Tagesschau kritisiert Dr. Wolfgang Wodarg wegen Coronavirus-Aufklärung

Der Kommentator „bekir“ kritisiert die Berichterstattung der Medien über die Ansichten von Dr. Wolfgang Wodarg, anhand eines Berichtes der „Tagesschau“.

„Heute setzt sich auch die halbamtliche Tagesschau mit Dr. Wodarg auseinander und titelt:
„Maßnahmen gegen Corona / Alles nur Panikmache?“,
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-wodarg-101.html

Die Tagesschau wäre nicht die Tagesschau, wenn die gleich danach im Teaser folgende zusammenfassende Antwort nicht im regierungsamtlichen Sinne ausfiele:
„Er kritisiert die Maßnahmen gegen das Coronavirus als völlig übertrieben, lässt dabei aber wichtige Details weg.“

Um der klaren Kante etwas die Schärfe zu nehmen (sprich: sich selber möglichst nicht angreifbar zu machen), kommt sie Dr. Wodarg weiter hinten sozusagen wieder ein Stück entgegen: Seine Behauptungen seien „in Teilen zutreffend, oft aber verkürzt“.

Coronaviren habe es auch früher schon gegeben und eine neue Variante sei daher weder überraschend und noch zwingend gefährlicher als andere – soweit will die Tagesschau Dr. Wodarg gar nicht widersprechen.

Achtung, jetzt folgt das Hammer-Argument gegen Dr. Wodarg:
„Allerdings deuten die ersten Erfahrungen mit dem neuen Virus darauf hin, dass Infektionen häufiger schwer oder sogar tödlich verlaufen als beispielsweise bei Grippeviren.“

  • Hat die Tagesschau in diesen schlauen Satz die Tatsache eingearbeitet, dass Corona (ganz anders als die Grippe) bei Kindern so gut wie nie zu Symptomen führt? (Und generell bei 80% der Infizierten aller Altersgruppen sich auch kaum oder keine Symptome zeigen?)
  • Oder die Tatsache, dass bei Corona sich die Todesopfer sich noch stärker auf die Gruppe der geschwächten, „sowie schon todesnahen“ Greise konzentrieren als bei der Grippe?
  • Oder die Tatsache, dass die bei Corona von Dezember bis heute (im März) WELTWEIT aufgelaufenen knapp 10.000 Todesopfer noch nicht einmal die Hälfte der im Winter 2017 / 2018 allein in Deutschland gestorbenen 25.000 Grippe-Opfer ausmachen?

Bei so viel Qualitäts-Schurnalismus ist die Tagesschau um ein zweites Hammer-Argument nicht verlegen:

„Vor allem aber lässt die Argumentation einen Punkt außer acht: SARS-CoV-2 ist so neu, dass praktisch niemand immun dagegen ist. Es gibt bisher wenige genesene Patienten, keine Behandlung und keinen Impfstoff. Das Risiko einer schnellen, gleichzeitigen Ansteckung besonders vieler Menschen ist deshalb höher als bei bekannten Erregern.“

Ist das jeweils „neue Virus“ bei Beginn der Grippe-Saison eigentlich nicht meistens „so neu, dass praktisch niemand immun dagegen ist“? Denn selbst ein ggf. vorhander Impfstoff ist nutzlos, sprich: entfaltet so wenig Wirkung wie ein nicht vorhandener, wenn er nicht rechtzeitig VOR der Grippesaison verabreicht wird.

Die Erfahrung machte man bei der Grippewelle vor zwei Jahren, als unsere Mächtigen es für sinnvoll hielten, Kassen-Patienten aus Kostengründen nur mit einem Dreifach-Impfstoff vorzubereiten (Privatpatienten erhielten damals den Vierfach-Impfstoff, der sich im Nachhinein als der einzig sinnvolle herausstellen sollte),
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/01/16/wirkt-die-aktuelle-grippeimpfung

Vermutlich dürfte ein Teil der 25.000 deutschen Grippe-Toten des Winters 2017 / 2017 auf das Konto der damaligen Entscheidungsträger gehen? Das hat die Tagesschau wohl vergessen oder es ist ihr einfach nicht so wichtig, denn für den Schaden wurde ja schließlich niemand belangt. Allerdings beschloss man damals am Ende des Winters in weiser Voraussicht:
„Vierfach-Impfstoff für die nächste Grippesaison verbindlich“,
https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen/740/

Wenn die Tagesschau in schlichter Einfalt glaubt, dass bei Corona „praktisch niemand immun dagegen ist“, dann hat sie (wie oben beim Thema Symptome) wieder mal die Kleinen vergessen. Die behalten das Virus wegen ihres noch nicht voll ausgebildeten Immunsystems sogar länger in sich als Erwachsene – das macht die „Immunität dieser immunschwachen Menschengruppe“ also noch rätselhafter, was aber der Tagesschau (wegen intellektueller Überforderung?) nicht im geringsten auffällt oder sie gar zum Denken anregt.

