Einfache Lösung der Ungereimtheit um Kiesewetter-Handy?

Ich analysierte die (vermeintliche) Ungereimtheit, dass ab 14:00 im Gerätespeicher entgangene Anrufe verzeichnet sind, die nicht in den sogenannten „t-mobile Verbindungsdaten“ auftauchen, oder umgekehrt, dass in den „Verbindungsdaten“ Verbindungen aufgezeichnet sind, die nicht im Gerätespeicher als entgangene Anrufe verzeichnet sind. Dafür gibt es dank „Freigeist“ eine mögliche Lösung, aber es bestehen weiterhin Unklarheiten. Die Grundlage der Diskussion ist Ordner 6 der Ermittlungsakten zum Heilbronner Polzistenüberfall, nachzulesen bei https://fdik.org

Mein Unverständnis rührte von einer falschen Annahme her: Im Verbindungsnachweis wären alle Verbindungen aufgezeichnet, dass heißt auch diejenigen, die gar nicht zustande gekommen sind. Dem ist offensichtlich nicht so – ich zitiere aus einer email von „Freigeist“, die er mir privat zukommen ließ:

„Aufgefallen ist mir dies bei der „S.“. Laut unser Theorie hätte sie um 15:10:43 und 15:10:49 Kiesewetter auf dem Telekom Netz zweimal innerhalb von 6 Sekunden angerufen und bei den „verpassten“ Anrufen um 15:06:35 und 15:29:10 die O2 Nummer. Das ist aber falsch!

Mir ist dies aufgefallen, weil es an diesem Tag ja noch mehr dieser „Doppel-Verbindungen“ gibt. 18:54:05 und 18:54:11, sowie 00:24:20 und 00:24:23. Was ist also passiert?

Ihre Freundin S. hat um 15:06:35 ihre Telekom!!! Nummer angerufen. Taucht als verpasster Anruf im Handy auf, aber natürlich nicht im EVN [Einzelverbindungsnachweis], da nicht angenommen. Weil sie sich Sorgen macht, schreibt sie um 15:10 eine SMS (siehe INBOX). Da diese Nachricht aber länger wie 160 Zeichen ist, wird diese auf 2 SMS aufgeteilt und innerhalb von 6 Sekunden auf das 6111 auch gesendet. Deshalb auch im EVN. Weil sie daraufhin wieder keine Nachricht erhält, ein letzter verpasster Anruf auf das Handy um 15.29:10.

Das ist die Lösung! Alle Nachrichten nach 14 Uhr auf dem EVN sind eingegangene SMS ! Die eine um 15:26:23 ist die letzte von B. („Geht’s dir gut.Ist nix passiert. Sind unterwegs.“) deshalb können im Prinzip alle Anrufe nach 14 Uhr, z. B. der von W. (14:35) oder B. (der ominöse um 15:34) nicht angenommene Anrufe auf die Telekom Nummer sein, die natürlich nicht im EVN erscheinen, da nicht angenommen.

Vielleicht wollte B. wirklich um 15:34 , dass Telekom Handy identifizieren. Denn es wurde laut Akten um 15:35 ! durch „F-“ gesichert. Das könnte also zeitlich passen!“

Unklarheiten

„Interessant wird es dann wieder in der Zeit um 18:30. Um 18:34 wird auf dem 6111 der letzte verpasste Anruf verzeichnet. Danach nichts mehr. Also entweder kein Anruf mehr oder das 6111 wurde ausgeschaltet. Ich denke Gerät ausgeschaltet, SIM entnommen und in ein anderes Handy gesteckt.

Dafür spricht, dass die nachfolgenden SMS zwar im EVN auftauchen, die SOKO aber anscheinend die SMS dazu nicht hat (laut Exel Liste). Es handelt sich ja dabei um zwei Personen die in ihrem Telefonbuch stehen (Stefan und „Köpfchen“), sowie um 18:54 um eine unbekannte Nummer. Da diese dann auf ein anderes Handy aufliefen, waren sie beim auslesen des 6111 am 30.04 auch nicht vorhanden.

