Berchtesgaden: Es gibt keinen einzigen Covid-Patienten auf den Intensivstationen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündete gerade einen Lockdown über das Berchtesgadener Land. Die Begründung ist, dass immer mehr Menschen positiv getestet werden. Binnen sieben Tagen kamen auf 100.000 Menschen 252 Testpositive. In den Krankenhäusern der Region ist die Lage dagegen entspannt. Es gibt keine Schwerkranken:

„In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 13 Covid-19-Patienten aus dem Landkreis stationär behandelt. Derzeit werden keine Patienten intensivmedizinisch betreut.“ Landratsamt Berchtesgadener Land – https://www.lra-bgl.de/t/das-landratsamt/aktuelles/details/news/der-landkreis-bereitet-sich-auf-das-coronavirus-vor0/

Das Fehlen jeglicher Covid-Patienten in den Intensivstationen, hielt der bayerische Rundfunk seinen Zuschauern vor, siehe:

„In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden laut Landratsamt derzeit 13 Covid-19-Patienten stationär behandelt.“ https://www.br.de/nachrichten/bayern/soeder-kuendigt-lockdown-fuer-landkreis-berchtesgadener-land-an,SDrAEpE

5 Gedanken zu „Berchtesgaden: Es gibt keinen einzigen Covid-Patienten auf den Intensivstationen“

  1. Gewaltig angestiegene Infektionszahlen – dennoch verharrt die Kurve der Corona-Sterbezahlen auf dem sommerlich niedrigen Mini-Niveau.
    Überall das gleiche Bild, wie Grafiken für Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien zeigen. Jens Berger von den NDS [1] zieht daraus den Schluss, dass es auch im Frühjahr ähnlich hohe Infektionszahlen gegeben haben muss, die nur aufgrund der geringen Testzahl nicht herauskamen (und weil man gar nicht versuchte repräsentativ zu testen und hochzurechnen, was namhafte Statistiker früh angeprangert hatten).

    Dass die „große“ Antikörperstudie des Robert Koch-Instituts erst vor wenigen Tagen startete, findet nicht nur Berger reichlich spät – sind doch die messbaren Antikörper mehrere Wochen nach der Infektion oft nicht mehr mit herkömmlichen Tests feststellbar.

    Man könnte auch ganz kurz und banal feststellen: Die Seuche ist vorbei, die Herdenimmunität stellt sich nach und nach ein.
    Doch solche ketzerische Ideen sehen Merkels Corona-Boys als
    „Düsteres Szenario: Drosten und Kollegen warnen vor Konzept der Herdenimmunität“, [2].

    Die Drosten-Gruppe kommt nicht einmal mehr umhin, die Great Barrington Erklärung zu erwähnen, die von drei Professoren der Elite-Unis Harvard, Oxford und Stanford initiiert wurde und die bereits viele Hunderttausend Menschen unterzeichnet haben.
    Bisher wurde diese Erklärung im deutschen Mainstream ja vornehm beschwiegen.

    „Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass erneut die Stimmen erstarken, die als Strategie der Pandemiebekämpfung auf die natürliche Durchseuchung großer Bevölkerungsteile mit dem Ziel der Herdenimmunität setzen.“

    Eine unkontrollierte Durchseuchung würde zu einer eskalierenden Zunahme an Todesopfern führen, schreiben Drosten & Co, „denn selbst bei strenger Isolierung älterer Menschen gebe es noch weitere Risikogruppen, die viel zu zahlreich, zu heterogen und zum Teil auch unerkannt seien, um aktiv abgeschirmt werden zu können.“

    Für alle möglichen chronisch Kranken sehen sie „ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf“ und packen (zwecks Dramatisierung?) ihr Paket auch für die Volkskrankheiten Übergewicht und Diabetes.
    Aber auch Dicke und Zuckerkranke denken zur Zeit trotz steigender Infektionszahlen seit vielen Wochen nicht daran zu sterben.

    Weil man noch nicht zuverlässig wisse, wie lange eine durch eine Infektion erworbene Immunität anhält, sei das Anstreben der Herdenimmunität ohne Impfung unethisch.

    Heißt das: Weil wir immer noch dumm sind, müssen / wollen wir euch schnellmöglichst impfen? Mit neuen Stoffen, von deren Langzeitwirkung wir ebenfalls immer noch so gut wie nichts wissen?
    Es gab schon weniger plumpe Rückzugsgefechte!

