Viruologen kritisieren Ausgangssperren und warnen vor gesundheitlichen Folgen

bekir schreibt: „Auch der Virologe Prof. Hendrik Streeck ist entschieden gegen eine Ausgangssperre. Er ist ein Experte mit aktuellem Praxisbezug, denn er hat „über 100 Covid-19-Patienten gesehen – so viele wie kaum ein anderer“ und ging dabei mit seinem Team im besonders betroffenen NRW-Landkreis Heinsberg in die Häuser Infizierter, wo er teils überraschende Erkenntnisse über das Virus gewann – z.B. dass es zu einem vorübergehenden Geschmacks- und Geruchsverlust führt,
https://www.stern.de/gesundheit/virologe-hendrik-streeck—entschieden-gegen-eine-ausgangssperre–9188488.html

Ebenso besorgt um die Folgen der Panik ist die renommierte Prof. Karin Moelling, die ihren Berufsstand zu Unrecht in die Rolle „alle Virologen sind einheitlich auf Panik-Kurs“ gedrängt sieht – hier in einem über die vollen 29 Minuten hochinteressantem (Hörfunk-) Interview:
https://www.youtube.com/watch?v=dZ6tZDoNAa4

Hier ein „Nachrichtenticker“ eines Schweizer Arztes:
https://swprs.org/covid-19-hinweis-ii/
Dass er ungenannt bleiben (d.h. nicht zu „Wodarg 2“ werden) will, kann man ihm kaum verdenken. Ist auch gar nicht nötig; die Qualität seiner zahlreichen Links (=zu Experten und Dokumenten weltweit) spricht für sich.

Die EU hat in Sachen Italien-Hilfe ja ziemlich versagt und musste sich von den Chinesen zeigen lassen, wie man nicht nur wohlfeile Worte, sondern Hilfsgüter und Helfer in die Lombardei bringt. Sie flüchtet sich daher in eine schon recht abgedroschene „Haltet-den-Dieb!“-Ablenkungs-Strategie: Putin soll wieder mal schuld sein,
https://www.tagesspiegel.de/politik/eu-wirft-russland-desinformation-in-coronakrise-vor-die-kampagne-soll-verwirrung-panik-und-angst-verschaerfen/25659790.html?utm_source=pocket-newtab

Das ist nicht nur erbärmlich, sondern aus aktuellem Anlass auch noch zusätzlich eine Lachnummer: Nachdem die inner-amerikanischen Russiagate-Ermittlungen gegen Trump nach über zwei Jahren Dauer schon vor etlichen Monaten beerdigt wurde, ist jetzt auch noch der Rest des Lügengebäudes (Spionage- bzw. Hackervorwürfe gegen eine russische Firma) im Zuge der Corona-Krise still und heimlich beerdigt worden. Sprich: die umfangreiche und nicht mehr ganz junge Anklage wird jetzt einfach fallengelassen, das Verfahren eingestellt,
https://www.nytimes.com/2020/03/16/us/politics/concord-case-russian-interference.html

7 Gedanken zu „Viruologen kritisieren Ausgangssperren und warnen vor gesundheitlichen Folgen“

  1. Dr. David Katz, der Gründungsdirektor des Yale University Prevention Research Center, fragt in der New York Times: „Ist unser Kampf gegen den Coronavirus schlimmer als die Krankheit? Es gibt gezieltere Mittel, die Pandemie zu besiegen.“

    „Professor Sucharit Bhakdi hat die Sperrmaßnahmen als „nutzlos“, „selbstzerstörerisch“ und als „kollektiven Selbstmord“ bezeichnet. Daher stellt sich die äußerst beunruhigende Frage, inwieweit die erhöhte Sterblichkeit dieser älteren, isolierten, stark gestressten Menschen mit mehreren Vorerkrankungen womöglich durch die noch immer geltenden wochenlangen Sperrmaßnahmen verursacht worden sein könnte.

