ZDF: „Brandstifter im Staatsauftrag“ – Friedrich hält NSU-Netzwerk für möglich!

Das ZDF sendete eine bemerkenswerte Reportage über zwei bezahlte Informanten im NSU-Umfeld: Tino Brandt („Oskar“) und Carsten Szczepanski („Piato“) und fragt:

„Unter den Augen von mindestens acht V-Männern des Verfassungsschutzes wurde die Terrorserie des NSU verübt. Wie sehen die verborgenen Mechanismen eines Systems aus, das den Staat schützen soll?“

Im Gespräch weicht Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) von der Einschätzung seines Staatssekretärs Klaus-Dieter Fritsch ab, der sagte: „NSU ist eine Kleinstzelle.“ (Friedensblick) Auch die Bundesanwaltschaft propagiert in der Anklageschrift gegen Beate Zschäpe, der NSU wäre „zu keinem Zeitpunkt ein Netzwerk“ gewesen, sondern nur „eine singuläre Vereinigung aus drei Personen“.(finanznachrichten)

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Friedrich kommt jetzt zu einem anderen Ergebnis:

Zu sagen, das ist ein großes europäisches Netzwerk, zu dem NSU gehört hat, oder es sind auf jeden Fall Einzeltäter“, so Friedrich im ZDF, „eine solche apodiktische Behauptung traue ich mir jetzt nicht zu, ich halte alles für möglich.“ (ebd)

Doch ist unser CSU-Bundesinnenminister offenbar politisch zu schwach, um eine wirkliche Untersuchung der Hintergründe durchzusetzen. Das ZDF kommentiert:

„Doch der Schutz der V-Leute scheint immer noch wichtiger als ehrliche Aufklärung, einige aus dem Umfeld des braunen Trios wurden bis heute nicht befragt, glaubt man den Unterlagen des NSU-Untersuchungsausschusses. Wichtige Dokumente wurden geschreddert. Viel Vertrauen ist zerstört.“

Ein Gedanke zu „ZDF: „Brandstifter im Staatsauftrag“ – Friedrich hält NSU-Netzwerk für möglich!“

  1. Top Quotes ZDF Doku:

    Pressekonferenz des Thüringer Innenministerium 2001. Frage Journalist:

    ” Hat man da Erkenntnisse, ob der Thrüringer Heimatschutz mit Wissen der Organisation auch Geheimdienstkontakte pflegt ? “

    Thomas Sippel, Präsident des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz, antwortet nach langer Pause lachend:

    ” Wenn wir das wissen würden, oder wenn wir Erkenntnisse dazu haben würden, dann würden wir sie hier nicht vortragen vor der Presse.”

    ZDF Dokumentation “Brandstifter im Staatsauftrag”: Off Kommentator:

    ” Franka berichtete den Ermittlern von einer massiven Bewaffnung der Szene, insbesondere im verbotenen Netzwerk von Blood&Honour.”

    V-Frau “Franka”:

    ” Ich kenne wirklich niemand, der keine Waffen hat. Ob vom Schlagring bis zur Pistole, bis zum Messer, also das ist eigentlich die Grundausstattung.”

    Frage:

    ” Gab’s auch scharfe Waffen in der Szene ?”

    V-Frau “Franka”:

    “Natürlich. Die gab es wohl. Da gab es auch solche Wehrsportmanöver. Dass man am Wochenende im Wald sich getroffen hat. Ob die jetzt 14-15 waren bis Mitte dreißigjährig. Es waren auch Polizisten dabei.”

    Hans-Peter Friedrich, Bundesminister des Innern, in derselben ZDF Doku:

    ” Wenn V-Leute gewusst hätten, dass es Terroristen sind und ihnen beim Untertauchen geholfen hätten, dann wär das natürlich ein fürchterliches Versagen des Verfassungsschutzes. (…) Ich trau mir jetzt ein Urteil zu sagen, das ist ein großes europäisches Netzwerk zu dem NSU gehört hat, oder es sind auf jeden Fall Einzeltäter, ich trau mir eine solche apodiktische Behauptung jetzt nicht zu. Ich halte alles für möglich.”

    Die Bundesanwaltschaft formulierte in ihrer Anklageschrift, dass der NSU ” zu keinem Zeitpunkt ein Netzwerk mehrer Zellen, sondern stets eine singuläre Vereinigung aus drei Personen “ war.

    http://machtelite.wordpress.com/2011/11/21/der-suizid-von-bohnhardt-und-mundloswas-geschah-am-4-11-in-eisenach/

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