    [1] https://www.nachdenkseiten.de/?p=65980
    [2] https://www.zeit.de/news/2020-10/20/drosten-und-kollegen-warnen-vor-konzept-der-herdenimmunitaet

  2. Der Drosten-Gruppe weht der Wind nicht nur von englisch-sprachigen Elite-Unis entgegen:

    – Eine Gruppe von Wissenschaftlern, Kassenmanagern und Medizinern um den renommierten Gesundheitsökonomen Gerd Glaeske warnt Bund und Länder vor dem falschen Konzept, auf die steigende Zahl von Corona-Infizierten zu reagieren, indem man stur mit immer neuen Drohungen vor einem Lockdown die Bevölkerung zur Disziplin zwingen will. Sie fordert stattdessen den Schutz von Risikogruppen als zentrale Maßnahme [1].

    – in einem Handelsblatt-Gastbeitrag [2] fordert Prof. Dr. Curt Diehm ein „Zurück zu Augenmaß und Fakten: Der Corona-Diskussion droht eine gefährliche Schieflage.
    Wir müssen Gefährdete schützen, aber gleichzeitig Ruhe bewahren und die Situation besonnen bewerten. Wer in Panik verfällt, verrückt die Maßstäbe.“

    – Epidemiologe und Gesundheitsamt-Chef Friedrich Pürner aus Bayern zerreißt Söders Corona-Strategie: „Auch wenn ich meine Beamten-Karriere auf Spiel setze …“, [3]. Schon Anfang Oktober hatte er seine Stimme erhoben, [4].

    Unterdessen rätseln und streiten in der ZEIT der Autor und die Leserkommentare heftig darüber, warum es an allen möglichen Orten innerhalb Deutschlands „Coronafreie Regionen“ gibt, „Wo das Virus keine Wirte findet“ – und was wohl dafür die Gründe sein könnten, [5].
    Die genialen Maßnahmen unserer Mächtigen scheinen nicht der Grund zu sein – der Mythos vom hochansteckenden Killervirus gerät jedenfalls einmal mehr ins Wanken, ganz entgegen der aktuell verbreiteten Panik.

    Die NDS interviewen Hannes Hofbauer zu seinem neuen Buch über Panikmache, das Milliardengeschäft Impfstoff und die Tabuisierung des Todes. Angst werde geschürt, notwendige Differenzierungen wie etwa, dass neben den 9500 „Corona-Toten“ in Deutschland im selben Zeitraum 580.000 Menschen an anderen Ursachen verstorben seien, fehlten in der Berichterstattung, [6].

    [1] https://www.rnd.de/politik/falsche-corona-konzepte-wissenschaftler-raten-zu-schutz-von-risikogruppen-statt-immer-neuen-drohungen-C2QDFYCV2RH2VOMTLCSFLKKYGI.html
    [2] https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/expertenrat/diehm/expertenrat-prof-dr-curt-diehm-zurueck-zu-augenmass-und-fakten-der-corona-diskussion-droht-eine-gefaehrliche-schieflage/26214860.html
    [3] https://www.merkur.de/bayern/coronavirus-bayern-soeder-gesundheitsamt-chef-maskenpflicht-friedrich-puerner-kritik-zr-13922061.html
    [4] http://friedensblick.de/30946/in-deutschland-starb-am-20-september-kein-einziger-mensch-mit-coronavirus/#comment-9851
    [5] https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-10/coronafreie-regionen-coronavirus-infektionen-ansteckung-hotspots?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
    [6] https://www.nachdenkseiten.de/?p=65968

    1. Friedrich Pürner, Epidemiologe und Gesundheitsamt-Chef von Aichach-Friedberg in Bayern, war bereit für seine Kritik an Söder seine Beamten-Karriere aufs Spiel zu setzen – dies ist jetzt eingetreten:

      „Wegen Kritik an Corona-Politik: Gesundheitsamt-Chef wird strafversetzt“,
      https://www.youtube.com/watch?v=gG81BQ5hS6k

      Im 15-minütigen Interview erläutert er seine Position.

