Ost- und Südostasien.

    „Es ist, als gäbe es auf dem Planeten Erde mehrere Welten. Denn auch viele Länder in Afrika haben die Pandemie in den Griff bekommen, Kenia, Ghana und Ruanda zum Beispiel. Als Vorbilder für andere Staaten werden sie allerdings nur selten genannt.“

    „Warum hat China keine zweite Welle?“ fragt sich die TAGESSCHAU [2] und nennt neben „Erfahrung mit SARS und Vogelgrippe“ (waren die nicht eher kleine Flops als große Bewährungsproben?) auch zwei weitere Gründe: „Strenge Kontrollen“ (Italien und Spanien danken für den Tipp) sowie „Testkapazitäten ausgeweitet“ (Modell Slowakei ohne langes Warten?)

    Ein Online-Leserkommentator der TAGESSCHAU macht klar, dass aus China nicht nur Erfolgs-Behauptungen kommen, sondern belastbare Fakten, die den vermeintlichen Macher Söder auf das realistischere Format eines Sprücheklopfers reduzieren: „Das Oktoberfest 2020 hat nicht in Deutschland, sondern in China stattgefunden. China hat in diesem Jahr den Deutschen gezeigt, wie man Oktoberfest feiert.“

    Denn das beliebte Spiel, chinesische Zahlen anzuzweifeln (jedenfalls stärker als die westlichen) funktioniert hier nicht:
    Es gab TV-Bilder von schunkelnden, mundschutz-freien Chinesen in eng gefüllten Großzelten – und niemand hat bisher behauptet, das seien falsche (z.B. Vorjahres-)Bilder oder verzerrend aus einem ganz anderen Kontext gezogen.
    Könnte man ähnliche Bedenken erheben wie gegen die missbrauchten und missdeuteten italienischen Militärlaster-/Sarg-Bilder, dann wäre dies nämlich längst geschehen.

    Ein anderer TAGESSCHAU-Leserkommentator könnte von Merkels Regierungsbank stammen, so eingefahren-alternativlos ist seine Sicht:
    „Ich traue China niemals / es ist eine – sorry – menschenverachtende Diktatur. Und China ist bisher nicht für Wahrheit und Offenheit bekannt. Sondern immer nur das exakte Gegenteil. Es ist für mich von daher völlig irrelevant, welche ‚Meldungen‘ das Regime in China verbreitet.“

    Da lässt sogar die TAGESSCHAU in ihrem Bericht ein positiveres China-Bild erkennen. Als Grund, warum staatliche Schutzmaßnahmen in der Regel nicht infrage gestellt werden, nennt sie nicht eine etwa Angst des Volkes vor seinen Mächtigen, sondern: „das Vertrauen in die Regierung ist hoch“.

    Das ist schon mal ein wichtiger Unterschied z.B. zu den USA, wo nicht nur scharfzüngige Beobachter ein von Oligarchen-Interessen beherrschtes „Ein-Parteien-Regime mit zwei rechten Flügen“ an der Macht sehen, dem das Volk teils misstrauisch, teils desinteressiert, aber jedenfalls in den wichtigen Richtungsfragen kaum weniger machtlos gegenübersteht als das chinesische Volk seinen Mächtigen, weil das US-Regime trotz formaler Demokratie eine Plutokratie ist, die hoch manipulativ über gelenkte Medien auf die öffentliche Meinung einwirkt. Merkels „marktkonforme Demokratie“ und die transatlantische Konzernhörigkeit (TTIP & Co.) sind nicht viel besser, fallen aber weniger auf, weil Wirtschaft (=aus der Sicht der Arbeitnehmer) und Infrastrukutr bei uns noch nicht so stark niedergegangen sind.

    Die Chinesen können zu ihrer Regierung u.a. auch deswegen Vertrauen haben, weil der chinesische Traum vom wirtschaftlichen Aufstieg des kleinen Mannes noch eine reale und stabile Basis hat – in den USA nicht mehr. Die noch so heißende, aber kaum noch kommunistische KP Chinas sollte man daher „konfuzianische“ Partei nennen, denn das Pflichtbewusstsein, das diese Philosphie lehrt (und das gem. Wikipedia den gesamten ostasiatischen Raum bis heute entscheidend prägt), verhindert bisher die Herrschaft der Konzerne über den Staat, die sich im Westen schon fast unumkehrbar durchgesetzt hat. Und es verhindert wohl auch eine Korruption in größerem Ausmaß, unter der andere aufstrebende Länder (sowie immer mehr der Westen) leiden.