    Es wäre dann einer jener Fälle, in denen die Behandlung schlimmer als die Krankheit ist.“
    https://swprs.org/covid-19-hinweis-ii/

  2. Thomas Straubhaar, der bekannte Schweizer Ökonom und Migrationsforscher, Professor für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Hamburg, stellt den Corona-Kurs der Bundesregierung infrage „und erntet dafür viel Kritik“.

    Aus der Coronakrise würde erst eine wirtschaftliche Krise und dann eine gesellschaftliche Krise, so Straubhaar. Weil mit jedem Tag Ausgangssperre die Akzeptanz sinken und die physischen und psychischen Gesundheitskosten steigen werde, fordert er die Abkehr von der Strategie des „Spiels auf Zeit“, die es nötig macht, das öffentliche Leben nahezu lahmzulegen und die darauf abzielt, die Zahl der Infizierten über einen möglichst langen Zeitraum zu strecken.

    Eher als auf die Vernunft der Mächtigen hofft er folglich auf die des Volkes – oder auf den Druck des Volkes auf die Mächtigen, denn: „Die öffentliche Meinung wird kippen“ (diesen 50:50-Zeitpunkt veranschlagt er auf Ende April).

    Wie Prof. Karin Mölling plädiert er für einen anderen Weg, die kontrollierte Infizierung: „Isoliert nicht alle – nur Ältere und Vorerkrankte“. Klingt vernünftig:
    – weniger von der Maßnahme Betroffene
    – Deren Einschränkung wäre (z.B. bei eh schon bettlägrigen) kaum spürbar und sowieso in deren ureigenstem Interesse.
    – Die meisten wären Rentner, so dass Arbeitswelt und gesellschaftliches Leben nicht zum Stillstand kommen würden.

    Überzeugende sachliche Gründe, warum er „dafür viel Kritik“ erntet oder er eine „unpopuläre Meinung“ vertrete, erschließt sich aus den Artikeln nicht.
    An unsachlichen Angriffen durch Regierungs- bzw. Panik-Gläubige fehlte es dagegen nicht: Man habe ihn als „zynischen, kaltherzigen Ökonomen“ beschimpft. Allerdings hat er mit sachlicher Gegenrede wohl auch schon bei solchen Menschen erstaunliche Wirkung erzielen können: „Und zu meiner Verblüffung gab es für den Vorschlag schon viel mehr Zustimmung – vielleicht etwa zu 40 Prozent.“

    https://www.capital.de/wirtschaft-politik/thomas-straubhaar-die-oeffentliche-meinung-wird-kippen?utm_source=pocket-newtab
    https://www.focus.de/finanzen/news/konjunktur/kontrollierte-infizierung-top-oekonom-zum-grossen-shutdown-die-oeffentliche-meinung-wird-kippen_id_11799885.html
    https://www.mopo.de/hamburg/hamburger-wirtschafts-professor–isoliert-nicht-alle—nur-aeltere-und-vorerkrankte–36451134

  3. Vom Ärzte-Funktionär Frank Ulrich Montgomery kommen dagegen widersprüchliche Signale:
    Einerseits hält auch er Ausgangssperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie für falsch; in Italien habe sich die Ausbreitung des Corona-Virus innerhalb des Ausgehverbots
    überhaupt nicht verlangsamt, [1] .

    Und er fragt sich auch: „Wie lange lassen sich die Bürger das gefallen?“ – im gleichen Interview beklagt er aber die erschreckende Unvernunft vieler Menschen in Sachen Ausgeh-Verhalten, [2].
    Sein Zauberwort scheint (verlässliche?) Freiwilligkeit zu sein – oder einfach Regierungshörigkeit? Laut Merkur [3] lobte er nämlich die von Bund und Ländern amtlich verfügte „Kontaktbegrenzung“ in einer verräterischen Reihenfolge:
    „Zuvor hatte sich Montgomery gegen ein Ausgangsverbot ausgesprochen.“ Und in einem Update des Merkur-Artikels prognostizierte Montgomery dann: „Diese Problematik wird uns mit Sicherheit bis zum Ende des Jahres begleiten“.