  3. Experte kritisiert Coronavirus-Strategie: „Alles versäumt worden, was irgendwie versäumt werden kann“
    …titelt im Ländle des beliebten, aber behäbigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann sogar der staatsnahe, sprich: öffentlich-rechtliche Rundfunk, [1].

    Gerd Antes ist im Ländle nicht irgendwer:
    Der Medizinstatistiker war Direktor des Deutschen Cochrane-Zentrums am Universitätsklinikum Freiburg, das medizinische Studien wissenschaftlich prüft und auswertet. Schon im Mai hatte er beklagt, dass die damals für den Sommer anstehenden politischen Entscheidungen vor allem abhängig sind von Zahlen, die schon damals jedoch alles andere als verlässlich waren – was er nicht als hinzunehmendes Schicksal sah:
    „Die Politik verabschiedet sich von der Wissenschaft“, [2].

    Bereits im April hatte sein Statistiker-Kollege Prof. Gerd Bosbach fehlende Erhebungen zum Stand der „Durchseuchung“ der Bevölkerung beklagt und darauf verwiesen, dass deutsche Stellen (mit ihren langjähirgen Wahlforschungs-Erfahrungen etc.) problemlos dazu in der Lage wären.
    Nämlich, „dass sich schon bei 2.000 Teilnehmern recht zuverlässige, also repräsentative einfache Ergebnisse – wie der Anteil der Infizierten oder der Anteil der wirklich Kranken – erzielen lassen. Mit 12.000 Teilnehmern könnte auch schon differenziert ausgewertet werden, zum Beispiel nach Alter und Geschlecht.
    Bei regelmäßiger Wiederholung bekämen wir auch die Entwicklung gut mit. Repräsentatives Testen ist keine große Kunst, beim Mikrozensus macht das das Statistische Bundesamt jedes Jahr. Warum hat man das nicht längst gemacht?“ Das anfängliche Argument der zu wenig verfügbaren Test-Sets war schon im April keines mehr, wie er klarstellte, [3].

    Jetzt erneuert Prof. Antes seine nie berücksichtigte Kritik:
    „Die Tests liefern für allgemeine Aussagen keine belastbaren Zahlen. Deshalb sind alle Zahlen, die aus diesen Tests abgeleitet werden, grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen und schlimmstenfalls grob falsch. Am auffälligsten kann man das an der Dunkelziffer erkennen: Wir erwischen nur einen gewissen und völlig unsystematisch erhobenen Anteil der Infizierten.“

    Die Politik mache den Menschen falsche Hoffnungen, sagt Gerd Antes. Er sieht Baden-Württemberg auf einen verkappten Lockdown zusteuern.
    Aus seiner Sicht sind die „Ministerpräsidenten auf einem ganz schlechten Weg, weil sie dauernd Dinge ankündigen und versprechen und ein Wissen kundtun, das schlichtweg nicht da ist.“

    „Jetzt sind ja alle wieder geschockt, dass das, was man vielleicht im Winter erwartet hätte, schon im September auftritt. Das ist ein – so hart muss man es sagen – vorhersagbares Versagen. Es ist ja über den ganzen Sommer alles versäumt worden, was irgendwie versäumt werden kann. Das, womit wir im April hätten anfangen können, um ganz gezielt und schnell Daten zu erheben, ist bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht gemacht worden. Das fällt uns jetzt auf die Füße.“

    Das was unsere Mächtigen als Eckpunkte einer Konzeption sehen und sogar stolz als deutschen (bzw. bei Söder auch als bayrischen) Erfolgsweg bejubeln (Cluster, Superspreader und Infektionsketten verfolgen, Quarantäne-Verfügungen raushauen), betrachtet Antes als kompletten Unfug:

    „Dieses Hochjubeln von Clustern als ‚Haupttäter‘ ist aus meiner Sicht hochgradig inkompetent, weil das immer nur retrospektiv festgehalten werden kann.“
    Zudem geht er davon aus, „dass der Anteil von sogenannten spontanen Übertragungen unglaublich groß sein muss. Sonst würde man nie auf die Gesamtzahl kommen. Wenn wir jetzt sehen, dass wir gegenwärtig tausende positive Tests haben und dann noch einmal eine große Dunkelziffer obendrauf – dann ist das, was wir über die immer wieder hochgejubelten Events zählen können, verschwindend gering.“

    Letzteres sollten sich die Kritiker der großen Berliner Hygiene-Demos hinter die Ohren schreiben. Hatten die nicht vor den Demos als quasi HotSpot-/Cluster-/Superspreader-Event gewarnt als stünde die Pest vor der Türe?
    Sie wurden nach den Demos allerdings verdächtig schnell kleinlaut – als hätten sie das vernichtende Urteil des Prof. Antes schon im Hinterkopf und als wollten sie daher eine blamable absehbare Widerlegung ihrer Unkenrufe vermeiden bzw. nicht in aller Öffentlichkeit stattfinden lassen.