    [1] https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_88850478/der-deutsche-corona-selbstbetrug-sind-wir-erfolgreicher-als-andere-laender-.html
    [2] https://www.tagesschau.de/ausland/china-corona-137.html

  6. Zur Panikmache gehört jetzt wie schon bei der ersten Welle die Warnung vor einem exponentiellen Anstieg der Fälle bzw. der Toten.

    Die tatsächliche Kurve verlief kurz exponentiell, dann eher linear und bog schließlich in die Waagrechte ein.
    Das war weder einem glücklichen Zufall zu verdanken noch der Tüchtigkeit der so selbstverliebten Panik-Manager in unserem Land.

    Das Phänomen ist vielmehr als Gompertz-Funktion [1] unter Fachleuten längst ein alter Bekannter – und zwar nicht nur unter theoretisierenden Mathematikern, sondern gerade auch unter den (praxisorientierten) Epidemiologen.

    Prof. Streeck erklärt ab min. 7:00, warum die Wachstumskurve zwangsläufig so verläuft und Angst ein schlechter Ratgeber ist – erst recht, wenn sie irrational ist und geschürt wird [2].

    Prof. Harald Walach verwies schon im September auf eine internationale Studie aus dem Labor von Michael Levitt in Stanford, die zeigen konnte, „dass in jedem einzelnen Fall und Land die Entwicklung der Fälle und Todesfälle einer sog. Gompertz-Funktion folgt“, [3].

    Davon unbeeindruckt „zeigt sich Christian Drosten [4] besorgt über die exponentiell wachsende Zahl der Neuinfektionen in Deutschland“.
    In dieser Meldung vom 28. Oktober – wenige Tage nach dem Streeck-Video – forderte er „die Politik und die Gesellschaft dazu auf, über einen ‚Mini-Lockdown‘ nachzudenken“.

    Merkel & Co haben ihn erhört, wir haben jetzt wieder Lockdown, mini oder was auch immer.

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gompertz-Funktion
    [2] https://www.youtube.com/watch?v=0KFrmgy7SCY
    [3] https://harald-walach.de/2020/09/08/sars-cov-2-faelle-und-testungen-neue-daten-aus-dem-rki-und-einige-interessante-einsichten-in-die-dynamik-aus-neuen-modellierstudien-die-covid-19-saga-geht-weiter/
    [4] https://www.ndr.de/nachrichten/info/62-Coronavirus-Update-Der-Ueberlastschalter,podcastcoronavirus254.html

    1. Für die Sorgen des Prof. Drosten um das „exponentielle Wachstum“ (dessen angebliches Vorliegen uns den neuen Lockdown beschert hat) scheint es einen (für ihn peinlichen) Grund zu geben: mangelhafte Mathematik-Kenntnisse!
      Dies lässt sich jedenfalls folgern aus einem Twitter-Zwist zwischen den Professoren Drosten und Homburg.

      Es begann damit, dass Drosten einen Twitterer belehrte: „Exponentielles Wachstum gibt es bei jedem Wert über 0%.“
      Der Twitter-Nutzer hatte zuvor auf abnehmende Zuwachsraten (percentage change) verwiesen (und hierfür allerdings den irreführenden Begriff „negatives Fallwachstum“ genutzt, was Drostens eigene Unkenntnis aber nicht ungeschehen macht).

