Kiesewetter: BND-Aktenvermerke über FBI-Agenten

Die Aussage des ehemaligen Mitarbeiters des US-Militär-Geheimdienstes „DIA“ wird bestätigt. Er berichtete bereits 2011 über eine geheimdienstliche Verwicklung am Mord der Polizistin Michèle Kiesewetter. Im Zuge der Ermittlungen der Bundesanwaltschaft sind im Oktober 2012 zwei belastende Vermerke des Bundesnachrichtendienstes (BND) aufgetaucht: 

„Laut den Vermerken hatte ein Verbindungsbeamter der US-Nachrichtendienste am 2. Dezember 2011 mit einem BND-Mitarbeiter telefoniert. In dem Gespräch habe der amerikanische Beamte geäußert, man habe „auf US-Seite Hinweise darauf, dass möglicherweise das FBI im Rahmen einer Operation auf deutschem Boden zwei Mitarbeiter nach Deutschland habe reisen lassen und diese nach dem Vorfall in Heilbronn wieder zurückbeordert habe“.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft dementiert nun: Man habe die „Hinweise auf eine angebliche Anwesenheit von Angehörigen von US-Sicherheitsbehörden bei dem Mordanschlag eingehend geprüft“, erklärte er auf SPIEGEL-Anfrage, „keiner der Hinweise hat sich als tragfähig erwiesen“ (Spiegel).

2 Gedanken zu „Kiesewetter: BND-Aktenvermerke über FBI-Agenten“

  1. Das behördliche Dementi ist wahrscheinlich falsch. Denn vor dem NSU-Ausschuß des Bundestages bestätigte der jetzige Leiter der Soko „Parkplatz“, Mögelin, daß nahe von Tatort und -zeit das Fahrzeug einer US-amerikanischen Militärbehörde registriert worden sei. Es ist sehr auffällig – und bestätigt das „tiefstaatliche Schweigen“ unserer Mainstreammedien – daß diese Information lediglich in einer kleinen Internet-Wochenzeitschrift auftaucht: http://www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2012/09/nsu-ist-nicht-neckarsulm/ Obschon man doch denken sollte, daß alle großen Medien ihre Reporter beim Bundes-NSU-Ausschuß haben …

  2. Ein neuer lesenswerter Beitrag von Thomas Moser zu den NSU-Aktivitäten in Baden-Württemberg ist erschienen.
    Neu für mich und sehr erklärungsbedürftig:
    Kiesewetters damals schwer verletzter Kollege Martin A. wird offenbar regelrecht abgeschirmt.
    „Zu wenig Berücksichtigung im Aufklärungspuzzle findet bisher Kiesewetters schwer verletzter Kollege Martin A. Er wird abgeschirmt. Es heißt, er könne sich an die Tat nicht erinnern und nichts zur Aufklärung beisteuern. Doch das stimmt nicht. Martin A. wurde bereits sechs Wochen nach dem Anschlag zum ersten Mal polizeilich befragt und war vier Monate nach seinem Kopfschuss bereits wieder im Polizeidienst. Er machte konkrete Angaben. Und die Polizei ließ nach seinen Vorgaben ein Phantombild eines der Täter fertigen, das nie veröffentlicht wurde. “

    http://www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2013/04/spuren-des-terrors/

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