    Ebenfalls Baustein einer (mutmaßlichen, jedoch nicht wirklich überzeugenden) Regierungs-Konzeption ist das berüchtigte Strategiepapier [4] aus Seehofers Innenministerium, das eine Schockstragie vorsah analog den vorgeschriebenen Schockbildern, die wir aus der Tabakwerbung kennen.

    Welche („externen“) Autoren haben mit welcher Expertise zu diesem Schock-Papier beitragen? Diese Frage auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) hatte die Fachanwältin für Medizinrecht Dr. Marion Rosenke dem Innenministerium erstmals im April gestellt – und auf mehrfaches Nachfragen bis Juli nur Zwischen-Antworten erhalten, [5]. Seit Mitte September läuft ihre gerichtliche Klage auf Auskunft gegen das Seehofer-Ministerium, [6].

    War es vielleicht nur ein großer Experte? Einer wie Drosten, der sich ja sonst auch gerne als Merkels einziger Experte feiern lässt, aber die Rolle des netten Kerls spielen will / muss und daher bei diesem heiklen Thema seinen Namen nicht veröffentlicht (sprich: beschmutzt) sehen will?

    Oder waren es Militärstrategen, die sich mehr in Putsch- und Aufstandsbekämpfungs-Szenarien auskennen statt in Medizin? Die Kriegs- und Katastrophen-Eignung der Bevölkerung war im Kalten Krieg ein großes Thema und rückt seit der Ukraine-Krise und dem seither verschärften Trommeln gegen Russland unter dem Fachbegriff „Resilienz“ bei NATO-Militärstrategen (auch in Deutschland) wieder ins Zentrum militärischer (Kriegs-?)Planungen, Kostprobe:
    „Resilienz ist die Fähigkeit einer Gesellschaft in Verbindung von zivilen, militärischen und ökonomischen Faktoren diesen Ereignissen standzuhalten bzw. sich von diesen schnell und leicht zu erholen. Kurz, Resilienz meint in diesem Fall die Verbindung der Kompetenzen von zivilem Krisenmanagement und Streitkräften“, [7].

    Im April beschrieb Handelsblatt-Journalist Norbert Häring auf seinem Blog militärisch-geostrategische Aspekte von Corona:
    „Wie Covid-19 den USA in der Konkurrenz mit China um die globale Vorherrschaft hilft“, [8].
    Unter der Teil-Überschrift „Dem Glück wurde nachgeholfen“ erfährt man interessante Details der P(l)andemie und dass Militärstrategen die Katastrophen, vor denen sie uns schützen wollen, nicht immer passiv abwarten.

    Er stützt sich dabei auf einen Bericht der Nachrichtenagentur REUTERS vom März [9]: Demnach hat der Nationale Sicherheitsrat der USA „schon im Januar angeordnet, dass alle Diskussion über Themen wie Infektionsraten, Quarantäne und Reisebeschränkungen in Hochsicherheits-Konferenzräumen im Department of Health & Human Service (HHS) stattfinden mussten und geheim waren. So etwas ist üblich, wenn es um biologische Kriegsführung geht, aber nicht bei ansteckenden Krankheiten. Dadurch konnten nur Behördenvertreter mit entsprechenden Sicherheitseinstufungen teilnehmen.