      Finanzwissenschaftler Stefan Homburg wies Drosten dann richtigerweise darauf hin, dass ein exponentielles Wachstum nur bei KONSTANTEN Wachstumsraten vorliegt:
      „Ach du liebe Güte. Exponentielles Wachstum heißt KONSTANTE Wachstumsrate. Bei SINKENDER Wachstumsrate liegt KEIN exponentielles Wachstum vor. Beispiel f(x) = x mit Wachstumsrate f’/f = 1/x. So viele Likes verdeutlichen die in dieser Ecke bestehende Mathematikkompetenz…“

      Drosten jedenfalls blockierte daraufhin Homburg, wies ihn zuvor jedoch noch auf einen Beitrag hin, in dem die Berechnung des Zinseszinses anhand einer Formel erläutert wird. Homburg mutmaßte, dass er diesen „Azubistoff für Kaufleute“ ausgegraben habe, um zu vertuschen, dass er jedes Wachstum für exponentiell halte.

      Weil das „exponentielle Wachstum“ in der Natur so gut wie nie bzw. nur ganz kurzfristig vorkommt (das explosionsartige Wachsen ins Unendlich stößt schnell an Grenzen), spricht ein in der Feldforschung wirklich erfahrener (und mathematisch deutlich gebildeter) Professor wie Hendrik Streeck von der Gompertz-Funktion, die wie die Sigmoidfunktion in der Biologie eine uralte Tradition hat in der Beschreibung von rasant beginnenden und dann abflachenden Erscheinungen (vgl. Wikipedia). Drosten ist halt ein Labor-Mensch, kein Epidemiologe. Vielleicht kann er Nachhilfe bekommen von der Physikerin im Kanzleramt mit ihren (angestaubten?) Mathe-Kenntnissen? [1]

      Oder vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, der gelernter Epidemiologe ist und dessen Kassandra-Rufen auf allen Kanälen man kaum entkommen kann? Dieser hatte aber mal eine bessere Hälfte, die mit ihrer entgegengesetzten Meinung aktuell nicht hinterm Berg hält – dies bekommen die Mainstream-Konsumenten jedoch nur selten präsentiert:
      Angela Spelsberg, Dr. med., hat von der Harvard-Universität einen Abschluss in Epidemiologie.: „Ich bin Wissenschaftlerin und Epidemiologin, und für mich zählen immer die Fakten.“

      Sie widerspricht den Ansichten ihres Ex-Mannes: „Ich finde es nicht korrekt, wenn man nach Ablauf einer derartig milden Infektion behauptet, es wäre der größte Killer und die größte Gefahr. Das sind alles Hypothesen gewesen, die darauf beruht haben, dass man gesagt hat, ‚es ist ein neues Virus‘“.

      In der Sendung wollte der Moderator wissen, wie es sein kann, dass Spelsberg so ganz anderer Meinung sei als Lauterbach – schließlich hätten beide zusammen in Harvard studiert, [2].

      Nun, vielleicht weil Lauterbach ungern seine Nebenverdienste offenlegt, was den Verdacht, er sei ein Lobbyist, natürlich nicht gerade entkräftet? [3]
      Heutzutage werden eben Lobbyisten (Gates, Drosten, Lauterbach) hofiert – vor zehn Jahren noch die Gegenseite, die Enthüller Wodarg und Assange. Deren veränderte Behandlung durch die Mainstream-Medien führt erschreckend deutlich vor Augen, auf welch schiefer Bahn wir uns inzwischen befinden.

      [1] https://deutsch.rt.com/inland/109474-twitter-streit-zwischen-drosten-und/
      [2] https://www.bz-berlin.de/deutschland/karl-lauterbachs-ex-frau-stichelt-gegen-seine-corona-politik
      [3] https://www.abgeordnetenwatch.de/blog/nebentaetigkeiten/karl-lauterbach-und-das-versteckspiel-mit-dem-nebenverdienst-update

    2. Weiteres Ungemach für Drosten und Lauterbach:
      „Eine Analyse von mehr als 110 000 Kindern und Jugendlichen an mehr als 100 Kinderkliniken belegt: Es gibt keine hohe Dunkelziffer von Sars-CoV-2-Infektionen unter Kindern. Kinderärzte fordern deshalb, den Präsenzunterricht beizubehalten.“

      Lauterbach hatte für den Präsenzunterricht halbierte Klassen gefordert, da es unter Kindern zahlreiche unerkannte Fälle gebe, weil infizierte Kinder häufig keine Symptome entwickeln und sie deshalb womöglich zu selten getestet würden.