    Vielleicht war ihm erst ab da aufgegangen, dass diese lange Dauer jetzt laut WELT [4] die regierungsamtliche Position (=Prof. Drosten) ist und man sich nicht auf die Seite des Prof. Kekulé stellen sollte? (Denn obwohl Kekulé – wie Montgomery -sich gegen Maßnahmen wie Ausgangssperren aussprach, hat er sich zur missliebigen Äußerung hinreißen lassen, dass „das in sechs Wochen hinzukriegen“ sei.)

    Auch ansonsten ist Montgomery sehr bemüht, Mainstream-konform zu sein, indem er sich am Wodarg-Bashing beteiligt: Es widerspreche „ärztlichem Ethos, Menschen einfach sterben zu lassen, weil es das früher auch schon gegeben hat. Insofern entsetzen mich die utilitaristischen, unärztlichen Bemerkungen des Kollegen Wodarg“, [2]

    Neben der Lüge (wenn Wodarg die Todesursächlichkeit eines neuen Virus mit Argumenten bestreitet, hat er noch lange nicht fürs Sterben-Lassen plädiert) entpuppt sich Montgomerys Entsetzen auch noch als ganz schön heuchlerisch: War es denn ähnlich groß, als die deutschen Entscheidungsträger vor zwei Jahren den Kassenpatienten nur den Dreifach-Impfstoff gönnten statt den Vierfach-Impfstoff (wie im Ausland und wie für deutsche Privatpatienten)? Dass ein erheblicher Teil der 25.000 Grippetoten des Winters 2017/2018 auf diese Geiz-ist-geil-Aktion zurückgehen, weiß Montgomery nämlich ganz genau.

    [1] https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-weltaerztebund-gegen-ausgangssperren-zur.1939.de.html?drn:news_id=1111665
    [2] https://www.fr.de/politik/coronavirus-ausgangssperre-wie-lange-lassen-sich-buerger-gefallen-fragt-aerztepraesident-zr-13604740.html
    [3] https://www.merkur.de/welt/corona-deutschland-tote-faelle-infizierte-kontaktverbot-nrw-bayern-berlin-merkel-soeder-schutzmasken-news-rki-zr-13608164.html
    [4] https://www.welt.de/wissenschaft/article206672079/Drosten-Corona-Ausnahmezustand-koennte-ein-Jahr-dauern.html

  4. Es heißt, das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) führe zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19).
    Diese aufgrund des eigenen Namens demnach neue (sprich: eigenständige) Krankheit weist aber weder ein einheitliches noch ein eindeutiges Krankheitsbild auf,
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html

    Zwar gibt es manchmal spezifische Symptome (wie der von Prof. Hendrik Streeck festgestellte vorübergehende Geschmacks- und Geruchsverlust), aber das sind harmlose Begleitsymptome.
    Jeder kennt hartnäckige Erkältungen, die sich von Jahr zu Jahr in ihrem typischen Symptombild (und damit Erreger?) unterscheiden: Manchmal dominiert der Schnupfen, mal das Halsweh, mal der Husten. Oft folgen solche Symptome aufeinander in einer bestimten (und somit ebenfalls Virus-typischen) Reihenfolge. COVID-19 will sich dagegen nicht festlegen und die statistisch häufigsten COVID-19-Symptome (Fieber und Husten) könnten z.B. auch gut zu einer sich anbahnenden Lungenentzündung passen.

    Überhaupt, so richtig sich austoben will COVID-19 anscheinend sowieso nur bei ernsthaften „Vorbelastungen“, deren Dominanz sich somit nicht nur uns Laien gedanklich aufdrängt – und zwar Dominanz sowohl bei den Symptomen
    als auch beim Verursachen der ggf. schwerwiegenden Folgen.
    Gerade die ernsthafte „Vorbelastung“ Lungenentzündung ist nämlich schon seit vielen Jahren (ganz ohne Corona) z.B. in Westeuropa unter allen Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache,
    https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/lungenentzuendung/verbreitung/index.html

    Zwar hören wir zu unserer Beruhigung, die Erreger der „normalen“ Lungenentzündung (Pneumokokken, Pseudomonas, Staphylokokken, Pilze) seien bekannt und bekämpfbar (Impfung etc.) – aber wenn man diese Erreger „theoretisch im Griff“ hat, warum dann im praktischen Alltag die seit jeher und immer noch hohen Todeszahlen, gerade auch im reichen, medizinisch gut versorgten Westeuropa?