    „HHS hat die Oberaufsicht über eine Reihe von Gesundheitsbehörden, darunter die US Centers for Disease Control and Prevention (CDC), die die Infektionszahlen erheben. Die Geheimhaltung dieser Diskussionen dürfte sehr dazu beigetragen haben, dass viele für die Prävention und Bekämpfung der Pandemie zuständige Leute im Dunkeln blieben, was auf sie zukam, darunter die Regierungen der Bundesstaaten, Kreise und Kommunen.“

    Wenn das Handling der Infektionszahlen sowie die Steuerung der Gesundheitsbehörden in den USA in den Händen von geheimniskrämerischen Militärstrategen lag, dann dürfte nicht der ergebnisoffene wissenschaftliche Erkenntnis-Hunger im Vordergrund gestanden haben, sondern (und völlig am insoweit macht- und ahnungslosen Trump vorbei) das Schüren und Aufrechterhalten der dann entstandenen und bis heute anhaltenden Panik. Also das, was das bei uns das Schock-Strategiepapier vorgibt – bei uns offen einsehbar, aber wie in den USA von streng geheimen Autoren erstellt.

    Schmieden US-Militärs weltweite Strategien, dann binden sie über die NATO ihre Vasallen als Helfer und Mit-Vollzieher ein. Falls die Schockstrategie-Autoren einen NATO-Bezug haben, wird die Klage der Medizin-Juristin absehbar am „Staatswohl“ scheitern, wie man das beim kleinen Drei-Personen-NSU ja schon zur Genüge erfahren hat. Oder vielleicht haben die Autoren einen zu starken Bezug zur Ende 2019 stattgefundenen „Event 201“, was sie als zielstrebig-eiskalte P(l)andemiker outen und den großen Bill noch mehr in Verruf bringen würde?
    Gates Foundation, Event 201 und US-Militärgeheim-Strategen dürften jedoch so eng verzahnt sein, dass der exakte „Befehlsweg“ eher nebensächlich ist. Wichtiger ist daher vorerst die Erkenntnis, dass es eine (eben geheimzuhaltende) „Befehlskette“ geben könnte, die ggf. das Handeln unserer Mächtigen mehr prägt als alle „Infektionsketten“.

    Kritik von Prof. Antes dürfte die Mächtigen darum einiges mehr schmerzen als Kritik von z.B. Prof. Bhakdi.
    Letzterer ist im besten Sinne des Wortes (aber leider zugleich auch im missverständlichsten) ein „Verharmloser“: Er holt die hysterisch übersteigerten Gefahr-Fantasien auf den relativ harmlosen Boden der Realität zurück – und kann dadurch von seinen Feinden spielend leicht als „Corona-Leugner“ abgestempelt werden (jedenfalls für die Ohren der oberflächlichen Mehrheit der Medienkonsumenten).

    Prof. Antes dagegen verharmlost gar nichts, schon gar nicht die Kopf- und Konzeptionslosigkeit unserer Politiker.
    Ob er bei den obersten Entscheidungsträgern nur Unfähigkeit sieht oder Schlimmeres, lässt er offen – vielleicht aus der klugen Überlegung heraus, so seine (unumstößliche da faktenbasierte) Kritik nicht mit Unbewiesenem zu verwässern.

    [1] https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/corona-interview-gerd-antes-100.html
    [2] https://www.badische-zeitung.de/freiburger-statistikexperte-wir-gehen-unkontrolliert-zurueck-in-die-oeffnung–185776367.html
    [3] https://www.nachdenkseiten.de/?p=59903
    [4] https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/corona/szenarienpapier-covid-19.htm
    [5] https://clubderklarenworte.de/wp-content/uploads/2020/07/E-Mail-Korrespondenz-und-Strategie-Papier.pdf
    [6] https://www.dr-rosenke.de/news/2020-09-14-klage.html
    [7] https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/BBK/DE/2017/NATO_Tagung_Bukarest_Staerkung_Resilienz.html
    [8] https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/nscai/
    [9] https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-secrecy-exclusive/exclusive-white-house-told-federal-health-agency-to-classify-coronavirus-deliberations-sources-idUSKBN20Y2LM

  4. Wenn schon Statistik-Professoren sich bitter beklagen:
    „Die Politik verabschiedet sich von der Wissenschaft“,
    dann fragt man sich einmal mehr, warum eigentlich die US-amerikanische Johns-Hopkins-University (JHU) 2020 urplötzlich und weltweit die nationalen Todesticker betreute und die täglichen Infizierten-Zahlen herausgab und dies bis heute noch tut, [1].
    Selbst am hochentwickelten Wissenschafts-Standort Deutschland konnte / wollte / durfte die Politik nicht verzichten auf diese „Entwicklungshilfe“ der JHU, die sich hervorragend zur Panik-Steigerung eignete, im übrigen sich aber immer mehr herausstellt als Wissenschafts-Verhinderung.