Und übrigens: Der Tagesschau-Beitrag läuft unter „Faktenfinder“. Mit dieser Rubrik will die Tagesschau über vermeintliche „Fake News“ aufklären und dem leichtgläubigen Volk verklickern, was es stattdessen glauben soll. Sozusagen die „Sendung mit der Maus“ für Erwachsene (wobei ich nichts gegen das Original – die Sendung für Kinder – habe).“

9 Gedanken zu „Tagesschau kritisiert Dr. Wolfgang Wodarg wegen Coronavirus-Aufklärung“

  1. Vor ein Paar Jahren hatten Wir den von Menschen gemachten Rinderwahnsinn! Heute haben Wir den von Menschen gemachten Menschenwahnsinn!
    Und Den halte ich für Seine hochansteckende Art, für die gefährlichste Art des Wahnsinns!!
    Dagegen sind die Coronaviren nur ein leichter Schnupfen!

    1. Beste Beispiele sind für mich die Hamsterkäufe von Klopapier und das Hinweisschild in Läden, dass aufgrund der Ansteckungsgefahr -bargeldlos- bezahlt werden soll.

  2. Wenn schon die TAGESSCHAU auf Wodarg einprügelt, dann will die WELT sich nicht lange bitten lassen und schaltet in Sachen Schärfe bei den Überschriften noch einen Gang schriller: „Was Virologe Drosten den wirren Corona-Aussagen eines Lungenarztes entgegnet“,
    https://www.welt.de/vermischtes/article206651673/Corona-Experte-Christian-Drosten-zerlegt-Aussagen-von-Wodarg.html

    Im eigentlichen Text fällt das Zerlegen jedoch bescheiden aus. Zur geringen Zahl der Toten im Vergleich zur normalen Sterblichkeit meint Drosten (oder die WELT – so genau trennt der Text das an vielen Stellen gar nicht): Das werde sich ändern. Wenn jetzt nicht „drastisch und einschneidend“ gehandelt werde, dann haben wir „im Juni oder Juli eine Situation, bei der man sehr wohl einen Effekt sehen wird“.
    Das klingt nach politisch gewünschtem Panik-Sprech, ohne harte Fakten. Und lässt ihm (wie dem Orakel von Delphi) mehrere Hintertürchen, wenn die Zukunft seine Prophezeiung widerlegt. (Dass z.B. Frühjahr und UV-Licht anders als bei anderen Viren dem Corona-Virus nicht den Garaus machen können, ist nämlich bisher eine unbewiesene Behauptung.)

    „Er macht deutlich, dass die Toten dann nicht nur in der Statistik zu sehen seien, sondern auch in den Krankenhäusern. ,Man wird diese Patienten dann nicht mehr behandeln können, und sie werden sterben.‘ Das sei in Italien auch gerade der Fall.“

    Aha. Statt medizinischer Fakten (für die will er ja Experte sein), nutzt er genau den oberflächlichen (Panik-)Blick, den unsere nach Schlagzeilen gierenden Medien auf die unverstandenen italienischen Verhältnisse werfen.

    Also gelingt auch ihm (wie den Medien) das Dramatisieren nur mit Fakten-Weglassung: viel zu wenige Krankenhausbetten in Italien, winterlicher Smog in der Lombardei, wo das Sterben sich ja konzentriert – für Drosten kein Thema.
    (Auch in Wuhan hatten die eigentlich obrigkeitsfrommen Bewohner noch wenige Monate vor dem Corona-Ausbruch wegen derLuftverschmutzung gegen die Obrigkeit demonstriert).

    Und dass laut der italienischen Nationalen Gesundheitsbehörde (Istituto Superiore di Sanità) von den ganz überwiegend hochbetagt Verstorbenen (ca. 80 J. alt) nur weniger als 1% zuvor gesund (d.h. ohne andere Vorbelastungen waren), fällt natürlich auch unter den Tisch.

    Aber wollte er uns per Wink mit dem italienischen Zaunpfahl nicht vorhersagen, dass „dann“ bei uns sich der Anblick sowohl unserer Krankenhäuser als auch unserer Statistik verschlechtern werde? Dumm nur, dass bei den Italienern, die ja in Sachen Krankenhaus-Anblick schon so weit sind, die Statistiken immer noch keine höhere Sterblichkeit hergeben!