    Ist das ungerührte „Sterben-Lassen“, was man in Sachen Corona einem Dr. Wodarg kampagnenartig und fälschlicherweise als „Idee“ vorwirft, in Sachen „normale“ Lungenentzündung etwa schon längst realisierte Praxis?

    Und will evtl. irgendeine Pharma-Lobby für ihren Markt neue Altersgruppen erschließen, indem sie nicht nur vom (hohen) Alter der Corona-Toten ablenkt, sondern vor allem auch davon, dass aller Wissenschaft zum Trotz die Erreger der „normalen“ Lungenentzündung immer und überall unter uns sind und bleiben werden, weil sie sich weder durch Panik noch durch Quarantäne noch durch (vorhandene) Impfung endgültig flächendeckend ausrotten lassen?

    Zur hysterisch-plötzlichen und daher merkwürdig wirkenden Verdrängung der unvermeidbaren Lebensereignisse Alter und Tod kommt jedenfalls die viel durchsichtigere Ausblendung menschengemachter Faktoren hinzu: Smog, kaputtgesparte Gesundheitssysteme, amerikanisch-chinesischer Krieg.

    Letzteres wirkt ein bisschen hochgegriffen, aber Zorn und Argwohn der Chinesen gegenüber den USA sind echt und können sich nicht nur auf viele (allerdings nicht eindeutige) Indizien stützen, sondern vor allem auf das öffentliche Verhalten von Trump & Co., die Schadenfreude und Triumph-Geheul („Rückkehr von Arbeitsplätzen in die USA“) kaum verhehlen konnten bzw. gar nicht wollten.

    Die USA haben an Biowaffen geforscht und keiner weiß, welche sie bereits verfügbar haben. Selbst wenn man nicht an einen echten Einsatz glauben will – durch verdeckte So-Als-Ob-Propaganda (Amis sind Experten in „Psy-Ops“) könnte man gezielt Panik bei der kontrollsüchtigen chinesischen Führung geschürt haben. Denn auch die Chinesen haben über einen US-Bluff bestimmt intensiv nachgedacht – sind aber (mangels Nachweis?) jedenfalls den sicheren Weg gegangen, eben den unter normalen Umständen (ohne US-Aggressionen) übervorsichtig erscheinenden Panik-Weg.
    Wie dem auch sei, die Panik der chinesischen Führung bleibt erklärungsbedürftig, denn sie scheint mehr an dortigerseits vermuteten verdeckten US-Aggressionen angeknüpft zu haben als an vermuteten verdeckten (aber natürlichen) Virus-Eigenschaften.

    Russland muss auch US-Aggressionen fürchten, hatte in Sachen Corona aber viel mehr Zeit zum Nachdenken als die Chinesen. Dieses Nachdenken könnte zum Schluss geführt haben, dass die COVID-19-Fälle eine Teilmenge der ganz normalen winterlichen Lungenentzündungen sind, die aus propagandistischen Gründen heraus – und jedenfalls ohne echte Faktenbasis – einem neuen aber eigentlich harmlosen (Begleit-)Virus als vermeintlichem Ursacher angedichtet wurden.
    Die nicht gerade als Putin- und Russland-freundlich bekannte ZEIT stellt nämlich entrüstet fest:
    „Russland zählt keine Corona-Toten, sondern Menschen, die an Lungenentzündung sterben.“
    https://www.zeit.de/politik/2020-03/russland-coronavirus-infektionen-zahlen-pandemie

    Weil wie so oft kaum Russen gegen diese Praxis und den bösen Putin protestieren, hat die ZEIT eine wütende Anastasija Wassiljewa ausgegraben, die sich als Vorsitzende einer erst 2018 gegründeten „Gewerkschaft Allianz der Ärzte“ bezeichnet „und eng mit dem Oppositionspolitiker Alexej Nawalny verbandelt ist“. Dass der guten Dame eine Anzeige wegen Verleumdung (sprich: Fake News) droht, scheint der ZEIT-Autorin mehr Tränen / Zeilen zu entlocken als die Aussicht auf ein russisches Massensterben.