Ein weiteres Indiz, dass das Telefon um diese Zeit ausgeschaltet wurde, ist die SMS von T-Mobile an Kiesewetter (Inbox 20:34 Verpasster Anruf von „Mutsch“ um 18:31) Diese Nachricht erhält man normalerweise nur, wenn das Telefon komplett ausgeschaltet war und dann irgendwann wieder eingeschaltet wird. Vielleicht ist diese SMS ja die mysteriöse auf der EVN von 18:34 von der Nummer 72410. Mir ist nicht bekannt, dass bis jetzt jemand herausgefunden hat, was diese Nummer bedeutet!?

Was mir nur nicht ganz klar ist warum auf der einen Seite T Mobile diese SMS schickt, aber auf der anderen Seite um 18:31 dieser Anruf auch noch auf dem 6111 als verpasst erscheint. Da habe ich keine Erklärung für. Eine Möglichkeit wäre, dass sie zweimal kurz hintereinander angerufen hat, einmal als das Handy noch an war und dann kurz nach dem ausschalten!?
Auf jeden Fall ist da ja auch noch die SMS von der Mutter (inbox 19:35, Real 18:35? „Hallo Michelle, melde dich bitte sofort bei mir“) Da diese SMS nicht im EVN steht, muss sie ja entweder falsch oder auf einem anderen Handy aufgelaufen und gesichert worden sein, eine andere Möglichkeit gibt es ja nicht.“

Die Analyse der Anrufe/SMS von der Kollegin S. klingt überzeugend, auch dass das Handy ab 18:34 ausgeschaltet war.

Es gab laut Gerätespeicher acht verpasste Anrufe, von 14:35 bis 18:33, aber nur einmal informierte t-mobile per SMS über einen verpassten Anruf: „Inbox, 25.04.07, 20:34, 491714340397 „Mutsch“, „Entgangener Anruf: +491714340397 am 25.04. um 18:31 Uhr T-Mobile“. Für diese SMS gibt es keinen Verbindungsnachweis. Wenn t-mobile per SMS über einen entgangenen Anruf informiert und das Handy ist angeschaltet (siehe Gerätespeicher), dann müssen diese SMS doch in den Verbindungsdaten aufgelistet sein, oder?

Um 19:35 [laut Soko zwei Stunden abziehen?!?] hätte laut Soko die Mutter ihrer Tochter eine SMS geschrieben. In den Verbindungsdaten gibt es wieder keine passenden Verbindungen, weder um 17:35 noch um 19:35. Um 18:35 steht jedoch im Verbindungsnachweis die ominöse Nummer 72410. Wenn es die SMS war, die die Mutter schickte, warum wird als Absender nicht die Nummer der Mutter angezeigt?Nahm t-mobile die SMS entgegen und lieferte sie in ein Art SMS-Briefkasten ab, weil die Nummer kurzzeitig tot war? Was steckt hinter dieser Nummer?

Eine Begründung könnte also sein, dass ihre Nummer kurzzeitig nicht erreichbar war. Das heißt, die SIM-Karte steckte in keinem Handy. Dagegen spricht, dass es ja offensichtlich eine Verbindung zwischen ihrer Handynummer und dem Anschluss 72410 gab, ansonsten würde 72410 nicht im Verbindungsnachweis auftauchen. 

Abgesehen von der SMS der Mutter und der SMS, die über ihren entgangenen Anruf informierte (für die es jedoch keinen Verbindungsnachweis gibt), fehlen tatsächlich in der SMS-Tabelle der Soko ab 18:34 die SMS-Nachrichten. Laut Verbindungsdaten sind um 18:54:05 und 18:54:11 (zwei SMS), sowie am 26.04. um 00:23:04 sowie um 00:24:20 und 00:24:23 (zwei SMS) angekommen! Ausnahme bildet eine SMS, die sie am 28.04 erhielt.

Die Hintergründe bleiben weiter ungeklärt, aufgrund der nicht aufgeklärten Ungereimtheiten, aber wir sind einen Schritt voran gekommen.

2 Gedanken zu „Einfache Lösung der Ungereimtheit um Kiesewetter-Handy?“

  1. Kollege von mir kannte übrigens die Uwes flüchtig persönlich. Habe ihn heute mal dazu bisschen ausgefragt, er meinte auch: V-Männer, nicht gerade die Hellsten und wohl eher Bauernopfer.

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