    Ob die von undurchsichtigen Milliardären finanzierte Privat-Uni vor einem Jahr bei der Pandemie-Übung „Event 201“ den versammelten Vertretern aller Herren Länder wärmstens empfohlen wurde?
    „Die JHU ist eine Elitehochschule, die eine führende Rolle in zentralen Bereichen wie Medizin, Gesundheitswissenschaften und internationaler Politik einnimmt“, [2].

    Das was wie (unabsichtliche?) medizin-statistische Unfähigkeit aussieht, kann bei einer „Elitehochschule“ nur verwundern, wenn man den zweiten Schwerpunkt dieser Uni übersieht:
    Internationale Politik, bei der es den Uni-Sponsoren selten nur um die reine Erkenntnis geht, sondern um Kaderschmieden und die Abarbeitung einer konkreten Agenda.
    Vielleicht steckt die JHU ja auch hinter Seehofers Panikpapier?

    Die JHU sieht jedenfalls inzwischen die Notwendigkeit, dem Eindruck von Inkompetenz und einem damit verbundenen Ansehensverlust entgegentreten zu müssen:
    „Mitunter entsteht der Eindruck, rund um die Übertragung von Sars-CoV-2 sei vieles unklar und der Wissensstand ändere sich permanent. Dem widersprechen nun US-Forscherinnen und Forscher. Schon jetzt sei beispielsweise sicher, wer die drei Haupttreiber der Pandemie sind: private Haushalte, Superspreader und Reisen“, [3].

    Das Team vom „Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore“ wird damit unsere Professoren Antes und Bosbach kaum besänftigen können, die nichts halten vom sensationsheischenden Durchtesten einzelner Cluster, sondern eine repräsentative Datenerhebung verlangen.

    Und diejenigen, die immer auf den „Hot Spots“ herumreiten, wissen nicht (oder ignorieren), dass es auch „Cold Spots“ gibt, die noch viel erklärungsbedürftiger sind, weil sie sich als kleine Sprenkel scheinbar beliebig übers Land verteilen, „wo das Virus keine Wirte findet“, wie die ZEIT [4] staunte, die (trotz vieler Ideen) über die Ursachen letztlich genauso ergebnislos rätselt wie die vielen Kommentatoren, warum es solche „coronafreie Regionen“ gibt.

    Bei diesen „Inseln“ handelt es sich nämlich nicht nur um entlegene ländliche Gegenden, sondern auch um Zentren wie Leipzig. Als Erklärung für das dortige Phänomen schildert die TAZ [5] fünf vom Epidemiologen Markus Scholz dazu aufgestellte Thesen, die aber auch nicht wirklich überzeugen.

    Zum „Hot Spot Schlachthof“ können die US-Forscher vermutlich nichts sagen, weil das ein typisch deutsches Problem ist, geschaffen von Kanzler Schröder, der den Zustrom von Billiglöhnern aus Osteuropa ermöglichte, so dass auch z.B. auch Dänen ihr Vieh zum Schlachten in die billigen deutschen Schlachthöfe bringen.
    Bei Tönnies wurden im Juni sehr viele Arbeiter infiziert, aber kaum jemand musste intensivmedizinisch behandelt werden.

    War Brutalität das Erfolgsrezept? Jedenfalls wurden dort fast wie in einem Dritte-Welt-Land die Fremdarbeiter-Quartiere wie Ghettos abgeriegelt, so dass man sich im Juli sogar im öffentlich-rechtlichen Fernsehen entsetzt fragte: „Freiheitsberaubung? Tönnies-Mitarbeiter zu Unrecht in Quarantäne“, [6].

