Half Ignatz Bubis (Zentralrat der Juden) dem späteren NSU-Umfeld?

Carsten Szczepanski wird dem NSU-Unterstützer-Umfeld zugerechnet. Die bisher bekannt gewordenen Hinweise lassen auf eine zentrale Rolle in der Fluchthilfe und Bewaffnung des Trios Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe schließen (Friedensblick).

In den frühen 90-er Jahren war er “Führer der “White Knights of the Ku Klux Klan/Germany.” Er hätte “die militante rechte Szene in Brandenburg von Anfang an mitaufgebaut.” (jw) Er war seit 1994 auch Informant des brandenburgischen Geheimdienstes, des sogenannten „Verfassungsschutzes“ (VS), Deckname “Piato” (tagesspiegel). Szczepanski wurde jedoch 1995 wegen versuchten Mordes an einem Nigerianer, Steve Erenhi, zu acht Jahren Haft verurteilt. Weitere schwere Gewalttaten (Linksfraktion)und Anstiftung zu terroristischen Aktivitäten werden ihm vorgeworfen (Friedensblick).

Szczepanski wäre „das Widerlichste, was Neonazis aufzubieten haben“ gewesen. Da kamen Bedenken sogar beim heutigen Bundesanwalt und damaligen brandenburgischen Verfassungsschutz-Präsident Hans-Jürgen Förster. Deshalb redete der mit seinem Chef dem Innenminister Alwin Ziel.

„Als der im November 1996 als frisch ernannter Verfassungsschutzchef in Potsdam feststellte, dass Szczepanski „sein“ V-Mann war, wollte er den Typen rasch los werden. Vorsichtshalber fragte er seinen Minister. Der hieß damals Alwin Ziel. “ (nsu-watch)

Für “Piatos” weiteren Einsatz hätte sich dann jedoch eine bekannte Persönlichkeit ausgesprochen. Bisher wurde der Name geheimgehalten …

“Bei wem? Schweigen. Förster sagt nur, diese Persönlichkeit, mit der Ziel befreundet gewesen sei, wäre inzwischen verstorben. Ziel attestiert seinem Ratgeber sogar internationale Bekanntheit. Wer war der Ratgeber? Nur ein Freund? Vielleicht ein Kirchenfürst? Kaum. Ziel brauchte irdische Rückendeckung. Was sagen Woidkes Akten? Nichts.” (nsu-watch)

Vorsitzenden des NSU-Untersuchtungsausschuss Sebastian Edahty nennt dieses Vorgehen „absurd“, denn …

„Ich kann als Minister doch nicht einfach einen Außenstehenden konsultieren und von dessen Reaktion meine Entscheidung ableiten.“(tagesspiegel)

Jetzt tauchte [29.04.13] auf der Internetseite von Hajo Funke die Meldung auf, dass laut Ziel …

„… Ignatz Bubis vom Zentralrat der Juden ihn [Innenminister Ziel] ermutigte, ihn als V-Mann einzusetzen.“ (Hajo Funke)

Auch aufgrund diesem Ratschlages begünstigte der „Verfassungsschutz“ seinen Informanten “Piato”, so wurde etwa die Haftzeit verkürzt und gewährleistet, dass …

„… die Justizvollzugsanstalt in der Zeit vor der Entlassung nicht mehr die Post kontrolliert hat. Offenkundig hat „Piatto“ zudem aus der Haft eine Neonazi-Zeitschrift publiziert. (…)“ (tagesspiegel)

Für den Vorsitzenden des NSU-Untersuchtungsausschuss Sebastian Edahty handelte der Verfassungsschutz „unerträglich“. (ebd)

2 Gedanken zu „Half Ignatz Bubis (Zentralrat der Juden) dem späteren NSU-Umfeld?“

  1. http://www.kontextwochenzeitung.de/ueberm-kesselrand/107/muenchner-chaostage-230.html

    Auszug:
    Im August 1998 habe „Piato“, so Meyer-Plath, erstmals einen Hinweis auf das untergetauchte spätere NSU-Trio Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe geliefert. Danach sollte der Neonazi Jan Werner aus Chemnitz Waffen für die drei besorgen. Ob diese Information die Zielfahnder im Thüringer LKA erreichte, ist bis heute umstritten. Meyer-Plath räumt ein, das nicht überprüft zu haben: „Das war in der Tat ein Versäumnis.“ Unklar ist aber auch, ob V-Mann „Piato“ an der Waffenbeschaffung beteiligt war. Das Amt hatte ihm ein Handy besorgt, um mit der Szene kommunizieren zu können.

    Alles sehr lesenswert, was Meyer-Plath im Ausschuss zu berichten hatte.
    Er ist klar Teil der Vertuschung, der amtierende LfV-Präsident in Sachsen.

    Ob der Innenminister damals Ignaz Bubis fragte, ob man Carsten S. denn als V-Mann werben dürfe, oder ob man Franz Beckenbauer fragte, oder Dieter Bohlen, das ist total unwichtig. Brot und Spiele, Ablenkung, weiter nichts.

    Es sei denn, werter bio, man wäre Anhänger der These, dass die Macht in der BRD bei den Zionisten vom Zentralrat liegt. Das ist aber Autobahn. Tootal Autobahn.

    Du bist der Beste, bio. Haust die Bolzen in Serie raus.
    Sieh zu, dass Du nicht in der „Antisemitismus-Datei“ landest 😉

  2. Ist der echte Deckname nun „Piato“ oder Piatto“?

    Bislang war immer nur von „Piato“ die Rede, jetzt taucht plötzlich auf mehreren Quellen die neue Schreibweise „Piatto“ auf.

    http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12509163/62249/Brandenburgs-Ex-Innenminister-bekam-beim-Einsatz-von-V.html

    Ignatz Bubis dachte vermutlich, ein V-Mann haben ist besser als keinen V-Mann zu haben. Es ist bei V-Männern auch reichlich egal, ob das nun Schwerverbrecher sind oder nicht. Würde man sich nur harmlosen absolut gesetzestreuen Lämmchen als V-Männern abgeben, dann würde man gar nichts Relevantes erfahren, weil solche Personen mit dem aufzuklärenden Milieu nichts zu tun haben.
    Ignatz Bubis wurde auch nicht um Erlaubnis gefragt, sondern der hat es einfach nur irgendwie mitbekommen und sich dann dazu geäußert. Diese Nachricht ist eigentlich völlig irrelevant.
    Hajo Funke hat in seinem Artikel zudem auch keine Quelle angegeben.
    Die Nachricht an sich stimmt zwar, aber ein Artikel ohne Quellenangaben ist schlechter Stil, weil es sich auch um reine Falschmeldung handeln könnte.

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