      Dieser Vermutung treten jetzt die Direktoren von mehr als 100 deutschen Kinderkliniken entgegen. Sie hatten Daten von mehr als 110 000 stationär aufgenommenen Kindern und Jugendlichen ausgewertet und auf Corona getestet- nur 0,53 Prozent dieser Tests fielen positiv aus, [1]

      Drosten hatte früh vor einer Ansteckungsgefahr durch Kinder gewarnt und auch nach Widerspruch im Juni auf dieser Aussage beharrt, [2].

      Mangels eigener neuer Fakten behilft er sich auf Twitter laut SUEDEUTSCHE ZEITUNG jetzt mit Mutmaßungen:
      Aus der Tatsache, dass sich derzeit immer mehr 40- bis 50-Jährige mit Sars-CoV-2 anstecken, schließt er auf eine hohe Dunkelziffer. In dieser Altersgruppe fänden sich zumeist Eltern jüngerer Kinder, während „weniger Inzidenz in den Altersgruppen, deren Kinder aus dem Haus sind“, zu beobachten sei: „Das deutet auf unerkannte Inzidenz bei Kindern hin“.

      Um das weltweit eigentlich bestens bekannte Problem Corona & Altenheim haben dagegen seit Frühjahr sowohl die zwei Besserwisser-Wirrologen als auch der Rest der Regierung/-sbehörden einen Bogen gemacht:
      „Die zweite Corona-Welle wütet in deutschen Pflegeheimen, das legen neue Zahlen nahe. Der Bund hat aber kein genaues Lagebild – und die Betreiber reagieren teils drastisch“, [3].

      [1] https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/sars-cov-2-covid-19-dunkelziffer-schulen-kinder-corona-1.5123603
      [2] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/113465/SARS-CoV-2-Drosten-bleibt-bei-Aussagen-zur-Ansteckungsgefahr-durch-Kinder
      [3] https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-pflegeheime-altenheime-1.5123802

  7. Noch vor der Entscheidung zum Teil-Lockdown gab die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am 28. Oktober ein Positionspapier heraus, in dem sie von einem Lockdown (vergeblich) abriet und stattdessen für einen verstärkten Schutz der Risikogruppen plädiert,
    https://web.de/magazine/news/coronavirus/schutz-covid-19-risikogruppen-alternative-lockdown-35243752

    In der zugehörigen Pressekonferenz forderten die Virologie-Professoren Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit u.a. mehr Schnelltests für Pflegeheim-Besucher und dass bei zu Hause lebenden Risikopatienten mehr auf Eigenverantwortung und Hilfsdienste gesetzt werden solle. Für letzteres könnten die Gesundheitsämter eingesetzt werden, die ihrerseits aufhören sollten, Infektionsketten zu verfolgen, was sowieso immer sinnloser und unbeherrschbarer wird.

    Aus dem Drosten-Lager kommt scharfer Gegenwind.
    Man könne die Gesellschaft nicht in Risiko- und Nicht-Risikopatienten teilen, weil es zu viele Risikogruppen gebe (auch mit kombinierten Merkmalen) und die Zuordnung subjektiv (d.h. letztlich wohl zu unvollständig) sei, sagt Torsten Bauer, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. (Vertritt er in dieser Funktion eigentlich Interessen der Beatmungsgeräte-Industrie? In der ersten Welle gab es jedenfalls viel zu viele dieser – oft fehlerhaft eingesetzten – teuren und gefährlichen Maschinen, so dass die Umsatz-Erwartungen jedenfalls der Industrie enttäuscht wurden.)

    Laut Drostens NDR-Podcast-Kollegin Sandra Ciesek, Direktorin des Institutes für Medizinische Virologie an der Uniklinik Frankfurt, zählen in Deutschland insgesamt exakt 26,4 Prozent der Bevölkerung zur Risikogruppe der potenziell besonders gefährdeten Menschen. Also geringfügig mehr als ein Viertel, woraus der Artikel ein Drittel macht (33 Prozent).
    Vielleicht will man damit dem Bundesgesundheitsminister entgegenkommen; Spahn scheint Zehner-Schritte zu bevorzugen und rundet großzügig auf 40 Prozent auf – warum sagt man nicht gleich für uns mathematisch Ungeübte „fast die Hälfte“?