    Aus Fehlern lernen, könnte hier also heißen, am deutschen (Schlachthof-)Wesen wird die Welt genesen?
    Die Antwort lautet ja, wenn es nach unseren selbstverliebten Mächtigen geht – aber ausgerechnet dem SPIEGEL [7] missfällt der Gestank des Politiker-Eigenlobs:
    „Schlachthöfe gehörten früh zu den Corona-Hotspots. Die Bundesregierung lobt sich für ihre Gegenmaßnahmen – dabei hat sie bis heute keine Informationen über die Infektionen in solchen Betrieben.“

    Wenn wir also unsere Staatsmacht (in Sachen rigorose Behandlung der Tönnies-Arbeiter) mit Dritte-Welt-Staaten vergleichen, sollten wir letzteren nicht Unrecht tun – Auszug aus einer Rede (Ende September) von Alt-Bundespräsident Horst Köhler, der immer noch repräsentative Aufgaben wahrnimmt und als Freund und Kenner Afrikas gilt:

    „Gleich zu Beginn der Pandemie wurde vor apokalyptischen Zuständen in Afrika gewarnt. Aber der Kontinent reagierte entschlossen und koordiniert. Schon Mitte Februar hatten die Gesundheitsminister der AU eine gemeinsame Strategie verabredet; dazu gehört zum Beispiel aktuell die Entwicklung einer panafrikanischen Virus-Tracking-App. Umgekehrt registrierte man dort mit Erstaunen, wie unkoordiniert Europa agierte, und wie Präsidenten großer Staaten der Welt das Pandemieproblem sogar leugneten“, [8].

    Während Europa (speziell Deutschland) in Sachen Corona also auf Trump herabschaut, wundert sich Afrika über beide – Europa UND Trump.
    Köhler korrigiert das Bild vom hoffnungslos rückständigen schwarzen Kontinent: „Nirgends gibt es zum Beispiel mehr Menschen mit mobilen Bankkonten – im bargeldlosen Verkehr ist man dort viel weiter als bei uns. Afrikanische Technologie-Startups sammelten 2018 mit 1,2 Milliarden US-Dollar mehr als doppelt so viel Eigenkapital ein wie noch im Jahr zuvor.“

    Wenn der immer noch in sich und seinen (ehemaligen) Vorsprung verliebte Wertewesten schon so tief gesunken ist, dann ahnt man, dass auch in Asien, wo man das Corona-Problem im Griff hat, das Ansehen des Westens nicht gerade gewachsen ist:
    „Im September zeigte eine Umfrage des Pew Research Center, dass nur 34 Prozent der Japaner und nur 19 Prozent der Südkoreaner die Pandemiebekämpfung der EU positiv beurteilten; schlechter kamen nur die Vereinigten Staaten weg (Japan: 15 Prozent; Südkorea: 6 Prozent). Auch in China gilt die Covid-19-Politik im Westen weithin als miserabel: Die Erfolge der Volksrepublik im Kampf gegen die Pandemie hätten ‚den Blick vieler Chinesen auf ihr Land verändert‘, heißt es zutreffend ; das Bild vom mächtigen, handlungsfähigen Westen hat sich entsprechend relativiert“, [9].

    Ob unsere permanent Sorgen ausstrahlende Mutti Merkel und der so peinlich wie grundlos triumphierende Söder mal aus ihrer Filterblase rauskommen und diese neuen Perspektiven zur Kenntnis nehmen?
    Wohl eher nicht, solange genügend Gläubige ihrem sturen Sirenen- und Mantra-Gesang folgen.

    Aber wenn die Kritiker von Merkel und Söder über deren gefoppte „Schlafschafe“ spotten, dann kann man sie vor diesem Hintergrund nicht mehr als Verschwörungstheoretiker abtun.
    Und schon gar nicht als Minderheit: Die Mehrheit der nicht-westlichen Welt wundert sich inzwischen über die westlichen „Schlafschafe“, regiert von inkompetenten Großmäulern.

    [1] https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/
    [2] https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/709549
    [3] https://science.orf.at/stories/3202478/
    [4] https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-10/coronafreie-regionen-coronavirus-infektionen-ansteckung-hotspots
    [5] https://taz.de/Wenige-Corona-Infizierte-in-Leipzig/!5724433/
    [6] https://www.tagesschau.de/investigativ/monitor/toennies-quarantaene-101.html
    [7] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-regierung-hat-keine-informationen-ueber-infektionen-in-schlachthoefen-a-1b20b3f5-be01-4532-acb5-5db918a7d574
    [8] https://www.horstkoehler.de/reden-texte/afrika-und-europa-chance-auf-einen-neubeginn/
    [9] https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8417/

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