    Dann folgen in der WELT angeblich
    „Einige weitere Behauptungen von Wodarg im Faktencheck“ (tatsächlich geht es nur um zwei).

    Wodarg beanstande, dass der noch nicht endgültig validierte Test auf mehrere Viren reagieren könne, nicht nur auf das neuartige Coronavirus – in Wahrheit würden diese anderen Viren aber nicht oder nicht mehr beim Menschen auftreten.
    Letzteres mag sein oder auch nicht; wer will das bei einem nur vorläufig validierten Test so genau sagen können?

    Wichtiger ist die generelle Tauglichkeitsfrage und Springers WELT, die doch immer gerne nach Amerika schaut, sollte den Blick auf den dortigen Forschungsstand weiten, statt lange auf Wodarg rumzuhacken.
    Es gibt nämlich einen Artikel chinesischer Forscher, den die „U.S. National Library of Medicine“ auf Englisch präsentiert und der von „falsch-positiven“ (sprich: fehlerbehafteten) Corona-Tests handelt:
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32133832/

    Letztes Wodarg-Argument, das „zerlegt“ wird:
    „gegen einen unsinnigen Freiheitsentzug sollte man sich zur Wehr setzen“. – Hier begibt sich Wodarg in der Tat auf dünnes Eis; in Panikzeiten darf man nicht offen lassen, ob man ein politisches Sich-Wehren meint oder ein strafbares, handgreifliches. Auch man letzteres nicht gemeint hat, macht man sonst seinen Gegnern entsprechende Unterstellungen und Andeutungen leicht.
    Insgesamt ist Wodarg für die Mainstream-Medien ein idealer Buhmann, dem sie Regierungsberater Drosten als Lichtgestalt gegenüberstellen können: Er wirkt etwas kauzig (Motto: Darf ein pensionierter Beamter eigentlich die Haare so lang tragen?) und formuliert manchmal selber „scharf aber unsauber“.

    Man sollte sich allerdings nicht zu sehr in das Spiel „Mr. Good-Guy Drosten gegen Mr. Bad-Guy Wodarg“ verwickeln lassen, denn im Kampf gegen Übertreibung, Panik und deren gravierende Folgen stehen weitere – renommiertere und hochrangigere – Experten, darunter auch solche, an die sich TAGESSCHAU und WELT (vorerst?) nicht rantrauen, die also verschwiegen statt gebasht werden.

    Alexander Kekulé ist Virologe und Professor wie Christian Drosten. Beide sind Mainstream-tauglich, wenn auch Drosten wohl als Regierungsberater den größeren Einfluss hat.
    Dennoch scheint es auch hier starke Meinungs-Unterschiede zu geben: Während Drosten davon ausgeht, dass die Ausnahmesituation wegen der Corona-Pandemie ein Jahr dauern könnte, hofft Kekulé, „das in sechs Wochen hinzukriegen“ und löst auch sonst bei der WELT leichte Verwunderung aus: „Allerdings sprach sich der Virologe eindeutig gegen Maßnahmen wie Ausgangssperren aus, unter anderem auf Twitter.“

  3. Diesmal nur ein Zitat:

    »COVID-19, der Spuk ist längst entzaubert, nur wissen Sie das nicht. Prof. Dr. Sucharit Bhakdi erklärt den Sachverhalt. Er leitete 22 Jahre lang das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Johannes Gutenburg Universität Mainz und gehört zu den international angesehensten Infektiologen und meistzitierten Medizinforschern Deutschlands.«

    https://youtu.be/JBB9bA-gXL4

  4. Die Darlegungen von Prof. Bhakdi heben sich wohltuend ab von denen, die der neunmalkluge Fernseh-Professor Harald Lesch in ebenfalls rund 9 Minuten von sich gibt: https://youtu.be/Fx11Y4xjDwA

    Prof. Lesch beginnt erstaunlich gelassen. Oder hat er das einen Tag vorher veröffentlichte Video von Prof. Bhakdi gesehen und will sich mit einer etwas größeren „Hintertür“ absichern als Prof. Drosten?
    „Möglicherweise rede ich über etwas, worüber wir in einem Monat nur milde lächeln werden.“

    Erstaunlich nachdenklich auch sein „fachlicher“ Einstieg:
    2009 hatte die WHO – wie eben auch jetzt – eine Pandemie ausgerufen, damals wegen der Schweinegrippe, die sich letztlich als eine der schwächsten Grippewellen überhaupt herausstellte.

    Dann geht aber schon der bekannte Schnellsprech los und er ereifert sich über Verschwörungstheoretiker und warum manche wohl glauben, dass eine ganze Welt in Aufregung nur ein Hype und statistisch nicht belegbar sei.