    Vergessen scheint, dass nicht erst im Sommer (wo angeblich verstärkt und fast nur junge Menschen sich infizierten), sondern schon ganz zu Beginn (in der winterlichen ersten Welle) die Quote derjenigen Infizierten, die keine oder kaum Symptome verspürten, bei 80 Prozent lag – genau genommen noch wesentlich höher, denn die Dunkelziffer der Infizierten war hierbei unberücksichtigt. Und man wollte diese Dunkelziffer bekanntlich gar nicht systematisch ermitteln – es hätte sich ja z.B. das Anbahnen einer Herdenimmunität herausstellen können, was z.B. bei Impf-Fans zu den unerwünschten Nachrichten gehört.

    Die viel zu niedrig bezifferten 80 Prozent Symptomlosen hatte man im Juni sogar noch ins Gegenteil verdreht:
    „Nach den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) verlaufen 18 Prozent der nachgewiesenen Infektionen so schwer, dass die Betroffenen in ein Krankenhaus kommen“,
    https://www.gmx.at/magazine/panorama/coronavirus-risikogruppen-wer-besonders-gefaehrdet-vorerkrankungen-34511868
    (Oder hatte man sich bei den damals „aktuellen Daten“ einen Betrachtungszeitraum herausgesucht, in dem bevorzugt diejenigen getestet wurden, deren Krankenhausaufnahme schon absehbar war?)

    Vergessen scheint auch, dass in vielen Ländern bis zu zwei Drittel der dortigen Corona-Toten der ersten Welle in Altenheimen gelebt hatten und ihr Tod nicht nur „in Zusammenhang mit Corona“ (und mit Alter und Morbidität) stand, sondern meist auch „in Zusammenhang mit menschlichen Fehlern“:
    – Pflegepersonal (meist aus Osteuropa) wurde alleingelassen bzw. von der allgemeinen Panik zur Flucht in die Heimat animiert;
    – Krankenhausbetten wurden frei gemacht, indem man Infizierte in Altenheime verlegte;
    – Kontaktsperren führten zu Vereinsamung der Bewohner und wohl auch dazu, dass ein heilsamer – und in manchen Heimen besonders nötig gewordener – „Kontroll-Blick der Angehörigen“ auf die aktuellen Heim-Zustände verhindert wurde.

    Prof. Püschel betonte schon im April: Ein Corona-Ausbruch muss auch in einem Altenheim aus medizinischer Sicht nicht zwangsläufig zu einem „Massaker“ führen.
    Dass der Faktor Mensch, also der organisatorische Umgang mit der Situation, der ganz entscheidende Faktor ist, konnte er vornehm verschweigen, denn selbst durchschnittlich Intelligente müssten sich das an fünf Fingern abzählen können.

    Es sieht aber nicht so aus, als habe man den Sommer irgendwie genutzt, um für den anstehenden Corona-Winter den Altenheimen vernünftige Bedingungen zu verschaffen; man scheint auf Notbehelfe zu setzen als befände man sich noch immer am Anfang de Pandemie.
    Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) beanstandete Ende Oktober:
    „Laut Robert Koch Institut (RKI) sollen Pflegefachpersonen, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, bei Personalknappheit trotz Infektion arbeiten DÜRFEN“
    – was aus der Sicht der Arbeitgeber natürlich heißt: MÜSSEN,
    https://www.dbfk.de/de/presse/meldungen/2020/Pflegen-mit-Corona-Gesundheit-hat-Vorrang.php

    Die positiv getestete Pflegekraft muss also zur Arbeit ins Seniorenheim – aber wehe, auf dem Weg dorthin oder zurück weicht sie ab um z.B. Lebensmittel zu kaufen: das wäre natürlich eindeutig ein nicht hinzunehmender Verstoß gegen die Quarantäne-Pflicht, der alle positiv Getesteten unterliegen – auch die Pflegekraft, sobald sie sich außerhalb ihrer „Zwangsarbeit“ bewegt!

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