    Während die ZEIT auch die Sorglosigkeit der russischen Bevölkerung beklagt, muss sie doch kleinlaut eingestehen:
    „Im Vergleich zu vielen europäischen Ländern hat die russische Regierung schnell auf die Corona-Ausbreitung reagiert“ – z.B. durch Grenzschließungen und Quarantäne für Einreisende.

    Dieses journalistische Hintertürchen macht Sinn, muss die ZEIT in einem anderen Artikel doch stirnrunzelnd festhalten, dass ein Volk in Europa, das ebenso wintererfahren ist wie Russland (aber politisch „zu uns“ gehört) sich ebenfalls der allgemeinen Panik verweigert:
    „Die Welt steht still. Nur Schweden nicht / Die meisten Schulen sind offen, es gibt einige Einschränkungen, aber keine Ausgangssperren. Schweden geht in der Krise einen eigenen Weg. Und der ist hoch umstritten.“
    https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-03/coronavirus-schweden-stockholm-oeffentliches-leben

    1. Medizinisch gesehen gibt es für mich keine logisch nachvollziehbaren Begründungen mehr, dass Leben (vor allem das Arbeitsleben) der Menschen weiterhin einzuschränken. Die Medien ziehen trotzdem die Panik-Kampagne weiter durch. Ich frage mich, worauf es hinausläuft, was ist das Ziel? Es kann doch nicht „nur“ darum gehen, einen unnötigen (siehe „Schweinegrippe“) Impfstoff zu verkaufen. Es geht langsam um die Grundfesten unseres Wohlstandes und Stabilität, wenn das so weiter geht.

  5. Die Medien setzen nicht nur die Panik-Kampagne fort, sondern auch die Empörungs-Kampagne gegen Dr. Wodarg.

    Als Quelle der skandalisierten Meinung, das ganze sei „nicht schwerwiegender als die übliche Grippewelle“, erwähnt die SZ „Foren von Scientologen, Reichsbürgern und Impfgegnern“ – um dann nahtlos überzuleiten auf die Bösewichte dahinter:

    „Diese These wird verbreitet von Ärzten und Epidemiologen, zum Teil mit gewichtigen Titeln, ihre Texte und Videos werden im Netz hunderttausendfach geteilt. Besonders erfolgreich im deutschsprachigen Raum: Wolfgang Wodarg, gelernter Lungenarzt, Ex-SPD-Bundestagsabgeordneter und Transparency-Deutschland-Vorstand.“
    https://www.sueddeutsche.de/wissen/coronavirus-internet-fake-news-1.4854880

    Die SZ setzt („um die Fakten von den Mythen zu trennen“) auf das Wissen des emeritierten Virologen Prof. Georg Bornkamm, der es allerdings gar nicht so einfach findet, „die Fehler in deren Gedankengebäude zu fassen und zu widerlegen, denn sie bauen ein konsistentes Bild auf, für das sie zum Teil richtige Fakten verwenden, zum Teil aber auch völlig falsche“.

    Das neue Sars-CoV-2 sei zwar eines aus der schon lange vorhandenen Familie der Corona-Viren, aber eben ein neues und eindeutig unterscheidbares.
    Offen bleibt bei so viel Scha(r)fsinn: Sind eindeutig neue Viren eigentlich nicht eine alljährliche Erscheinung?