    Bei einer normalen Sterblichkeit von durchschnittlich täglich 2.000 Toten in Italien (denen er eine Schwankungsbreite zugesteht) seien rund 500 mehr doch kein unmerklicher Zuwachs? Und erst recht, wenn die lombardische Stadt Bergamo (120.000 Einwohner) mit durchschnittlich täglich 10 Toten jetzt seit einem Monat täglich 20 Tote habe?

    Einem Prof. Lesch muss bestimmt niemand erklären, dass „Schwankungsbreite“ kein Pendeln bedeutet, das sich gleichmäßig übers ganze Jahr erstreckt. In winterlichen Infektionszeiten wird immer überdurchschnittlich gestorben, besonders in Smog-Gebieten.
    Und erst recht, wenn (wie in Bergamo) die akuten (Smog-?)Atemnots-Fälle einem viel zu geringem Angebot an Krankenhausbetten, -ausstattung und -personal gegenüberstehen. Erschwert durch eine sich selbst verstärkende Panik, die z.B. in den mit Schutzausstattung unterversorgten Hausarztpraxen (in Verbindung mit echten Erkrankungen) zu erhöhten Personalausfällen führen könnte?

    Bergamo hat wie alle vergleichbaren Städtchen ein Umland ohne Krankenhäuser, aus dem folglich die winterlich Erkrankten ins Zentrum strömen – allein das könnte die Verdoppelung vermutlich schon zum großen Teil erklären.
    Zum Vergleich: In der Sommerhitze sterben auch überdurchschnittlich viele Senioren, nämlich an Hitzeschlag, Austrocknung, urlaubsbedingter Vernachlässigung etc. Das ist aber (anders als bei winterlicher Atemnot) ein meist schneller und stiller Tod, der somit an eigenen Wohnort eintritt, nicht im zentralen Krankenhaus bzw. in der dortigen Warteschlange.

    Während Lesch bis hierhin also sehr oberflächlich argumentiert, wird sein Angriff auf die „Leugner“ dann richtiggehend demagogisch (ab min 3:20) :
    Wenn ein Amokläufer 10 Menschen töte, könne man schließlich auch nicht argumentieren, das falle statistisch ja gar nicht auf und man brauche den Amokläufer nicht weiter verfolgen.

    Daher mal drei Gegenfragen auf selbem Niveau:
    – Verfügt Prof. Lesch über Statistiken, nach denen Amokläufer dazu neigen, hauptsächlich hochbetagte Senioren zu ermorden, die zu 99% unter Vorerkrankungen leiden?
    – Bevorzugen Amokläufer Winterzeit & Smoggebiete?
    – Kann man sich mit Atemschutzmasken gegen Amokläufe wappnen?

      1. Nach Lesch würden jetzt mehr Menschen sterben als in den Vorjahren. Das bezweifel ich.

        1. Es gibt wesentlich mehr „Infizierte“ als getestet wurden, weil sie -keine oder kaum- Symptome haben. Ich schätze, dass die
        „Dunkzelziffer“ bis zum Faktor 7 hoch gehen kann. Die offizielle Sterblichkeit muss also verkleinert werden, weil nur die positiv-gestesten als Grundlage einfließen. Die werden geteilt durch die gestorbenen Menschen. Es werden heute wirklich Horrormeldungen verbreiten, in der Art von 100 „Infizierten“ sterben in Italien 10.
        2. Bei fast allen „Infizierten“ bekämpfte das Immunsystem den Virus mit dem Ergebnis der Immunität. Merkel sagte mal, dass 70 % aller Deutschen den Virus bekommen. Sie hat Recht. Die daraus resultierende Herdenimmunität bewirkt, dass es bald kaum noch Übertragungen gibt. Die Politik wird sich jedoch selbst loben, durch die rigorosen Maßnahmen die Virusausbreitung gestoppt zu haben.
        3. Nur ein geringer Prozentsatz der gestorbenen Menschen, stirbt wegen dem Coronavirus. Sie sterben stattdessen -mit- dem Coronavirus, meist aufgrund Vorerkrankungen im hohen Alter. In Italien sind 12% der „Corona-Toten“ auf den Coronavirus zurückzuführen. Auch das senkt nochmal die offizielle Sterblichkeitsrate der „Infizierten“.
        4. Am Ende wird sich die heutige Sterblichkeit kaum von den Vorjahren unterscheiden, darauf deuten ja auch die Statistiken hin. Es handelt sich letztlich um eine Grippewelle, die dort wütet, wo die Menschen auch wegen Luftverpestung lungengeschädigt sind, wo die medizinische Infrastruktur kaputtgespart wurde, wo aufgrund der Panikreaktion Krankenhäuser überlastet wurden.

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