Mordeten Mundlos, Böhnhardt wirklich aus Rassismus?

Ein NSU-Dogma und Mantra, das seitens  der mainstream – Politiker und Medien ständig re-zitiert wird, ist, dass die toten Herren Mundlos, Böhnhardt und die angeklagte Frau Zschäpe aus Rassismus Türken und einen Griechen ermordet hätten. Jedoch zeigte sich deren Rassenhass in ihrem alltäglichen Leben im Untergrund nicht immer: Wie kann es sein, dass sie den verhassten „Ausländern“ Geschenke machten, schwere Gegenstände hochschleppten, Ständchen vorsangen und Freunden sogar vor rechtsextremen Gewalttaten abrieten?

Laut der offiziellen Darstellung wäre das Trio eine perfekt getarnte terroristische Kleinstzelle gewesen und hätte mit ihren „normalen“ Verhaltensweisen gegenüber „Ausländern“ nur ablenken wollen. Von bekannt geworden rechtsextremen Terroristen ist dies jedoch unbekannt, etwa der norwegische Massenmörder und Rechtsextremist Anders Behring Breivik (wiki), Islamist Mohammed Atta (Friedensblick) oder der Bomber von Oklahoma City, Timothy McVeigh  (Friedensblick).

„Was auch immer den drei Neonazis [Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt] durch den Kopf ging: Sie ließen es sich nicht anmerken. Im Gegenteil: Sie waren immer freundlich zu den Betreibern der Taverne Thassos, vor allem Zschäpe, und das vom ersten Tag an. Die Rechtsextreme kam immer wieder zum Essen in die Gaststätte, manchmal auch auf einen spontanen Ouzo.

Und als sich das Trio eine neue Kühltruhe anschaffte, überließ es die alte dem Thassos.

Wenige Jahre später überhäuften die Neonazis die beiden Betreiber des griechischen Lokals mit Freundlichkeiten. Zur Eröffnung schenkten sie ihnen eine Pflanze, zu Weihnachten Kakteen und zum Geburtstag kleine Figuren von Asterix und Obelix. (taz)

„Ihre Ideologie zeigte Beate Zschäpe nach außen hin nie. Kein Bekannter aus Untergrundtagen kann sich an politische Äußerungen von ihr erinnern. Gegenüber Fremden trat sie stets als treuherzige Ehefrau und Katzenliebhaberin auf. Sie war das Gesicht des Trios. Manchmal spendierte Zschäpe Nachbarn eine Pizza, kaufte für sie ein und sang dem türkischen Pizzabäcker um die Ecke ein Geburtstagsständchen.“ (tagesschau)

„Ihr Mann Abdul kann sich auch an die beiden Männer [Mundlos, Böhnhardt] erinnern. „Der größere der beiden hat Schnee geschippt im Winter“, sagt er. Ab und zu hätten sie auch die Treppe gewischt im Hausflur. Grüne Latzhosen habe der große getragen und ziemlich schmutzige Schuhe. Den kleineren habe er zweimal gesehen, wie der mit einer jungen Frau nach Hause kam. Die Männer seien Fahrrad gefahren, ab und zu kamen sie mit einem Auto, an dem ein Wohnwagen hing. „Freundlich waren sie auch zu mir“, sagt Tawab, der Sohn der Familie. Einmal habe einer der beiden ihm das Fahrrad hochgetragen in die Wohnung. Er hat gelächelt und mir auf die Schulter geklopft, sagt der Junge. (fr-online)

“Der Herr Böhnhardt hatte Tätowierungen, irgendwas Gruseliges, Totenkopf oder so, Stahlhelm. Habe ihn darauf angesprochen: Jugendsünden, Wendezeit chaotisch. Zeiten, die ein bisschen wild waren. Meine, dass die Tattoos in einem Jahr übermalt waren. Glaube, Tattoos waren am Oberschenkel und an der Schulter.” (br)

„Über Politik, sagt Heike K. habe sie nur einmal mit der Lisa gesprochen. Im Fernsehen sei ein Film über rechte Krawallos gelaufen und ihr Sohn habe aus Spaß gesagt: „Und ich war nicht dabei.“ Da sei die Lisa [Beate Zschäpe] ernst geworden: Lass die Finger davon, soll sie gesagt haben. „Das bringt nur Unglück.“ Sie wisse, wovon sie rede, denn sie habe selbst „schon mal mit einem halben Bein im Knast“ gestanden. Heike K. hat nicht nachgefragt.“(sz)

Ein Gedanke zu „Mordeten Mundlos, Böhnhardt wirklich aus Rassismus?“

  1. Ich denke man muss sich da keine Illusionen machen, Zschäpe schreibt ja munter ihrem Freund, der einsitzt weil er einen Tunesier niedergeschossen hat. Aber es wäre natürlich nicht schlecht wenn man diese Verhaltensweise zeitlich einordnen könnte, das mit dem Geburtstagsständchen wäre dann ja schon ziemlich dick aufgetragen.
    Von den erwähnten drei Beispielen ist von Atta bekannt das er sich konsequent entgegen seinen religiösen Vorstellungen verhielt. Breivik hatte sich zwar schon vor dem Massaker antiislamisch geäussert, aber noch nicht so extrem, und dieser rassistische Reinheitswahn, wie man ihn von Nazis kennt, fehlte vorher wohl. Lediglich McVeigh zeigte vorher passendes Verhalten, der verkaufte Nachdrucke der „Turner Diaries“ von William Pierce auf Waffenmessen, ein in dem Buch beschriebener Anschlag diente ihm dann als Blaupause für den seinen.
    Interessant an McVeigh ist, das Dennis Mahon ihn kannte, also der Klansführer der in Königs-Wustenhausen Anfang der 90er für (den späteren) Piato die Kreuzverbrennung leitete. Und obwohl McVeigh-Fans schon in den USA selten sind findet man ausgerechnet in einem bekannten Wohlleben-Unterstützer einen, bei dem hängt ein McVeigh neben Hess überm Hausaltar. So gesehen ist der rechte Terror ein Dorf.

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