    Wenn er laut SZ meint, „Covid-19 komme also zu den üblichen Atemwegserkrankungen hinzu“, dann wissen wir leider noch nicht, ob er das auf den einzelnen Patienten bezieht (Covid-19 wird gefährlich, wenn es zu einer bei ihm bereits vorhandenen altbekannten Atemwegserkrankung hinzukommt).
    Oder ob er Covid-19 als eigenständige Atemwegskrankheit betrachtet, die x-beliebige bisher völlig gesunde Menschen anfallen und (ggf. mit Todesfolge) niederstrecken kann.
    Auf solchen Feinheiten scheinen die klugen SZ-Reporter keinen Wert zu legen (oder wollte der Prof. em. – mit wohlwollender Duldung der Reporter – sich einfach nicht festlegen?)

    Konsequenterweise folgt direkt im Anschluss auf Bornkamms entschiedene Meinung („Die These, die Pandemie gebe es nur, weil getestet werde, ist absolut nicht haltbar“) keine weitere Begründung, sondern nur der SZ-Hinweis: „Trotz solchen Gegenwinds fühlt sich Wolfgang Wodarg nur bestätigt statt widerlegt“. Das ist ein bisschen wenig an Fakten, wo man doch eigentlich großspurig Mythen-Widerlegung ankündigte?

    Weil Wodarg auf den bekannten Fachmann John Ioannidis, einen (laut SZ: „streitlustigen“) Epidemiologen von der Stanford-Universität verweisen kann, der kürzlich ein viel beachteten Artikel geschrieben hat, müssen Bornkamm bzw. die SZ den Panik-Gegenern um Wodarg dann sogar doch noch ein Stückchen entgegenkommen:

    „Tatsache ist: Wie gefährlich Sars-CoV-2 ist, weiß momentan niemand. ,Das Virus ist womöglich nicht so gefährlich, das mag stimmen‘, sagt auch Georg Bornkamm. ,Die überwiegende Zahl der Infektionen verläuft milde, nur ein kleiner Teil der Betroffenen entwickelt sehr schwere Symptome.‘ Das Problem entstehe vor allem dadurch, dass es bisher keine Immunität gegen das neue Virus gebe. So sei letztlich unklar, wie viele Menschen sterben müssen.“

    Offen bleibt auch bei diesem Scha(r)fsinn einiges:
    – Fehlt bei neuen Viren eigentlich nicht immer die Immunität dagegen?
    – Braucht es außer dieser banalen Tatsache für eine Gefährlichkeit eines („womöglich nicht so gefährlichen“) Virus aber nicht doch noch ein paar Zusatzfakten?
    – Sollte man statt über Personen zu rätseln, die wegen (oder nur mit?) fehlender Immunität evtl. „noch sterben müssen“ nicht besser darauf schauen, wie es denn um die schon gestorbenen tatsächlich stand? (Italien: 80-jährige, zu 99,2% vorbelastet, starben – bevorzugt in winterlichen Haupt-Smog-Gebieten – an einer Krankheit, die die Russen – fachlich bisher unwidersprochen – als normale alljährliche Lungenentzündung betrachten.)

    Durch das willkürlich-selektive Testen „erscheint die Tödlichkeit des Virus höher, als sie in Wirklichkeit ist. Und sicher wird nicht gut genug unterschieden, ob Menschen wegen des Coronavirus sterben oder nur mit ihm. ‚Man kann das Sterblichkeitsrisiko erst dann abschätzen, wenn man weiß, wie viel mehr Menschen als üblich am Ende gestorben sind‘, sagt Bornkamm.“

    Soll das heißen, solange die (sich abzeichnende) Harmlosigkeit des neuen Coronavirus noch nicht felsenfest bewiesen ist, müssen wir vorsichtshalber so tun, als sei es hochgefährlich?
    („Und die Politik muss Entscheidungen treffen – heute, nicht nach Monaten intensiver, evidenzbasierter Forschung.“)

    Um das eigene Narrativ zu retten, wird dann am Schluss des Artikels von beängstigend steigenden Fallzahlen und sich stapelnden Särgen geraunt – also am Ende doch nur der Blick durch die Panik-Brille statt auf die entscheidenden Fakten (die man im langen Text immerhin andeutungsweise eingestreut hatte) – will da jemand aktuell Mainstream-konform sein und bangt schon vorausschauend um den eigenen Ruf in den Zeiten nach der Panik?

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